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Expedition: Züdanlage 21.
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Druck der Gießener Berlagödruckerei, Albin Klei«.
AI Telephon Nr. 362.
Samstag, dm 6. April 1918.
Telephon Nr. 362. 31. Jahrg.
Born 21. —31. März 9NNNH GefKNgeRe gemacht und 139V Geschütze erobert.
Hmtlicbe deutfcbe Cagesbericbse.
25,000 rönnen!
Berlin, 3. Apxil. Im westlichen Mittelmeec versenkten unsere U-Boote 7 Dampfer und 13 Segler von zusammen mindestens 25,000 Bcuitocegister- tonnen. — Unter den versenkten Dampfern, die gesichert und bewaffnet waren, befanden stch der englische Dampfer „Glan Macdougaü" (4710 Bruttocegiftertonnen), der italienische Dampfer „Bengast" (1743 Bruttoregifter- tonnen), sowie der italienische Bewacher „Utrecht" (1337 Bruttocegiftertonnen). Die Segler hatten Schwefel, Phosphat, Erz und Kohle geladen. — Am 21. März beschoß ein U-Boot die befestigte und für den italienischen TcanSportverkehc wichtige^Hafenstadt Civitvecchia mit beobachteter Bcandwtrkung.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 4. April 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
An der Schlachtfront lebte die Gefechtstätigkeit füd- lich von der Somme auf. Uebecraschend und nach starker Artillerievorbereitung versuchte der Feind am frühen Morgen und am Nachmittage viermal vergeblich die ihm entrissenen Höhen südwestlich von Moreuil wieder zu gewinnen. Unter schweren Verlusten brachen seine Angriffe zusammen. — Vor Verdun und im Parroy- Walde vielfach lebhafter Feuerkampf.
Osten:
Im Einvernehmen mit der finnischen Regierung haben deutsche Truppen auf dem finnischen Feftlande Fuß gefaßt.
W
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquarttermeister: Ludendorfs.
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Berlin, 4. April, abends. In Fortführung unserer Angriffe südlich der Somme wurden neue Erfolge errungen. — Zur Vergeltung für die seit einigen Tagen anhaltende Beschießung unserer Unterkünfte in Laon durch die Franzosen haben wir Reims unter Feuer genommen.
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20000 rönnen versenkt.
Berlin, 4. April. Unsere U-Boote versenkten im Sperrgebiet um England 6 Dampfer mit zusammen 20000 Br.-R -To., darunter drei englische Dampfer an der Ostküste Englands. Der mit mehreren Geschützen bewaffnete englische Dampfer „Jkoda" (6311 Bc.-R.'T.), wahrscheinlich mit Kriegsmaterial an Bord, wqrde im östlichen Teil des Aermelkanals bei schwerster feindlicher Gegenwirkung versenkt.
Der Ehef des Admiralstabs der Marine.
wtb. Großes Hauptquartier, 5. April 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Wir griffen gestern südlich von der Somme und zu beiden Setten von Moreuil an und warfen den Feind aus seinen starken Stellungen. Englische und französische Reserven streßen unseren Truppen entgegen. Ihr Ansturm zerschellte in unserem Feuer. Nach hartem Ringen haben wir zwischen Somme und Lucebach Hamel, sowie die Waldstücke nordöstlich und südöstlich von Vtllers Breconneux, auf dem Westufec der Avre das Dorf Mailly genommen. — Der Feind leistete auf der ganzen Front verzweifelten Widerstand. Seine blutigen Verluste sind daher ungewöhnlich schwer. Wir machten einigeTausend Gefangene.
Nach beendeter Feststellung beträgt die Zahl der von der Armee des General von Hutier in der Zeit vom 21. bis 31. März eingebrachten Gefangenen 51218, der eroberten Geschütze 729. Damit ist die bis- hertge Gesamtbeute auf mehr als 90000 Gefangene und über 1300 Geschütze gestiegen.
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Zur Vergeltung für die seit einigen Tagen anhaltende Beschießung unserer Unterkünfte in Rayon durch die Franzosen haben wir Reims unter Feuer genommen. In der Champagne und auf dem Ostufer der Maas brachten erfolgreiche Vorstöße Gefangene ein. Vor Verdun blieb der tagsüber gesteigerte Feuerkampf auch während der Nacht lebhaft.
Oste«.
Zn der Ukraine «ahmen wir feindlichen Banden an der Bahnlinie Poltawa—Konftantinograd 28 mit fcanzöfischrn Gewehren und Munition beladene Eisen« bahnwagen und mehr als eine Million Artilleriege- schosse ab. Im Dnsepr-Tal vordringende Truppen haben nach Kampf JekaterinoSlaw genommen.
Asiatischer Kriegsschauplatz.
Deutsche Truppen haben im Verein mit oSmanischen Kräften englische nach Ueberschrettung des Jordans über Es-Salt und auf Amman vocgedrungene Jnfan- terie- und Kavallerie-Brigaden nach mehrtägigem Kampf gegen den Jordan zurückgeworfen.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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Berlin, 5. April, abends. Artillecirkämpfe und örtliche Jnfanteriegefechte beiderseits der Somme. — Auf dem Westufer der Avre scheiterten starke französische Gegenangriffe. Lebhafte Feuertätigkeit vor Verdun.
HlaTTen zur Törderung begabter UolRsfcböter
sollen in Leipzig nach einem einstimmigen Beschluß der Stadtverordnetenversammlung eingerichtet werden. Mit zwei höheren Schulen, einer Reform- und einer Oberrealschule, wird je eine Untertertia für hervorragend begabte Knaben nach dem Abschluß der Volksschule verbunden. Die Aufnahme' erfolgt ohne besondere Aufnahmeprüfung nach Gehör des Schularztes auf Vorschlag der Lehrerversammlung der betr. Volksschule durch den Ausschuß für die höheren Schulen. Die Klasse, die in der Regel nicht mehr als 20 Schüler haben soll, wird als Obertertia noch ein zweites Jahr als Sonderklasse fortgesetzt, dann aber soll der Schüler in den Klassenzug seiner Anstalt übertreten. Es werden Mittel bereitgestellt, um den Schülern der Sonderklassen für den Besuch der höheren Schule Schulgeld-! und Lernmittelfreiheit und einen jährlichen Unterhaltungsbeitrag auf Antrag der Erziehungspfiichtigen gewähren zu können; für diesen Zweck und zur Unterstützung befähigter Knaben bei der Ausbildung für einen praktische Beruf wurde ein Betrag von jährlich 50000 M. als Berechnungsgeld bewilligt. Für die Schüler werden im Schulgebäude Arbeitsstunden eingerichtet, wo sie frei von allem Zwang unter Aufsicht eines Lehrers ihre Schularbeiten erledigen können. Bon dem Ausschuß, der die Vorschläge vorbereitet hatte, wie in der Versammlung der Stadtverordneten wurde mit Recht gewünscht, daß ähnliche Einrichtungen auch für Mädchen geschaffen werden möchten. Roch bescheidener als die hier getroffenen Einrichtungen sind die Maßnahmen, die in Chemnitz, allerdings seid einigen Jahren, durchgeführt ind. Hervorragend begabte einfach enknaben aus der Bolks chule werden mit Zustimmung der Erziehungspflichtigen der höheren Volksschule zugewiesen ; die besten von ihnen werden von Ostern d. Is. ab der Realschule zugeführt werden, die sie nur noch zwei Jahre zu besuchen brauchen. Ein von den städtischen Körperschaften in diesen Tagen berufener Ausschuß wird über weitere Maßnahmen zur Herbeiführung einer größeren Einheitlich
keit im Chemnitzer Schulwesen beraten. Als Versuche mit der Forderung: Freie Bahn für alle Tüchtigen! Ernst zu machen, wird man diese und ähnliche Einrichtungen gewiß begrüßen; die Verwirklichung der Einheitsschule verlangt aber wesentlich mehr; sie verlangt vor allem auch, daß die Masse der schulpflichtigen Jugend in der gemeinsamen Grundschule ein bessere Schule erhält.
Jlu$ Stadt und Land.
* Aus dem Grotzherrogturrr Aesseu. Bet den Landtagsersatzwahlen wurde tm Wahlkreise Lamperthien der Zentrumskandidat Hofmann ohne Gegenkandidat gewählt, ebenso im Wahlkreis Gernsheim der Bauernbündlec Dr. Dehlinger, in Wald« Michelbach der Nationalliberale Bickel, in Grünberg der Chrtstltchsoziale Dr. Werner. Interessant und lehrreich ist das Wahlergebnis in Butzbach und Vilbel. In Butzbach erhielten Dtehl (Bbd.) 1059 Stimmen, Rechtsanwalt Dr. Schröder (Zt) 560, Dr. Vogt (ntl.) 527, Wittich (Soz.) 925 und Dr. Strecker
e cyc. Vp.) 310 Stimmen. Stichwahl zwischen nbund und Zentrum. In Vilbel siegte der sozialdemokratische Kandidat (Scheidemannscher Richtung) Neumann (Offenbach) mit 1025 Stimmen über den unabhängigen Sozialdemokraten Schaub (Büdesheim), der nur 609 Stimmen erhielt. Das Wahlresultat in Butzbach und in Vilbel beweist, daß das Volk für die allzuweit nach links gerichteten Bestrebungen kein Verständnis hat.
** Die Gewerbrbarrk Gießen e. G. nr b. A.
hielt am 26. März im „Großherzog von Hessen" ihre 59. Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Gewerbecat Petri, berührte in der Begrüßungsansprache die kriegerischen Ereignisse des vergangenen Jahres und wünscht dem neuesten Hinden- biugsieg einen Hindenbucgfcieden. Das Andenken des im Berichtsjahre verstorbenen langjährigen Aussichtsratsmitgliedes Hermann Etchenauec ehrt die Versammlung in üblicher Weise. Weiter stattet der Vorsitzende dem Aufsichtsrat, dem Vorstande und den Beamten für ihre Tätigkeit im verflossenen Jahre den wohlverdienten Dank ab und gibt dem Wunsche Ausdruck, daß die Gewerbebank auch ferner als Wohltätigkeitsinstitut für den gewerbetättgen Stand w.rken möge. — In dem von Herrn Direktor Arnold erstatteten Geschäftsbericht wird ebenfalls der Tätigkeit der Beamten, die trotz erhöhten Geschästsumfanges die Arbeit bewältigten, gedacht. Direktor Arnold berichtete darauf ausführlich über den letzten Genossenschaftstag, der eingehend sich u. o. mit der Frage der Gewährung von Baukredit, des Hausbesitzes und der Organisation deS Handwerks in genossenschaftlichem Sinne beschäftigte. Der Geschäftsbericht der Gcwerbebank zeigt auch im abgelaufenen Jahre ein erfreuliches Bild fortschreitender Entwicklung der Genossenschaft; der Gesamtumsatz stieg vou 52244890 Mk. auf 85817 523 Mk., die Geschäftsguthaben von 1107 652 auf 1110404 Mk., die Gesamtreserven auf 586000, die Kciegsceserven auf 35000 Mk. Am Schluffe seines ausführlichen Berichtes fordert Direktor Arnold zu reger Beteiligung an der 8. Kriegsanleihe auf und gibt dem Wunsche Ausdruck, daß sich das deutsche Genossenschaftswesen nach dem Kriege weiter glänzend bewähren möge als Stütze des Mittelstandes. — D«r Kctegsfürsorge für Waisen und Halb- Waisen gefallener Kriegsteilnehmer, über die Herr Prof. Dr. KrauSmüller eingehend berichtet, wird auch die Gcwerbebank Förderung anqedethen lassen durch Unterstützung derjenigen Waisen, die dem Handwerk als Lehrlinge zugeführt werden. Die Versammlung beschließt, den Höchstbetrag der anzunehmenden fremden Gelder (849 des GenossenschaftsgesctzeS) auf 6 Millionen Mark
Es eilt nicht mit der Einzahlung!
Der will, kann die Zahlung bet gezeichneten Kriegsanleihe auf die Monate April, Mai, Juni, Juli verteilen.
Wer WO Mark zeichnet, braucht sie erst am - 18 . Juli zu zahlen.
Also: jeder kann zeichnen!


