Ausgabe 
29.5.1918
 
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g. zwei Volltreffer auf feindlichen Torpedvbootszerstörern gemeldet, mit dem durch photographische Aufnahmen fo"trieftenteu Ergebnis, daß ein Zerstörer gefunken ist. Außerdem wurden drei feindliche Flugzeuge struerios Heruntergetrieben. Alle unsere Flugzeuge sind unbe­schädigt zurü.igekchrt."

Das ist ein ganz toller Schwindel.

Bon zuständiger Seite wird dazu bekannt, daß in der Zeit vom 20. bis 22. Mai zwar mehrfach Flie­gerangriffe auf Zeebrügge und Umgebung vom Gegner ausgeführt worden sind. Irgendwelche Erfolge blieben dem Gegner jedoch versagt. Bei einem Fliegerangriff zwei Tage vorher, am 18. Mai, auf die Werst Brügge erhielt eines unserer Torpedoboote durch eine Flieger­bombe leichte Beschädigungen. Es ist keines unserer Torpedoboote gesunken. Die Engländer verloren bei ihren vergeblichen Bemühungen, unseren flandrischen Stützpunkten durch Fliegerangriffe Schaden zuzufügen, allein in der Zeit vom 18. bis 22. Mai fünf Flug­zeuge, ein weiteres wurde zur Notlandung gezwun­gen, die Besatzung gefangen genommen.

Frankreichs Weißbluten.

Eine gewisse Erregung."

Die Erregung der französischen Arbeiterschaft über die Durchführung des Gesetzes Mourrier, das die Ar­beiterschaft stärker als bisher zum Heeresdienst heran- zreht, scheint sich noch keineswegs gelegt zu haben. Die sozialistische Kammergrnppe empfing eine Abordnung der Meta llarb eiterverbände Frankreichs, wo­bei die Lage eingehend besprochen wurde.

Die Arbeitervertreter führten vor allem bittere Klage über di-.' Maßnahmen, die von der Regierung in gewissen Prooinzzentren, so im Loiregebiet, getrost sen und von bcu Regierungsagenten mit äußerster Brutalität durchgeführt wurden.

Besonders bedenklich scheint die Lage nach ivie vor in den Militär werk statten von Lyon zu sein, wo nach sehr vorsichtigen Genfer Meldungen unter der Arbeiterschaft einegewisse Bewegung" herrscht, weil die dort beschäftigten Arbeiter der Jahresklassen 1910 bis 1912, d. h. die 1890 bis 1892 geborenen Militär­pflichtigen, ein gezogen werden sollen. Andere Mel­dungen fügen hinzu, daß sehr strenge Maßregeln ge­troffen seien, um dieFreiheit der Arbeit" zu sichern. Was solch. Wendungen unter dem Regime Clemenceauö bedeuten, läßt sich unschwer erraten.

Die allgemeine Erregung weiter französischer Volkskreise bekundet sich auch in der immer lauter wer­denden Forderung nach Klarstellung und neuer Re­vision der Entente k r i e g s z i e l e. Der sozialistische sriedensfrenndliche Abgeordnete R e n a u d e l macht sich in derHumanitee" abermals zum Wortführer dieser Bewegung. Er führt aus, die Affäre des Kaiserbrieses sei durch die Besprechung im Kammerausschuß durch­aus nicht geregelt, sondern nur erstickt worden.Wir werden," so fährt er fort, ,,alles an den Tag bringen. Eine Frage der Zweckmäßigkeit kann und darf nicht bestehen. Wenn das Volk anderer Meinung wäre, jo würden nicht von überallher Klagen geäußert. Die Verhandlungen über den sogenanntenverfrühten Frieden" müssen zu einem Ergebnis geführt haben, und wir wollen wissen, worin dieses Ergebnis besteht."

Politische Rundschau.

Ter Reichskanzler ist ermächtigt worden, zum Ersatz einzuziehender Zehnpfennigstücke aus Nickel wertere Zehnpfennigstücke aus Zinn in .Höhe von 10 Millionen Mark Herstellen zu lassen.

Die Ausfuhrgesellschaft veranstaltete in Kiew eine Besichtigung der ersten dort eingetroffenen beut- scheu landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte.

^ Graf Forgach wurde zum ständigen österrei­chisch-ungarischen Gesandten in der Ukraine er­nannt und ist am 22. Mai in Kiew eingetrosfen.

- Reichstagsabgeordneter Dr. Z i m m e i wurde auf der Fahrt nach seinem Gute Hönrgsdorf an einen Baum geschleudert und erlitt einen doppelten Schädel­bruch.

^ Bei der unmittelbaren Wahl eines unbesoldeten

Stadtrates in Kiel durch die Bevölkerung wurde der sozialdemokratische Redakteur Brecour gewählt.

Ter Hetman Skoropadski machte dem Gene- ralseldmarschall v. Eichhorn seinen Besuch, den dieser alsbald erwiderte.

*

:: Ter Präsident des Reichstages, Tr. Kaempf, ist Sonnabend nachmittags 5 Uhr sanft entschlafen.

Joh. Kaempf wurde 1842 in Ncu-Ruppin als Sohn des dortigen Professors Kaempf, Mitglied der Nationalversammlung von 1848, geboren. Vom Gym­nasium kam er nach Brandenburg in eine kaufmän­nische Lehre, wandte sich später dem Bankfach zu und wurde Direktor der Darmstädter Bank. Erst 1903 ließ er sich in den Reichstag wählen, und zwar für Berlin 1.

:: Teutschland und Rußland. Der deutsche Ge­sandte Graf Mirbach machte Lenin seinen ersten offiziel­len Besuch. Die Zeitungen schreiben diesem Besuch grop,e Bedeutung zu und sehen darin einen Beweis für die Stärkung der Macht der Sowjets.

Nach Moskauer Zeitungen betragen die Halbjahrs- tmsgaben der Sowjet-Regierung vierzig Millionen Nudel.

A.", Moskauer Großindustrielle Uiorow wurde am

Mat ln fernem Bureau ernwrdet.

:: Güterverkehr nach der Türkei. Nachdem die Ver­handlungen mit den zuständigen Stellen, die'einen be- ichleuntgten Umschlag der Güter in Braila zur Weiter- verschtnung über See nach Kvnstantinopel gewährleisten, nunmehr zum Abschluß gelangt sind, nimmt die Expreß G. m b H., Berlin W. 8, Behrenstr. 48. jetzt Anträge zum Abtransport der Sendungen ab Regensburg über oie ^oitau und zur Versicherung derselben entgegen.

:: Ter deutschfreundliche Engländer. Auf Veran- wssnng dev brutschen Gesandten in Bern ist, wie o eKonst. Ztg." mi-reilt, wegen angeblicher Angriffe uf vre engltjchen Behörden ein gewisser Pownall, pL^ 0l - C ei Engländer, der seit drei Jahren in . ^..tthausenansässsg war, aus der'Schweiz ansgewiesen f iV |ter .Pownall hat es daraufhin für an- ! L^ngl gehalten, sich unter deutschen Schutz zu begeben

* und befindet sich nunmehr mit seiner Familie ln Kon- nanz, wo er bei den Behörden ans das freundlichste ausgenommen wurde. Nach seinen Erklärungen, die er der Redaktion abgab, ist Herr Pownall in Wirllich- kert wegen seiner deutschfreundlichen Gesinnung und Propaganda von dem englischen Gesandten in Bern den schweizerischen Behörden denunziert worden, und nach der Versicherung der Redaktion, welche die Doku­mente der erfolgten Ausweisung geprüft hat, ist der Fall ein ganz außerordentlicher und zeigt wieder ein­mal, lote wenig in den sogenannten demokratischen Landern der Einzelne seiner bürgerlichen Freiheit teil- haftig wird. Terftere Brite" muß nach demauto- krattschen Deutschland" kommen, um sich die Freiheit ^Betätigung zu sichern. Die genannte Zeitung empftehlt, Pownall und Familie nicht als feindliche Ausländer, sondern als deutschfreundliche Flüchtlinge zit betrachten und zu behandeln. sh.

Allgemeine Knegsnachrichten.

Tie unpopuläreDefaitistenjagd" in Frankreich.

Selbst das RegierungsblattTemps" fängt nach­gerade an, die gerichtlichen Verfolgungen jeder Aeuße- rung des Bedauerns über den Krieg bedenklich zu smden. Er berichtet über folgenden Fall: Ter Führer eines Kraftwagens machte vor den Trümmern eines durch erne Fliegerbombe getroffenen Hauses die unwill- lürUche Bemerkung:Das ist eine furchtbare Zerstö­rung". Er wurde denunziert und in zweiter Instanz vor der 10. Strafkammer des Pariser Appellgerichtes zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt, mit der Be­gründung, daß die erwähnte Aeußerung eine Mit­teilung über militärische Operationen darstelle, die ge­eignet sei, das Gemüt des Volkes zu beeinflussen. DerTemps" findet das Urteil übertrieben.

Fiebernder Zorn lpat die Iren gefaßt.

Sie trauen den Engländern nicht mehr im ge­ringsten. Tie LondonerDaily News" meldet aus Dublin:Kennzeichnend für die Furcht vor der Ein­führung der Dienstpflicht ist, daß in dem irländischen Bezirke Malo die Annahme von Formularen, die sich aus die Registrierung der Wähler unter dem neuen

ltche Vereinigungen und örtliche Behörden haben An­träge angenommen, in denen gegen die Verhaftung de Valeras und der anderen protestiert und die so- sosortige Veröffentlichung der Beweise gefordert wird.

Beweise hat John Bull natürlich nicht. ES kam ihnl ja auch nur darauf an, die Führer kalt zu stellen und damit den Widerstand zu brechen.

Kleine Kriegsnachrichken.

In Ereusot, der großen französischen Kanonen- stadt, brannte ein 60 Meter langes Fabrikgebäude, das Waren und Oel enthielt, vollständig nieder. Das Unglück wurde durch Kurzschluß verursacht, der Schaden ist sehr bedeutend.

'ch In Ausführung einer Bundesratsbestimmung bei Schweiz sind dieser Tage die erfteu Deserteure an der Schweizer Grenze zurückgewiesen worden.

Aus aller Welt

** Eure geheimnisvolle Gistgeschichte. Ein eigen­artiges Mittel, sich seiner Brieftasche zu versichern, hat ein Kriegsverletzter aus Tempelhof bei Berlin angewendet, indem er der Tasche neben seinem Geld und den Militärpapieren auch eine Anzahl kleiner Giftpillen einverleibte. Wenigstens geht dies aus etner Erklärung hervor, die er an die Berliner Vor­ortpresse versandte und in der er mitteilt, daß er die riefrasche bei einem Schwächeanfall auf dem Tempel­hofer Felde verloren habe. Wenige Tage später wurden die Papiere als Paket von einem Schutzmann aufgefun­den. Verschiedene Personen haben nun gesehen, daß ern unbekannter, dem Arbeiterstand angehöriger Mann das Paket sortgeworfen hat. Wie die aufgefundenen Papiere beweisen, sind die Giftpillen zu Pulver zer­drückt worden. Nach der Erklärung des Befttzers kann lchon das Berühren des Giftes für denjenigen, der nicht im Besitz eines Schutzmittels ist, die schlimmsten Folgen haben. Er ersucht daher den Finder, der sich durch das Ausräumen der Tasche unbedineLt mit dem Gift infiziert haben müsse und daher in Lebensgefahr schwebe, in seiner Wohnung vorzusprechen, um das Schutzmittel gegen das Gift in Empfang zu nehmen. Hoffentlich sieht sich die Polizei diesen seltsamen Gift­mann einmal gründlich an; nötig ist es.

** Erschossen ausgesundcn wurde in einem Würz­burger Gasthof Dr. Karl Musfat, zuletzt Assistent am Pharmakologischen Institut zu Straßburg; es liegt Selbstmord aus unbekannter Ursache vor.

** Die auf Dem Fricdhoi vergrabenen Kartoffeln. Ein Totengräber in der Rhemgegend hatte aus einem Friedhofe einige Zentner Kartoffeln verborgen und ein Kreuz darausgesteckt mit der Inschrift:Er ruhe in Frieden!" Ein bis jetzt Unbekannter kam der Sache aus die Spur, und eines Morgens stand auf dem Gradkreuz eine andere Inschrift:Er ist auferstanden, er ist nicht mehr hier!" Der Totengräber öffnete das Grab und entdeckte: die Kartoffeln waren weg.

** Vorsicht beim Genuß von Auslandsflcisch! Das sächsische Ministerium des Innern empfiehlt der Be­völkerung dringlich, Fleisch, das aus dem Auslande aus ehemals russi,chen Gebietsteilen oder aus Belgien' stammt, entweder amtlich auf seine Geuußtauglichkeit untersuchen zu lassen oder nur in gut gekochtem oder durchgebratenem Zustande zu genießen. Das gilt auch von Zubereitungen aus solchent Fletsch, wie Schinken und Würsten. Fälle von Trichinose gehören nicht zu den Seltenheiten.

** Der Goldschatz unter Da« Bett. Gelegentlich einer bei einemarmen" polnischen .Hausier in Pjarvkte bei Posen von einem Gendarmeriewachtmeister wegen Wilddieberei vorgenommenen Haussuchung wur­den unter dem Bette 8992 Mark gesunden, darunter über 6000 Mark in Gold, das übrige in Silber' Das Geld befand sich teils in alten Strümpfen, teils in schmutzigen Lappen und Papier eingewickelt.

^ ** Einschmelzuug von Bronzedenkmälern Tie

Stadtverordneten von Neichenbach i. P beschlossen, die

! drei Denkmäler bütt Kaiser Wilhelm I. König Albert und Bismarck der Metaltmobilmachungsstelle zum Ein­schmelzen zu überweisen. Die Standbilder enthalten zusammen ein Metallgewicht von mehr als 3000 Kilo­gramm. In Leipzig kommen vor allem die Denk­mäler von Bismarck, Goethe, Luther uitb Bach, Leib- niz und Hahnemann (Begründer der Homöopathie), sowie das große Siegesdenkmal ans dem Markt tu Betracht.

** Drei Personen beim Baden ertrunken. In Kempten haben drei Schlosserlehrlinge in der Iller den Tod gefunden. Die jungen Leute nahmen ein Bad; einer von ihnen geriet an einer tiefen Stelle in Gefahr, die beiden anderen wollten ihm Hilfe brin­gen, doch ertranken alle drei.

** Flugzeug als Brandstifter. Ein durch Flieger­absturz verursachter Brand hat in dem Graudenz be­nachbarten Tusch größeren Schaden angerichtet. Das Flugzeug eines Flugschülers geriet in der Lust in Brand und stürzte aus das Dach der Scheune des Besitzers Albert Witzke. Im Nu stand die Scheune in hellen Flammen. Infolge Wassermangels konnte das Feuer von den herbeigeeilten Wehren, der Frei­willigen Feuerwehr, der Militärfeuerwehr und dem Feuerkommando der Fliegerstation nicht auf seinen Herd beschränkt werden. Es brannten noch ein Wohn­haus und ein Stallgebäude des Besitzers Witzke nieder. Ter Flieger ist mit seinem Flugzeug vollkommen ver­brannt. Tie Ursache des Unglücks, dem ein hoffnungs­volles Menschenleben zum Opfer gefallen ist, muß im Heißlaufen des Motors gesucht werden.

** Essen verzichtet aus seine Domänenwirtschast. Im Mürz 1917 bat die Stadt Essen zur besseren Ver­sorgung der städtischen Einwohner mit Gemüsen die Domänen Wendelstein zu Roßleben an der Unstrut und Pretzsch an der Elbe gepachtet. Die Domäne Wen­delstein hat die Erwartungen der Stadt so wenig er­füllt, daß sie von dem Vertrage durch Weiterverpach­tung zurückgetreten ist. Die Aufsichtsbehörden sollten sich diese Sprünge der Kommunen überhaupt besser ansehen. Bei den grauenhaften Steuerlasten nach dem Kriege müssen die Gemeinden sich aller kostspieligen Experimente enthalten.

** Raubmord im Hotel. In dem Wiener Ring- strahenhotel Bristol wurde die 40 jährige Gesellschafterin der Baronin Vivante. der Gattin des Berwaltungsrcttes der Unionbank, Fräulein Julie Carl ermordet. Ter Täter hatte sie mit einem Fleischklopfer betäubt, ihr einen Strick um den Hals geschlungen und diesen mit einem Messer durchschnitten. Dann raubte er eine der Baronin gehörige Kassette mit 1 8 0 0 0 0 K r o n e n Bargeld und Schmuck für eine halbe Million. Tie Er­mordete, die seit 16 Jahren im Dienst der Baronin stand, galt als sehr verläßlich, sie hatte die Kassette aus dem Hotelsase geholt. Bon dem Täter hat man bisher keine Spur.

Im Laufe der polizeilichen Erhebungen ergab sich dre Notwendigkeit, zwei Personen in Verwahrungs­haft zu nehmen. Es sind dies der 24jährige Ver­sicherungsbeamte Emo D. und ein Fräulein, das kurze Zeit nach dem Morde in seiner Begleitung gesehen worden war. Emo D. ist ein Neffe der Baronin Vivante und besuchte diese täglich im Hotel. Er ist Beamter einer Versicherungsgesellschaft. Auch kurz vor­der Mordtat war er auf dem Korridor des Barons ge­sehen worden. Zwei Stunden später, um 6 Uhr abends, hatte man ihn in Begleitung einer jungen Dame, die eine Bureaukollegin von ihm ist, vor dem Hotel Bristol auf- urd abgehen sehen.

** Tie Trockenheit schädigt die Schiffahrt. So wird von der Elbe berichtet: Ter Wasserstand wird immer niedriger. Ter Hohnstorser Pegel zeigt nur noch 40 Zentimeter über Null. Tie Schiffahrt hat in­folgedessen schon mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen, denn Sandbänke, die bereits überall aus dem Strom heraus gewachsen sind, dehnen sich weiter aus und etigen die Fahrrinne immer mehr ein. Tie Tauch­tiefe der Fahrzeuge hat erheblich herabgesetzt werden müssen; sie darf i.-Jn Meter nirgends überschreiten. Mancher Schiffer, der seinen Kahn tiefer beladen har, muß dies r:i; mehr oder weniger zeitraubendem Fest- sitzen büßen.

Gerichtssaal.

.di Woher diese Hunderte von Zentnern? Tie Ge- des oberschlesischen Schieberjüngltngs Isidor Tichauer begannen bei seiner absoluten Vermögens­losigkeit sehr klein. Zwei Zentner Seife, bei denen er srch mrt dem wahrhaft kümmerlichen Gewinne von 30 Marl begnügte, bildeten den Grundstein für seine bald rapid wachsenden Geschäfte. 17 Zentner Gerstengraupen, die die Kantine einer Grube (!) kaufte, bildeten die Fortsetzung. Es folgten bei drei ver­schiedenen Geschäften 6 9 Zentner Saaterbsen. Und dann: 0 Kisten Seife, mehrere Zentner Gerstencnaupen und Saaterbsen, 8 Zentner Gerstenmehl, 10 Tonnen Heringe, dre wiederum für eine Hütte bestimmt waren. Bald wurden die Geschäfte größer: 20 0 Zentner Saaurbsen. 12 Kisten mit kondensierter Milch, 10 Z e n t n e r Graupen, 2 0 0 Tonnen Heringe, die so­gar an den Kantinenwirt eines Breslauer Feldartil­lerie-Regiments gingen, lOZentner Weizenmehl usw. Eme Vergnügungsreise nach Berlin und Hamburg stärkte den Unternehmungsgeist des jugendlichen Schie­bers. Seine Geschäfte wurden noch größer: 1 0 0 Z e n t- n e r Gerstengraupen, 10 0 Zentner Vogelwicken (für eine Stadt!), 136 Zentner Graupen, 5 8 Zentner verschiedene Getreidesorten, 3 2 Zentner Peluschken, i 5 0 Zentner Graupen, 200 Zentner Weizen­grieß. AuS dem Warenlager der übrigen Angeklagten seien weiter aufgezählt: 1 0 0 0 Z e n t n e r Wicken, 2000 Stüä Bleichsoda, 5 Zentner Kerzen, wiederum an eine kommunale Gemeinde geliefert. 50 Zentner Frucht­marmelade, 10 000 Pack Stärke, 90 000 Suppenwürfel, ganze Waggonladungen Gerstenerzeugnisse in 39 Fäl­len. 20 Zentner Weizenmehl. 1 l weitere Zentner Wei­zenmehl, sodann wiederum 30 und 40 Zentner Weizen­mehl, eine Wagaonladung Graupen, Weizengrieß, Erb­sen, Bohnen und Mehl, größere Mengen Weizenschrot, Suppenmehl, das die Angeklagten aus 115 Zentnern Gerste und Peluschken mahlen ließen.

Angesichts dieser Mengen fragt man sich denn doch: Warum quälen wir uns mit der Ukraine ab und beziehen nicht unseren Bedarf von Isidor Tichauer? Der veestehts doch, die Waren herauszuholen.