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Gietzener Zeitung

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Expedition: $üi>anlage 21 .

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Druck der Gießencr Verlagödruckerei, Albiu Klein.

Nr. 32.

Telephon Nr. 302.

Dienstag. t> n 9. April 1918.

£ e l e v t) o nJit. !ti2.

31. Jahrg.

Jlmtlicbe deutfcbe Cagesbericbte.

Die Beute eines U-Bootes.

Berlin, 5 April. Eines unfeiec Unterseeboote Hot unter der bewährten Führung des Oberleutnants zur See Lohs den feindlichen Transportvelkrhc zwischen Frankreich und England durch Vernichtung von 6 Dam- pfern und 2 Scglcrn mit zusanimen 22000 Br.-Reg. To. geschädigt. Die Meh zahl der Dampfer wurde im öst­lichen Teil des Aermeikanols velsenkt. Es ist anzunehmen, daß ihre Ladung vorwiegend aus wertvollem Kriegs­material bestand. Unter den Schiff n waren 3 große Dampfer Von 46000 Tonnen namentlich festgestellt Worden, der englische TankdampferScanoya" (5203 To), und die französi'chen SeglerArvoc" und Anna Dvonne".

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

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wtb. Großes Hauptquartier, 6. April 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

L rtliche Unten.rhmungen bei Bucquoy und südlich von .Yubulerne brachten Gefangene mit zahlreichen Maschinengewchren ein. Ein englischer Vorstoß auf Pusieux scheitelte. Auf dem Westufer der Anrre er­weiterten wir im Angriff unsere Blückcnkopfstellung beiderseits von Albert. Südlich der Somme lebhafte Feuerkämpfe und kleinere erfolgreiche Jnfanierieaefechte. Eistnbahnanlagen bei Amiens wurden beschossen. Französische Angriffe in breiten Abschnitten zwischen Moreuil und Monldidiec versuchten uns den Gewinn des 4. April zu entreißen; sie brachen unter den schwec- *5 u ^ en Zusammen. Montdidiec lag unter fran­zösischem Feuer. Vor Verdun nahm die Kampftätig­keit der Artillerien an Stärke zu.

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

BecUn, 6 April, abends Von dcm Schlachtfeld zu beiden Seiten der Somme nichts Neues. Französische Angriffe auf dem Westufer der Avre scheiterten. Süd. lich der Otse sind wir in die feindliche Stellung bet Amtgny cingedrungen.

Mehr an Amiens heran.

Die Linie Brchancourt-Antreville erreicht. Pierremande und Folebray wurden genommen.

wtb.

1918.

Großes Hauptquartier, 7. April

' Westlicher Kriegsschauplatz:

An der Schlachtfront entwickelten sich am Nachmit­tag heftige Feueikämpfe, denen starke englische und französische Angriffe an der Arcre und Avre folgten. >zn dichten Massen vorstürmende englische Neg mentex brachen nördlich von Beaumont-Hamel und vor unferec Bruckenkopfstellung beiderseits von Albert zusammen, südlich von Villcr-Bretonneux kamen bereit gestellte ^turmtruppen d.s Frindes in unserem Feuer nicht zur Entwicklung. Von anderen Flonten neu herangeführte französische Div sionen stürmten auf dem Westufer der Avre zwischen Eastel und Mailly, östlich von Thery, bet Eantiguy und fünfmal bei Mesnil vergeblich an. Unter schwersten Verlusten sind ihre Angriffe vielfach nach erbitterten Nahkämpfen gescheitert. Truppen der Armee des Generals v. Boehn griffen gestern früh die feindlichen Stellungen auf dem Südufer der Oise bei Amigny an. Während sich Teile den Uebecgang über öen brüten, stark versumpften Oiie Abschnitt erzwangen und die Vorstädte von Chauny erstürmten, nahmen andere Truppen im Angriffe von Osten her die starken feindlichen Stellungen ber Amigny und im Nordostteile des Waldes von Concy Wir erreichten die Linie

Bichancouct-Autreville am Nordrand von Barisis Durch das überwältigende Feuer unserer Artil­lerie und Minenwerfer erlitt der Franzose hohe blutige Verluste. Bisher wurden mehr als 1400 Gefan­gene eingebracht.

Zur Vergeltung für die anhaltende Beschießung unserer Unterkünfte in Laon wurde die Beschießung von Reims so tgcsitzt.

Auf dem Westufer der Maas brachte ein Ec> kundungsvorstoß bei Beumont 70 Gefangene und 10 Maschinengewehre ein.

Im Luflkampfe wurden gestern 18 feindliche Flug- zeuge abgeschossen. Rittmeister Freiherr v. Richt- hofen errang seinen 76., Leutnant Udet seinen 24. Luftfteg.

Mazedonische Front:

Im Vorfeldkampfe am Wardac- und Doiransee wurden einige Griechen, Franzosen und Engländer ge- f ngen.

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalqua.ltcrmeister: Ludendorff.

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Berlin. 7. April, abends. Auf dem Südufer der Offe brachte die Wirkung unseres Angriffs neue Eefolge. Pierremande und Folebray wurden genommen

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iross rönnen wfenRt.

23 e r 11 n, 7. April. Neue U Bootecfolge im Sperr- gebi t um England i 8000 iBruttoregiftertonncn. Ulli ec öcn Schiffen befand sich der englische bew-ffnete, sta k gesicherte DampferBoorara", 6570 Br. R,-T., der einen Pfeedetransport nach Frankreich an Boid harte, feiner ein durch 2 Zerstörer gesicherter, ebenfalls bewaffneter Tankdampfec. Leide Schiffe wurden im östlichen Teste des Aermelkanals versenkt.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

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wtb. Großes Hauptquartier, 8. April 1918.

Westlicher Kriegsschauplatz:

An der Schlachtfront zu beiden Seiten der Somme blieb die Gefechtstätigkeit auf Altillerirkämpfe beschränkt. Teiiangriffe der Engländer im Walde von Hangacd, der Franzosen bet Grivesnes scheiterten unter schweren Verlusten.

Auf dem Süduflr der Otse zwangen unsere Erfolge vom 6. April den Feind noch in der Nacht vom 6. zum 7. Teile seiner Stellungen zwischen Btcharrourt und Aacisis zu räumen Gestern führten wir unsere An- griffe fort und warfen den Feind nach Einnahme von Pürremande und Folebray auf das westliche User der Ayette zurück Von Bichancourt an der Oise entlang zurückgevende feindliche Kolonnen wurden vom Nordufer des Flusses von unserem Maschinengewehrfeuec flan­kierend gefaßt und unter den schwersten Verlusten zu­sammengeschossen. Die am Ostrande des Waldes von Ooucy und über Barisis vorstoßenden Truppen erstürm- len den Becgklotz nordöstlich von Folebray und drangen bis Verneuil vor. Die Zahl der eingebcachlen Gefangenen hat sich auf mehr als 2000 erhöht.

Vor Verdun am Abend auflebendec Feuerkampf.

77.

Nittmeistec Freiherr von Richthoscn errang seinen und 78, Leutnant Wenkhoff seinen 23. Luftsieg.

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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeistcr: Ludenoocff.

Berlin, 8. April, abends. In Fortführung unseres Angriffes auf dem Südufer der Otse warfen wir den Feind aus seinen starken Stellungen auf den Höhen östlich von Coucy'le-Chateau.

ver Mittelstand und der friede.

ES will dem natürlichen Sinne des Volkes nicht einleuchten, daß es die ungeheuer schweren Opfer des Krieges allein tragen soll, ohne die Feinde, die es in dem Krieg gestürzt haben, zu deren Wiedergutmachung heranzuziehen. Die Forderung, daß wir im künftigen Frieden eine Entschädigung für den Schaden verlangen müssen, hat mit Eroberungspolitik. Gewaltpolitik und dergleichen Schlagwöctcrn ganz und gar nichts zu tun. Dos deutsche Volk will die Flucht des Sieges. Ja cs steht ihm nicht einmal die Wahl frei, ob es in einem näher zu bestimmenden Umfange d'.e Feinde zur Tragung der Kriegslasten mit hecanzuzsthen soll oder nicht. Der Abgeordnete Held, Vorsitzender der Bayrisch n Zentrums- fraklion, hat am 16. März unter anhaltendem Beifall der bayerischen Kammer mit vollem Recht folgendes angeführt:Sollen wir nun am Schluffe als Sieger

d e ungeheure Schuldenlast tragen? Kein Fianzose und kein Engländer wäre in unserer Lage so sentimental ver­anlagt. Wir müssen deshalb die Forderung einer Entschädigung, sei es in bar oder in Bodenschätzen, erheben". Ja, wir müssen. Und wenn sich auch die Zahlen über den Wideraufbau unseres Wirtschaftslebens heute noch nicht genau feststcllen lassen, das eine ist sicher und gewiß, daß sie ganz un- geheuer hoch sein werden. Unter allen Ständen hat der d eu t sch e Mi t t e l st a n d und in ihm der deutsche Handwerkerstand am allecschwersten ge­litten. Es ist eine selbstverständliche Pflicht der Selbstcrhaltung, den zusammengebrochenen Handwerker­stand wieder aufzurichtcn. Es ist eine Ehrenpflicht, genau so wie die Fürsorgepfltch: für die hcimkehrenden Krieger und sür die Kriegsbeschädigten. Die letzte Stunde tes deutschen Handwerks hat noch lange nicht geschlagen, wie manche Befürwöcter der unaufhaltsamen Industrialisierung unserer Wirtschaft wähnen, sondern ganz im Gegenteil, das Bolkswohl bat in einem ge­sunden lebenskräftigen Handwerks-Mittelstand einen seiner zuverlässigsten und politisch wie sittlich stärksten Burgen. Wie wollen wir aber dem Handwerkerstand wirklich erfolgreich unter die Arme greifen, wenn uns die Mittel dazu fehlen? Mit halben Maßregeln ist da nichts getan, und Schemmaßregeln können nur verwir­rend und verbitternd wirken. Darum muß dem Sinne des Krieges sein Recht weroen. Dieser Sinn saßt sich zusammen in die Worte:Wir kämpfen für den Sieg." Dcr Waffensteg allein aber ist nur die Hälfte des ganzen Steges; der Fciedenschluß ift die andere Hälfte. In diesem Fciedensschluß muß sich die Sieghaftigkeit unseres Schwertes ausdrüken. Denn vom Ruhm wird ein Volk nicht satt Der deutsche Handwerkerstand, der schon vor dem Kriege nicht auf Rosen ge­bettet war, hat ein Recht darauf, in diesem Frieden berücksichtigt zu werden. Dergestalt, daß ihm aus den Entschädigungen, die unsere Feinde zu leisten haben, neuer Halt und neue Stärke gegeben wird.

Das Zeldheer braucht dringend heu und Ztroh Landwirte helft dem Heere!

Bring'Dein Geld in die

Zeichne die

s Achte!