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(Giestc«cr Tageblatt)
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Verlag der „Gietzener Zeitung", Gießen.
(Neueste Nachrichten)
Rr. 42. Telephon Nr. 362. Mittwoch, den 8. Mai 1918,
Telephon Nr. S62. 31. Jahrg.
Dcr Friede von Bukurest.
Vergebliche feindliche Angriffe im Westen.
Die ruffifche Rote Garde in Finnland vernichtend geschlagen.
Finnland als Monarchie.
Der friede mit Bukarest.
Bukarest, 7. Mai. Der Friedensvertrag mit Rumänien ist heute um 11 Uhr vormittags von den Bevollmächtigten der vier verbündeten Mächte unter' zeichnet worden. Der feierliche Schlußsitzung, in welcher die Unterzeichnung erfolgte, fand unter dem Vorsitz des Staatssekretärs von Kühlmann in Cotloccni und zwar in demselben Raume statt, in dem seinerzeit der Eintritt Rumäniens in den Weltkrieg beschlossen wurde. Der Friede wird den Namen „Friede von Bukarest" führen. Der Wortlaut des Vertrages wird alsbald veröffentlicht werden.
flmillcbe üeutscde Cag«bericbte.
20000 Tonnen verlenl«.
Berlin, 3. Mai. Eines unserer Untersetboote, Kommandant Kapitänleutnant Neurcuter, arbeitete in der Irischen See und deren Zufahrtsstraßen mit gutem Erfolge gegen den Handelsverkehr unserer Feinde. Fünf bewaffnete, Zumeist lief beladene Dampfer und 1 Segler sielen ^en Angriffen des Bootes zum Opfer. Namentlich festgestellt wurde der bewaffnete englische Dampfer „Brakondale" (2093 Br-Reg.-To). Im ganzen wurden nach neu eingegangenen Meldungen der Unterseeboote 20000 Br. Reg.-To. versenkt.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 4. Mai 1918 Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Heeresgruppen Deutscher Kronprinz.
An den Schlachtfronten ist die Lage unverändert. Die Artillerietätigkeit war in vielen Abschnitten, namentlich auch während der Nacht, lebhaft. Im Kemmel Gebiet und zu beiden Seiten der Avre steigerte sie sich heute morgen zu größerer Stärke. Ein englischer Teilangriff südwestlich von Arras wurde abgeschlagen.
Heeresgruppe Gallwitz.
Vor Verdun lebte die Artillerietätigkeit auf.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Nach erfolglosen Eekundungsvolstößen des Feindes an der lothringischen Front blieb die Gefcchtstätigkeit am Vormi.tag gering. Am Parroy-Walde und westlich von Blamont am Nachmittag von neuem auflcbendec Feucrkampf ließ mit Einbruch der Dunkelheit nach.
» r, „ gossen gestern 25 feindliche Flugzeuge und * Fesselballone ab. Leutnant Buckler eccangs einen 33, Leutnant Purtter seinen 22. Luftsieg.
Finnland.
Südwest Finnland ist vom Feind befreit. Deutsche Truppen im Verein mit finnländischen Bataillonen griffen den Feind zwischen Lahti und Tavastehus umfassend an und haben ihn in fünftägiger Schlacht trotz erbitterter Gegenwehr und verzweifelten Durchbruchs- versuchten vernichtend geschlagen. Finnländische Kräfte verlegten ihm den Rückzug nach Norden. Von allen Seiten umstellt, streckte der Feind nach schwersten blutigen Verlusten die Waffen. Wir machten 20000 Gefangene, 50Geschütze, 200 Maschinengewehre, tausende von Pferden und Fahrzeugen wurden erbeutet.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorsf.
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Berlin, 4. Mai, abends. Gegenangriffe der Fr-n- zosen gegen den Kemmel und gegen Batlleul sind unter schweren Verlusten gescheitert.
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l 7 »ooo Tonnen!
Berlin, 4 Mai. An der Westküste von England wurden von einem unter dem Kommando des Kapitänleutnants Freiherrn von Loe stehenden Unterseeboot 2
besonders wertvolle Dampfer, nämlich der englische „Lake Michigan" (9288 Brt.) und ein anderer, 8000 Lrt. großer Dampfer aus demselben stark gesichelten Geleitzuge herausgeschossen. Zusammen waren es
»7.000 B. R. T
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
wtb. Großes Hauptquartier, 5. Mai 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Nach stärkster Feuecvorbereitung griffen französische Divisionen unsere Stellungen am Kemmel und bet Bail leu l vergeblich an. Sie wurden unter schweren Verlusten abgewiesen und ließen nnhc als 300 Gefangene in unserer Hand. Der beabsichtigte Angriff einer eng- lischen Division westlich von Bailleul kam unter unserem Feuex nich' zur Entwicklung. — Südlich von HebuUrne scheiterten starke englische Vorstöße. An den Kampffronten beiderseits der Somme lebte die Artillerietätigkeit am Abend auf. Sie war namentlich bei Villers Bretonneux und auf dem Westufer der Avre gesteigert. — Von der übrigen Front nichts von Bedeutung.
Von drn anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalqualtiermeister: Ludendorsf.
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Berlin, 5. Mai, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Euftkampf an Flanderns Hüfte.
Beclin, 5. Mai. Drei deutsche Seestugzeuge schossen am 4. Mai vor der flandrischen Küste 4 fiinoliche Seeflugzeuge ab. Zwei feindliche Flieger wurden schwer vecwundet auf dem Luftwege geborgen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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Berlin, 5 Mai. Neue U-Bootserfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz 12000 Bruttoregistertonnen. Unter den versenkten Schiffen befindet sich 1 Tank dampfer, der an der Ostküste Englands torpediert wurde.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 6. Mai 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Im flandrischen Kampfgebiet fühlten wir erfolgreiche Unternehmungen durch. Ein feindlicher Teilangriff südlich von Loker scheiterte. Am frühen Morgen vorüber- g hend heftiger Artilleriekamps zwischen Apern und Bailleul. Tagsüber lag nur der Kemmel unter stärkerem Feuer. — Auf dem Nordufec der Lys, am La Bassee- Kanal und in^einzelnen Abschnitten des Schlachtfeldes beiderseits der Somme lebte die Feuertätigkeit am Abend auf. Etkundungsgefechte und Vorstöße in die feindlichen Linien bei Hangard und südwestlich von Bcimont brachten Gefangene ein.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
In Vorfeldkämpfen mit Amerikanern südwestlich von Blamont und mit Franzosen am Hartmannsweilec- kopf machten wir Gefangene.
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues
'Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorsf.
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Berl in 6. Mai, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
16500 Tonnen versenkt.
Berlin 6 Mai. An der Westküste Englands wurden neuerdings versenkt 10500 Bruttorcgister- tonnen. Sämtliche Schiffe waren tief beladen. ElNlr der. Dampfer wurde aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
wib. Großes Hauptquartier, 7. Mai 1919.
Westlicher Kriegsschauplatz:
An den Kampffronten war die Artillerietätigkeit in den Morgenstunden lebhaft. Tagsüber blieb sie meist gering. — Auf dem Nordufec der Lys scheiterten Vorstöße englischer Kompagnien. Zwischen Ancce und Somme setzte der Feind auf Bcaye zum nächtlichen Angriff an; beiderseits der Straße Cordte—Broy.' konnte ec unsere vordere Linie erreichen; im übrigen brach der zweimalige Ansturm schon vor unseren Posten verlustreich zusammen. Der Arttlleriekamps hielt hier bis zum Tagesanbruch in großer Stärke an. Südlich von Brimont stießen Stcum- abteilungen über den Aisne Kanal in die feindliche Stellung bei Coucey vor und brachten Gefangene zurück. — An der übrigen Front vereinzelte Vorfeldkämpfe.
Osten.
In den Hafenanlagen von Marinpol wurden wir durch russische Schiffe beschossen.
Mazedonische Front:
Starke englische Abteilungen griffen gestern abend bulgarische Stellungen südlich vom Dotran-See an. Sie wurden abgewiesen.
Asiatischer Kriegsschauplatz.
Der Vorstoß englischer Brigaden von Jericho aus über den Jordan nach Osten und Nordosten ist zum Scheitern gebracht worden. Nach erbittertem fünftägigem Kampfe wurde der Feind in seine Ausgangsstellungen zurückgeworfen. Teile deutscher Truppen haben sich hierbei an der Seite ihrer türkischen Kameraden hervorgetan. Die den Engländern abgcnommene Beute ist erheblich.
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Berlin, 7. Mai, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Die Höbe noch nicht erreicht
* Zürich, 6. Mai. Der „Corr. della Sera" meldet von der Westfront, es sei töricht, zu hoffen, daß die deutsche Offensive bereits vorüber sei oder daß sie ihren Höhepunkt erreicht hätte. Die K a i s e r s ch l a ch t würde in aller Bälde mit furchtbarer Gewalt los- brechen. Das Ziel der Entente sei nicht nur die Abwehr dcr deutschen Angriffe, sondern auch die Initiative der Kampffortsetzung an sich zu reißen.
Finnlands Hrone.
* Genf, 6. Mai. Zu der Meldung von Verhandlungen über die Übernahme der Königskrone Finnlands durch den Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg berichtet eine Helstngforsec Drahtung, daß Herzog Adolf Friedrich sich zur Annahme der Köaigskrone bereit erklärt habe. — Anderen Meldungen aus Helsingfors zufolge tritt nunmehr die gesamte dortige Presse für die Einführung der Monarchie in Finnland ein.
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Die Säuberung Tinnlands.
Das finnische Hauptquartier meldet: Die Operationen zur Reinigung des Gebiets westlich und südwestlich von Tavastehus werden fortgesetzt. In den letzten Tagen wurden über 2000 Gefangene gemacht. Unter der Leitung des Generalmajors Lindner haben die Operationen gegen die noch kämpfende Rote Garde in der Gegend von Kotka und Frederiksham zu neuen entscheidenden Ergebnissen geführt. Bei Ingernis machten wir 1500 Gefangene und eroberten sieben Geschütze und zwanzig Maschinengewehre. Am Sonntag morgen wurde Kotka erobert. Die Zahl der Gefangenen stieg über 2000. Der Versuch der Roten Garde, auf dem Seeweg nach Rußland zu entkommen, wurde von deutschen Kriegsschiffen verhindert. Die auf Frederiksham vorrückenden Truppen erreichten Dere- joski und machten über 3000 Gefangene. Das Ostheer eroberte die Küstenbatterien bei Trongsuna mit schweren Geschützen.


