Amtliche deutsche Dge$berichte.
Berlin, 19. April. Im Sperrgebiet des Mittelmeeres versenkten unsere U-Boote 6 Dampfer und 5 Segler von zusammen etwa 26 000 Br. R.-T. Außer, dem vernichtete ein U-Boot vor Biserta die französische U-Bootfalle „Madeleine", 149 B.-R. T. groß, einen mit zwei 7,50em-Geschützen bewaffnetenZweimaststaffelschoner mit Hilfsmotor und Funkentelegraphie und machte 3 Mann der Besatzung zu Gefangenen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 20. April 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
An den Schlachtfronten blieb die Tätigkeit der Infanterie auf Erkundungen beschränkt. Starker Feuerkampf bei Wytschaete und Bailleul. Zwischen Srarpe und Somme lebte die Arttllerietätigkett gegen Abend auf. An der Avre nordwestlich von Moreuil blieb sie tagsüber gesteigert.
In den Vogesen südwestlich von Marktrch brachte ein erfolgreicher Vorstoß in die feindlichen Linien Gefangene ein.
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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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Berlin, 20. April, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
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2$ooo tonnen verrenkt.
Berli«, 2O April. Wieder 28 000 Bruttoregtster- tonnen versenk:! Hiervon hat ein Unterseeboot unter der bewährten Führung des Kapitänleutnants Rose in zäher, fast zweitägige Verfolgung eines stark gesicherten Geleitzuges bei schwerem, die Tätigkeit des Bootes behinderndem Wetter 3 Dampfer mit zusammen über 21000 Brt. aus dem Geleitzug herausgeschossen, darunter den englischen Dampfer „Port Campbell" (6230 Brt.) und den Tankdampfer „Ca-dillac" (11140 Brt.).
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Engländer, darunter 2 Offiziere, gefangen und erbeuteten 22 Minenwerfer und einige Maschinengewehre. Der Artilleriekampf lebte nur in wenigen Abschnitten auf. — An der übrigen Front blieb die Gefcchtstäti.keit in mäßigen Grenzen. — Südwestlich von Altktrch machten wir bei einem Erkundungsvorstoß Gefangene.
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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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Berlin, 22. April, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
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wtb. Großes Hauptquartier, 23. April 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
An den Schlachtfronten blieb die Gefechtstätigkeit auf zeitweilig auslebenden Artilleriekampf und örtliche Jnfanterieunternehmungen beschränkt. — Die englische Infanterie war namentlich zwischen Lens und Albert sehr tätig. Eckundungsabteilungen, die an zahlreichen Punkten gegen unsere Linien vorstießen, wurden überall Zurückgeschlagen Vergeblich versuchte der Feind mit starken Kräften das aln 21. April am Walde von Aveluy verlorene Gelände wiederzunehmen und beiden seits dex Straße Bouzincourt — Aveluy die Bahn nörd. lich von Albert zu gewinnen. In mehrfachen, verlustreichem Ansturm büßte-er Gefangene etn.Mn den übrigen Fronten nichts von Bedeutung.
In den beiden letzten Tagen wurden 30 feindliche Flugzeuge abgeschoffen. Leutnant Bucklec errang seinen 32., Leutnant Menkhoff seinen 25. Luftsieg.
Mazedonische Front:
Zwischen Ochrida- und Prespasee sowie nordwestlich von Monastir Artillerie- und Minenkämpfe. Deutsche Abteilungen stießen westlich von Makovo in französische Stellungen vor. Bulgarische Truppen wehrten jüdltch des Dotransees englische Tetlongriffe ad. Einige Franzosen und Engländer wurden gefangen.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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Berlin, 23. April, abends. Von den Kriegsschau- Plätzen nichts Neues. _
wtb. Großes Hauptquartier, 21. April 1918.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Deutscher Kronprinz.
An den Schlachtfronten führten beiderseitige Erkundungen zu heftigen Jnfanteriegefcchten. Bei La Bassee, Lens und Albert llbhafter Feuerkampf. Auch zwqchen Avxe und Oise war die Artillerietätigkeit vielfach rege.
Heeresgruppen Gallwitz und Herzog A l b r e ch t.
Zwischen Maas und Mosel griffen niedersächsische Bataillone Amerikaner ln ihren Stellungen bei Seiche- prey an. Sie erstürmten den Ort und stießen bis zu 2 Klm. Tiefe in die feindlichen Linien vor. Schwächere Gegenstöße des Feindes wurden abgewusen, stärkere Angriffsvecsuche durch Niederhalten im Anmarsch und in der Bereitstellung erkannter Truppen vereitelt. In der Nacht wurden unsere Sturmtruppen nach Zerstörung der feindlichen Anlagen in ihre Ausgangslinien zurückgenommen. Die blutigen Verluste der Amerikaner sind außerordentlich hoch. 183 Amerikaner, darunter 5 Offiziere, wurden gefangen, 25 Maschinengewehre erbeutet. Nordwestlich von Merville (östlich von Pont-a Mousson) machten wir im Vorfeldkampfe mit Franzosen Gefangene.
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Rittmeister Frhc. v. Richthofen errang an der Spitze der bewährten Jagdstaffel 11 seinen 79. und 80., Leutnant Buckler seinen 31. Luftsieg.
Ukraine.
Rach Ueberwindung feindlichen Widerstandes bei Pierekop und Kart Kasak haben sich unsere Truppen den Weg in die Krim geöffnet.
Mazedonische Front:
Rege Tätigkeit des Feindes westlich vom Toiran- See und in der Struma Ebene.
Der Erste Generalquartiermeister: Luden d ocff.
Berlin, 21. April, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
I5000 Tonnen versenkt.
Berlin, 21. April. Im östlichen Teil d.s Ärmelkanals, auf der Linie, auf der vorwiegend die Kriegsmaterialtransporte des Feindes vor sich gehen, schoß eines unserer 11 Boote, Kommandant Oberleutnant z. S. Waczecha, den vollbeladenen englischen Dampfer „High- m , ® Q * 5ei ' (3669 Brt.) und einen weiteren mindestens Brt großen Tompfcr, letzteren aus einem großen, iiair gesicherten Gcieitzug heraus. Gesamttonnenzah! aus den neuerdings eingegangenen Meldungen: 15000 Bruttorcgtstertonnen.
Der Chef d.s AdmCcilstabs dec Maiine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 22. April 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
An den Schlachtfronten örtliche Infanterie-Unternehmungen. Versuche des Feindes, über den La Bassee- Kanal nordwestlich von Bethune vorzudringen, scheiterten in unserm Feuer. Nördlich von Alben nahmen wir 88
Ricbthofen gefallen f.
* Berlin 23. April. Rittmeister Freiherr v. Ricbthofen ist gestern an der Somme nach Erringung seines 80. Luststeges im Luftkampf ge- fallen. Tiefe Trauer wird allenthalben diese schmerzliche Nachricht erwecken.;
lieber den letzten Flug meldet Wolff folgende Tatsachen:
* Berlin, 23. April. Am 21. April ist Rittmeister Manfred Freiherr v. Richthofen von einem Jagdflug an dec Somme nicht Zurückgekehrt. Nach übereinstimmenden Wahrnehmungen seiner Begleiter und verschiedener Erd beobachten stieß Richthofen einrm feindlichen Jagdflug' zeug in dec Verfolgung bis in eine geringe Höhe nach, als ihn eine Motorstörung zur Landung hinter den kindlichen Linien zwang. Da die Landung glatt der- ief, bestand die Hoffnung, daß Freiherr von Richihofen unversehrt gefangen sei.
Eine Meldung des Reuterschen Bureaus vom 23. April läßt jedoch keinen Zweifel darüber, daß Rittmeister Freiherr von Richthofen den Tod gefunden hat. Da Richthofen als Verfolger von seinem Gegner in dec Luft nicht getroffen worden sein kann, so scheint er einem Zufallstreffer von der Erde zum Opfer gefallen zu sein. Nach einer englischen Meldung wurde Freiherr von Richthofen auf dem Kirchhof in der Nähe seines Landungsplatzes am 22. April unter militärischen Ehren bestattet.
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Ricbtbofens fliegend
lieber Nichthosens Tod berichtet der Kriegsberichterstatter von „Daily Ehronstcle" der „Köln Ztg " neu- olge: Richthofen erschien mit seinem Jagdgeschwader von ungefähr 30 Flugzeugen am Sonntag über den englischen Linien im Sommetal. Bald waren rund 50 Maschinen im Gefecht. Von allen Seiten kamen Flieger herbei, um teilzunehmen. Es war ein erbrttectec Lustkampf. Plötzlich wurde Richthofens Flugzeug in einer Höhe von 50 m wahrgenommen und stürzte vor )en Augen des Feindes nieder. Als man seine Leiche and, zeigte es sich, daß ec einen Schuß in die Brust dicht neben dem Herzen erhalten hatte.
Ein deutscher Held ist vom Licht geschieden, eine Siegfriedsgestalt im lachenden Jugendfrühling, von dem die fernsten Mären den Enkeln noch künden werden. Eine Trauer geht durch das ganze deutsche Bolk um den Einen, der dahinsank, tvo so viele Hunderttausende neben ihm die deutsche Treue mit ihrem Herzblut besiegelten. Das macht, er war in seinem Tun und Wesen die Verkörperung und das Vorbild der deutschen Jugend, ein kühner Degen, wie sie einst am Sagenhof des großen Dietrich saßen und die Nachwelt mit dem Ruhm ihrer kühnen Abenteuer füllten. Aber so kürz an Jahren sein Dasein mar, so überreich ist es gewesen an Erfolgen und wohl auch am Glücksgefühl des Siegers und des Mannes, der an jedem Tag den Feind und den Tod gemeistert. Und darum dürfen wir uns in aller Trauer am Hügel dieses Gefallenen des alten Wortes erinnern: Wen die Götter lieb haben, den lassen sie jung sterben. Das Leben, ein wogender, rauschender, siegreicher Kampf, dann mitten aus vollem, brausendem Leben heraus ein rascher Kümpfertod — ein Schicksal, das sich mancher, und nicht der Schlechteste, wohl erbitten möchte.
Manfred Freiherr v. Richthofen ist nur 26 Jahre alt geworden. Im November 1912 zum Offizier befördert, wurde er am 22 . März 1917 Oberleutnant und am 8. April anläßlich seines 39. Luflsieges Rittmeister, ein Dienstgrad, den im Frieden ein fähiger Offizier nach dreizehn Jahren erst erreicht.
London, 22. April. Reuters Berichterstatter telegraphiert vom 2. : Die Deutschen setzen ihre Versuche, über das weite und und wüste Gebiet südlich und westlich Passchendaele vorzustoßen, fort- Der Femd streut weiterhin seine Geschosse. Amiens wurde heftig bejchoffen. Außer einem Volltreffer auf die K athedrale, der vor einigen Tagen gemeldet wurde, entstellen jetzt drei weitere Granateinschläge das altehrwürdige Gebäude. Im Laufe des gestrigen Tages wurde der berühmte Flieger Freiherr v. Rich t- hofen rm Sommetal abgeschoffen. Sein Leichnam wurde aebor- gen und wird heute mit militärischen Ehren bestattet.
Irlands Widerstand.
Rotterdam, 20. April. „Nieuwe Rottecd. Cour." meld-l aus London, daß von den 3o Bischöfen Irlands 27 das Manifest gegen die Dienstpflicht unterzeichnet haben. Die Pfarrgetstlichen werden ihren Pfarrkindern den Eid abnehmen, daß sie sich mit ollen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln der Dienstpflicht widersetzen werden. Die Lage ist so ernst daß selbst die unionistische „Irish Times", die für die Dienst- pfücht ist, die Regierung beschwört, sich durch eine freiwillige Rekrutierung aus dec Verlegenheit zu ziehen.
R o t t e r d a m, 23. April. „Daily Chconicle" meldet, die irländischen Parlamentsmitglieder beschlossen, während des ganzen Krieges dem Parlament fern zu bleiben, um die Bewegung gegen die Dienstpflicht m Irland ducchzuführen.
_ * Amsterdam, 21. Apr 1. In Dublin fand am
Samstag eine Beratung dec nationalistischen Unterhaus- mckgliedec statt. Sie beschlossen, in Irland zu verbleiben und den Widerstand gegen die Dienstpflicht zu organisieren.
Haag. Die Leiter der Nationalisten und der Sinn- feiner haben unter Vorsitz des Lord-Mayors von Dublin gemeinschaftlich die Dienstpflichtsfrage besprochen, was in Irland einen tiefen Eindruck gemacht hat. Die V i sch ö f e haben inzwischen am Sonntag in jeder irischen Kirchen- gemeinde Versammlungen veranstaltet und die Erscheinenden zu folgender Eidesleistung aufgefordert:
„Wir verpflichten uns, ein jeder für sich und alle zusammen, mit den schärfsten Mitteln, die zu unserer Verfügung stehen, der Dienstpflicht Widerstand zu leisten." In sämtlichen Kirchen Irlands wurden am Sonntag besondere Messen abgehalten zur „Abwendung" der Irland drohenden Gefahr.
veulschiand und Russland.
Berlin, 19. April. Dec Botschafter der russisch e n Sovjetsregiecung Joffe trifft heute in Ber° li v, ein. Da gleichzeitig GrafMirbachinMoskau eintcifft, so sind damit die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland in aller Form wiederhergestellt.
Verurteilung eines Landesverräters.
Leipzig, 18. April. Der zweite Strafsenat des Reichsgerichts hat den früheren Schutzmann Wilhelm. Glauß in Wuhelmöhavtn, geb. 1884 in Haiger in Hessen, unter Einrechnung der ihm vom Landgericht in Aurrch am 9. März und 23. März 1912 wegen schweren Diebstahls aufeclegten Zuchthausstrafe wegen versuchten und vollendeten Landesverrates zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Die am 9. März 1912 erkannten Nebenstrafen von zehn Jahren Ehrverlust und Zuläjsigkeit dec Polizeiaufsicht bleiben bestehen. Der Aburteilung stand der Umstand nicht entgegen, daß dec Angeklagte seinerzeit nur wegen Diebstahls von England ausgeliefert worden war. Der mit England früher abgeschlossene Auslteferungsvertrag war nur für die Friedenszeiten berechnet und ist durch den Krieg gelöst. Der Angeklagte hatte u. a. 1912 Abschriften einzelner Seiten des geheim zu haltenden Signalbuches der Kaiserlichen Marine an das französische Nachrichtenbureau in Paris eingesandt.
Die 3 uli-Reichstag$refolution ungültig.
Der freisinnige Reichstagsabgeordnete Rektor Kopsch, erklärte in einer Versammlung in Berlin unter allgemeiner Zustimmung, der endgültige Friede könne nur durch Hindenburgsche Siege, durch weise Mäßigung bei der Aufstellung von Friedenszielen und durch das Festzusammenstehen des deutschen Volkes erreicht werden. Es sei nicht die Schuld unsers Kaisers, unserer Heerführer und Diplomaten, sondern die Verblendung unserer Feinde, wenn der Krieg verlängert werde. Belgien müsse als Faustpfand dienen und Polen das Träumen nach einem polnischen Reich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meere lassen. Eine elsaßlothringische Frage gebe es nicht mehr. Elsaß sei deutsch und werde immer deutsch bleiben.
Auch Pfarrer Traub ist der Ansicht, „daß die deutsch-belgische Grenze weiter nach Westen verschoben werden müsse".
Wir brauchen den Feinden im Westen nichts zu schenken, nachdem sie den Krieg fortsetzen wollen, wir haben nicht nötig, uns an die Reichstagsresolution vom 19. Juli vorigen Iahres zu halten. Siegen wollen wir, denn nur der Sieg kann uns Frieden bringen; das sehen wir, nachdem alle Friedensworte vergeblich blieben.
Die $ Kriegsanleihe.
* Die Zeichnungen des Heimatheeres. Das
Zeichnungsergebnis war auch bet den Truppen des Heimatheeres im Bereich des stellv. Generalkommandos des 18. A.-K. eine überaus glänzende. ES wurden von diesen an Zeichnungen rund 300 Millionen (gegen


