Ausgabe 
19.3.1918
 
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Kriegsanleihe

Deutsche Reichsanleihe.

Deutsche Reichsschatzanweisunaen,

auslszbar mit U0° o M$ |20 o o .

Zur Bestreitung der durch dm Krieg erwachsenen Ausgaben werden weitere 5° 0 Schuldverschreibungen des Reichs und 4^o Reichsschatzanweisungen hiermit zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt.

Das Reich darf die Schuldverschreibungen frühestens zum 1. Oktober 1924 kündigen und kann daher auch ihren Zinsfuß vorher nicht herabsetzen. Sollte das Reich nach diesem Zeitpunkt eine Ermäßigung des Zinsfußes beabsichtigen, so muß es die Schuldverschreibungen kündigen und den Inhabern die Rückzahluno zum vollen Nenn­wert anbieten. Das gleiche gilt auch hinsichtlich der früheren Anleihen Die Inhaber können über die Schuldver­schreibungen und Schatzanweisungen wie über jedes andere Wertpapier jederzeit (durch Verkauf, Verpfändung usw) verfügen. '

Die Bestimmungen über die Schuldverschreibungen finden auf die Schuldbnchforderungen entsprechende An­wendung.

Bedingungen.

1. Annahmestellen.,

Zeichnungsstelle ist die Reichsbank. Zeich-

2. Einteilung. Zinsenlauf.

nungen werden

von Montag, den J8. März, bis Donnerstag, den J8. April IW, mittags \ llhr

bei dem Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere in Berlin (Postscheckkonto Berlin Nr. 99) und bei allen Zweiganstalten der Reichsbank mit Kasseneinrichtung ent­gegengenommen. Die Zeichnungen können auch durch Vermittlung der Preußischen Staatsbank (Königlichen See­handlung), der Preußischen Central-Genossenschaftskasse in Berlin, der Königlichen Hauptbank in Nürnberg und ihrer Iweiganstalten, sowie sämtlicher Banken, Bankiers und ihrer Filialen, sämtlicher öffentlichen Sparkassen und ihrer Verbände, jeder Lebensversicherungsgesellschaft, jeder Kreditgenossenschaft und jeder Postanstalt erfolgen. Wegen der Postzeichnungen siehe Ziffer 7.

Ieichnungsscheine sind bei allen vorgenannten Stellen

Die Schuldverschreibungen sind in Stücken zu 20 000, 10000, 5 000, 2 000, 1 000, 500, 200 und 100 Mark mit Zinsscheinen zahlbar am 2. Januar und 1. Juli jedes Jahres ausgefertigt. Der Zinsenlauf beginnt am 1. Juli 1918, der erste ginsschein ist am 2. Januar 1919 fällig.

Die Schatzanweisungen sind in Gruppen eingeteilt und in Stücken zu 20 000, 10 000, 5000, 2000, 1000 Mark mit dem gleichen Iinsenlauf und den gleichen Iinsterminen wie die Schuldverschreibungen ausgefertigt. Welcher Gruppe die einzelne Schatzanweisung angehört, ist aus ihrem Text ersichtlich.

3. Einlösung der Schatzanweisungen.

Die Schatzanweisungen werden zur Einlösung in Gruppen im Januar und Juli jedes Jahres, erstmals im Januar 1919, ausgelost uud an dem auf die Auslosung folgenden 1. Juli oder 2. Januar mit 110 Mark für je

100 Mark Nennwert zurückgezahlt. Die Auslosung ge­schieht nach dem gleichen Plan und gleichzeitig mit den Schatzanweisungen der sechsten Kriegsanleihe. Die nach diesem Plan auf die Auslosung im Januar und Juli 1918 entfallende Zahl von Gruppen der neuen Schatz­anweisungen wird jedoch erst im Januar 1919 mit aus- gelost.

Die nicht ausgelosten Schatzanweisungen sind seitens des Reichs bis zum 1. Juli 1927 unkündbar. Frühestens auf diesen Zeitpunkt ist das Reich berechtigt, sie zur Rückzahlung zum Nennwert zu kündigen, jedoch dürfen die Inhaber alsdann statt der Barrückzahlnng 4% ige, bei der ferneren Auslosung mit 115 Mark für je 100 Mark Nennwert rückzahlbare, im übrigen den gleichen Tilgungsbedingungen unterliegende Schatzanweisungen for­dern. Frühestens 10 Jahre nach der ersten Kündigung ist das Reich wieder berechtigt, die dann noch unverlosten Schatzanweisungen zur Rückzahlung zum Nennwert zu kündigen, jedoch dürfen alsdann die Inhaber statt der Barzahlung 3V ? °/oi9 e mit 120 Mark für je 100 Mark Nennwert rückzahlbare, im übrigen den gleichen Tilgungs­bedingungen unterliegende Schatzanweisungen fordern. Eine

Aus Stadt und Land.

** Wichtig fnr Seifenhändler! Der liebt r- wachungsousichuß bec Seifenindustrie mied mit Ge­nehmigung d«ö Reichskanzlers einmalig eine zusätzliche Menge von 50 gr K-A Seife für d e Person zur Verteilung bringen. Die Verb.oncher sollen durch tiefe ZuMtznnnge für d.n Ausfall dr auf 125 gc herabge­setzten Seifenpmvermknge entschädigt werden, da infolge des Sodamongcls an eine Heiaussetzung der Seifen- pulvermencc vorläufig nicht zu denken ist. Tie Abgabe soll gegen Vorlage des M ttelstücks fcer gültigen Seifen, karte ersoffen, wobei auf dieses durch Stempel oder handschriftlich der Vermerk ges tzt w rd:50 gr F-cin- seife April 1918". Die zusätzliche Menge K.-A.Seife kann der Händler durch btc bisherigen Bezug sgu- llen beziehen, wozu die Einreichung der Empfanüsbestäliaun- gen ausnahmsweise nicht nötig ist. Die amtliche Ver- ordnung, welche die Abgabe der erhöhten Feinseifen­menge an das Publikum gestattet wird, ist Anfang April zu erwarten.

* Gierabttefernng DieRhein und Nahe- Zeitung hat kürzlich die Nachricht verbreitet, daß für Bingen nach längeren Verh ndlungen die Z hl brr ab zuliefernden Eier auf 36 Stück herabgesetzt worden sei. Diese auch von anderen Zeitungen übernommene Nach­richt ist unrichtig. Die Landes-E erstelle hat weder mit irgend einer Stelle in Bingen derartige Verhandlungen gepflogen, noch hat sie irgend eine Herabsetzung der Abgabepflicht für Bingen vorgenommen. Die Zahl der abzulleseenden Eier ist vielmehr für das ganze Gruß- herzo.ftum cirhestlich festgesetzt worden. Auch Kt es unrichtig, wenn Begleiche mit anderen Bunoesstuaten gezogen werden, da dabei völlig außer Acht gelassen Wird, daß im Großherzogtum Hessen für jeden Geflü­gelhalter nebst seiner Haushaltungsangehörigen von vornherein 40 Eier freigelassen werden. Dadurch ver­mindert sich nicht nur für viele Geflügelhalter die ob­zugebende Eieranzahl für das Huhn ganz wesentlich,

sondern es b eiben in großem Umfange Hühnerhaltec

völl g frei von der Eierabgabe.

* Ausstellung für Schuherfatz. Die Ersatz soh.ffngejellschait m. b. H. veranstaltet vom 22. bis 30. März in den Parterr.räumen Kaiserstraße 44 eine Aus. st.llung von Eesatzwhlen, Lederersatzstoffen und Kciegs- schchweik, verbunden mit einem Lchikursus zur sachge- mäst'N Bern, bcitung dieses Materials. Eintritt und Teilnahme sind kostenlos.

* Kriegsprimaner Im Unte richtsausschuß deS Preußischen e.bgeo dnetenhauses erklärte ein Negierungs- v Leiter zu einer Eingabe um gleichartige Behandlung d c Kriegeprimaner, daß hinter der Front Reifen- Prüfungen in woh wollendpec Weise vorgenommen wer­den, auch iür, diejenigen. die vor ihrem Eintritt ins Heer die Reife für Unterprima nicht erreicht hatten. Auch kann di; Re.siprüfung noch vor den ersten Berufs- piiffungen abgelegt werden In diesem Falle werden die vorher zurückgelegten Semester angerechnet. Es sind schon über lOOOO Reif-Prüfungen an der Front abgehallen worden.

** Der Uolkslrnrid für Freiheit und Unter­land, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet morgen

M't'lvock, abends 8 Uhr im Saale desHotel Füesten- hof" eine öffentliche Versammlung, in welcher die Herren Professoren Dr. Bousset, Geheimrat Dc. Eck und Dr. Roloff sprechen. Den Besuch dieser Versamm­lung man ka> n nur empfehlen und verweilen wir auf das Inserat in heutiger Nummer.

** Es wird darauf hingewiesen, daß die Zins- scheinc aller Ueichsanleihen, also auch der Kriegs­anleihen, vonr 21. das dem Fälligkeitstage vorher­gehenden Monats ab nicht nur bei allen Postanstalten einschl. der Postogenturen, sondern auch von den hesisch.n Staatskassen in Zahlung genommen Weeden. Die Einlösung der Zinsscheine ist damit den Besitzern der Kriegsanleihe außerordentlich leicht gemacht. Dies Wird hoffentlich recht vielen und vor allen auch der I

Landbevölkerung den Entschluß zum Zeichnen bei d.r 8. Kriegsanleihe erleichtern.

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* Krrtzbach Auf dem Hofgut in Griedel wurde in einer der letzten Nächte ein Pferd aus dem Stalle gestohlen. Durch die Wachsamkeit des Hundes des dortigen Bahnvorstehers wurde nmn auf das Geschehnis aufmerksam. Eine sofortige Verfolgung führte auf die Spur der Roßdiebe, die ihre Beute auf freiem Felde zurückließen und unerkannt entkamen.

* Grünberg (Hessen). Das Institut für Jn- feklions KrankheitenRobert Koch" in Berlin hat bet dkm Hunde des hiesigen Bankiers Jäckel Tollwut sestgestellt. Vier Personen, die das Tier bereits gebissen hatte, mußten sich zur Behandlung noch Berlin begeben.

* Uam Main Unter dem NamenBayerische Schiffsvaugesellschaft G ni. b. H." wird bei Eclenbach eine Werft gegründet, die als das größte der­artige Unternehmen am Main angesehen werden kann. Für die Anlage wurden bisher 35000 Quadratmeter Land mit 300 Metern Wasseciänge in der Gemarkung Erlenbach käuflich erworben. Auf der Werft können Schffe bis zu 2000 Tonnen Wasserverdrängung erbaut und erneuert werden. An dem Unternehmen sind vor allem Reeder aus Bayern, Hessen und Bayern beteiligt.

* Frankfurt a. M. Zum 1. April eröffnet die - Stadt in Nied^rscelbach zwischen Idstein und Niedern- hausen ein Altersheim, in welches vorerst 50-60 Frauen ohne Unterschied des Religionsbekenntnisses ausgenommen werden sollen.

* Kad Homburg o d. H. Nach dem Beschlüsse von 13 größeren Bädern Westdeutschlands, die Kur­taxen künftig zu erhöhen, stimmte auch die hiesige Stadtverordnetenversammlung der betreffenden Magist- ratövoclage zu. Danach kostet in der Hauptkarzeit die Karte für die erste Person 30 Mark, für die zweite 15, für jede weitere Person 10 Mark.

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