Ausgabe 
9.4.1918
 
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S6

völlig freie Rand.

Köln, 6. April. Abg. Trimborn erkläite auf diM Vertrctertage der Rheinischen Zentrumspmtei:Nach dem gütliche Fciedcnsbtmühungen zu kcin.m Ergebnis geführt haben, muß nunmehr der Sieg den Frieden bringen. Bezüglich der künftigen Fciedensveihandlungen sei fl-stgestellt, daß für sie die Zentrumöpaitei völlig freie Hand hat."

Dasselbe sagte der fortschrittliche Neichstagsabge- l rdnete Dr. Ablaß in einer V-.isommlung im Wah'- freife Hirschberg Schönau.Wir sind nicht mehr ge bunden." Damit wäe also die unpraktische Neichstags- entschließung vom 19. Julr 1917 erledigt Es war aber auch angesichts der Heldentaten unserer Truppen im Westen die höchste Zeit.

N och steht die Tat über dem Wort'" Der unerschütterliche Wille des deutschen Volkes, den Feind zum Frieden zu zwingen, ist das schönste Geburtstags­geschenk für unseren General Ludendorff. .

Zu Eudendorffs 6 eburt§lag.

Der erste Generalquartiermeister, General d. Infanterie, Erich Ludendorff, vollendet heute am 9. April sein 53. Lebensjahr. Dieser Tag hat nicht mehr allein seine Bedeutung für die Familie und - den engeren Verwandt­schafts- und Freundeskreis des Generals. Er ist zu einem Festtag des gesamten deutschen Volkes geworden, dessen Herzen in innigen Wünschen und tiefer Dankbar­keit dem Manne entgegenschlagen, der neben dem Gene­ralfeldmarschall o. Hindenburg sich unbegrenztes Vertrauen und die Liebe aller Deutschen erworben hat.

General Ludendorff wurde am 9. April 1865 als Sohn eines Rittergutsbesitzers in Kruszewnia bei Posen geboren, besuchte das Kadettenhaus in Ploen und wurde mit 17 Jahren Leutnant im Infanterie-Regiment 57 in Wesel. Nachdem er als Premierleutnant im 2. Seebatail- Ion auch Seereisen nach Skandinavien und England unter­nommen hatte, wurde er im Jahre 1890 zur Kriegsaka­demie kommandiert, und sodann - 30 jährig - als Hauptmann in den Großen Generalstab versetzt, dem er mit Unterbrechung bis zum Sommer 1913 angehörte. Als Ehef der Operations-Abteilung war General Ludendorff emer der führenden Offiziere im Großen Generalstab und bestand m rastloser Arbeit auf Ausbau, Organisation Be­waffnung und Ausbildung des Heeres, auf strategischen Ausbau des Eisenbahnnetzes und des Festungssystems. Unter seiner Mitarbeit entstanden, noch als Graf Sch li ef- fen Chef des Großen Generalstabes war, die operativen Pläne für die Mobilmachung und den Aufmarsch unserer Heere. Hierbei erkannte er, was unserer Rüstung fehlte und entwarf, begründete und vertrat dem Kriegsministeri­um gegenüber in erster Linie die großen Heeresvorlagen.

^ or ^em . Kriege war er Brigadekommandeur in Straßburg. Gleich bei Kriegsbeginn zeichnete er sich durch den vollen Einsatz seiner kraftvollen Persönlichkeit aus und erwarb sich beim Stunn auf Lüttich an der Spitze emer Brigade als Erster den Orden pour le merite.

Kurz jedoch war seine Tätigkeit im Westen, denn bereits am 22. August 1914 wurde er zum Generalstabs­chef der an der ostpreußischen Grenze operierenden Armee des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg ernannt. Von da ab sind diese beiden großen Männer Deutschlands in gemeinsamer Arbeit vereint. Die Zustimmung und das Vertrauen des Feldmarschalls schaffen dem Wirken des fast zwanzig Jahre jüngeren Generals Ludendorff die unangreifbare Autorität. Zusammen mit unserem Hinden- burg wird der Name Ludendorff bei Tannenberg, im

cm3Ug gegen Polen und im Zweijährigen Angriff auf Rußland genannt.

In rascher Folge wurde General Ludendorff, der in­zwischen zum Chef des Füsilierregiments 39 ernannt war zum General der Infanterie befördert und durch höchste Auszeichnungen seines Obersten Kriegsherrn und der unserer Verbündeten geehrt.

* I? August 1916 Generalfeldmarschall von Hin­denburg Chef des Generalstabes des Feldheeres wurde folgte ihm General Ludendorff in die neu geschaffene Stellung als Erster Generalquartiermeister. In ihr erwei­terte sich seine bisherige Aufgabe auf unserem Ge- samtkriegsschauplatze und dem unserer Verbündeten. An der Durchführung des zum Sieg als notwendig erkannten Hmdenburgprogramms, das die höchste Entfaltung deutscher DEskraft fordert, ist General LudendorffTn erster Linie

Die Niederzwingung Rumäniens. Italiens und Rußlands ^ n das Vertrauen gerechtfertigt, welches

das deutsche Volk in General Ludendorff gesetzt hat. Nachdem

oen versprengt ist. zieht sich der Krieg ge­

gen den Hauptfeind (England - Frankreich - Amerika) zusammen Der erste Schlag hat diesen Gegner bereits ieine°?Re Dem General Ludendorff wurde in Würdigung "" >len Schlag, um die siegreiche Große Schlacht in Frankreich" das Großkreuz des ZEN Kreuzes durch 5. M, den Kaiser oerliehen Roch aber sind die schweren Aufgaben des Ersten Gene- ralquartienneisters nicht vollendet. Die aufs höchste qe- Aufaaben^'Erengungen unserer Feinde steigern auch sekie ,^^°den ms Ungeheure. Sie verkörpern in ihm Deutsch, lands Schicksal und Zukunft. '

braucht um beides nicht besorgt zu sein solange ein Mann wie General Ludendorff mit an seinem Steuer steht Ein Mann, der die starken deutschen Worte geprägt hakUebermacht und Gefahr existieren nur für den Schwachen. Wer das Verhäng"

ms sollte lieber sich selbst anklaqen/'

Ein Held des Krieges, der. gestützt auf das Dertmuen des Kaisers und des Generalfeldmarschalls, für den

^Der^XtXJ 1 U " b ! Iar 3U uns gesprochen hat:

V r Friede wIrd um so eher herbeigeführt

günstiger unsere Kriegslage wird och steht die Tat über dem Wort."

Hein Opfer aber ein gutes Gefcbäft.

Ist es nicht recht überflüssig, unsere Volksgenossen für die neue Kriegsanleihe begeistern zu wollen?

Ich meine, wer schon eines der netten Wertpapiere der früheren Kriegsanleihen besitzt und wer schon einmal die Früchte aus den ginsabschnitten so mühelos einge­heimst hat. der brennt darauf von selbst, jeden Pfennig den er in der Zwischenzeit erspart hat oder den er sonst flüssig machen kann, wieder in gleich vorteilhafter Weise anzulegen. Er findet keine andere Gelegenheit, welche bei gleicher, Sicherheit die gleich günstigen Bedingungen gewährt,

ffiet ofei niif]l begreift, daß es ein gutes Ge­schäft ist, 98 Mark hinzulegen und dafür eine Schuld- veifchrelbung über 100 Mark zu erhalten und noch dazu S. ,i rk f 3ms jährlich, der ist so vernagelt, daß ihn die schönsten Reden und Zeitungsartikel nicht überzeugen können, oder er ist so m i ß t r a u i s ch , daß er wahrlich zu bemitleiden ist.

Mißtrauisch - auf was? Auf den endlichen öieg Deutschlands? Auch wenn wir keine unmittel baren Land-, Geld- und wirschaftlichen Erfolge erzielen würden, wäre der Sieg Deutschlands doch so groß gegenüber dem Vernichtungswillen einer ganzen Welt wie ihn noch nie ein Volk auf Erden errungen hat Aber die wirtschaftlichen Erfolge im Osten für die Zukunft sind unbestreitbar. Das ist ja der tiefste Grund weshalb unsere Feinde noch nicht nachgeben wollen. Sie sehen, daß wir auch ohne Kriegsentschädigung und Land gewinn unser Ansehen und unsere wirtschaftliche Entwicke lung für die Zukunft nach dem Osten hin bereits ae- stchert haben

Mißtrauisch - aufwas?Auf dieSicherheit dieser Kriegsanleihen ? Derselbe Name, der auf den zins­losen 20) und 100 Mark-Scheinen steht, ist auch den gut verzinslichen Wertpapieren der Kriegsanleihen ausgedruckt. Hinter ihnen steht das deutsche Volk mit seiner gewaltigen wirtschaftlichen und finanziellen Kraft, schützend vor ihnen unser siegreiches Heer.

Daß wir unerschüttert wirtschaftlich und militärisch aus diesem Ringen hervorgehen werden, daführ werden unsere Feldgrauen sorgen, wenn wir die notwendigen Mittel aufbrmgen für ihren Unterhalt und für ihre Bewaffnung und Ausrüstung. Damit sind aber auch unsere Wertpapiere und alle unsere früheren Kriegsanleihen gesichert. Darum - wer ein kluger Geschäftsmann ist, zeichnet -- zeichnet möglichst viel. Es ist die beste Anlage für das jetzt flüssige Geld, ist zugleich die beste Sicherung für früher gezeichnete Anleihen.

Liborius Gerstenberger M. d. R. u. bayer. Landtags.

fie °°rkeimen. düngen nnd be- arbe ten soll, welche Sorten als besonders ertragreich zu wählen sind. darüber ist sich mancher noch nicht völlig ' or, denn nn Frieden war der Frühkartoffelbau nur auf bestmmte Gebiete beschränkt. Um so wertvollerXrd für viele das >n neuer Bearbeitung erschienene F l u a- b I a t t der Gestllschaft zur Förderung des Baues und der wirtschaftlich zweckmäßigen Verwendung der KarMf- X Anbau von Frühkartoffeln" sein, das von dem DroX? m Deutschen Kart°ffelku,turstati°m

f rr r ' ^.^ en ^ re ^ er / Berlin, zusammengestellt J! alles Wissenswerte über Sortenwabl Dünauna Vorkeimung. Bestellung und Ernte enthält Als Eraän'

scbrllt ^binr vvd über den Nahmen der genannten Fckg-

bau unT m ^ mb b ^ anöe I f das Flugblatt .An- bau und Dungung der Kartoffel während des

menaesiellt^^t ^erlach-Bromberg zusam-

s « "Och besonders die Maßnahmen die

un?d7re?Be^^tb ganz besondere Bedeutung sind e ? Beobachtung eure wesentlicheGewichr sür eine [e te Espncht. Beide Flugblätter bringen t l?r 5e \ K vnd Lehrreiches, daß ihr Bezug jedem Kartoffelbauenden dringend empfohlen werden kann (Sie

i^Ver!in°S M ® e ^ äfts * teUe ber genannten Gesellschaft in Berlin b. 20.11, Vernburger Strohe 1516 nhnpnpW

per '-preis der Flugblätter beträgt zusammen h\fo '

bei größeren Bestellungen erhebliche Preisermäßigung.)

Zur bevorstehenden ffanoffelbesiellung.

Bereits auf dem Zweiten deutschen Kartoffeltaq während der landwirtschaftlichen Woche zu Berlin ist von berufener Seite mit beherzigenden Worten darauf hin­gewiesen worden, wie es für jedermann Ehrenpflicht ist, alles zu tun, um möglichst in diesem Jahre eine reich­liche Kartoffelernte zu erzielen trotz aller Schwierig­keiten, die einer ordnungsgemäßen Bestellung entgegen­stehen. Stickstoff und Phosphorsäure fehlen wohl über­all,- Kali und Kainit treffen spät oder gar nicht ein. Der Stattdung ist bei weitem nicht so vollwertig wie in Frie­densjahren, menschliche und tierische Arbeitskräfte fehlen vielerorts und sind teilweise nicht so leistungsfähig wie sonst. Aber alle diese Schwierigkeiten, so schwer eine jede für sich schon wiegen möge, müssen hinter dem einen großen Gedanken zurücktreten: wir alle, ob Großgrund­besitzer, ob Bauer, ob Schrebergärtner, wir müssen zu unserem Teil, nach unseren besten Kräften darauf hin­arbeiten, daß die Kartoffelernte 1918 nicht nur befrie­digend, nein, daß sie noch auf einer erweiterten Anbau­fläche größer wird als im vergangenen Jahre. Was durch Mangel an Material auf der einen Seite gefehlt wird, das muß doppelte Sorgfalt, vermehrte Bedachtsam- keit auf der anderen wieder gut machen.

Ebenso wichtig wie eine reichliche ist aber eine zeitige Ernte, denn wir müssen m ö g l i ch st bald neue Speise- kartoffeln auf den Markt bekommen. Wie man aber

Zur MiMskung vor Erzeugerorganilaiionen

bei der Erfassung landivirifcbafilicher Erreugnllse

O >^.^?orschläge des Kriegsausschusses der deutschen Landwirtschaft zur besseren Erfassung ' der landwirtschaft­lichen Erzeugnisse unter Mitwirkungen von Erzeuger- orgamsalion^n sind im Kriegsernährungsamt sowohl mit den Vertretern der landwirtschaftlichen Genossen- sthaften wie namhaften Vertretern des Handels, dem Vorstände des Kriegsernährungsamts und dem Ernahrungsbeirat des Reichstages eingehend besprochen worden. Hierbei ist völlige Uebereinstimmung aller Be­teiligten darüber festgestellt worden, daß mit diesen Vor- schlag^n weder eine systematische Umstellung der Kriegs- wirtschaft allem auf genossenschaftliche Leistungen, noch des innerhalb der Kriegswirtschaft beschäftigten Handels durchgeführt werden soll. Die Vertreter der Genossenschaften haben nur angeregt, die unmittelbare geschäftliche Betätigung der behördlichen stellen mehr wie bisher privatrechtlichen Geschäftsstellen zu übertragen, für die sie die praktische Mitarbeit der organisierten Landwirtschaft imIUnterbau der Ernährungs­organisation angeboten haben. Dies bedeutet keine Aen- derung darin, daß Kommunalverbände und Gemeinden in ihrer behördlichen Organisation für alle Verwaltungs- aufgaben und für die volle Erfassung zuständig und ver­antwortlich bleiben und daß private Geschäftsstellen nur unter ihrer Aufsicht rein kaufmännische Arbeiten erledigen können. Dies bedeutet ferner, daß der Handel ebenso wie bisher in voller Parität mit den Genossenschaften zu diesen Aufgaben heranzuziehen ist. Das Kriegsernähr­ungsamt hat demgemäß den Bundesregierungen empfohlen, unter diesen Voraussetzungen die Durchführung der kauf­männischen Geschäfte in den Kommunalverbänden und Gemeinden bei der Erfassung der landwirtschaftlichen Produkte grundsätzlich sachkundigen Geschäftsstellen zu übertragen, die in Form privatrechtlicher Gründung aus den Kreisen der Genossenschaften und des Handels, oder aus beiden Gruppen nebeneinander, gebildet werden und damit rein bureaukratischen Handel ersetzen sollen. Dies gilt vorbehaltlich aller bestehenden Bestimmungen, insbe­sondere der Vorschriften der Reichsgetreideordnung über selbstliefernde Kommunalverbände, und wird für die ge­schäftliche Abwicklung der Erfassung beschlagnahmtere Dmge durch Kommissionäre und die Sammlung abliefer­ungspflichtiger Waren durch selbständige kaufmännische Geschäftsstellen möglich sein, wie dies mit Erfolg schon vielfach im Reiche üblich-ist?

Siadf und taud.

Entlassung der 1869er Das ..Armee-Veroid- nungsblutt veröffentlicht einen knegHm'uisleri. llen Er­laß, wonach bis zum30. April spätestens! du 1869 (uborenen, auf Grund der Landsrurmaufrufe zu den Fahnen nnbe- ruftnen Landsturmleute zu entlassen sind, sofern sie nicht freiwillig im Dienste bleiben wollen. Dement' sprechend ist von der Einberufung solcher tn Zukunft abzusehen.