Ausgabe 
17.7.1918
 
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M-. Stadl imd Land.

* Glir kelorrderrr' MitttävfrerchtbvLef wird am 15. August emgesührt. Die bisherigen Frachtbriefe für militärische Sendungen werden von diesem Tage an nicht mehr benutzt. Das neue Muster wird verwendet für Militärgut, 'Prioatgut für die Militärverwaltung und für Privatgut für Heeresangehörige.

9

Die Aufforderung an die PaKetabsrnder, in die Pakete obenauf ein Doppel der Aufschrift zu legen, hat bisher nur geringen Erfolg gehabt. Unter den im Laufe von 6 Monaten bet den Postanmeldestellen amtlich geöffneten 50908 Paketen haben sich nur 720 Stück befunden, die ein Doppel der Aufschrift enthielten. Die Auflieferer von Paketen werden deshalb erneut darauf aufmerksam gemacht, daß es wesentlich zur Erreichung sicherer Ueberkunft der Pakete beiträgt, wenn ein Doppel der Aufschrift dem Inhalte betgefügt wird.

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Tischtücher als Windeln. Seit 1. Juli ist be­kanntlich der Gebrauch von Tischtücher in Gast­wirtschaften, Hotels usw. völlig verboten worden, während bisher noch gewisse Ausnahmen gestattet waren. Das neue umfassende Verbot erstreckt sich auch auf alle Klubs, Gesellschaften, Kasinos usw., soweit in ihnen Speisen gegen Entgelt verabreicht werden. Lediglich bei größern Festlichkeiten wird die Benutzung von Tisch, tüchern noch erlaubt werden, soweit diese aus dem Kreise der Gäste geliefert werden. Die auf diese Weise frei­werdenden Tücher (Tisch- und Mundtücher) find besonders wertvoll für die immer dringendere Beschaffung von Säuglingswäsche usw. Die Reichsbekleidungsstelle fordert daher zur freiwilligen Ablieferung aller entbehrlichen Tischwäsche auf. Bei einer freiwilligen Abgabe ist vor­gesehen, daß ein Teil zmückbehalten werden darf zur Verwendung für andere Zwecke, z. B. zur Anfertigung von Bettwäsche.

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** Gießen» 16. Juli. Die Weingroßhandlung Geb r. Schwan und das ganze Anwesen am Selters weg ging durch Kauf in den Besitz des Hoflieferanten und Bahnhofwtrtcs Ernst Niemann über.

* Gießen. Der Rechtsanwalt Otto Hehl von Vilbel wurde wegen Veruntreuung zu 9 Wochen Gefäng­nis verurteilt Ec hatte für die Gemeinde Niedererlen- bach 875 Mark in Verwahrung, die ec füc sich selbst verwendete.

* Utphe, 15. Juli. Auf dem hiesigen Hofgut brannte eine Feldscheune mit 2000 Zentnern Raps­stroh und einer großen Menge gedroschenen Raps ab. Außerdem verbrannte dabei eine Dampfdreschmaschine und mehrere Wagen. Das Feuer ist entstanden dur.ch Polen, die dort Zigaretten geraucht haben.

* Friedberg, 14. Juli. Oberlehrer Ferdinand Wtckerling von hier wurde als Direktor an die Deutsche Schule in Sofia berufen.

* Kiugerr. Eine Steigerung deS steuerpflichtigen Vermögens um rund 20 Prozent in einem Jahre, die sen Ruhm darf die Stadt Bingen füc sich in Anspruch nehmen. 1917 belief sich daß Vermögen der Bürgen schaft auf rund 100 Millionen, in diesem Jahre wurde e§ auf 122 027 900 Mark festgestellt. Dementsprechend erfuhr auch die Einkommensteuer eine Erhöhung um 170 040 Mark auf 372468 Mark. Diese wohl einzig dast'henden Vermehrung des Vermögens ist auf das gesegnete Weinjahc 1917 mit seinen phantasttschcn Wein preisen zurückzusühren. Und welches Finanzbild wird Bingen erst 1919 darbieten, wenn die in diesem Jahre getätigten Weinversteigerungsergebniffe hinzukommen?

Am 11. Juli d. J. verschied plötzlich infolge eines schweren Unfalls der

Hauptmann d. R. u. Bataillons-Kommandeur

Paul Finger

Ritter des Eisernen Kreuzes I. u. II. Kl. der hessischen Tapferkeitsmedaille d. österr.-ungar. Militäryerdienstkreuzes usw.

Er hat seinem Obersten Kriegsherrn auf allen Fronten, im Osten, im Westen und in Rumänien treu gedient. Unser Bataillon hatte er von seiner Aufstellung an geführt, und er war erst vor kurzem auf allerhöchsten Befehl an die Spitze einer anderen Formation getreten.

Der Verstorbene war uns allen als Soldat und als Mensch ein leuchtendes Vorbild. Sein Gerechtigkeitsgefühl, sein Sinn für kameradschaftliches Zusammenhalten und seine unermüdliche Fürsorge für das Wohl seiner Untergebenen werden es bewirken, dass er unvergessen in unseren Bataillon weiterleben wird.

Im Aufträge des Offizierkorps des Landw.-Eussartl.-Batailions 45:

Geppert

Leutnant und Adjutant.

Bekanntmachung.

In Abänderung unserer Bekanntmachung vom 29. Mat 1918 werden die darin festgesetzten Erzeuger-, Groß- und Kleinhandelspreise für Himbeeren, Brombeeren, Preßhimbeeren und Preß- brombeeren, Heidelbeeren, Reineclauden, Mirabellen, Pfirsiche, Aprikosen, Früh-Apfel und -Birnen, Pflaumen und Fallobst aufgehoben und mit Genehmigung der Reichsstelle für Gemüse und Obst wie folgt neu festgesetzt:

Obstsorte

Erzeuger

Grosthandcls-

Kleinhandelspreis

Himbeeren

1.20

1.50

1.73

Brombeeren

1.20

1.50

1.73

Heidelbeeren

.50

.75

.85

Reineclauden

.50

.65

.77

Mirabellen auch Spillinge

.55

.75

.87

Pfirsiche und Aprikosen

I. Wahl

1.20

1.50

173

n.

.60

.80

-.95

Frühäpfel und Birnen und

.40

.50

-.60

Pflaumen I. Wahl

Pflaumen II. Wahl

.20

.25

-.30

Fallobst bis 31. 8. 18.

.10

.12

.15

Vorstehende Preise beziehen sich auf das Pfund und ans marktwertige Ware erster Güte.

Überschreitungen vorstehender Höchstpreise werden nach dem Reichsgesetz vom 4. August 1914 in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 1917 (R. G. Bl. Seite 516) mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu 10000 Mark bestraft. Eine Überschreitung der Höchst­preise kann auch in unzutreffender Sortierung des Obstes erblickt werden.

Darmstadt und Wiesbaden, den 13. Juli 1918.

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* §iu$tn, 14. Juli. Im Alter von 83 Jahren ist hier Herr Hilsdorf, der Besitzer des Hotels Hilsdorf, gestorben. Dieses Hotel, das in der Binger Geschichte eine große Rolle gespielt hat, befindet sich seit langen Jahren im Besitz des jetzt Verstorbenen, der denn auch zu den bekannten Persönlichkeiten unserer Stadt gehörte. Der alte I. B. Hilsdorf war einer der besten Billard­spieler, die es in Deutschland gegeben hat.

* Hanau. 14. Juli. Von der Marburger philo sophischen Fakultät wutde der Studiosus Lieber aus Hanau für seine Arbeit:Beiträge zur Geologie des Rimberggebietes", nachdem dieser bereits den Heldentod für das Vaterland an der Front erlitten hat, zum Dok. tor promoviert.

Köuigsteirr Daß einer Leder stiehlt, ist heute nichts mehr Ungewöhnliches. Daß einer dabeidem Sprung­pferd deS Turnvereins die Haut herunterzieht, ist schon ein Ausnahmefall. Daß aber der Spitzbube das solcher­maßen ergatterte Leder ausgerechnet dem Turnwart des bestohlenen Vereins ins Haus bringt und zum Kaufe anbietet, geht denn doch zuweit. Das hat aber ein ge. wisser Herrn. Usinger aus Cröftel hier fertiggebracht, der natürlich eingelocht wurde.

* Iserlohn. 8. Juni. In Grüna starb eine echte Soldatenmutter, Frau Eduard Freiburg. Acht Söhne und drei Schwiegersöhne hat sie im Felde stehen. An ihrem Grabe trauern neben dem Gatten 15 Kinder.

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