Der Zar dennoch ermordet?
Nach einer aus Moskau in Berlin eingegangenen Meldung ist der frühere Zar von Rußland am 16. d. Mt. in Iekaterinenburg erschossen worden. Anlaß dazu war das Heranrücken ^'checho-slowakischer Banden, denen die rote Uralregierung den früheren Zaren nicht lebendig überlassen wollte.
Die Nordd. Allg. Zrg. schreibt zu dieser vom Wolffschen Tel.-Büro verbreiteten direkten Meldung aus Moskau:
Obwohl diese Meldung mit Bestimmtheit auftritt. können die letzten Zweifel an ihrer Richtigkeit vor- läftg nicht völliug unterdrückt werden. Man erinnert sich, daß vor kurzem die Nachricht von der Ermordung des Zaren, mit derselben Begründung, unter denselben Begleiterscheinungen und von demselben Ort veröffentlicht wurde. Diese Wiederholung macht natürlich stutzig und läßt vielerlei Deutungen zu. Immerhin muß man damit rechnen, daß das. was sich das erste Mal als ein ahnungsvolles Gerücht erwies. diesmal Tatsache ist, und daß der ehedem allmächtige Beherrscher Rußlands das traurige Ende gefunden hat. das seit Ausbruch der Revolution und seiner Thronentsagung über seinem Haupt schwebte.
Die heftige Ableugnung, deren man sich bisher in Rußland beflissen hat. zelgt, wie sehr man dort des verbrecherischen Charakters dieser ..Revolutionstat" bewußt ist. Der Zar hat viel gesündigt. Aber einen Wehrlosen, der zudem als Bürgerlicher sicher verminderte Verantwortlichkeit vor jedem Gericht zugebilligt erhalten hätte, nieder zu knallen, und auf diese Weife .chinzurichten". bleibt abscheulich und muß Gefühl und Geschmack jedes Zivilisierten empören.
Zar Nikolaus ist 50 Jahre alt geworden. Er bestieg den Thron am 1. November 1894. seine Abdankung. die vielmehr eine erzwungene Absetzung war. erfolgte am 14. März 1917. Die ersten Revolu'tions- monate durfte der Zar mit seiner Familie in Zars- koje Zelo bleiben, die Bvlschewiki schafften ihn dann nach Tobolsk in Sibirien
Ueber seinen Aufenthalt dort äst wenig bekannt geworden. Es hieß, daß die Bauern zu ihm hin- pilgerten. seiner Tochter Tatjana sollte eine Flucht gelungen sein, jedenfalls schien er nach der Zersplitterung der Revolution und der Erhebung der Tschecho- Slowaken nicht mehr in sicherem Gewahrsam. Er wurde deshalb von Tobolsk abgeholt und soltte über Iekate- cinenburg, Perm und Wologda nach Moskau gebracht werden, angeblich um vor das Revolutionsgericht ae- steltt zu werden. Auf dieser Reise, die viele Unter- brechungen wegen der Gefährdung der Bahn durch vle Tschecho-Slowaken erlitt, ist er ermordet worden Bon der Zarin weiß man nichts verläßliches, sre soll schwer nervenkrank darniedergelegen haben. Auch der Tod des Zarewitsch ist mehrfach gemeldet worden.
getreten sind, zu ermitteln. Liste ist an die Führer der Armeekorps bis zum 15. Juni einzureichen."
Dieser französische Armeebefehl bestätigt sozusagen auch amtlich vor aller Welt, wie die in Frankreich gefangenen Elsässer mrt> Lothringer sich in ihr Heimatland zurücksehnen. Und er beweist, wie die französische Heeres- und Regierungsstelle sich kranrpfhaft bemühen muß, das Heimweh der Elsässer und Lothringer von Amts- und Dienstwegen mit allen Mitteln „auf das äußerste einzuschränken". Die deutsche Regierung wird das Ihre zu tun wissen, um diesen würdelosen Verirrungen eines in die Enge getriebenen Gegners zu begegnen Dem zweiten Teile dieses klassischen Petain- Befehles. sozusagen dem der Tragödie folgenden Sa- tirspiel soll darum ein Lächeln auch nicht versagt sein.
Oesterreichs Ernährungsaussichten.
Im Reichsrat teilte der Ernährungsminister Oesterreichs mit. die Ernte wäre im großen und ganzen eine Mittele: nte. Das Brotgetreide werde im allgemeinen ein befriedigendes Ergebnis liefern, recht gut wären die Aussichten der Kartoffel- und Rübenernte.
Bcuizelos ohne Rückhalt im Bott.
Eir.e e' :n von Griechenland gekommene Persön. llchkeit berichtet, die Volksabstimmung in Griechenland bleibe trotz aller Schreckensherrschaft der Regierung Vcnizelos dem Kömg Konstantin treu. Wer sich nicht fügt, wird eingefperrt, und seine Verwandten werden deportiert. Aufruhr', ewegungen hätten in einer Anzahl von Städten stattgefunden, aus Mangel an Munition und Waffen sind sie im Keime erstickt worden.
sozialistische Deyutletle Je a lfB o n ^r oiestierte gegen Die Ausführungen des Unterstaatssekretärs. ES ran, zn einem lebhaftrn Wortgefecht zwischen der Rechten und der Linken.
Sir, , JJl 1 n !ul e n 1 a n 9 e r ^ 11 m 111 l unterbrach die Sitzung Abrann versuchte abermals darzulegen, daß
Vi ü™ } l "!^MeD zwischen der Stimmung der
Allgemeine Kriegsuachrichten.
Ter Mörder des Grast:t Mirhach.
Die Petersburger Telegraphenagentur gibt bekannt, daß der eine Mörder des Grafen Mirbach. Andrejew, hingerichtet worden sei. Zum Schutz der deutschen Gesandtschaft in Moskau ist eine aus meh- re f-]c.*? lin kl r * Deutschen bestehende Schutzwache in der c!J-$ en «i Hauptstadt gebildet worden, nachdem die russi,che Regierung gebeten hatte, von der Entsendung eines kriegsstarken deutschen Bataillons abzusehen
Tie Gesinnung des Königs von Rumänien ist, wie man sich denken kann, nicht gerade deutschfreundlich, indessen lehnt die Regierung die Verant- ^l'kuug für entsprechende Aeußerungen des Königs
In der rumänischen Kammer hat der Abgeordnete Stolofan eine Anfrage eingebracht über das Juter- vrew, das Take Jonescu dem Corre della Sera gegeben hat, wonach das Land und der König noch heute An- Hänger der Politik Bratianus geblieben seien. Ministerpräsident Marghiloman gab hierauf folgende Erklärung aü: 4
m Land, das diel« Reden mit allgemeinem
Gelächter ausgenommen hat, hat die Antwort daraus bereits gegeben. Ich füge nur noch hinzu: In einem Augenblick, in dem das rumänische Volk die Erhebung der Anklage gegen Bratianu mit Begeisterung aufnimmt, in diesem Augenblicke zu behaupten, dasi das rumänische Volk der Person und und Politik des Herrn Bratianu treu gebieben sei. ist ein Kunststück, das selbst Herrn Take Jonescu nicht glücken kann. Was -.König anbelangt, erkläre ich, dast niemand er- knachngt ist, für die Krone zu sprechen. Was die polttische Gesinnung des Landes betrifft, so kann allein die Regierung sie zum Ausdruck bringen, lediglich die Handlungen der Regierung verpflichten Rumänien gegenüber dem Auslande.
* ,S. ir können hinzufügen, daß für uns die rumänische Königsfrage eine Angelegenheit von untergeordneter Bedeutung ist. Der König hat mit uns einen Frieden geschlossen, wie wir ihn günstiger von keiner anderen Stelle in Rumänien erhalten konnten WENN er sich fetzt mit der Mehrheit seines Volkes durch deutschfeindliche Politik in Widerspruch setzen will, wird das seinen Thron sicher nicht stürzen, es ist aber seine eigene Angelegenheit.
Französische Falschheit.
Ml . authentischer französischer Beitrag zur An- gelegenhett der krregsgefangenen Elsaß-Lothringer sei b-Juni d. Js, erlassener Geheimbefehl, gegeben ""terschrift des Generals Petaln trägt, bekannt
hnm "^'/^°^sch-d«utsche Uebereinkunft von Bern vom 12. 5. 18 erweckt bei den E l sa ß - L o t h r i n- Mc rurzeit in den Spezialdepots sind, den §LfifI&V**r U Familien in die annektierten
Gebietsteile z urückzukehren. AnträgeaufAb- sZub in ihre Heimat sind auf das äußerste zu be- „denn die deutsche Propaganda würde fte als Anhänglichkeit an das Deutsche Reich aus- dem vorzubeugen, ist es von äußerster Wichtlgkeit, daß dre Ergebenheit der im französischen Heeresdienst stehenden Elsaß-Lothringer äußere Anerkennung ttnde. Ich bitte daher, freiwillig im Heeres- dienst stehende Elsaß-Lothringer, die ohne Auszeichnungen empfangen zu haben, verwundet oder hervor»
Ein neues englisches Hatzgefetz.
Das Unterhaus nahm ein Gesetz an, wonach wäh rend einer Zeit von fünf Jahren nach Kriegsende keinem feindlichen Untertan eine Naturalisations-Urkunde ausgestellt werden soll, „außer wenn es sich um eine Person handelt, die in einem der allierten Heere gedient hat oder Angehöriger einer Rasse oder einer Gemeinschaft ist, die gegen den jetzigen Feind in Opposition steht oder endlich eine Person, die als britischer Untertan geboren wurde."
Das verunglückte Tondern-Untcruehmen Aus Dänemar kwird gemeldet: Freitag morgen 4 Uhr flogen drei englische Flieger, vermutlich Grope- Doppeldecker. nordwestlich von Bester - Vedstedt kom- mend in südöstlicher Richtung gegen Tondern. Etwas spater kehrte ein Flugzeug zurück. Zwei englische Flugzeuge stürzten bei Guldager und auf Skallinge ab. ^.er Insasse des bei Guldager herabgesallenen Flugzeuges verbrannte den Apparat, er wurde nach Esbjerg übergeführt.
Auch yas dritte Flugzeug hat den Weg nicht zuruckgefunden. Es ist mit zwei englischen Fliegern infolge Benzinmaugels und Motorschadens an der jüb ländischen Westtüste gelandet.
Ter Fall Prager.
X- A? die deutsche Presse bereits gemeldet hat. sind dre Mörder des deutschen Reichsangehörigen Robert Prager von dem amerikanischen Geschworenengericht fteigesprochen worden. Die „New York Times" äußert dazu:
.,Tle Freisprechung der Mörder von Robert Prager war offensichtlich ein schweres Vergehen gegen die Gerechtigkeit. Nack den Berichten über die Gerichts
verhandlung hat es die Verteidigung nicht darauf abgestellt zu beweisen, daß die Angeklagten Prager nicht gelyncht hätten, sondern daraus, daß das Opfer seine Strafe verdient habe. Der Verteidiger hat sich aus „eiu neues ungeschriebenes Gesetz" berufen. Dieses „neue ungeschriebene Gesetz" scheint darin zu bestehen daß eine Gruppe von Männern das Recht oder das was sie für Recht halten. auSüben dürfen, wenn es srch um einen Fall handelt, der dem Kriege seine Entstehung verdantt. DaS alte ungeschriebene Gesetz war eine Schande und ein Skandal, und das neue, welches ebenfalls den Mord als eine gesetzliche ameri- kanische Institution betrachtet, ist sicherlich nichts weniger als dies."
Auch die „New York Evening Post" erklärt die reisprechung der Mörder Pragers für einen schweren Zerstoß gegen die Gerechtigkeit. „Der Tatbestand", so sagt sie. „war nicht zweifelhaft, aber die Jury weiaerte sich, die Verurteilung auszusprechen. Das Verdikt ging dahin, daß es kein Verbrechen sei. einen Deutschen zu töten. Der ganze bedauernswerte Fall sollte jeden Amerikaner mit Scham erfüllen. Was hat e * ne . n Zweck, daß der Generalstaatsanwalt gegen den Wahnsinn des LyncheuS von Leuten protestiert, die rnrt den Feinden sympathisieren, wenn es Gerichte gibt, die rhre Augen sowohl dem Gesetze wie auch den Tatsachen verschließen?"
Wir unterschreiben die Urteile dieser vereinzelten amerikanischen Zeitungen über das fluchwürdige Verbrechen der amerikanlfchen VolkSmasse. an dem sich die amerikanische Justiz durch die Freisprechung der Mürber^deS unschuldigen Deutschen in einer Weise mitschuldig gemacht hat. die ihr selbst das Urteil spricht
Eine Sturmsitzung der französischen Kammer. Lyoner Zeitungen zufolge kam es in der Pariser Kammer,rtzung vom 17. Juli zu außerordentlich scharfen AuseinanderseLungen und Zwischenfällen.
Der Deputierte I o u b e r t interpellierte die Regierung über die Zurückbehaltung eines Teils der g r o r t e n t s ch ä d i g u n g der Soldaten, die ihnen in Sparbüche , n gutgeschrieben wurde. Clemenceau habe die Beschlüsse des Parlaments verletzt, die bestimmten, daß die ganze Entschädigung den Truppen in bar ausbezahlt werde. Clemenceau hätte besser getan, die Verteidigung des Chemin-des-Dames vorzubereiten (Bei diesen Worten brach auf der äußersten Linken ein Beifallssturm aus. während aus den übrigen Bänken protestiert wurde.)
Unterstaatösekretär Abrami erwiderte .die Neuerung yandle lediglich im Interesse der Soldaten. Die Bestimmung über die Zurückbehaltung eines Teiles der Frontentjchädtgung sei aus patriotischen Erwägungen erlassen worden. Abrami sprach sodann von den Ltrasmaßnahmen an der Front und führte aus, die Gefängnisse an der Front seien nicht ab- ge,O)a,|x rootoen; eS ,et notwendig, gegen Schuldige jd)ar| vorzuaehen, um Die Stimmung au erhalten. Die Armee habe jetzt eine glänzende Stimmung, wahrend Petain 1917 die Armee in sehr schlechtem Zustande vorgesunden habe.
men. De: Tumu.t verschärfte sich.
R a s f i n - T u g e n s griff in die Debatte mit Ver Erkiöiung ein, die Perantwortlichkeit der Reqieruna und de-? Lberlommandos sei durch die Ricderlaue an, Ehemin-des-^ames ins Spiel gezogen worden
“ °. e r Q ?' zahlreichen Sozialisten unter-
Itutzt, biachre eine Tagesordnung ein, ivonach die Regierung das Strasdekrct gegen die Soldaten zurücknehmen solle. Be, lebhafter Erregung fand die Ab- Stimmenthaltung der Sozialisten abgegeben^ Etnnmen gegen den Antrag Mayeras
Ei- Kammer ging alsdann zur Interpellation über die fehlerhafte Leitung des Automobil- wesens der Armee über. Sie wurde vom Teputier- Poncet begründet, der sich über die grobe Ber- schleuderung und die schlechte Verwertung der Auto- mobtle beschwerte, In den letzten Monaten seien allein in diesem Verwaltungszweige über 14 Millionen u ii n o t i g a u s g e g e d e n worden. Seitdem das Auto- öertzeeresieitung unterstehe, habe sich der Automvdildlenst sehr verschlechtert.
Tie verlorene Cntlaftungsschlacht.
Der durch die deutsche Offensive beiderseits Reims erzwungene Entlastungsangriff der Enteule zwischen Alsue und Marne begann anr l8. Juli 5 Uhr 45 Min- vormlttags mit stärkstem feindlichen Feuer. Teilweise gleichzeittg mit den: Beginn der Feuereröffnung, reil- werse erst iy 4 Stunde später griff der Feind mit sehr starken ttefgegllederten Kräften, unterstützt durch ties- slregende Flugzeuge und zahlreiche Tankgeschwader unsere Stellungen zwischen Aisne und nordwestlich ChateaU'Thlerry an. Bor einem einzigen Korpsab- schnltt wurden beim ersten Einsatz allein 80 feindliche 'anzerwagen gewählt. Nachdem nördlich der Aisne euvorstöße blutig abgewiesen waren, trat hier ver- chältuiSmätzige Ruhe ein. Auf der übrigen Front gelang es dem Gegner, der hier unter allen Umständen einen enticheldenden Erfolg erringen wollte, unter ungeheuren VeRusten nach wechjelvollen Kämpfen an ein- zen en Ltellen einzub rechen und unsere Li- nren zuiuckzudrücken. Durch immer wieder heranae- f^ührte frische Reserven und Panzerwagen nährte der ^eind vie im deutschen Feuer dezimierten Sturmtrupps. Bereits gegen Mittag waren die feindlichen Anqrisfe sn der Linie südwestlich von Soissons-Reuilly - nord- westlr.h Ehateau-Thierry — zusammengebro chen Trotz dichte- Massierung aller seiner Kampfmittel und trotz der rücksichtslosen Blutopfer konnte der Feind sein Zier nicht erreichen. Der erstrebte Durchbruch der den Deutschen an der Somme, in Flandern, au der Lys. an der Aisne und südwestlich Noyon jedesmal voll gelang und sie in wenigen Tagen bis zu 80 Kilo- meter ^iefe durch alle feindlichen Stellungen und Gelandehindernisse hindurchführte und die feindlichen Armeen vor sich Hertrieb, blieb dein Gegner wiederum versagt
Del für den Feind so blutige 18. Juli endete mit etnei schweren Enttäuschung unserer Gegner, die "ie dci den Angrisfsschiachten, so auch in d,e,e: Abu ehr,chlacht ver deutjcheu Führung und Truppe unterlege.: dticben. Ter seindiiche Angriss har ledig- ttch zur weiteren Schwächung der VerbandZstreirkräfte betgetragen und die ungeheuren Verluste, die der Ver- vand seit dem 21. März buchen mußte, ins Ungeheure gesteigert.
Unser Erfolg aus der letzten Offensive läßt sich nach Dm Richtungen feststellen: Weitere Ab- sä)nürung der Festung Reims und weitere schwere Schwächung der feindlichen Streitkräfte durch enorme Verluste bei den eiou.e. reu. rief i\iarfciten M affen ei n- {Qfcen, sowie durch Die Elnvuge oou runo -in)UU Ge- Tangeneu. Deren <Zahc net) voransfi.. t ich in den nächsten Tagen noch erhöhen wird und außer? -" edrohuna. von Epernay und der dort ve.'indlichen. aller Wahrscheinlichkeit nach ganz bedeutenden Krieq^material- lager.
Tie Seevtrbindung znm neuen Osten.
Nach amtlicher Bekanntnlachung werden zwei regelmäßige Tampferlinien zwischen den deutschen Ostfeel)äfen und Liban - Riga-Reval eingerichtet. Eine Linie soll von Lübeck über Königsberg nach Liban-Riga—Reval fahren Diese Linie wird ab Lübeck am 20. Juli durch den Dampfer „Fernande" eröffnet. Eine andere Linie fährt von Stettin über Danzig-Memel nach Riga—Reval und zurück: sie wird durch den Dampfer „Torfreij" ab Stettin am 24 Juli eröffnet.
Greift Japan doch ein?
Reuter meldet aus Tokio:
Japan hat deschlosjen. in Sibirien zu intervenieren. Die notwendigen Maßnahmen sind getruffeu.
Am 15. Juki verschob der Rat der Alten seine Stellnng- nahine in der sibirischen Frage um zwei Tage. In der neuen Sitzung wird die Entscheidung nun wohl für die Intervention ausgefallen fein. CS soll sich um eine Hilfe- leistimg sür die Tschecho-Slowaken gegen einen angeblich drohenden deutschen Angrif shandeln.
Eine Bahn-Kriminal-Polizci.
Zur Bekämpfung der Eisenbahndiebstähle hat man in Berlin eine besondere Bahn-Kriminal-Poltzei eingerichtet, die schon gute Erfolge gezeitigt hat. Die Maßnahme war ^ütig, weil namentlich in den Großstädten die Eisenbahn- diedstähle ins Unheimliche wuchsen. In welchem Umfange diese Diebereien begangen werden, geht daraus hervor, daß nach einer Mitteilung des Ministers im Herrenhaus 80 Millionen Entschädigungsansprüche bei der Eisenbahn- Verwaltung angemeldet worden sind.
Hindernisse für da- dcutsch-euglifchc Abkommen.
Lord Norton, der auf englischer Seite die Verhandlungen führte, äußerte mehrfach feine hohe Genugtuung über den Erfolg. Dieser wird auch von deutscher Seite geteilt. Dis von den Konferenzbeteiligten unterschriebene Abmachung sieht die Rückführung von internierten Militärs vor, die min^ besten- 18 Monate in Gefangenschaft Angebracht haben,


