Ausgabe 
24.7.1918
 
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Verlag derGietzeuer Zeitung", Gießen.

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Druck der Gicßcucr Verlagsdrnckerei, Albrn Klein.

Nr. 64.

Telephon Nr. 362.

Mittwoch, dm 24. Juli 1918.

Telephon Nr. 362.

31. Jahrg.

, Frinvlrche Dnrchhrrrchsarrgrisfe gögeschLagerr.

-beginN Ses Krieges 18251000 Br.-R.-T. fsrrrdßtchen GchiffrauMeS versenkt. In L-U-Bsot-B-Ate: 521000 Brntioregistertonrren.

Vom 19. 24. IM 1918: 162 782 Br.°N.^T. Versenkt.

Ans dem amtlichem KreiSblait.

Kreisamt Gießen, 16. 7. 18: Reichsgetreideordn.ing für die

' Ernte 1018.

Kreisschulkommission Gießen, 16. 7. 18: Landessammlung für

eine Kolonial-Kriegerspende am 17. u. 18. August.

Kreisamt Gießen, 11 . 7. 18: Ausftihrung der Reichsgetreide­

ordnung: Das Anömahleu des Getreides der Selbst­versorger im Erntejahr 1918.

Kreisamt Gießen, 16. 7. 18: Das Verbot der Verfütterung der Nesselstengeln wird nicht genügend beachtet.

Der steüv. Kommandierende General, 13. 7. 18: Militärische Ausrüstungsstücke von Verwundeten und Gefallenen sind Eigentum der Heeresverwaltung und müssen an das nächste Dezrrkskommando oder die nächste Polizeibehörde abge- liefert werden.

»er fairer m der Scblacbt.

Berlin, 17. Juli. ÄrietzSbenchterstaitcr Kar! Nosncr schreibt vom Schlachtfeld«: nordöstlich Reims am 16. <zu!i an denBerliner LokasiÄnzeiger": Der Ka.ser, der den Wunsch hatte, die neue Schlacht vom ersten Augenblick ihres Durchbruchs an im Kreise seiner Kampftruppen miizuerlcbcn, hatte sich noch am späten Abend d-.ü 14. Juli in das Geiäud der kommenden Kampst begeben. Ec hat die Nacht zum neuen. Tage ga.'z auf chicr vo: -esa obenen Beobachtungswaute ver bracht und Von hier aus dos furchrba :c Orch fter unseres Heuer Überfalles mit ong.-höct und das un-hörre Bild der über die feindlichen Stellungen hir.rasenoen Geschosse in sich ausgenommen. Schon wcinge Minuten nach unsrem um 4 Uhc 50 iosbrechenden Sturm hielt er die erpen Meldungen über den guten Fortgang der Untern ehmunAn in Händen. E^ ist dann zum Nnkrmden Tage ohne sich eine Minute Ruhe zu gönnen, bei drc Truppe gebliebin und hat auch drn heutigen ^.ag, der an die Erfolge an der Marne und lüdwesv lul) von Reims neue schöne Errungenschaften knüpfte, vom Morgm bis zum Abend im Kampfgelände und angesichts des umrungcnen Gebietes verbracht.

Zur militärifcben Lage m Aesten.

^nf, 48. Juli. Im LyonerProgres" heißt es. Ldrc sind an der ernstesten Stunde der. Krieges an- gclangt. A)\c Schlacht, die jetzt beginnt, wiro vielleicht die größte sein, die die Geschichte je gekannt hat. Es Riesenschlacht, die jetzt eingesetzt hat, und die Plötzlich entscheidend werden kann.

Rotterdam, 20. Juli. DerPetit Parisien" ni , 1e £', ^tlgriff der Deutschen an der Front

noch keineswegs abgeschlossen sei. Die Datschen seien in % e Ausgangsstellungen zucück- Un ^ H''^uhe an der übrigen Front habe sich bisher noch gesteigert. Die strategischen Bor- tene, die dw Deutschen in den beiden ersten Tagen gewonnen haben, beständen fort.

wib. Großes Hauptquartier, 20. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Tie Tätigkeit der Eagläl,di.c nahm in einzelnen Abschnitten zu. Gegtn Metlren, nördlich von Merris und südlich von Vieux Verquirl griff der Feind am Vormittag an. In Mer r n sußie er Fuß. Im übrigen wurde er abgcwlesen und ließ Gefangene in unjecer Hand.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Aisne und Marne nimmt die Schlackt ihren Fortgqng. Von neuem setzte der Feind zum Durchbruch auf der ganzen Kampffcont an. Panzer­wagen drargen am frühen Morgen in Teile unserer vorderen Linien ein. Nach erbittertem Kamps war gegen Mitlag der erste Stoß des Feindes aui den Höhen südwestlich von Solssonswtstllch von Harten- msöstlich von Reuillynordwestlich von Chateau-- Thieiry Zum Schcit.rn gebracht. Die von Fliegern in AnmaesÄ auf das Schlachtfeld gemeldeten und von ihnen Wirksam bekämpften feindlichen Kolonnen kündeten Fortführung der Angriffe an. Sie erfolgten gegen ^-denr nad) stärkster Feuerstetgeiung. Zwischen Aisne und Ourcq brachen sie an unseren Gegenstößen, südlich des Ou cq meist schon im Fcucr zusammen. Nördlich von Hartennes warfen wir den Feind über seine Aus­gangslinien hinaus zurück. Die Truppe meldet schwofte Ve'.luste dcs Feindes. Eine große Anzahl Panzerwagen liegt zerschossen vor unserer Front. Südlich der Marne tagsüber mäßige Feuertätigkeit, südöstlich von Marenti wurden erneute Teilung üffe des Ferndrs abgewiesen. Während der Nacht nahmen wir unsere südlich der Marne st-h^dcn Truppen, vom Feinde un­bemerkt, ouf das nördliche Flußufcr zurück.

Oertliche Kämpfe südwestlich und östlich von Reims. Nordwestlich von Sonain wurden französische Vorstöße blutig abgewiesen.

Gestern wurden wiederum 30 feindliche Flugzeuge und 7 Fcss lballoue abgeschossen. Leutnant Loewen- haidt errang seinen 40. und 41, Leutnant Mcnkhoff seinen 39., Hauptmann Berthold seinen 38., Oberleut­nant Loeczer seinen 27., Leutnant Jakob seinen 24. und Leutnant 5^öneke seinen 22. Luftsieg.

Der Erste Generalquarti^meister: Ludendorff.

Berlin, 20. Juli, abends. Auf dem Schlacht- fride zwischen Aisne und Marne sind nach erfolgreicher Abwehr französischer Kämpfe neue Kämpfe im Gange. Auch südwestlich von Reims sind Angriffe des Feindes gescheitert.

wtb. Großes Hauptquartier, 21. Juli 1918. Westlicher KriegSscha«p!atz:

| Artillerievorbircitung auf den Masseneinsatz von Panzer- ! waqen gegründeten Angriffsverfahren des Gegners, das am Anfang überraschte, anglpaßt. Der gestrige Schlacht­tag reiht sich in siinen Leistungen von Führung und Truppe Ukd in seinem siegreichen Ausgang ebenbürtig den in diesem Kampfgelände früher errungenen großen Schlachterfolgrn an.

An den Höhen südwestlich von Soiffons brachen die gegen die Stadt nach stärkstem Trommelfeuer ge­richteten Angriffe des Feindes zusammen. Unter Führung von Panzerwagen stieß feindliche Infanterie bis zu siebenmal gegen die Stcoße So-ssonsChctteau-Thtecry, nördlich des Ourcq, zum Angriff vor. Nordwestlich von Hartennes brach der feindliche Ansturm meist schon vor unserer, Linien völlig zusammen. Südwestlich von Hartenncs warfen wir im Gegenangriff den anftücmen- den Feind zurück. Seine hier in dichten Haufen zurück- flutende Infanterie wurde vom Vernichtungsfeuer unserer Artillerie, Infanterie und Maschinengewehre wirksam gefaßt und zusammengeschossen. Auch südlich des Ourcq brach unser Gegenangriff den feindlichen Ansturm. Nord­westlich von ChateawThierry haben sich die in den letzten Wochen immer wieder vergeblich angegriffenen Regimenter auch gestern gegen mehrfache starke Angriffe der Amerikaner siegreich behauptet. Der Amerikaner erlitt hier besonders hohe Verluste. In der Nacht legten wir, vom Feinde ungestört die Verteidigung in das Gelände nördlich und nordöstlich von Chateau-Thierry zurück

Auf dem Südufer der Marne führte der Feind gegen die von uns in vergangener Nacht geräumten Stellungen gestern vormittag nach vierstündiger Artillerie­vorbereitung unter dichtem Feuerschutz und mit zahl­reichen Panzerwagen einheitliche Angriffe, die an leeren Stellungen verpufften. Unser vom Nordiker teilweise flankierend geleitetes Actilleciefeuer fügte dem Feinde Verluste zu.

Auch südwestlich von Reims setzte der Feind staxke Kräfte zum Angriff gegen die von uns eroberten Stel- lungen zwischen Marne und nördlich der Ardce an. Engländer waren hier den Franzosen und Italienern zu Hilfe gekommen. In unserem Feuer und an unseren Gegenstößen find sie unter schweren Verlusten für den Feind gescheitert.

Schlachtfliegec griffen wiederholt mit Maschinen­gewehren und Bomben in den Kampf gegen angreifende Infanterie und Versammlungen von Panzerwagen und Kolonnen erfolgreich ein. Wir schoffen^gestern 24 feind­liche Flugzeuge und 3 Fesselballone av. Hauptmann Barthel errang seinen 39., Oberleutnant Lörzec seinen 28. und Leutnant Billik seinen 24. Luftsieg.

In der Champagne entwickelten sich zeitweilig ört­liche Jnfanteriegefechte.

Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff.

^ m ' 20- Juli. U.b.r das Völkerrecht widrige eng.siche Vorgehen an der Murmanküste tc basSPccfftßuwan mit, duß du Englä-.du. je zu offenen gi'inbfcli.;feiten übergegAngrn seien.

f -T«, Sielfngcn unfecec GeaenmnßnaliMl

bei Reims bleibt die bedrohliche La«e von Reims t »eyen. .Oie Lazarette und Der Sitz des Statu s fii ou§ Reims entfernt worden. Nur der Besitz der Bab Iwie Reim« "pernoh, die fast im Feuerüerrich d

sturm des U'indls.^ Ükwültigcn A

Genf, 22. Juli. Die Havasnote vom 21. Ir tu' öa 6 zwischou A-sne und Marne durch die A kunft mner deutscher Reserven die Schlacht erbittert geworden sii, woraus man vermuten?.ne, dag d franzosilchL Angriff zum Stillstand gekommen sei

$iM!scf?e üerttsctze LÄgesberiebre.

Berlin, 19. Juli. Auf dem nördlichen Keieas- .chauplatze sind durch unsere--Unterseeboote 16500 Br - Jceg.'Ao. Vei'N'.chiet worden.

2)cc Chef des Admiralstabes der Marine.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Heftigem Artillcrickampf an der Ancce folgten Zwischen Beaumont und Hamel englische Infanterie- a«griffe, die unier großen Verlusten für den Feik,d ab- gewiesen wurden. Ebenso scheiterten am Aberck Angriffe der Engländer östlich und südöstlich von Hebutcxn . Die tagsüber meist mäßige Gefecktslätigtett lebte am Abend wieder auf.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nördlich der Aisne führte der Feind öitliche An- griffe zwilchen Noupron und Fontenov, die wir im Gegenstoß abw-hcten. Zwischen Aisne und Marne suchte der F^ind gestern unter Einsatz neuer Divtsionen die Ensicheiduvg der Schlacht zu erzwingen. Der Feind !?^^^^^^l.sck!agen. Er Hai große Einbuße erlitten. Hllfsvölker dec Franzosen, Algerier, Tunesier, Marok- kaner und Senegalneger, trugen an den Brennpunkten dll^ Hauptlast des Kampfes. Sencgaibotatllone, als Sturmvock auf französische Divisionen verteilt, stürmten hwrec den Panzerwagen den weißen Franzosen voran. Amerikaner auch schwarze Amerikaner, Engländer und Italiener kämpften zwischen den Franzosen.

Nach zwei schweren Kampftagen kam gestern die ^ngr>ffi)k^aft unserer Truppe in Gegenstößen wieder voll zur Geltung. Sie hat sich dem unter Verzicht auf

Berlin, 21. Juli, abrnds. An dec SchlachtfrvAt zwischen Aisne und Marne sind französische Angriffe gescheitert. Am Abend haben sich zwischen Aisne und Ourcq neue Kämpfe entwickelt.

Berlin, 21. Juli. Im Sperrgebiet um England wurden 12600 Bruitoregistertonnen versenkt.

Dec Chef des Admiralstabes der Marine.

Berlin, 22. Juli. Die in dec Nacht vom 19. zum 20. vorgenommcne R ückver leg u n g der süd­lichen Marnefront auf das Nordufer, bei der die Deutschen das gesamte Kampfmatecial über den Fluß zurückführten, vollzog sich völlig unbemerkt vom Gegner.. Die seinerzeit erstürmten zahlreichen feindlichen Batterien wurden dem Feinde in völlig gesprengtem Zustand über­lassen. Dec unbemeikte Uebergang über den breiten Stroni stellt den Leistungen von Truppe und Führung ein glänzendes Zeugnis aus.

Vas Zeldheer braucht bringend Heu und Stroh Landwirte Heist dem Heere!