Ausgabe 
15.5.1918
 
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flandrischen Stützpunkte und Lahmlegung unserer dort stationierten U-Boote geglückt ist. Im ganzen sind nach neu cingegangencn Meldungen unserer U-Boote versenkt worden: 18.000 Bruttoregistertonnen.

Der Chef des Adm?alstabs der Marine.

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wtb. Großes Hauptquartier, 13. Mai 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

Im Kemmel Gebiet hielt llbhafle Artilleri-tätigkcit in Verbindung mit örtlichen Jnfanteriegesechten an. Auch iw den übrigen Kampfabschnitten lebte sie am Abend vielfach auf. Im Ancre Tal südwestlich von Albert wurde ein englischer Teilangriff abgewicsen An vielen Stellen der Front setzte der Feind seine Erkundungs- Vorstöße fort. Bei ihrer Abwehr machten wir mehrfach Gefangene.

Im April beträgt der Verlust der feindlichen Luft­streitkräfte an den deutschen Fronten 15 Fessel­ballone und 271 Flugzeuge, von denen 122 h nt

Der Deniobilmacftungsplali.

In dem- den Zivi.bchöcdln demnächst zugrhenden Anhang 6 zum Dcmobilinachungsplan ist die B.rmitt lung von Arbeit für zur Entlassung gelangende Heeres angehörige in d r Weise vorgesehen, daß Bchördcn, In­dustrie , Handels-, Handwerksbetriebe, landwirtschaft­liche Betriebe, Necdercien, Presse usw die erforderlichen Beamten. Angestellten, Arbeiter usw. durch Karten schon vor Beginn der Demobilmachung anfordecn. Dte namentliche Anforderung von Beamten, Arbeitern -usw. soll auf gelben Karten, die zahlenmäßige Anforderung auf roten Karlen erfo'gen. Die für den Bereich eines Armeekorps erforderlichen Karten werden in etwa zwei bis drei Wochen den Stadt- und Gemeindebehörden zur möglichst schnellen Verteilung in ihren Bezirken über­sandt werden.

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unseren Linien, die übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgeftürzt sind.

Wir haben im Kampf 123 Flugzeuge und 14 Fessel, ballone verloren.

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Geueralqucutiermeister: Ludendorfs.

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Berlin, 13. Mai, abends. Von den Kriegsschau­plätzen nichts Neues.

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22500 rönnen in loo Stunden.

BeldenftikK eines U-Boots.

Berlin, 13. Mai. Eines unserer, in Flandern stationierten U-Boote unter dem Kommando des Ober­leutnants z. See Lohs versenkte neuerdings während einer 100 ständigen Unternehmung im östlichen Teil des Aermelkanals bei schärfster feindlicher Gegenwirkung 7 bewaffnete Dampfer mit zusammen 22 500 Br.'Reg- T., darunter 2 wertvolle, mit mehreren Geschützen be* waffnete 5000 Br.Meg.°T. große Schiffe. Die Dampfer waren vorwiegend mit Kriegsmaterial für den Feind. Die Unternehmung des bewährten Kommandanten stellt eine hervorragende Leistung dar.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

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Wtb. Großes Hauptquartier, 14. Mai 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

An den Kampffronten ließ die in den frühen Morgenstunden gesteigerte Feuertätigkeit im Laufe des Vormittags nach. Am Abend lebte sie vielfach wieder auf. Nach heftiger Feuerwirkung nördlich vom La Bassee- Kanal versuchten dte Engländer am Abend stacke Terl- angriffe gegen unsere Stellungen nördlich und südlich von Givenchy. Sie wurden verlustreich zurückge schlagen. Die Erkundungstätigkeit blieb rege.

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeistcr: Ludendorff.

Berlin, 14 Mai, abends. Erfolgreicher örtlicher Vorstoß in die englischen Linien auf dem Nordufec der Somme an der Straße Braye Corbie. Heftige Gegen­angriffe des Feindes scheitelten. Sonst nichts Neues.

Irland; Krieg gegen England.

In den Kirchen Irlands werden, derftöln. Ztg " zufolge, Sammlungen für den Fonds zu nationalen Verteidigung veranstaltet. In Erwartung des Krieges mitEngland verweigert das irischeLand­volk die Annahme von englischem Papiergeld und ver­steckt sein Silber. In den letzten drei Monaten wurde fünfmal so viel Silber von der englischen Münze nach Irland geschickt wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

8!s rum §5 Lebensjahre.

m® c m f ' r 13, Der französische Hecresausschuß hat die Vorlage auf militärische N^gistricrung aller mannllchcn Franzosen vom vollendeten 15 . bis 55 Lebensjahre angenommen.

nikolaus mkolajewitfcb in deutscher Band.

<r?ii,.r D - e ^ i l erin=! ? t i i II, ^ Don Rußland und die Großfürsten Niko a, Nikola,ewltsch, Peter Nikolajewitsch und Alexander N,Kola,ewitsch sind auf dem Gute Dlulbar, südlich von ^alta ,n der Krim, in unsere Hand gefallen. Sie wurden

2S Matrosen bewacht und waren völlig von der Welt abgeschnitten.

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Uerbaftung der trüberen Krossfürftin Elisabeth.

ff,, ff* 0 \\ a £' Die frühere Großfürstin

ft nflra E , * t ° b ° " °' bie Gßfr,n des Moskauer ^^stecs und Gemahlin des einem Attentat zum Opfer gefallenen Großfürsten Sergius AlkyandrowTsch, wurde o* ' ouf Befehl der Negierung verhaftet. Die ^rD^fürfltn Elisabeth Feodorewna ist eine

Ka1i^in°'h1i ®, ro ^ e . r ^fl § von Hessen, der früheren Kaiserin vo, Rußland sowie der Prinzessin Heinrich von

Preußen. Sie wurde 1864 in Bcssungen bei Darmstadt geboren und war seit 1884 n»t dem Großfürsten S.rgius iS 11 verheiratet, dissen Grausamkeit ihn in Rußland zu einer der virhaßtesten Perlöniichkeitcn gemacht haben. Als ihn die Bombe des Mörders er­reichte, nahm die Großfürstin den Schleier.

Nie 0ro$ifci}iffo&ri$nra$$e

von der Nordsee durch Owingen nach Bayern. (NordseeDonau-Derbindung)

Die Kriegsjahre haben auf wirtschaftlichem Gebiete bedeutende Aufklärungsarbeiten geleistet und insbesondere gezeigt, wie ungemein wichtig die Verkehrseinrichtungen des Landes sind, daß außer einem hochentwickelten Eisen­bahnnetz auch die Schiffahrtsstraßen des Binnenlandes höchste Bedeutung haben. - Eine Erweiterung des letz­teren hat sich als ein dringendes Bedürfnis herausgestellt. Seit Jahren ist daher bereits der Ausbau einer Großschif­fahrtsstraße von der Nordsee bis zur Donau durch Thüringen und Bayern das Ziel weitester Kreise.

Die starke Entwicklung von Handel und Industrie vor dem Kriege, die zum großen Teile auf die Erleich­terung und Verbilligung des Verkehrs zurückzuführen ist, gab im Jahre 1906 Veranlassung zur Gründung des Vereins für Schiffbarmachung der Werra" mit dem Zwecke, die Kanalisierung der Werra bis Werns­hausen in Thüringen für einen Schiffsbetrieb von 600- Tonnen-Fahrzeugen zum Anschluß an die Weserschiffahrt m die Wege zu leiten, um dadurch die Thüringer Lande mit ihren erheblichen gewerblichen und bergbaulichen Er­zeugnissen und den Bezug ausländischer Produkte an den direkten überseeischen Weltverkehr in Bremen, ander­seits an den Rhein-Wefer-Kanalverkehr anzuschließen.

In diesem Projekte ist die 182 Km. lange kanali­sierte Werra bis Wernshausen gelegen. Ein 10 Km. langer Abzweigungskanal Hörsch-Eisenach ist in das Projekt ausgenommen. Die Gesamt-Baukosten sollten, nach den .Friedenssätzen berechnet, 49 Millionen Mk. kosten.

Als inzwischen mit dem Bau der Talsperren im Eder- und Diemel-Gebiete zum Zwecke der Speisung des Rhein-Wefer-Kanals begonnen war, wodurch eine Erhöh­ung der schiffbaren Sommer- Wasserstände auf der Weser- strecke von Hann.-Münden bis Minden gewährleistet ist, wurde zur weiteren Aufhöhung der Wasserstände der Werra und Weser vereinsseitig beschlossen, mit dem Ka­nalisierungsprojekte der Werra eine Wasserregelung der Nebenflüsse durch Talsperren-Anlagen mit in das Arbeits­programm aufzunehmen, weil der schiffbare Wasserstand der Weser dadurch weiter aufgebessert würde.

Im Jahre 1910 wurde dann von König Ludwig von Bayern, der bekanntlich ein ganz außerordentliches In­teresse für Kanalanlagen in Bayern betätigt, die Anregung zum Bau einer Großschiffahrtsstraße von der Nordsee bis zur Donau gegeben und hierbei auf eine Werra-Main- Berbindung als die kürzeste Linie hingewiesen.

Der Verein für Schiffbarmachung der Werra griff den Gedanken auf und veranlaßte eine Untersuchung über die Ausführungsmöglichkeit, deren Ergebnis war, daß eine Schiffahrtsverbindung über denThüringer Wald" möglich fei. Die beste Lösung wurde darin gefunden, s Orte Grimmenthal in 310 Meter über dem Meeresspiegel eine Durchbrechung mit einem 9 Km. langen Tunnel eine Kanal-Scheitelstrecke von 37 Km. Länge ermöglichte. Bon hier läßt sich Bamberg am Mam leicht erreichen. - Die Staaten Bremen, Olden­burg, die preußischen Provinzen Hannover, Westfalen, Hessen-N., Sachsen, der Braunschweigische Staat und die Thüringischen Staaten Koburg, Gotha, Weimar, Eisenach, Meimngen und vor allem ganz Bayern haben das größte Interesse an dem Zustandekominen dieses Projektes, weil sie dadurch mit dem überseeischen Verkehr mit den ge­wussten Vorfrachten angeschlossen würden. Durch den Bau dieser Wasserstraße wird das wirtschaftliche Erwerbs­leben von mehr als 20 Millionen Einwohnern günstig be­rührt. Handel und Industrie ballen sich immer mehr in den Gegenden mit modern ausgebildeten Verkehrsmitteln

a j? nen ^ch^uhrtsstraßen zusammen,' hingegen ist die Dezentralisierung für dis Gesamtheit Deutschlands von größtem Wert.

Im Jahre 1912 hat dann der Verein für Schiffbar­machung der Werra in Verbindung mit dem bayerischen Kanalverein den Beschluß gefaßt, den Kanal so zu bauen, daß er für 1000- Tonnen-Kähne befahrbar ist.

o ^^utlich für den Erfolg war jedoch, daß auch die 370 Km. lange Weserstrecke von Hann.-Münden bis Bremen stets mit Kähnen von gleicher Fassungskraft befahrbar sei und der wechselnde Wafserstand dieses Flusses stets auf einem gewissen Mindest-Niveau gehalten werden konnte Hierzu sollen die Talsperren im Quellgebiet der Weser dienen.

Mit der Wasserregullerung durch Aufspeicherung der Winterwasser < den Talsperren - standen aber auch große wirtschaftliche Kulturaufgaben in innigem Zusam­menhänge un^war: 1 . eine große Kraftgewinnung,

2. die Beseitigung der schädigenden Hochwasser in den Flußgebieten der Weser und deren Nebenflüsse. Auch für

den Kalibergbau ist die Hebung des kleinen Wasserstandes in trokenen Sommern auf einen mittleren von großer Bedeutung, weil durch die erheblich größere Wasserführung die beste Lösung für die Unschädlichmachung der Versal­zungen gegeben ist; jetzt können die Uferstaaten das Fluß­wasser wegen des hohen Salz- und Chlorgehaltes für die Wasserversorgung der Städte und verschiedene Industrie­zweige nicht gebrauchen: im oberen Werratal befinden sich allein 34 Gewerkschaften für Kaligewinnung.

Durch langjährige Untersuchungen wurde festgestellt, daß durch eme Winterwasser-Aufspeicherung von ca. 700 Millionen Kubikmeter der schiffbare Wasserstand der Weser bei Kleinwasser auf 1,65 Meter Mindest-Fahrtiefe gehal­ten werden kann, sodaß ein modern aus Stahl gearbeite- ^000-Tonnen-Kahn von ca. 73 Meter Länge und 9 Meter Breite mindestens 8000 To. Ladung in trockenen bommern transportieren kann. Durch den Bau der Eder­talsperre, welche bei voller Füllung 205 Millionen Kubik- meter f?ßtz wird in trokenen Sommern bei Kleinwasser­stand Me Weser bei Münden um 25 Zentimeter aufgehöht. Durch die Errichtung weiterer Talsperren in den Flußae- bieten der Werra und Fulda und deren Nebenflüssen °t?Qn aufgespeichert werden, das insgesamt

rund 680 Millionen Kubikmeter Wasser aufgespeichert werden können. Hierzu liefert die bereits ausgebaute

Millionen Kubikmeter Wasser. Weiterhin ist der Bau von 9 Talsperren mit einem Ge­samtinhalt von 475 Mill. Kubikmeter Wasser vroiektiert eine dieser ist die die Stadt und nähere Umgebung von Fulda besonders interessierende, welche vonPfortbis zur Stadt Fulda reicht: sie ist ca. 20 Km. lang und an der breitesten Stelle 1 Km. breit. Der Inhalt des Staubeckens ist auf 200 Millionen Kubikmeter Wasser berechnet: zwei weitere Talsperren sind an der Ulster bei Tann geplant.

, ^0 Km. langen Wasserstraße von Hann.-

Münden bis Nürnberg sind 19 Schleusen projektiert.

X größter Bedeutung ist jedoch die Gewinnung

der Wasserkräfte und deren Verwertung als Kraftquelle für gebrauchsfähige Kraft und Licht. Das 174 Meter betra­gende Gefälle zwischen dem höchsten Punkte des Kanals (Thüringen) und Hann.-Münden wird in 13 Kraftwerken an den Schleusen in elektrische Energie umgewandelt, desgleichen die bedeutenden Kräfte von 6 Talsperren Die Gesamtkräfte arbeiten in ein gemeinschaftliches Hoch-^ spannungsnetz und von diesem aus wird die Stromabgabe nach den Vedarfsgebieten verzweigt. In den 5 Sommer­monaten können allein auf dieser Strecke täglich 1 200000 0. S. erzeugt werden, in den Wintermonaten täglich 1 440000 ?. 8. ^ '

Kassel. DerWerrakanalverein" hat in einer Versammlung seines Vorstandes wie seines Ausschusses, welche zu Kasse! am 29. April stattfand, wichtige Beschlüsse gefaßt. Wie bereits mitgeteilt worden ist, hat sich der Minister der öffentlichen Arbeiten im Abgeordnetenhaus dahin ausgesprochen, daß er bei einem etwaigen Anträge nicht abgeneigt sei, die Vorarbeiten für den Weser- Do nau-Kanal bewirken zu lassen. Darauf hin haben nun Vorstand und Ausschuß in ihrer Sitzung vom 29. vorigen Monats einstimmig beschlossen, bei dem Minister einen entsprechenden Antrag einzubringen. Hierbei erklärte sich der Vorstand und Ausschuß damit einverstanden, daß auch .eine Linienführung über Kassel in die Vorar­beiten mit einbezogen würde. Die Kanallinie würde bei Berka an der Werra abzweigen, überBebra die Ful­da erreichen und auf dieser über Kassel in die Weser einmünden. Ebenso wurde beschlossen, mit dem Bayeri­schen Staatsministerium in Verbindung zu treten, damit die auf dem bayerischen Gebiete liegende Kanalstrecke (von etwa 50 Kilometer Länge) seitens des bayerischen Staates bearbeitet wird. Die Verhandlungen mit beiden Ministerien sollen umgehend durch eine, besondere Kom­mission ausgenommen werden, die aus den Herren Erster Bürgermeister Dr. Becke in Minden, Oberbürgermeister Koch in Kassel, Oberbürgermeister Schmieder in Eisenach und Oberbürgermeister Wächter in Bamberg gebildet ist.

Anfangs Mai ist in dem Plane für den Weser-Wer- ra-Donau-Kanal eine neue Wendung eingetreten, nach welcher unter Umständen der Kanal in seinem Unterlauf von Berka ab in das Fuldatal hinein verlegt werden soll. Das Werratal würde bei Berka verlaßen werden, und die Linie würde die Wasserscheide zwischen Werra und Fulda etwa bei Hönebach überschreiten - oder auch unterschreiten. Die Wasserscheide liegt nämlich etwa auf 330 Meter Seehöbe, während der Kanalspiegel bei Berke auf etwa 220 Metör zu liegen käme, sodaß etwa 110 Meter zu überwinden wären. Ob dies durch offene Uebersteigung oder durch einen Tunnel (wie bei Grimmen- thal) zu geschehen haben wird, werdey die Vorarbeiten ergeben: letztere gehen nach den neuesten Beschlüssen des Werra-Kanal-Vereins" in die Hände der preußischen Negierung über, sodaß man sich einer durchaus unpartei­ischen sachgemäßen Behandlung der Frage versichert hal­ten darf.

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Die Calfperren-Projekte

im Gebiet der Werra und Fulda in Pcrbindnng mit dem Entwurf des Nordsce-Donatt-Kanalcs.

In diesen Gebieten sind im Werra-Quellabschnitt 5, im Fuldaabschnitt 2 und der Itz eine Talsperre mit insge­samt 700 Millionen Kubikmeter Wasserraum geplant.

Außer dein oberen Ouellgebiete der Werra (Thür.) kommt die Nhön als Haupt-Zuflußgebiet für die Werra in Frage. Die Ulster und Felda führen zeitweise große ver­heerende Hochwasser zu Tal, deren Einfluß sich nicht allein in dem engeren Abfluggebiete geltend macht, sondern auch im