Ausgabe 
6.4.1918
 
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Inzwischen stellt sich heraus, daß die Trotzkileute i:nmer schärfer gegen den Frieden arbeiten, ganz wie die c oziairevolittionäre, die Kader reu und die Zaristen.

^ ngland har eben altes durch Geld in seine Gesolgschasr gebrac Trotzti will erfahrene Instrukteure damit be­auftragen, jeocu Bürger der Städte unb Mrker zu be­fähigen. beim ersten Aufrus sich mit den Waffen in der Hand zum Schutze des Vaterlandes zu erheben. Die tragische Lage Rußlands, das die Welträuber ans Kreuz des Imperialismus schlagen wollen, wird allen ehrlichen, militärisch ausgebildeten Personen vor Angen führen, daß sie nicht da-Z Recht haben, beiseite zu stehen. Radek, Tschernow, Hermannski und Genossen sind eifrig damit beschäftigt, einen Aufstand gegen diedeutschen Kapitalisten", gegen denSchandsrie­den", wir sie den Brester Frieden nennen, zu organi­sieren.

Nach schwedischen Meldungen sollen die Bvlschewiki in geregelten Beziehungen zu Amerika stehen.

Drei neue englische Riesengeschiitze erbeutet.

Hart trifft die Engländer neben dem Verlust un­schützbaren Kriegsgeräts vor allem die Einbuße an schwerer Artillerie. Drei der schwersten Kaliber <33 Zentimeter) neuester Konstruktion sowie eine voll­ständige Haubitzbatterie sielen im Holnouwalde den Deutschen unversehrt in die Hand. Die Engländer hat­ten diese wertvollen Geschütze nicht mehr sprengen können. In der Mulde von Castris nahmen die Deut­schen ein Dutzend 24 Zentimeter-Geschütze mit noch vor­handenen Aufsätzen und Verschlüssen. Weitere zahl­reiche schwere Geschütze wurden bei Auvillers erobert.

Nördlich von Aubigny fanden die Deutschen mäch­tige Munitions-Depots, deren Krastzugmaschinen und mir roten Abzeichen bemalte Lastautos nun auf allen Straßen deutsche Munition auffahren. Auch die viel­fach erbeuteten Feldlokomotiven und Loren laufen im Dienst des deutschen Munitionsnachschubes. Nur ein völlig geschlagener Gegner überläßt so wertvolles Ma­terial dem Feinde.

Gefangcnen-Rückkehr aus Rumänien.

Zwischen den Mittelmächten und der rumänischen Regierung ist am 23. März 1916 ein Vertrag über den A u a u f ch der Kriegsgefangenen abgeschlos­sen worden. Die deutschen Gefangenen sollen am 29. und 30. März von der rumänischen Negierung über­geben werden. Sie werden dann zunächst für 23Tage tu einem Quarantänelager in der rumänischen .Haupt­stadt Bukarest untergebracht werden.

Bitte, keine Heuchelei!

Laut Havas soll am 29. März während des Gottes­dienstes eine P a r i s e r Kirche von einer Granate ge­troffen sein, der Menschenleben zum Opfer fielen.

So beklagenswert dieser Vorfall wäre, falls er sich bewahrheiten sollte, so ist doch jede in einer angegrif­fenen Festung gelegene Kirche notgedrungen Zufalls­treffern ausgesetzt. Aus eine so große wie die hier vor­liegende Entfernung sind Zufallstreffer unvermeidlich.

Zudem haben die Franzosen und Engländer in tzie- sem Falle kein Recht, sich zu entrüsten. Haben sie doch nicht nur die Kathedralen von St. Quentin und Laon zielbewußt zerstört, sondern sogar mit Bor - j bedacht die Martinskirche in F r e i b u r g und die Ost­ender Kirche während des Gottesdienstes am 22. Sept. 1917 aus Schiffsgeschützen schwersten Kalibers beschos­sen. Hier fielen ihnen ein Priester, sieben andere Menschenleben und viele Verwundete zum Opfer. In allen vier Fällen hatte es der Feind auf die Gotteshäu­ser abgesehen. Sie lagen weithin erkennbar vor seinen Fliegern und Richtkanonieren. Die Verantwortung für Leben und Sicherheit der Einwohner der im deut­schen Schußbereiche gelegenen Festung Paris trifft die französische Regierung.

Kleine Kriegsnachrichten.

" Tie Rada in Kiew legte der französischen und englischen Militärmission nahe, das Gebiet der Ukraine zu verlassen.

" Die Verhandlungen zwischen Deutschland und Holland über die Erneuerung oes Wirtschaftsabkom­mens, das am 21. März abläuft, haben begonnen.

" Oer norwegische DampferNeider" wurde von einem deutschen U-Boot torpediert und versenkt.

" Tie Pariser Kammer hat einen Gesetzentwurf betreffend die Einziehung der I a h r e s k l a s s e 19 19 angenommen.

' Die französische und die englische Regierung beschlossen, den französischen General Foch zum Ge­neralissimus der französisch-englischen Armeen au der Westfront für die Dauer oer gegenwärtigen Overationen zu ernennen.

' Durch Dekret wurden die Besitzungen des Ad­mirals von Tirpitz in Sardinien unter Sequester gestellt.

In Nordfrankreich wurde die Bevölkerung der 'weiteren Umgegend von AmienS nach Mittel- und .Südfrankreich adtransport.

" Mit der wohlhabenden Pariser Bevölkerung floh infolge oer Beschießung auch einer der wüstesten Kriegs­hetzer. der Deputierte Maurice Barres.

Im Zeughaus von Rennes hat eine Explosion stattgesunden, durch die zwei Personen getütet und eine Anzahl schwer verletzt wurden. Tie Einzelheiten sind zensuriert.

' Die Blätter des von österreichisch-ungarischen Truppen besetzten Gebietes berichten über massenhafte Rückkehr der bei dem seinerzeitigen Rückzuge des russi­schen Heeres g e f l ü ch t e t e n P o l e n in das Königreich.

" Teile der 9. englischen Division weigerten sich anzugreisen, worauf 150 Mann von ihren Offizieren erschossen wurden.

Zwei gefangene englische Offiziere verschiedener ^wlswnen sagen übereinstimmend aus, daß nach unseren großen Erfolgen am 24. 3. der Truppe offiziell mtt- gcteilt wurde, die Engländer l)ätten Ostende und Touai genommen.

" Der japanische Ministerpräsident Terautschi hat den Rücktritt des gesamten Kabinetts eingereicht.

In Holland gilt die Brotkarte nicht mehr für 11, sondern für 14 Tage, damit wird die tägliche Brot­ration auf 200 Gramm herabgesetzt.

Lenin ist krank. Er leidet an Brustgeschwür.

"Nach einer Havasmeldung aus Petersburg haben sich die Truppen des englandfreundlichen Draufgängers K o c n l l o w den revolutionären Soldaten ergeben.

&tc den Sowjets lrcmgvtzticLeucu Kosakentruppen tm Don-Gebiet haben den General Alexejew (den wichtigsten Vorkämpfer des alten Zarenregiments in Sudrußland) gefangen genommen.

" Man erwartet in England, daß die Altersgrenze für den Heeresdienst, die jetzt 41 Jahre ist, mindestens auf 48. vielleicht auch aus das 50. Jahr, erhöht werden wird.

Pslitische Rundschau.

In Weimar tagte der Bund der Kriegsbeschä­digten und ehemaligen Kriegsteilnehmer. 16 Gau- verbände und ihre etwa 300 Ortsgruppen waren durch Delegierte, deren Zahl 200 bereits übersteigt, vertreten.

*

UeSer -e» Mißbrauch -erkurzen Anfragen" haben die Regierungsstellen beim Reichstage Beschwerde geführt und um dessen Abstellung ersucht. Die einzel- nen Fraktionen sind hierüber bereits in Beratungen eingetreten, die die Berechtigung der Regiernngsfor- de. ungen ergeben haben. Nach der Osterpanse wird der AeltestenauSschuß des Reichstages sich mit dieser Angelegenheit zu befassen haben.

Die Regierung hat das Recht, ihr nicht Passende kleine Anfragen" ausweichend zu beantworten.

:: Die Anbau- unv Ernteflächcnerhebung im Fahre 1918 findet in der Zeit vom 6. Mai bis 1. Juni statt. Die Ausführung liegt beit Gemeindebehörden ob. Die Erhebung erstreckt sich nur auf den feldmäßigen Anbau, während der gartenmäßige Anbau außer Be­tracht bleibt.

:: Nniversität Hamburg. Der von der' Hambur­ger Bürgerschaft eingesetzte Ausschuß betreffs Gründung einer Hamburger Universität schlägt nunmehr die Um­wandlung deS Hamburger Kolonial-Jnftituts in eine Universität v»r.

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Am besten für die Seinen sorgt, wer sein Geld dem Staate borgt. Zeichnet Kriegsanleihe!

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Aus alles Welt.

** Die Psst ist nicht schuld. Sie verteidigt sich wegen der großen Paketdievstähl.e:Ein nicht geringer Teil solcher Sendungen wird bereits gestohlen oder beraubt, bevor die Pakete überhaupt bei der Post auf- geliefert worden sind, nämlich im Bereiche der Ab­sender durch Geschästsangestellte, Hausangehörige usw. Zahlreiche andere Pakete kommen deshalb nicht an, weil sie wegen niangelhafter Verpackung unterwegs entzwei- gehen oder sonst unanbringlich werden. Haben doch im Jahre 1917 nicht weniger als 60 000 Pakete weder dem Empfänger behändigt noch dem Absender wieder zugestellt werden können, weil von ihnen unterwegs die Adresse abgefallen war. Den Löwenanteil der Paketverluste bilden schließlich die Massendiebstähle an Postgut, während die Sendungen in verschlossenen Eisenbahngüterwagen sich auf Eisenbahntransporten, also außerhalb des Bereichs der Postverwaltung, be­finden."

** Erscheinungen der Zeit. Sechs jugendliche An­geklagte, deren Besonderheit der Einbruch in Ställen von Charlottenburger Fuhrhaltern mar, wo sie wert­volle Geschirre und Pferdedecken und sogar ein Pferd mitsamt einem Schlitten stahlen, um ihre Beute zu be­fördern, erhielten Strafen von drei Monaten bis zu einem Jahre Gefängnis.

** Der Segen der Kinder. Ein Obermonteur von F. Krupp in Essen hat mit seinem 18jührigen Sohn und seinen beiden Töchtern im Alter von 19 bis 24 Jahren nach dem amtlichen steuerlichen Ausweis an Lohn rund 80 000 Mark im Jahre 1917 erhalten. In Spandau hat eine Fmnilie in einer Fabrik 3I6W

Mark Lohn erhalten. Ein Berliner Arbeiter von 16 Jahren hat als Dreher 1917 über 6000 Mark ver­dient.

** Verhaftung der oberschlcsischerr Bankräuber.

Wie derOberschlesische Kurier" meldet, sind drei der Bankräuber, Lue den Kassenboten der Deutschen Bank in Rybnik überfielen und ihm 310 000 Mark raubten, verhaftet worden. Zwei haben, ein Geständnis abgelegt. Ein vierter Räuber, ein alter Zuchthäusler, bestahl seine Genossen und flüchtete mit 306 000 Mark. An oer Stelle, wo das Geld vergraben worden war, wurde nur der Geldsack gefunden.

** Ans Fahrlässigkeit seine Ehefrau erschossen. Dev Besitzer Valentin Leon aus Kollenzdorf (Kreis Preuß- Stargard) in Westpreußen, der im Herbst vorigen Jah­res aus Fahrlässigkeit seine Ehefrau erschossen hatte, wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.

** Berbrennungstod einer Greisin. Die 84jährige Rentnerin Witwe Johanna Zeike im Marienstift in Ber­lin wurde in ihreni Zimmer mit schweren Brand­wunden am ganzen Körper tot aufgefunden. Wahr­scheinlich dürfte die Greisin einen Ohnmachtsanfall erlitten und beim Fallen eine brennende Lampe vom Tisch heruntergerissen haben, wodurch die Kleider in Brand geraten sind.

** Wohnungsnot in Großstädten wird von ver­schiedenen Seiten gemeldet, während die Landbevölke­rung immer dünner wird. So wird jetzt aus Magde­burg behauptet, daß zu den nächsten Quartalsterminen, namentlich zum 1. Oktober,Hunderte von Familien ob­dachlos werden", wie es in einer Vorlage des Magi­strats an die Stadtverordnetenversammlung heißt. Am 1 .April werden, polizeilichen Erhebungen zufolge, nicht weniger als 109 Haushaltungen mit 499 Personen ohne Unterkunft sein. Die Zahl der obdachlosen Familien wäre noch erheblich größer, wenn nicht inzwischen schon Lahlreiche Aushilfswohnungen hergerichtet wor­ben waren, in Schulen, Baracken usw. In einer öffentlichen Bekanntmachung warnt der Magistrat nach­drücklich vor Zuzug nach Magdeburg.

** Ein weiblicher Soldat. Seit einigen Tagen beherbergt die Garnison Leutkirch, und zwar die Ge- nesungSabteilung, einen weiblichen Soldaten. Es ist die Tochter eines österreichischen Obersten, der im Kampfe gegen Italien gefallen ist. Sie hatte seiner­zeit den Italienern Rache geschworen für den Tod ihres Vaters und sich am großen Vormarsch in Ober­italien als Soldat beteiligt. Im Lause dieses Feld­zuges, den sie zunächst bei einer österreichischen Ab­teilung mitgemacht hatte, suchte und fand sie beim württembergischen Gebtrgsbataillon als Hospitantin Ausnahme. Infolge einer Gasvergiftung wurde sie zum Ersatzbataillon zurückbeordert und meldete sich, wie derAllg. Volksfreund" berichtet, vor einigen Tagen bei der GenesungSabteilung des Bataillons in Leutkirch, wo sie ihrer Heilung entgegensieht.

In Deutschland hat man derartige Mitkämpfer mit Recht adgelehnt.

Ä Zählkarten als Ncbcrwersungcn. Zahlkarten, auf denen die Nummer und Bezeichnung des Postscheck­kontos vorgedruckt sind, können von jetzt ab zunächst versuchsweise zu Uederweisungen benutzt werden. Der Höchstbetrag einer Ueberweisungskarte ist 100 Mk. Die Postscheckämter werden in den nächsten Tagen die Einzelheiten den Postscheckkunden in einem Merkblatte mitteilen, denen eine probeweise ausgefüllte Zahlkarte beiliegen wird.

A Gebührensreiheiten im Feldpostverkehr genießen nur Sendungen in Privat angelegenheiten der An­gehörigen des Heeres. Die Portovergünstigungen gelten nicht im Ortsverkehr. Sendungen, die rein gewerb­liche Angelegenheiten der Absender oder Empfänger betreffen, haben aus Gebührenvergünstigung keinen An­spruch. Als Sendungen in rein gewerblichen Ange­legenheiten gelten alle gewerblichen Sendungen von Personen, die nicht Heeresangehörige sind, wenn sie den Heeresangehörigen unaufgefordert zugehen, wie z. B. Warenanpreisungen; rein gewerblich gelten aber nicht Sendungen, die sich aus bereits angeknüpften Geschäftsverbindungen ergeben, z. B. Sendungen auf Grund von Bestellungen der Heeresangehörigen, Mahnbriefe. Dabei wird vorausgesetzt, daß die von den Geschäften an die Heeresangehörigen in deren unmittelbarem oder mittelbarem Aufträge ins Feld gesandten Waren nicht zum gewerbsmäßigen Weiter­vertrieb daselbst bestimmt sind, also keine rein gewerb­lichen Angelegenheiten der Heeresangehörigen dar­stellen. Der Schriftwechsel, den die zum Heeresdienst Ungezogenen Kausleute, Aerzte usw. mit ihren An­gehörigen oder Geschäfts a n g e st e l l t e n in An­gelegenheiten dev Geschäftsführung oder Berufsaus­übung zu führen haben, gilt nicht als rein gewerbliche Angelegenheit; er genießt daher die Poctovergünftigung für Heeresangehörige. Dagegen sind Sendungen, die Heeresangehörige in ihren gewerblichen Ange­legenheiten mit anderen Personen, Firmen, Banken usw. insbesondere mit den Geschäftskunden wechseln, por­topflichtig. Sendungen, die neben rein gewerb­lichen Angelegenheiten auch rein persönliche Angelegen­heiten betressen, wie Rechnungen der Aerzte mit Mit­teilungen rem persönlicher Art, sind voll portopflich­tig. Es wird dringend davor gewarnt, Briessendungen zur Erlangung der damit verbundenen Gebührenver­günstigungen unrechtmäßigerweise mit dem Vermerk Feldpost' zu versehen. Ter Absender macht sich wegen Portohinterziehung strafbar.

Heraus mit dem Geld aus Sparstrumpf und Truhe! Dos Vaterland braucht Euer Geld? Besser, sicherer und zinstragender kann es nicht angelegt werden!

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