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Druck der Gießener Verlagsdruckcrei, Albin Klein.
Nr. 41. Telephon Nr. 362. Samstag den 4. Mai 1918.
Telephon Nr. 382. 31. Jühtg.
Wir siegen Militärisch und wirtschaftlich!
Die Beute der letzten deutschen Offensive im Westen bis 1. Mai:
127 WO «uverwnudete Gefangene And 160b Geschütze.
In Finnland wurde Wiborg genommen und in der Krim Sebastopol besetzt.
vie ilemsche Beute im Uleften.
Mit der Eroberung des Kemmeln.assivs hat sich die deutsche Beute in der. Westschlacht bis zum 1. Mai aus über L2VOOO gezählte unverwundete Gefangene und über 1600 Geschütze gesteigert. Besonders erwähnenswert ist, daß die am Kemme! eingebcachten Gefangenen zum garrz überwiegenden Teil den Elite- divisiönen der französischen Armee angehören. Auch die nach vielen Tausenden zählende Maschinengewehrbeute ist wieder um einige hundert vermehrt worden.
Air siegen militätisch und wittscbastllcft!
* Berlin, 28. April. Der Kaiser hat an den Reichs kanzler Dr. Grafen v. H e r t l i n g folgendes Telegramm gerichtet:
„Der Verwaltungsbericht der Neichsbank für das Jahr 1917, den mir der Staatssekretär des Reichswirt- schaftsamts mit 'eingehendem Bericht vorgelegt hat, gibt mir ein Bild von der glänzenden Verfassung unseres Geldmarktes und von der Widerstandskraft unseres Wirtschatslebens, das mich mit stolzer Freude erfüllt und für das ich allen Beteiligten meine warme Aner- kennung aussprechen möchte. Gewiß danken wir diesen einzigartigen Erfolg in erster Linie den Siegen, die Gottes Gnade unfern Führern und Kämpfern in Heer und Flotte geschenkt hat. Sie begründen das starke Vertrauen auf die unüberwindliche Kraft und Zukunft des Vaterlandes, das, wie der großartige Erfolg der 8. Kriegsanleihe beweist, alle Glieder des Volkes erfüllt. Daneben ist es aber die hervorragende Politik unserer Reichsbank, die im Verein mit der Leistungsfähigkeit und vaterländischen Gesinnung der beteiligten Kreise zur Aufbringung der Kriegskosten den unerschütterlichen Rückhalt gegeben hat. Es ist mir eine Freude, dies grade vom Schlachtfeld und unter dem Eindruck des unauf. Haltsamen Vordringens zum Ausdruck zu bringen. Wir siegen militärisch und wirtschaftlich und gehen einer gewiß nicht leichten, aber starken Zu- kunft entgegen,"
vie militätische Lage in nordfrankreicft.
Bern, 2. Mai. Die Einnahme des Kemmelberges wird von der französischen Presse weiter besprochen. „Die Höhen, die der Feind jetzt angreife und größtenteils schon zu Fall gebracht habe, seien die letzte Schranke, die die Straße nach Dünkirchen versperrten."
Das „Sccolo" meldet aus Paris: Die Räumung des Departements Pas de Calais ist so gut wie beendet. Die Behörden des Departements arbeiten bis auf weiteres in Paris, wohin auch die höchsten Behörden von Amiens und Hazebrouk übersiedelten.
Die nächste Befestigungölinie der Engländer mit Front gegen Süden zieht sich in Nordfcankreich erst viel weiter nördlich, etwa 15 Kilometer von der Küste ent- fernt, von Handschote ausgehend, um Dünkirchen herum. An dieser bis jetzt noch nicht vollkommen ausgebautcn Stellung arbeiten die Engländer zurzeit mit ganzer Kraft.
Der Wochenbericht des amerikanischen Kcicgsamtes sagt, daß der Ausgang der gegenwärtigen Kampfhand- mngen an der Westfront lediglich von der Frage der Reserven abhänge. In militärischen Verbandskreiscn ist man der Ansicht, daß der Plan der feindlichen Heeresleitung dahin gehe, durch Umfassung die britische Front von Arras obzudrängen, alsdann Amiens zu nehmen und den Brückenkopf bei Ipern zum Verschwinden zu bringen.
Der „Züricher Anzeiger" meldet: Die englischen Truppen sind aus den Linien gegenüber dem Frontwinkel ^angemaxck — Zillebeke — Voormezeele, die durch den
deutschen Druck stark gefährdet waren, ganz oder zum größten Teil herausgezogen. Französische und belgische Truppen haben sie ersetzt.
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* Berlin. Der Bahnhof Hazebrouck lag am 19. April unter Zusammengefaßtem deutschem Feuer. Ein* wandfcei wurde starke Wirkung festgestellt. Mehrere Brände sind beobachtet.
* Zürich. Die Schweizer Depescheninformation meldet: Laut „Journal des Debats" dauert der große Brand in Reims fort. Die Lage der Stadt ist schrecklich.
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* Genf. Rouanet, ehemaliger sozialistischer Abge- geordnetec von Paris, schreibt in der Verite Die feind- liche Presse braucht nicht zu erfinden, um Frankreich als entmutigt und zum Bürgerkrieg bereit hinzustellen. Die Spalte der Gecichtsfälle genügt. Zahllose Untersuchungen gegen Urheber niederlagesüchtiger Redensarten sind eröffnet. Unsere Gefängnisse sind überfüllt von Angeklagten, die Friedenssehnsucht und Abscheu vor dem Krieg bekundeten.
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* Zürich. Die „Züricher Morgenzeitung meldet: Es hat den Anschein, daß hinter all den blutigen Angriffen an verschiedenen Punkten der Front Hin den- burg etwas Großes plant, das sich in den nächsten Tagen entwickeln wird. Die lebhafte Artillecietätigkeit am Ehemin des Domes, bet Reims und Verdun sei auffällig.
Unliebe fleiufebe Cagesbericbie.
wtb. Großes Hauptquartier, 1. Mat 1918.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht
In Flandern lebte der Feuerkampf in den Abschnitten von Locker und Dranoeter zu größerer Heftigkeit auf. Frisch in den Kampf geworfene französische Kräfte ver- suchten vergeblich gegen Dranoeter vorzudringen. Ihr mehrfacher Ansturm brach in unserem Feuer zusammen. — Auf dem Schlachtfeld beiderseits der Somme führten wir erfolgreiche Erkundungen durch. — Vorstöße in die feindlichen Linien südwestlich von Royon und über den Oise—Aisne-Kanal bei Varesnes brachten mehr als 50 Gefangene ein. — An dex übrigen Front nichts von Bedeutung. ,
Finnland.
In verzweifelten Kämpfen versuchte der Feind unsere Linien nordöstlich von Tavastehus und bei Lahtt zu- durchbrechen. Unter schwersten Verlusten wurde er zurück- geschlagen. Finnländtsche Truppen haben die Festung Mikorg genommen.
Ukraine.
In der Krim haben wir Theodosia kampflos besetzt.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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Berlin, 1. Mai, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
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26,000 rönnen!
Berlin, 1. Mai. Im westlichen Mittelmeer versenkte neuerdings ein WBoot, Kommandant Kapitänleutnant Klasing, bei schwerem Wctter 5 Dampfer von zusammen etwa 2 ö.ooo Sruttoreglltenonnen. Alle Dampfer waren gesichert, 4 von ihnen tief bUaden.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 2. Mai 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
An den Schlachtsronten ist die Lage unverändert. Der Artilleriekampf war im Abschnitt des Kemmelberges gesteigert. Auch zwischen Somme und Lucebach, bei Montdidier, Lassiguc und Noyon lebte ec vielfach auf. Im übrigen blieb die Gefechtstätigkcit auf Erkundungen beschränkt.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
An der lothringischen Front war die französische Artillerie in den Nachmittagsstunden rege. Kleinere Vorstöße des Feindes wurden abgewiesen.
Ukraine.
Vor Sekastopol brachen wir feindlichen Widerstand. Die Stadt wurde am 1. Mat kampflos von uns besetzt.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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Berlin, 2. Mai, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
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19 ooo tonnen.
Berlin, 2. Mai. Auf dem nördlichen Kriegsschauplätze wurden wiederum 19000 Bc.-R.-To. vernichtet Zwci Dampfer wurden im Aermelkanal aus stark gesicherten Geleitzügen herausgeschossen. Namentlich sestae- stellt wurden der Dampfer „Knight Templarz" (7175 Br.-R.-To.) und der englische Raaschooner „Wilson."
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 3. Mai 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
An den Schlachtfronten lebte der Artilleriekampf in einzelnen Abschnitten auf. Starker Feuerwirkung folgten feindliche Teilangriffe südlich von Villers-Bcetonneux und auf dem Westufer der Avce. Im Gegenstoß machten wir Gefangene. Im übrigen beschränkte sich die Infanterie auf Erkundungen. — An der lothringischen Front hielt die rege Tätigkeit des Feindes an.
Ukraine:
Auf der Linie JekaterinoSlawCharkow find wir in das Donez-Gebiet einmarschiert. Am Asowschen Meer haben wir Taganrow besetzt.
Der Erste Genecalquactiermeister: Ludendorff.
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Berlin, 3 Mai, abends. In Südwestfinnland haben wir den Feind in fünftägiger Schlacht bei Lahtt und Tavastehus vernichtend geschlagen, 20000 Ge- fangene. — Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
In der Ukraine Rada und Regierung gefröret.
* Berlin, 2. Mai. In der Ukraine sind die alte Rada und die bisherige Regierung von in Kiew eingetroffenen Bauerndeputiecten gestürzt worden. Die neue Regierung hat sofort erklärt, sich auf den Boden des Brest-Litowsker Friedens zu stellen. Wie weiter berichtet wird, sind die in Kiew verhafteten Per- sonen inzwischen aus der Haft entlassen worden. Die Verhaftung hängt übrigens nicht mit der Staatsum- wälzungjin der Ukraine zusammen. In der Stadt haben sich Kämpfe abgespielt, in die indessen die deutschen Truppen nicht eingegriffen haben.
TrUdensgedanRcn.
* Rotterdam 3 Mai. Nach Londoner Berichten haben in London zahlreiche Versammlungen für die baldige Einleitung von Fciedensverhandlungen statt- gesunden.
Der Pariser „Temps" schreibt in einem aufsehenerr regenden Aussatze: Die Stadt Paris erör tert seit einigen Tagen. Friedensgedanken.
* Rotterdam, 3. Mai. Die „Daily News" melden von der Front aus Frankreich: Wir werden in den nächsten Tagen gezwungen sein, unter Umständen weiter zurückzugehen. Die Bahnlienie AmienS —B eth u n c—H azeb rou k ist in schwerer Gefahr.
Vas Feldheer braucht dringend heu und Stroh!
_Landwirte helft dem Heere!
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