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Bezugspreis 60 pfg. monatlich
vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus.
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Expedition: Südanlage 21
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Druck dcr Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein.
9fr. 48. Telephon Nr. 362.
Mittwoch, den 29. Mai 1918.
r-i-vh°n nx. 3«2. 31. Jahrg.
Die Deutschen im Borrücken über Aisne u. Aisne-Marne-Kanal. Der gazzze Dnmmrückeu und -er Winterberg gestürmt.
Craonne, Bailly und mehrere andere Orte genommen.
15000 Gefangene gemacht und zahlreiche Geschütze erbeutet.
15000 u. 16200 «. 27000 n. 15000 Br-R.-T. ^ zusammen 73200 Br.-R.-T. versenkt.
€in Telegramm des Haifers.
Berlin, 28. Mai. Der Kaiser richtete vom Schlachtfelde südlich Laon folgendes Te le g r a mm an die Kaiserin:
„Ihrer Majestät der Kaiserin. Neues Palais Wildpark. Wilhelm hat heute die Engländer und Franzosen auf dem C h e m in des DameS angegriffen. Die stark ausgebaute Höhenstellung ist nach gewaltigem Arlillertefeuer von unserer herrlichen Infanterie erstürmt worden. Wir haben die AiSne über- schritten und nähern unS der Vesle. Fritz mit der Ersten Garde-Infanterie-Division hat als einer der ersten die Aisne erreicht. Auch die 28. Division hat sich wiederum ausge" zeichnet. Engländer wie Franzosen sind vollständig überrascht worden. Unsere Verluste sind gering. Morgen geht es weiter! Gott hat uns einen s^önen Sieg beschert und wird uns weiter helfen. Grüße. Wilhelm."
Zur militärifcben Lage im Msirn u. Södweficn.
Dcr Kriegsberichterstatter des Pariser „Temps" meldet von der Front: Das Ende der gewaltigen Bor- bercitungen sei nahe gerückt, und die bevorstehenden Operationen würden sür beide Kriegsparteien entscheidend wirken.
* Genf, 27. Mai. Die Beschießung der Pariser- Bezirke durch weittragendes Geschütz ist heute früh wieder ausgenommen worden.
Genf, 28. Mai Nach Meldungen aus Fochs Hauptquarlt r Lehnte sich der deutsche Angriff von NeimS bis zum Pinonwalde nach mehreren Abschnitten aus, die von Franzosen und Amerikanern verteidigt wurden. Die deutsche Artillerie begann gegen 3 Uhr morgens ihre verheerende Tätigkeit. Die deutsche Infanterie griff m t Boctruppen um 7 Uhr morgens an.
Rotterdam, 28. Mai. Der Mtlitätkut.ker der „Daily Mail" meldet, daß neue Offensive der Deutschen auch an der Ypern front beginne. Die Artillerie- tatigkkit an der ganzen flandrischen Front habe sich bis zum Trommelfeuer gesteigert.
•flimiicbe deutfcbe Cagesbericlw.
Berlin. 24. Mat. An der Westküste Englands wurden von einem unserer U Boote becfetift: Die rng- U'chen Dampfer „Peinech Dagmar" (913 Br.). „Dar" (1350 Brt.) und „Wplicy" (6000 Brt.). Alle 3 Schiffe waren mit Kohlen beladen. Im ganzen wurden nach
ucuerngegangeucn Meldungen dcr U. Boote vernichtet: 15 080 Bruttoregistertonnen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 25. Mai 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Die Kampftätigkeit der Artillerien blieb tagsüber bei Sturm und Regen in mäßigen Grenzen. In Vcr- btndung mit nächtlichen Teilangriffen des Fe ndcs nmd- westlich vom Semmel, nördlich und westlich von f oert nahm ste vorübergehend große Stärke an. Die flindlich. n Angriffe brachen überall verlustreich zusammen. Bei Hamel warfen wir den Feind im Gegenstoß zurück; un übrigen wurden seine Sturmtruppen schon vor unseren "lnien zusammengcschosscn.
Die Besatzung eines Beobachtungsflugzeugs, Leut- nant El enmengec und Vizeflldwebel Gund, haben am f'. ^ aus einer Kette von 6 englischen Kampfein- sttz^rn 4 Flugzeuge abgeschossen.
Dcr Erste Generalquartiermeister: Luden dorff.
Berlin, 25. Mai, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
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Berlin, 25. Mai. U Bootserfolge auf btm Nord- scekriegLschauplatz Nach neu eingegangenen Meldungen nsecec U-Boote 10 300 Brutto Reg Tonnen. — Ein
tief beladener Frachldampfer von mindestens 6000 Br.- Reg. T. wurde aus starker Sicherung, ein andrer großer Dampfer aus gesichertem Geleitzug herausgeschossen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 26. Mai 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Südlich vom Niruport Kanal und beiderseits von Dixmuide nahmen wir bet kleineren Unternehmungen mehr als 70 Belgier gefangen.Das tagsüber mäßige Artillericfcuer wu de am Abend in einzelnen Abschnitten der Kampffronten lebhafter. Nach Einbruch der Dunkel, heit trat im Kemmelgebiet, südlich von der Somme, zwischen Moceuil und Montdidtec zeitweilig erhebliche Feuersteigerung ein. — Bei Bucqnoy schciUrtrn mehrfach englische Vo.stöße. Auch in den übrigen Abschnitten dauerte rege Erkundungstätigkeit des Feindes an. Hierbei wurden westlich von Mondidier Amerikaner, im AUet'e Grunde Franzosen und auf dem Südufer der Aisne nordöstlich von La Neuville Engländer gefangen.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendocff.
Berlin, 26. Mai, abends. Von den Kriegsschau. Plätzen nichts Neues.
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Berlin, 26. Mai. Neue Unterseebootserfolge im Sperrgebiet um.Jtalien: Fünf Dampfer von zusammen etwa 27000 Bruttotonnen. Hiervon versenkte das von dem Kapitänleutnaut Heinrich XXXVII. Pcinz von Reuß befehligte Unterseeboot 3 wertvolle große Dampfer von zusammen cund 19000 Br. R.-To., darunter den französischen Truppentransporter „Sant Anna", 9350 Br.- R. T.
Im Anschluß an die am 8. Mat veröffentlichten Erfolge ciueS U-Kreuzers im Sperrgebiet um die Azoren ist nachträglich festzustellen, daß ein von ihm aus einem großen g.sichelten Geleltzug auf dem Wege von Gibraltar nach England du ch einen Torpedo vusenktcr Dampfer, der auf etwa 4500 Tonnen geschätzt wurde, inzwischen als der englische Trupp ntcansportdampfer „Ntrpuca" von 7640 Br. R.-To. mit einer englischen Kavallerieab. teilung an Bord ermittelt wurde.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
wtb. Großes Hauptquartier, 27. Mai 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Südwestlich von Metereu wurden bei erfolgreicher Unternehmung Engländer gefangen. — Die Artillerie- tätigkeit lebte an den Kampffronten erst in den Nach- Mittagsstunden auf. Die feindliche Artillerie war vor allem im Kemme! Gebiet, auf dem Nordufer der Lys zw schen AcraS und Albert und aus dem Westufer der Avce tätig. Die Erkundungstätigkeit blieb rege.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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Berlin, 27. Mat, abends. In den Kampfabschnitten in Flandern und an der LyS, auf d-.m Schlachtfelde zu beiden Seiten der Somme und an der Avre haben sich die Artilleriekämpfe verstärkt. — Südlich von Laon ist seit heute früh die Schlacht um den Chemin des Danuö im Gange. Die Truppen des deutschen Kronprinzen haben den Bergrücken in seiner ganzen Ausdehnung erstürmt und stehen im Kaulpfe an der A1 s n e.
Ber Itn, 27. Mai. Neue II Bootserfolge im Sperrgebiet um Englands: 15 000 Bruttoregisterionnen. Zwei tief beladene Dampfer wurden an der Ostküsie Englands aus gesicherten Geleitzügen herausgeschossen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wlb. Großes Hauptquartier, 28. Mai 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Am Kemme! und an d c Lys, auf dem Schlachtfeld zu beiden Seiten der Somme und an der Avre haben
sich die Artilleriekämpfe gestern morgen verschärft. Zwischen Boormezeele Loker stießen wir in die französischen Linim vor und brachten mehr als 300 Gefangene ein.
Der Angriff des deutschen Kronprinzen südlich von Laon führte zu vollem Erfolge. Die dort stehenden französischen und englischen Divisionen wurden vollständig geschlagen. — Die Armee dcS Generals v. Böhn hat den Chemin deS Dames erstürmt. Der langgestreckte Bergrücken, an dem der große DurchbruchL- versuch der Franzosen im Frühjahr 1917 zerschellte und den wir aus strategischen Gründen im Herbst vorigen Jahres räumten, ist wieder in unserer Hand
Nach gewaltiger Artillerievorbereitung erzwang unsere unvergleichliche Infanterie im Morgengrauen zwischen Bauxaillon und Craonne den Ucbergang über die Aillette und drang weiter östlich zwischen Corbeny und der Aisne in die englischen Linien ein. Völlig überrascht leistete die Besatzung der ersten feindlichen Linien meist nur geringen Widerstand. Schon in den frühen Morgenstunden waren Pinon, Chavi- g non, Fort Malm aison, Co ucteon, Cecny, der Wintecbexg undCraonne, der Bi l l e rb e r g und die ausgebauten Werke bei und nördlich von Vecry au Bac erstürmt.
Gegen Mittag war unter steten Kämpfen zwischen Bailly und Beciy au Bac die Aisne erceicht. Bail ly wurde genommen. Das Trichterfeld der vorjährigen Frühjahrs und Herbftkämpfe war in unaufhaltsamen Angriffsdrang überwunden.
Am Nachmittage ging der Angriff weiter. Zwischen Bavxatllon und Bailly stehen wir auf den Höhen bei Neuville, Laffaux und nördlich von Coude. Zwischen Bailly und Berry au Bac haben wir dteAtsneüber- schritten und den Kampf in das seit 1914 vom Krieg unberührt gebliebene Gebiet hineingetcagen. Bon den befestigten Waldhöhen auf dem Südujec deS Flusses wurde der Feind erneut geworfen. Wlc haben zwischen Bailly und Bearuieux die Höhen harr nördlich der Vesle erceicht.
Die Armee des Generals von Below (Fritz) warf den Feind aus seinen starken Stellungen zwischen Sapigneul und Brimont über den Aisne Marne-Kanal zurück und erstürmte auf dem Westufer des Kanals die Orte Cormtcy, Cauroy und Loivre.
Bisher wurden 15 000 Gefangene gemeldet.
Zwischen Maas und Mosel und an der Lothringer Front lebt die Gefechtstättgkeit auf. Vorstöße in die feindlichen Linien brachten mehr als 150 Gefangene französischer und amerikanischer Regimenter ein.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendocff.
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Berlin, 28.Mai, abends. In Fortführung unseres An- gr>ff SüberdieAtSnewurden d.eErfolge dis gestrigenTageS erweitert. Wir stehen im Kampf uin den Abschnitt der Vesle zwischen Soissons und westlich von Reims und habin zu beiden Setten von Fisnus das Südufec genommen.
Die öoldankau*' R
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