Bezugspreis 60 pfg. monatlich
vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und SamStagö. — Nedaktionsschlutz früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Gießener Zeitung", Gießen.
Anzeigenpreis 20 pfg.
die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 00 m m breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung deSZahlunge» zieles (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bet Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneVerbtndlichkeit. Truck der Gießener Verlagsdruckerei, Albiu Klein.
Expedition: 5üdanlage 21.
Nr. 46. _ Donnerstag, den 23. Mai 1918. r°l°vh°» 31. Jahrg.
Das Kemmelgebiet gegen größere feindliche Angriffe behauptet.
13000 u. 21000 m. 21000 Br-R.-T. — zusammen 55000 Br.-R.-T. versenkt.
Im April 652000 V.-R.-T. feindlichen Schiffsraum versenkt, seit Kriegsbeginn 17116000.
Zur militärlfchen Lage im Werten
Dec „Daily Chronicle" meldet am 16. Mai, die Heeresleitung Fachs sei auf weitere Rückzüge gefaßt, zumal die Deutschen über so reichliche Reserven verfügten. Jetzt handele e8 sich darum, bis zum vollständigen Eintreffen dec amerikanischen Millionenheece mit w.iterer Geländeausgabe zu rechnen.
Französische Blätter bestätigen, daß einzelne Stadtteile von Amiens völlig zecstö.t sind, ferner daß auch Bethune und Umgebung andauecnt dem heftigen deutschen Geschützfeuec ausgesetzt seien.
Der Kriegsberichterstatter der „Daily News" meldet seinem Blatte, a l l e Vorbereitungen hinter dec deutschen Front seien beerbet. Dec gewaltige deutsche Angriff stehe bevor, er werde an mehreren Stellen dec Front mutmaßlich sofort einsctzen. Die Deutschen hätten nach allen Fliegerb-oachtungen eine geradezu riesige Menge von Geschützen und Kriegsgerät hinter dec Front zusamnlengezogen.
. »i
*Holländ. Grenze, 21. Mat. Nach dem „Nieuwe Notterdamschen^Courant" schreibt Oberst Repington, daß das kritischste Stadium der deutschen Offensive mit dieser Woche anbcechen werd'.
flmilidK deutfcbc Cagcsberidm.
Berlin, 17. Mai. Unsere Unterseeboote haben im Aermel Kanal und an der Ostküste Englands wiederum 13 000 Br. Reg.'To. feindlichen Handelschiffsraumcs versenkt. Znxi Dampfer wurden aus stark gesicherten Geleitzügen herausgcschossen.
Dcr Chef des Admiralstabes dec Marine.
.•1
wtb. Großes Hauptquartier, 18. Mai 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
An den Kampffronten nahm die tagsüber schwache Artillerietätigkeit vor Einbruch der Dunkelheit erheblich zu. Starkes Störungsfcuec hielt die Nacht hindurch an. Rege Erkundungstätigkeit führte namentlich in dec Gegend von La s s i g n y zu heftigen Nahkämpfen. Mehrfach wurden Gefangene eingebracht.
Gtstern wurden 16 feindliche Flugzeuge und 1 Fesselballon abgeschossen.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Berlin, 18. Mat, abends. Von den Kciegsschau Plätzen nichts Rems.
»
Berlin, 18. Mai. Das von Kapitänleutnant Grunert befchltgte U-Boot hat an der Westküste Eng lands 5 bewaffnlte tiesbeladene Dampfer von zusammen 21000 Bruttorcglstertonnen versenkt, darunter rin mindestens 8000 Br. R.-T. großes Schiff.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
«
Das österreichische Unterseeboot, Kommandant Llnienschiffsleutnant Holub, hat am 14. Mat vor Valona einen großen e n g l i s ch e n Ze r st ö c e c durch Torpedoschuß versenkt.
«
wtb. Großes Hauptquartier, 19. Mai 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Westlich von Hulluch griff dcr Engländer mit mehreren Kompagnien an. Unter schweren Verlusten wurde ec zurückgeschlagen. Im übrigen beschränkte sich die Jnfanterietätigkeit aus Erkundungen. — Die an den Kampffronten bis zum frühen Morgen anhaltende lcb- hafte Feuertätigk^it ließ in den Vormittagsstunden nach und lebte erst gegen Abcnd wieder auf. Zwischen Acras und Albert war der Feind besonders rege, unsere Batterien lagen hier vielfach unter heftigem Feuer.
Dec Erste Generalquartiermeistec: Luden d ocff.
*
Berlin, 19. Mai. abends. Auf dem Südufec dec Ancre brachen englische Teilangriffe vor Morlancourt blutig zusammen.
wtb. Großes Hauptquartier, 20. Mai 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Im Kemmelgebiet nahm die Feuertätigkeit am Abcnd und gegen Mitternacht erheblich an Stärke zu. Heute früh haben sich h.stige Actilleriekämpfe entwickelt. Auch an den übrigen Kampffronten lebte die Gcfechts- tätigkeit vielfach auf. — Auf dem Südufec der Ancre griff dec Engländer am frühen Morgen mit starken Kräften an. In Ville suc Ancre drang ec ein. Versuche dcs Feindes im Anccetal weiter vorzudringen, scheiterten. Mehifachrr gegen Morlancourt gerichteter Ansturm brach vor dcm Dorfe blutig zusammen. — An vielen Stellen der Front wurden englische und französische Erkundungs- Vorstöße abgewtesen. In Vorfcldkämpfen und bri erfolgreicher Unternehmung nördlich von St. M'hiel machten wir Gefangene.
- *
In letzter Nacht wurden London, Dover und andere englische Küsteno te erfolgreich mit Bomben angegriffen.
Der Erste Generalquaittermeister: Ludendorff.
9
Berlin, 20 Mai, abends. Starke französische Angriffe gegen den Kemmel sind unter schweren Verlusten gescheitert.
9
Berlin, 20. Mai. Im Sp rrgebirt um England versenkten unsere U Boote wiederum 6 Dampfer und 2 Segler mit zusammen 21000 Bruttoregistertonnen. Die Erfolge wurden verwiege d an dec Westküste Englands und im Aermelkunal erzielt. Den Hauptanteil daran hat das unter dem Kommando das Kap tänleut- nant Hundins stehende Boot. Die Schiffe waren mit einer Ausnahme sämtlich tief belaven, vorwiegend mit Kohlen. Ein Dampfer wurde aus einem besonders stark durch Zerstö.cr und Kreuzer gesicherten Geleitzug herauS- gefchoffen.
Dec Chef des Admiralstabes dec Marine.
9
wtb. Großes Hauptquartier, 21. Mai 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Der Kemmel war gestern wiederum das Ziel starker feindlicher Angriffe. Sie sind blutig gescheitert Die Verteidiger dcs Kemmclberges haben einen vollen Erfolg errungen. — An dec Front von Vo o r m ez e e l e bis westlich von Drano tec leitete stärkster Feuerkampf die Jnfantecieangriffe ein. Ihr Hauptstoß war gegen den Kemmelberg und seine westlichen Hänge gerichtet. In mehreren Wellen brachen die vorn eingesetzten fram zösischen Truppen vor Jnfanteristische und artilleristische F uerkcaft brachte ih e i Ansturm zum Scheitern und zwang sie urt rchchw rsten Verlusten zur Umkehr. Oert- liche E nbcüche des Feindes in unsere Tcichterzone wurden durch Gegenstände wit de. hcrgestellt Oestlich von Loker noch rin Franzosenncst zurückgeblieben. Englische Divisionen standcn nach Gcf^ngenen-Aussage.i in dritter Linie bereit. Da den Franzosen jeder Erfolg versagt blieb, kamen sie nicht mehr Zum Einsatz. Am Abend und während dec Nacht nahm dec Artillerickampf mehrfach größte Heftigkeit an. Erneute feindliche Angriffe am Abcnd aus Loker heraus und nächtliche Teilvorstöße nordöstlich von L kec wurden abgewiesen. — An den übrigen Kampffronten verlies der Tag verhältnismäßig ruhig. Stärkeres Feuer laa auf unseren Batteriestellungen und rückwärtigen Ortschaften beiderseits dec Lys namentlich in Verbindung mit örtlichen Jnfanteciegesechten nordwestlich von Merville. Am Abend trat auch bei Bucquc.y und Hebuterne, südlich von Ville ö Bretonneux und dec Avre vorübergehend Feuersteigerung ein.
An der übrigen Front nichts von Bedeutung.
In den letzten 3 Tagen wurden 50 fcindliche Flugzeuge und 3 Fesselballone zum Absturz gebracht. Leut- nant Löwenhardt errang seinen 24., Vizeseldwebel Run v seinen 20. und 21. Lustsieg
Dec Erste Generalquartiermeister: Luden docff.
9
Berlin, 21. Mai, abends. Von den Kciegsschau Plätzen nichts Neues.
*
Berlin, 21. Mai. Im Monat April sind insge' samt 652000 Bruttoregiftertonnen des für unsere Feinde nutzbaren Handelsschiffsraumes vernichtet worden. Der ihnen zur Verfügung stehende Welthandelsschiffsraum ist somit allein durch kriegerische Maßnahmen seit Krtegsbeginn um rund 17116 000 Brutto- registertonnen verringert worden.
Der Chef dcs AdmiralstabcS der Marine.
9
wtb. Großes Hauptquartier, 22. Mai 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Im kemmelgebiet hielt lebhafte Feuertätigkeit an. Nördlich vom Dorf Kcmmel und südlich von Loker scheiterten am Abend starke feindliche Teilangriffe. — Beiderseits der Lys und am La Bassee Kanal lag unser rückwärtiges Gelände wiederum unter starkem Feuer. Auch zwischen Acras und Albert war die feindliche Ar- tillerie am Abend sehr rege — Zwischen Somme und Oise lebte die Gefcchtstätigkeit nur vorübergehend auf.
An dec übrigen Front nichts von Bedeutung.
Eines unserer Bombengeschwader vernichtete in der Nacht vom 20. zum 21. Mat die ausgcdchnten französischen Munitionslager bei Blargies.
Leutnant Menkhoff errang seinen 27., Leutnant Püttec seinen 23. und 24. Lustsieg.
Dec Erste Genecalquartiermeister: Ludendorsf.
9
Berlin, 22 Mai, abcnds. Von den Kriegsschauplätzen nichts N ues.
für die deutsche Msimark.
Wie die „Germania" aus zuverlässiger Quelle erfährt, hat sich uniec dem Schirm dcs gegenwärtig als Offizicr im Felde stehenden bekannten Professors der Nationalökonomie an dcr Berliner Universität, Ludwig Bernhard, nach dem Vorbild unseres OstmarkcnvereinS ein Verein Westmark gebildet, dessen Vorsitzender Graf Schwerin Löwitz ist während die Geschäftsführung von einem Gehennrat im Finanzministerium auSgeübt wird. Dieser Verein hat sich den Zweck gesetzt, die in Elsaß- Lothringen aufgelösten französischen Güter zu erwerben und mit 15,000 Ostpreußen zu besiedeln.
Bereits paraphiert.
* Berlin, 15. Mai. Wie wir zuverlässig erfahren, ist dec mitteleuropäische Bündnisvertrag zwisch n Deutschland und Oesterreich bereits paraphiert. Seine Einzelfertigstellung und Unterzeichnung dürste noch vor August erfolgen.
176 500 Kilogramm Bomben.
Berlin, 18. Mai. Die klaren Nächte der vergangenen Woche begünstigten in hohem Maße die Angriffe der deutschen Bombengeschwader. Nacht für Nacht explo- die t n weit hinter dec Front in englischen und fcan- zösischen Unterkunftsmten und Versammlungsräumen, Bahnanlagen und Lagern deutsche Bomben. Trotz aller starken Gegenwirkung, durch Scheinwerfer und Geschütze, wurden die Angriffe erfolgreich durchgeführt. Auf Calais. Dünkirchen, St. Omer, Camptegne und Soiffons wurden nicht weniger als 176500 Kilogramm Bomben abgeworfen.
Kurnänien und die kntente.
* Genf, 16. Mai. Dec „Temps" meldet den Eingang einer offiziellen E klärunq der neuen rumänischen R e g i e r u n g, die den (Sintiit Rumäniens in den Zustand der Neutralität und die Aufhebung der militärisch-politischen Verträge mit dec Entente unzeigt.
*
* Rotterdam, Die „Times" melden aus Jassy Die Regierung verweigerte Bratiann die nachgesuchten Pässe nach dem Ausland.
Die Unterzeichnung beschlossen.
* Züri ch, 21. Mai. Wie die Blätter melden, Hat dcr Schweizer Bundesrat die Unterzeichnung des Kohlenabkommens mit Deutschland beschlossen.


