Ausgabe 
24.7.1918
 
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Die Abmachung ist laufend, erstreckt sich also auch auf alle zukünftigen Kriegsgefangenen, die somit auto- matisch nach 18 Monaten die Freiheit wieder erlangen, und hat auch Gültigkeit für Holland und die Schweiz. Die Zivilgefangenen dürfen, soweit sie es wünschen, sofort in die Heimat zurückkehren. Soweit wäre also das Ergebnis der Vereinbarung für alle Beteiligten zufrie­denstellend. es mutz aber davor gewarnt werden, nun auch schon direkt von einer vollendeten Tatsache au sprechen. Solange die Negierungen die im Haag getroffene Abmachung nicht ratifiziert haben, sind diese immer noch wertlos. Nun hat auch Newton schon auf einige schwierige Punkte hingewiesen, über die man noch nicht klar sehe; dahin gehört die Schwierigkeit, den nötigen Schiffsraum für den Transport deutscher Kriegsgefangener aus allen Gegenden der Welt aufzutreiben. Dies wäre jedoch kaum die größte Schwierigkeit, denn Deutschland dürfte einige seiner in neutralen Häfen liegenden Schiffe für diesen Zweck zur Verfügung stellen können. Größere Schwierig­keiten dürfte die Frage der C h i n a d e u l s ch e n bereiten. Verfehlt wäre es, deshalb in den Gemütern- die Gewiß- beit aufkommen zu lassen, daß sie die nun schon so lange entbehrten Lieben bald Wiedersehen werden. Dies ist gewiß zu hoffen, aber noch nicht bestimmt. Es ist Amerika, das auf dem Fortschaffen der Chinadentschen aus dem Lande ihrer Tätigkeit nach Australien besteht. Die Ameri­kaner wollen sich lästige Handelskonkurrenten vom Halse schaffen. Kun muß sich Herausstellen, ob England stgrk genug ist. um seinen Willen in dieser Frage gegen Amerika durchzusetzen. Ohne Duldung gegenüber der Chinadeut­schen gibt es keinen Gefangenenaustausch.

Politische Rundschau.

Ter Kaiserliche Kommissar und Militärinspekteur der freiwilligen Krankenpflege, Fürst zu Solms- Var u t h scheidet aus seinem bisherigen Amte aus. An seine Stelle tritt der bisherige Generaldelegierte- Ost. Fürst zu Hohenlohe-Langenburg.

Eine bulgarische Mission mit General Proto- gerofs an der Spitze ist in Berlin eingetroffen.

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.Tic rumänische Tcmobilisatiou beendet. Tie Ar- mce ist auf die ini Bukarestsr Friedensvertrag vor­gesehene Stärke herabgesetzt worden.

:: Note Gardisten als Zwangsarbeiter aus Aaland. Ter finnische Landtag hat mit 65 gegen 63 Stimmen beschlossen. 45,000 Rote Gardisten, die von deutsch- finnischen Truppen gefangen genommen waren, zu Zwangsarbeiten nach Aaland zu schicken.

:: Kopfpreise aus frühere russische Minister. Lenin hat auf die Ergreifung der früheren Minister und (Genossen Kerenskrs, Tschernow, Tseretelli und Skobelew ein Kopfgeld von 250,000 Rubel gesetzt. Die drei Mi­nister wurden für vogelfrei erklärt.

3ru<{(t)i Eiscubuhngemeinschaft. Ir Der e-fita württembergischen Kammer bemerkte Ministerpräsident v. Weizsäcker zu den Einheitsbestrebungen der deutschen Eisenbahnen und der kürzlichen Eisenbahnminister-Kon- ferenz in Wiesbaden folgendes:

Die Ausführungen des Geheimrats Kirchhofs über die Eisenbahngemeinschaft gehen meiner Ansicht nach viel zu weit. Die Besprechungen in Wiesbaden umfassen einen großen Zukunftsplan. Es handelt sich dabei iim einheitliche Einrichtungen und Maßnahmen nicht nur auf dem Gebiete des Betriebes, sondern auch auf dem Gebiet des Baues, des Verkehrs und der Verwal­tung. Der -Beginn dieser Arbeiten war jetzt schon' notwendig, obgleich es sich um eine spätere und dann gleichzeitig großzügige Weiterentwicklung handelt. ES soll eine organische Zusammenfassung des Betriebs der deutschen Eisenbahnen stattfinden, und wir halten die Sache für so wichtig, daß die Verhandlungen noch in diesem Monat von höheren Beamten der deutschen Eisenbahnverwaltungen durchgeführt werden. Ich be­grüße es lebhaft, wenn ein kräftiger Schritt des Zu­sammenschlusses der deutschen Eisenbahnen erreicht wird. Wir werden entsprechend der traditionellen Po­litik Württembergs den Satz vor allem Hochhalten: Einigkeit macht stark.

;; Das V-.ft.hrcu gegen NcuEölln eingestellt. Ter Erste Staatsanwalt beim Landgericht Berlin II hat das Verfahren, das gegen mehrere Mitglieder des Neu- ivuner Magistrats und der Stadtverwaltung wegen vederschreitnng der Höchstpreise eingeieitet worden ist, nunmehr eingeste.-l Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die neue- Duuse^ratsverordnung gegen Preistreiberei vom 8. Mai d. Js. hierbei von Einfluß gewesen ist, der zufolge sich der Käufer unter gewissen Bedingungen bei Ueberschreitnng der Höchst­preise nicht strafbar macht. Ein Verfahren wegen Vermahlung von Saatgut durch die Neuköllner Stadt­verwaltung ist noch im Gange.

:: Nochmals die Fcldpostadrcjscn. Die Bestimmun­gen über Feldpostanschristen werden immer noch nicht genügend beachtet. Erneut wird darauf hingewiesen, daß in den Aufschriften der Feldpostsendungen an ''Angehörige des Feldheeres alle Angaben über Kriegs­schauplätze, Zugehörigkeit zu Heeresgruppen. Armeen, Armeegruppen oder Armeeabieilungen, Armeekorps. Divisionen und Brigadcii verboten sind. Die Feldpost­nummer darf bei Staren von Ar:::ee"orps Generai- kommandos), Divisionen. Brigaden und bei Forma­tionen, in deren Bezeichnung die Angabe eines Regi­ments vorkommt, nicht angegeben werden. An allen Fällen, in denen die Angabe der Feldpostnummer er­forderlich ist, wird diese von den Heeresangehörigen die wiederholt auf die richtige uud genaue Angabe ihrer Anschrift hingewiesen sind und regelmäßig be­lehrt werden, nach der Heimat mitgeteilt. Zur Ver­meidung von Fehlleitungen und Verzögerungen ist in jedem Falle die genaue Bezeichnung der Formatio­nen mit ihren Zusätzen wieReserve",-Landsturm", Ersatz",bayerisch" usw. notwendig. Die Beachtung der Bestimmungen über Feldpostanschriften liegt im eigenen Interesse der Absender und Empfänger. An Zukunft werden die Anschriften der Feldpostsendungen auf ihre Zulässigkeit hin besonders geprüft werden.

Der Krieg zur See.

Häufung feindlicher Hilfsschifsvcrlnste. Amt- Uchen wpanlschen Meldungen ist zu entnehnlen. daß am P. und 12. Mai je ein Transportschiff aus Geleit­

zügen herausgeschossen Ivur^e, die don japanischen' Zerstörern begleitet waren.

Das japanische Schiffahrtsamt teilt mit, daß das Schiff Westever (5000 To.) am 11. 7. in den europäi­schen Gewässern torpediert wurde und gesunken ist. 82 Personen wurden gerettet. 2 Offiziere werden ver­mißt. Ter CounarddampferEarpatha" (13,603 T.) nach dem Auslande bestimmt, wurde am 17. Juli im atlantischen Ozean torpediert.

Das englische Transportschiff Baring a mit krregsuntauglichen Australiern an Bord, nach Australien unterwegs, wurde am 15. Juli torpediert und sank; Verluste sind nicht zu verzeichnen. Am 16. Juli wurde eine englische Schaluppe durch Torpedo ver­senkt. Nur 12 Mann der Besatzung wurden gerettet.

Gerichtssaal.

ü- Lchwiudel-Bohrersatzol. Die Mannheimer Straf­kammer verurteilte den Großindustriellen und Vor­stand der Heidelberger Schnellpressenfabrik und der Pfalzflugzeugwer-ke, Kahn, und seinen Angestellten Pfeiffer wegen Herstellung und Vertriebs eines schwin­delhaften Bohrersatzöles zu je 10 000 Mark Geldstrafe oder einem Jahr Gefängnis und zur Rückzahlung des Wuchergewinns von 140 000 Mark. Bei einem Be­triebskapital von 20 000 Mark war innerhalb weniger Monate ein Umsatz von 400 000 Mark erzielt worden.

Aus aller Welt

** Ein Jahr Gefängnis für verfälschte Wurst. Tie Strafkammer in Essen a. Ruhr verurteilte den Metzgermeister Zimmermann, der.Hundefleisch zu Wurst verarbeitet hatte, zu einem Jahr Gesängnis.

** Ein PrcfsestreiO Sämtliche Stralsunder Blätter stellten wegen beleidigender Ausfälle des Stadtvec- ordnetenvorstehers, Justizrats Langesak, die Referate über die Sitzungen des bürgerschaftlichen Kolle­giums ein.

** Aus Der Art geschlagen. Ein Sprößling der Familie Schlagintweit, der auch die berühmten For­schungsreisenden Gebrüder S. angehörten, scheint ganz aus der Art geschlagen zu sein. Fräulein Schlagint- weil, die in ihrer Vaterstadt Bleckede wegen verschiede­ner böser Streiche in einem schlechten Ruse steht, treibt sich seit einiger Zeit in Lüneburg uud Umgebung umher und verübt allerlei Hochstapeleien. Sie füljrt sich in den zu schröpfenden Familien meist als eine nahe Verwandte ein. entwickelt eine ziemlich genaue Kenntnis derbetresfenden Famil-ienverhältntsse und ver­steht es, die Rolle, die sie gerade zu geben beliebt, gut und sicher durchzuführen. Die erst 1820 Jahre alte Hochstaptertn. die über ein hübsches Aeußere und elegante Kleidung verfügt, wird steckbrieflich verfolgt Es ist aber nicht gelungen, dieselbe dingfest zu machen

** Leichtfertige Spielerei Seine zeichnerische Fer­tigkeit liutzte der Porzellanmaler Wittwer aus Fret- durg aus. um Zweimark-Scheine nachzumachen. Tie törichte Handlungsweise brachte ihn wegen Münzver- brechenö vor das Schwurgericht Glatz. Ta er die Falsifikate nicht in Verkehr gebracht hatte, nahm das Gericht an, daß es sich wohl mehr um eine Spielerei als ein Verbrechen handelte und verurteilte ihn zu nur 5 Monaten Gefälignis. Im Sinne der Anklage hätte er ins Zuchthaus wandern müssen.

** Das Schwein als Passagier. Reisende auf der Strecke zwischen Elmshorn und Neumünster machten die Entdeckung, daß sich der Deckel eines in der Milte des Abteils stehenden Schloßkorbes von Zeit zu Zeit hob und senkte, außerdem ein überaus strenger Geruch von dem Korbe ausging. Nachdem allerlei Vermutungen laut ge­worben, beguemte sich der Besitzer des Korbes dazu, den Inhalt zu verraten. Ter Korb barg nämlich ein lebendes Schwein, das für 8 Mark das Pfund in der Umgegend erworben war. Wie der Besitzer, ein Wachtmeister aus einer nördlichen Garnison, erklärte, hat er diese Beförde­rungsart für die sicherste gehalten.

** Besser tot als sich von Den Kindern ernähren zu lassen. Ter Handlanger O. Otto aus SinDjn a. Ruhr, ver­heiratet und Vater von sieben Kindern, warf sich vor den Personenzug, wurde überfahren und war sofort tot. In einem Abschiedsbries gab der Selbstmörder als Grund der Tat an, daß ihn unheilbare Krankheit an regelmäßiger Arbeit verhindere.Besser einen toten Vater, als einen Vater, der sich von seinen Kindern ernähren lassen muß," schrieb er und bemerkte noch, daß er das Grab einer Tochter auf dem Friedhof in Ordnung gebracht habe.

** Tic EholeraePiDcmie in Stcck.folm. In Stock­holm. wo vor mehreren Tagen auf einem Schiff im Hafen die Cholera auSgebrochen war, hat sich jetzt die Krankheit auch auf vie Stadt ausgedehnt. Bisher sind 13 Fälle festgestellt worden. Zwei davon nahmen einen tödlichen Verlauf.

** Eine Diebin mit 100 (MH) Mark Vermögen. Vor

der Münchener Strafkammer stand die 37 Jahre alte Maria Rettig aus Mannheim, die sich wegen Diebstahls zu verant­worten hatte. Die Angeklagte besitzt ein Vermögen von 100 000 Mark, die Kosten ihrer üppigen und kostspieligen Lebenshaltung werden von ihrem millionenreichen Onkel bestritten und doch hat sie fortgesetzt in den Jahren 1916 1917 gestohlen ,ohne zur Verwertung der Beute auch nur Anstalten zu machen. Das Urteil lautete auf drei Monate Gefängnis.

/X Net er eine ganz unnatürlich große Baum­blüte wildwachsender Bäume wird aus den verschie­densten Teilen de:- Reiches berichtet. Linde und Ulme zeigen dieses Jahr fast überall eine Blütenmenge, wie ske seit Jahrzehnten nicht mehr beobachtet wurde, und die Lindenblüten sammelnde Schuljugend weiß bei diesem Reichtum nicht ein noch aus und kann durch hals- und arm- und delnbrecherische Kletterkunststücke den Herrn Lehrer sehr leicht befriedigen; tuts natür­lich auch gern, wenn- dafür ..frei" gibt. Auch der Samen der Nadelhölzer wächst in diesem Jahre sehr reichlich Man trifft z. B. in Thüringen Baume an, deren Grün im glänzenden Braun derTannen­zapfen völlig verschwindet. Auch die Buche spendet ihren Bucheckernsamen reichlich, und wenn er nicht beschlagnahmt wäre, oder wenn man den fleißigen Sammlern wenigstens einen größeren Teil der Früchte ihrer Arbeit zur .igenen Verwendung überließe, dann gäbe eZ Bucheckernöl in großen Massen. Der Vogelwelt versprechen Holunder und Eberesche reichliche Winter- nahrung und die Nesselblüte verspricht reichlich des

Samens, für den jetzt so hohe Preise geboten werden. Zm Gegensätze dazu scheint die Eiche sowohl als auch die Kastanie in diesem Jahre vielfach in den wichtigsten Cnlivick.'ungstagen in unangenehmes Wetter hineingeraten zu sein. Man findet gutb'ehangene Eich­bäume nur streckenweise, u. bei der' Kastanie versagen die tu Deutsch and überwiegenden Sorten anscheinend ziemlich allgemein.

* Ein dreifacher Frauenmörder. Der Schweizer Su­ter, der in Frankfurt eine Eisenbahnschaffnerin ermordet bat, hatte schon vor einiger Zeit in Zürich, wo er in Untersuchungshaft sitzt, eingestanden, daß er Ende Juni auch in Zürich ein Mädchen ermordet hatte. Jetzt hat er einen dritten Mädchenmord zugegeben, den er gleichfalls in Zürich begangen hat.

Scherz und Ernst

tk. Eine kleine Verwechslung. Durch eine Verwechslung wurde ans der Strecke LibauBreitendorf ein Personenzug zum Halten gebracht. In dem Bestreben, die Lüftung an der Decke zu schließen, da es hereinregnete, zog ein Fahrgast in einem Wagen der 4. Klasse die Notbremse. Der Zug kam sofort zum Stehen. Auf freier Strecke wurde der Urheber festgestellt. Die Angelegenheit dürfte für ihn ein unangenehmes Nachspiel haben, obwohl die Griffe sehr leicht verwechselt werden können.

tk. Ein zeitgemäßes Geschenk. Gelegentlich des Jubi­läums wurden dem St. Hedwigs-Krankenhauje, in Warm­brunn eine Anzahl Geschenke zugewendet, oarunter eine Kuh im Werte von 1500 Mark.

tk. Entwertetes Silbcrgeld. Bis zum 1. Juli d. IS. waren nach einer amtlichen Bekanntmachung, die überall zu lesen war, die silbernen Zweimarkstücke abznliefern. Eine Frau aus dem Kreise Guben ist dieser Aufforderung erst nachgekommen, als der Ablieferungstermin schon ver­strichen war. Sie erschien bei einer öffentlichen Kasse mit nicht weniger als 3000 Mark in Zweimarkstücken und erhielt nunmehr für das Stück nur 1,70 Mark. Sie ver­lor also nicht nur die Zinsen für den im Hause lagern­den hohen Betrag, sondern hatte auch noch einen Bar­verlust von 450 Mark. Bei dieser Gelegenheit sei wie­derholt daraus hingewiesen, daß sich jeder an dem Barer- lande oersündigt, der Zahlungsmittel, Hart- oder Papier­geld, in größeren Beträgen zu Hause zurückhält. Alles Geld, was nicht zum täglichen Bedarf benötigt wird, gehört in die Sparkassen und Banken.

tt Mit Fett macht man alles. So dachte ein Schlächtermeister in Landsberg a. W. Er war wegen Urkundenfälschung zu fünf Monaten Gefängnis ver­urteilt worden und versprach der Redaktion des Lands­berger Generalanzeigers mehrere Pfund Butter, wenn sie nichts über diesen Vorfall berichte. Er hatte mit sei­nem Angebot kein Glück und wird sich gewiß darüber wundern, daß es in dieser fettlosen Zssit noch solch wenig einnehmende Menschen gibt.

tk. Ein heimatliches Schiss versenkt. Der Ozeanriese Cincinnati", der zu Kriegsbeginn in Amerika Schutz suchte, beschlagnahmt wurde und jetzt als amerikanischer Truppen­transporter für unsere Feinde verwendet wurde, ist von einem deutschen U-Boot vernichtet worden.

Ein merkwürdiger Zufall will es, daß der Dampfer vor zehn Jahren aus einer Danziger Werft gebaut wurde und jetzt einem Danziger Kinde zum Opfer gefallen ist.

Der junge Seeheld, dem das eigenartige Kriegsgeschick es beschied, das Gericht an deni seiner Heimatstadt ent­stammenden Ozeanriesen zu vollziehen, ist der Oberlt. z. S. Patzig, Sohn des Kaufmanns Engen Patzig in Danzig. Für seine Tat, zu der man ihn in Danzig mit besonderer Freude beglückwünschen wird, wurde der junge U-Boot- Kommandant mit dem Ritterkreuz des Hohenzollernschen Hausordens ausgezeichnet, das ihm der Kaiser, persönlich überreichte.

tt EinenVerftcinerungskricg" hat ein besonders einfallsreicher Sohn Albions dem britischen Kriegs­ministerium vorgeschlagen. Zement soll in großen Massen über die deutschen Schützengräben ausgeschüttet werden, damit unsere Soldaten durch derartige Kunst­steinbildung gefesselt und in ihrer Bewegung gehemmt werden. Der Einfall reizt zum Lachen, aber ec ist nicht neu. Er hat sich schon einmal auf dem mazedonischen Kriegsschauplatz abgespielt: vor 50 Jah­ren freilich schon. Als der Schriftsteller Karl May seinerzeit durch das Gebiet der mazedonischen Banden- kämpfe,Durch das Land der Skipetaren" reiste, hatte er sich eines Tages einen Arm verstaucht und mußte den einheimischen Arzt zu Hilfe holen. Dieser er­wies sich im Einrenken von Glidern von einer der Prügellust seiner Landsleute durchaus entsprechenden Fertigkeit. Aber darüber hinaus! Er wollte abso­lut zur Beseitigung der Nachwirkung dieses Falles seine Klistierspritze benutzen, die ihm für alle Fälle gut schien. Und als Hadschi Halef Omar. . , der namen­reiche arabische Begleiter Mays, mit einer Schüssel mit Gips herkam, wurde der Knochenrenker derart erbittert, daß er dem Araber seine Mütze ins Gesicht warf; worauf dieser sie schnell mit Gips füllte; ihm über den Kopf stülpte und den weiten Mediziner­mantel des Türken über und über mit Gips bedeckte; dann in dem erbitterten Wortwechsel die von Map verschmähte Kliftiereinrichtung des Türken in Gebrauch nahm und seinen luftigen Kittel durch strahlende anfeuchtende Fernwirkung der Spritze zur schnellen Ver­steinerung brachte: worauf dann der alsoGefesselte" mit allmählich steigender Einsicht ein begeistertes Lob­lied auf Karl May als den Ersinder des Gipsver- bandes sang. Wieder einmal eine Bestätigung, daß alle guten Einfälle schon einmal gedacht worden sind: daß es nur darauf ankommt, sie noch einmal zu denken.

tt Kampf zwischen Adler und Flugzeug. Eine eigenartige Begegnung hatten jüngst Offiziere der neu eröffneten Flugpost Wien-Budapest. Zwischen den Dör­fern Detta und Dettabanya erschien plötzlich in einer Höhe von etwa 700 Meter ein riesiger Adler, der in dieser Gegend keine Seltenheit ist. Das Tier suchte sich kampfesmutig dem Flugzeug, das eine Geschwin­digkeit von annähernd 120 Kilometern in der Stunde hatte, von der Seite zu nähern. Infolge des durch die Maschine hervorgerufeneu starken Luftdrucks ge­lang ihm dies jedoch nicht. Der Adler machte hierauf kehrt und flog direkt auf den Propeller zu. Der Propeller köpfte jedoch den kühnen Angreifer, der zu Tode getroffen in die Tiefe abstürzte. ,