Ausgabe 
29.5.1918
 
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m$ Stadl uüd Caad.

* Die vorgeschllebcncn Meldungen der Hilfsdienst­pflichtigen werden noch häufig versäumt und müssen deshalb Geldstrafen von den EinberufungsauSschüssen verhängt werden. Zur H i l f 8 d i e n ft st a m m c o l l e meld pflichtig sind alle männlichen Deutschen, die das 17. Lebensjahr vollendet, dos 60. noch nicht erreicht haben, soweit sie nicht a) dem Heere oder der Marine angehören b) auf Reklamation von Heeresdienst zurück- gestellt sind. Meldepflichtig sind auch die Angehörigen der österreichisch ungarischen Monarchie, die in Deutsch­land ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben. Personen, welche bereits in einem kriegswichtigen Betrieb im vaterländischen Hilfsdienst tätig sind, sind nicht von der Meldepflicht befreit. Die näheren Be­stimmungen über die Meldepflichten, insbesondere auch beim Wohnungs. oder Acbeitsmechsel sind bei den Polizei­behörden oder dem Einberufungsausschuß zu erfahren. Man achte auch auf die Aushänge, die von den Gemeinde­behörden über die Meldepflichten erfolgen. Unterlassung der vorgeschricbenen Meldungen werden vom Einbc- rufungsausschuß bestraft. In Zweifelfällen ist daher eine überflüssige Meldung der Unterlassung voczuziehen. Wissentlich unrichtige oder unvollstände Meldung wird besonders streng bestraft.

* Altmetall statt Türklinken. Ein Leser macht den Vorschlag, daß man für den jetzigen Bedarf von oer Enteignung von Fenstergriffen und Türklinken noch Abstand nehmen soll, wenn der Betroffene e i n e g l e i ch e Menge Altmetall oder dergleichen abführt.Fast jeder Hausbesitzer hat noch Metallgegenstände, wie alte Gasbrenner, WasserleitungShähne oder Teile von solchen, Medaillen, Nippsachen und andere Sachen, die ec lieber entbehren würde, als sich mit hohen Kosten minder­wertige Ersatzdrücker zu beschaffen. Derartige Sachen kann das Reich viel billiger erwerben und sie enthalten keine eingegoffenen Eisenteile, was wilder eine Masse Arbeit erspart.

* Mainz. Vom Schicksal besonders hart mitqe nommen wurde die Bauerswitwe Gobst vom Wiedenho bet Wolfersdorf. Die Frau hatte vo: wenigen Jahren ihren Mann verloren. Als der K ieg ausbrach, zogen ih e beiden ältesten Söhie in den Kampf, von dem keiner mehr zurückkehlte. Beide fielen auf dem Felde der Ehre Der dritte und letzte Sohn wurde mit Rück sicht auf diese besonderen Verhält'isse in der Familie vom Militärdienste freigegeben und eilte nach Hause Da traf ihn 300 Meter von der mütterlichen Wohnung entfernt ein Blitzstrahl und tötete ihn. dm Letzten des Hauses, auf der Stelle.

* Flörsheim. Eine rechte Pfingstfceude bc. reitste d:e Polizei den Insassin des hirsigen Lazarettes; ste beschlagnahmte in allen hiesigen Bäckereien große Mengen von Obst-, Käse-, Streußelkuchen und Torten, die von Privat Haushaltungen nach dort zum Backen gebracht waren, und überwies sie restlos den Feldgrauen

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Die Frist für Anmeldung von beschlagnahmten

Mnrtchtnngsgegenstanben war bekanntlich am 30' April abgelaufen. ES we

April abgelaufen. Es werden aber trotzdem in Dacmstadt bis auf weiteres noch Meldungen durch den Oberbürger­meister entgegengenommen. Diese Meldungen müssen jedoch alsbald erstattet werden, da die Ü berweisung des Meideergebnisses nach Berlin und die Bestellung der Ersatzstücke für Türklinken und Fenstergriffe usw. läng­stens am 31. Mai zu erfolgen haben. Die Meldepflich- ttgen sind gehalten, die nötigen Formulare zur Anmel­dung bei der Metallfammelstelle: in Darmstadt, Alcxander- stra^e 20, abzuholen oder abholen Zu lassen.

Höchst a. M. Gelegentlich einer GkschäfSccisc durch Württemberg erwarb ein hiesiger Fabrt kant 182 Pfund Schinken, das Pfund zu 8 Mk und etwa 500 Eier für seinen Privatgebrauch. Sorgsam verpackte er das kostbare Gut in zwei Kisten und gab diese unterSchlcmmkceide" auf dem Bahnhof Stotztn gen als Eilgut nach Höchst auf Da a^er von Stotz ingenein Schlemmkceideversand in solchem Umfange schongeologisch" eine Unmöglichkeit ist, schöpfte man Verdacht und öffnete die Kiste von AmtSwegen. Dabei kam die ganze Herrlichkeit ans Tageslicht. Alles ver­fiel der Beschlagnahmung. Der finanziell ohnehin schon erheblich geschädigte Farbrikant und Groß-Hamster kam zudem noch zur Anzeige.DerBauvecein" beschloß die baldige Errichtung von 100 Wohnungen. Da die Stadt an der Lösung der immer brennender werdenden Wohnungsfrage außerordentlich interessiert ist, geneh­migte sie die Anstellung eines mit dem Wohnungswesen besonders hertcauten Bautechnikers, der dem Bauverein beratend zur Seite stehen soll.

* Frankfurt a. M. Künftig bedarf cS einer Ge nchmigung des Magistrats zur Ausfuhr von Möbeln aus dem Stadtgebiet Frankfurt. Der Erwerb der bel ist an einen Bezugschein gebunden. Auch führte der Magistrat die Genchmigungspflicht für den Verkauf von Möbeln, Gardinen und Teppichen ein. Die freiwilligen Versteigerungen unterliegen der städtischen Eclaubnts.

Nersaudscheirrzwang im Gemnseverkehr.

Hierzu erfahren wir von zuständiger Seite: Wre im vergangenen Jahre, so ist auch in diesem für alle Sen- düngen von Gemüse bei einem Gewicht von mehr als 10 kg von einem Olt zum andern ein abgestempckter Belsandschein der Hessischen Landes-Gemüsestelle erforder­lich. Die Bersandschcine werden von den örtlichen Ver> trauensmännern der Landcs-Gemüsestelle, oder soweit solche nicht bestellt sind, von der LandeS-Gemüsestelle ausgestellt. Für jeden Versandschein wird eine Gebühr J®*} ?0 Pf S (^i Spargeln 50 Pfg. für je angefangene ^ c ^. f . PE 9°bcn. Für die Versendungen von Gcmüse auf hessische Wochen markte dient ein besonderer gelber Versandschein, den diejenigen Marktzverwaltungen bezw. Ltädte, denen die Ausstellung übertragen worben Im, lm Namen der Landes-G müsestelle) unentgeltlich ausgeben. Der Versandscheinzwang besteht für side Art der Beförderung, insbcsondere sind die Eisenbahnstionen angewiesen worden, keinerlei Gemüscsendungen ohne den erford^lichen Versandschein anzunehmen. Versendungen ohne Versandschein ziehen Strafen nach sich.

* Frankfurt a M An der Deutschherrenorücke geriet ein Fuhrwerk der Güterbestcllerei Hofmann Söhne in den Main. Während sich der Furhrknecht noch recht- Zeitg retten konnte, sank der Wagen mit den beiden wertvollen Pferden in die Tiefe. Ehe Hilfe hcrbeleilen könnt', waren die Tiere ertrunken.

CUerarifcbes.

Eng els zwei erfolgreiche Werke__

,Spri ch Deuts ch" undEntwelschung

* Eduard

deutsche Sprache --*.vc M u,u«u

^Leipzig, Hesse & Becker Verlag) haben wir unfern Lesern bereits angezeiat. Wir freuen uns, mitteilcn zu können, daß von Eduard Engel demnächst ein die Reihe abschließendes drittes Buck im gleichen Verlage erscheinen wird: »Gutes Deutsch", ein Führer durch Falsch und Richtig, also ein Buch, das Auskunft und Be­lehrung erteilt über die zahlreichen der deutschen Sprache eigen­tümlichen Schwankungen und Zweifelfragen, in denen selbst den gebildeten der zuverlässige Rat eines Berufenen erwünscht sein wird. Wir werden seinerzeit auf das Buch zurückkommen.

ungewöhnlicher Bucherfolg'. Von Engel, Omtwel,chung" (Fremdwörterbuch) das Mitte März ds. I. er­schien, erscheint demnächst bereits das 3. Zehntausend, eine^stolze Genugtuung für den Verfasser, den unermüdlichen Vorkämpler ? n S r ri! eul,t ^ er Sprache, den unerbittlichen Widersacher der sprachlichen Verwelschung Deutschlands; es ist das zugleich ein Grfolg, der die endliche Eindämmung der bösen Fremdwörterei eryopen laßt Daß von einem ernsten wissenschaftlichen Buch m kaum ^ Monaten 20000 Slück abgesetzt werden konnten, ist ein m Deutschland sehr seltener Fall!

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handwng,Swttgart.^ ^ ^ Verlags.

* Das Machest von »Deutschlands Erneuerung" der

^ ^ ^ual^icyrifri^.^.^eymannsVer ag,Mün

Preis für das Einzelheit 1,80 Mk.) bringt aus der F^dlr des berühmten Geschichtsforschers Geheimrat Professor Dr. Schäfer eine umfassende Arbeit über dieN e u g est a lt u n g d es O st ens" an die sich eine zum erstenmal veröffentlichte Denkschrift anschließsi welche bereits im Jahre 1915 entstanden ist. Der bekannte Gelehrte behandelt in wissenschaftlich tiefgründiger Art die unae- »ragen, welche sich angesichts des Zerfalles des russischen Jur u ^ er ^alk im Osten ergeben, und beleuchtet sie nach lolttischer, ethnographischer und geographischer Richtung in er- chöpfender Weise. Der praktische Politiker sowie der Forscher, lnsofern sie sich des Näheren mit den östlichen Problemen befassen wollen, werden an dieser Arbeit nicht vorüber gehen können, um so mehr, als die Forderungen der Denkschrift durch die tat- sachüchen Ereignisse fast restlos erfüllt sind. Aus dem weiteren Inhalte des Heftes sei noch erwähnt, daß Professor Dr. Freiherr v. ^leb r g - Gießen sehr geistreich und beherzigenswert über organisch gesmides und künstlichesWa ch St um", schreibt, wobei er mannigfache Gebiete in Kunst und Politik streift. Schulrat Dr- Rohmeder erhebt wohlbegründete Ansprüche aufOester, reichtsche Grenzsicherungen gegen Italien."

Verantwortlich: Albin Klein in Gießen.

m * M«rk Strafe für fede» nicht abgelkeferte

hessischen Gerichte haben in letzte Zeit allen Geflügelzüchtern, die imJahre 1917 der Eierabliefernna öenuQenber Weise nachkamen, Strafbefehle in Höhe von 1 Mark für jedes nicht abgelieserte Ei zuge- & 3 e n^Inen Fällen erreichen die ve.hängten ft f b J* £Q f ?n Beträge. Zn den Geflügelhalter.

^ herrscht über diese harte Bestrafung starke Er- regung.

tritt M-ltrra«. Zn den Odstpflaiizungcii

trttt die Hin^elspmnerraupe in überaus verheerender Di- Aepfelbäume sind streckenweise von den

M«t b C sni\ iöa0!en an ben Zweigen sitzen, Geäst S t C ^"we zeigen nur noch das kühle

& p r Jt u ? { Rhkinhessett. EineUngereimtheit rr. «F.* e ' bic , leibcc nicht vereinzelt ist, wird aus gemeldet unter der Spitzmark,:

t"It?n - m ioü ^ Landwirt tut.

tcctc ein Schwein über 10 Monale^ Vorige Woche

i!!t?rn Virhhandclsverband ab

.h t r? C r® U x ec 2 ^° Psnnd Lebendgewicht. Der

lBl! 02 P/und 79 Pfenig, im Ganzen

Pun kaufte sich der Landwirt ein F.rkel, Mk- kostete, sodaß ihm noch 13,02 Mk. übrig

Slbwrln E 0 tt UC t ^ Qt tl r a[| ° Über 10 Monate ein ? 7 ®, e n Er i t '..? an ^ ubgesthen von der Arbeit. Das E sochrn Mlhwirtschaf! die Landwirte sagen, wir futtern leine Lsazweiue mehr für den Vtchhand.Isvec b°nd, ist eicht begreiflich Die Folge davon ist aber, daß die Allgrmrtuhrit darunter zu leiden hat.

Marknrg. Das Schöffengericht verurteilte heute einen mit der Aufnahme der Milchergebigkeit dcr Kühe beauft-agten Herren, der die diesbezüglichen An­gaben eines Landwirts in Leidenhofen im Ebsdorfcc G-unde bezweifelt und sich dabei unpassender Aeußer ungen bedient hatte, wegen Beleidigung zu fünfzig Mack Geldstrafe.

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