1000 Mark ihre bereits bezahlten, aber noch nicht gelieferten kleinen Stücke bei einer DarlehnSkasse des Reichs zu beleihen, so können sie die Ausfertigung besonderer Zwischenscheine zwecks Verpfändung bei der Darlehnskasse beantragen; die Anträge sind au die Stelle zu richten, bei der die Zeichnung erfolgt ist. Diese Zwischenscheine werden nicht an die Zeichner und Vermittlungsstellen ausgehändigt, sondern von der Reichsbank unmittelbar der Darlehnskasse übergeben.
6. Einzahlungen.
200/0
250/o
250/o
veitere Kündigung ist nicht zulässig. Die Kündigungen müssen spätestens sechs Monate vor der Rückzahlung und dürfen nur auf einen ginstermin erfolgen.
Für die Verzinsung der Schatzanweisungen und ihre Tilgung durch Auslosung werden-von der verstärkten Auslosung im ersten Auslosungstermin (vergl.Abs.l) abgesehen-^- jührlich 50/0 vom Nennwert ihres ursprünglichen Betrages aufgewendet. Die ersparten Zinsen von den ausgelosten Schatzanweisungen werden zur Einlösung mitverwendet.
Die auf Grund der Kündigungen vom Reiche zum Nennwert zurückgezahlten Schatzanweisungen nehmen für Rechnung des Reichs weiterhin an der Verzinsung und Auslosung teil.
Am 1. Juli 1967 werden die bis dahin etwa nicht ausgelosten Schahanweisungen mit dem alsdann für die Rückzahlung der ausgelosten Schatzanweisungen matzgebenden Betrage (110%, 115% 0 öer 120°/ 0 ) zurückgezahlt.
4. Zeichnungspreis
Der Zeichnungspreis beträgt: für die 50/0 Reichsanleihe, wenn Stücke verlangt werden,
98,-M.,
50/0 „ wenn Eintragung in das
Reichsschuldbuch mit Sperre bis zum 15. Oktober 1919 beantragt wird, 9<,80 M., für die 4%% Reichsschatzanweisungen 98,- M., für je 100 Mark Nennwert unter Verrechnung der üblichen Stückzinsen.
5. Zuteilung. Stückelung.
Die Zuteilung findet tunlichst bald nach dem Ieich- nungsschlutz statt. Die bis zur Zuteilung schon bezahlten Beträge gelten als voll zugeteilt. Im übrigen entscheidet die Ieichnungsstelle über die Höhe der Zuteilung. Besondere Wünsche wegen der Stückelung sind indem dafür vorgesehenen Raum auf der Vorderseite des Zeichnungs- scheines anzugeben. Werden derartige Wünsche nicht zum Ausdruck gebracht, so wird die Stückelung von den Vermittlungsstellen nach ihrem Ermessen vorgenommen.
Späteren Anträgen auf Abänderung der Stückelung kann nicht stattgegeben werden?
Zu allen Schatzanweisungen sowohl wie zu den Stücken der Reichsanleihe von 1000 Mark und mehr werden auf Antrag vom Reichsbank-Direktorium ausgestellte Zwischenscheine ausgegeben, über deren Umtausch in endgültige Stücke das Erforderliche später öffentlich bekannt gernacht wird. Die Stücke unter 1000 Mark, zu denen Zwischenscheine nicht vorgesehen sind, werden mit möglichster Beschleunigung fertiggestellt und voraussichtlich im September d. I. ausgegeben werden.
Wünschen Zeichner von Stücken der 5°/ 0 Reichsanleihe unter
zugeteilten Stücke sämtlicher Kriegsanleihen werden aus Antrag der Zeichner von dem Kaniar der Reichshaup.bank für Wertpapiere in *«lin „..enden Bedingungen bis zum 1. Oktober 1919 vollständig kostenfrei ausbewahrt und oerwaltet. Eine Sperre wird durch diese N.ederlegung n.ch. der Ze.chner kann se n Dep,. ,eder
uck o Ab üs diese Frist - zurücknehmen. Die an den, Kontor für Wertpapiere ausgefertig.en Depotscheine werden oon den Dar.ehnskassen w.e d.e Wertpap.ere selbst bel.ehen.
Die Zeichner können die gezeichneten Beträge vom 28. März d. I. an voll bezahlen. Die Verzinsung etwa schon vor diesem Tage bezahlter Beträge erfolgt 1 gleichfalls erst vom 28. März ab.
Die Zeichner sind verpflichtet:
500/0 des zugeteilten Betrages spätestens am 27. April d. I.,
„ „ „ „ 24. Mai „
„ „ „ „ 21. Juni „
„ „ „ n 18. Juli „ „
zu bezahlen. Frühere Teilzahlungen sind zulässig, jedoch nur in runden durch 100 teilbaren Beträgen des Nennwerts. Auch auf die kleinen Zeichnungen sind Teilzahlungen jederzeit, indes nur in runden durch 100 teilbaren Beträgen des Nennwerts gestattet; doch braucht die Zahlung erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fällig gewordenen Teilbeträge wenigstens 100 Mark ergibt.
Die Zahlung hat bei derselben Stelle zu erfolgen, bei der diegeichnung angemeldet worden ist.
Die am 1. August d. I. zur Rückzahlung fälligen Mark 80000000 4°/ 0 Deutsche Reichsschatz a nwei- sungen doj 1914 Serie I werden bei der Begleichung zugeteilter Kriegsanleihen zum Nennwert — unter Abzug der Stückzinsen vom Zahlungstage, frühestens aber vom 28. März ab, bis zum 31. Juli - in Zahlung genommen. Die zu den Stücken gehörenden Zinsscheine verbleiben den Zeichnern.
Die im Laufe befindlichen unverzinslichen Schatz scheine des Reichs werden- unter Abzug von 5°/o Diskont vom Zahlungstage, frühestens' vom 28. März ab, bis zum Tage ihrer Fälligkeit - in Zahlung genommen.
7. Postzeichnungen.
Die Postanstalten nehmen nur Zeichnungen auf die 5°, ° R e i ch s a n l e ih e entgegen. Auf diese Zeichnungen kann die Vollzahlung am 28. März, sie mutz aber spätestens am 27. April geleistet werden. Auf bis zum 28. März geleistete Vollzahlungen werden Zinsen für 82 Tage, auf alle anderen Vollzahlungen bis zum 27. April
auch wenn sie vor diesem Tage geleistet werden, Zinsen für 63 Tage vergütet.
8. Umtausch.
Den Zeichnern neuer 4 1 / 2 % Schatzanweisungen ist es gestattet, daneben Schuldverschreibungen der früheren Kriegsanleihen und Schahanweisungen der l , II, IV. und V. Kriegsanleihe in neue 47 2 0 /o Schatzanweisungen umzutauschen, jedoch kann ^der Zeichner höchstens doppelt so viel alte Anleihen (nach dem Nennwert) zum Umtausch anmelden, wie er neue Schatzanweisungen gezeichnet hat. Die Umtauschanträge sind innerhalb der Zeichnungsfrist bei derjenigen Zeichnungs- oder Vermittlungsstelle, bei der die Schatzanweisungen gezeichnet worden sind, zu stellen. - Die alten Stücke sind bis zum 29. Juni 1918 bei der genannten Stelle einzureichen. Die Einreicher der Umtauschstücke erhalten auf Antrag zunächst gwischen- scheine zu den neuen Schatzanweisungen.
Die 50/0 Schuldverschreibungen aller vorangegangenen Kriegsanleihen werden ohne Aufgeld gegen die neuen Schatzanweisungen umgetauscht. Die Einlieferer von 50/0 Schahanweisungen erhalten eine Vergütung von M. 2,- für je 100 Mark Nennwert. Die Einlieferer von 4% 0/0 Schatzanweisungen der vierten und fünften Kriegsanleihe haben M. 3,— für je 100 Mark Nennwert zuzuzahlen.
Die mit Ianuar/Iuli-Iinsen ausgestatteten Stücke sind mit Jinsscheinen, die am 2. Januar 1919 fällig sind, die mll April/Oktober-ginsen ausgestatteten Stücke mit Jinsscheinen, die am 1. Oktober 1918 fällig sind, ^zu- reichen. Der Umtausch erfolgt mit Wirkung vom 1. Juli 1918, so datz die Einlieferer von April/Oktober-Stücken auf ihre alten Anleihen Stückzinsen für % Jahr vergütet erhalten.
Sollen Schuldbuchsorderungen zum Umtausch verwendet werden, so ist zuvor ein Antrag aus Ausreichung von Schuldverschreibungen an die Reichsschuldenverwaltung (Berlin SW 68, Oranienstr. 92-94) zu richten. Der Antrag mutz einen auf den Umtausch hinweisenden Vermerk enthalten und spätestens bis zum 6. Mai d. I. bei der Reichsschuldenverwaltung eingehen. Daraufhin werden Schuldverschreibungen, die nur für den Umtausch in Reichsschahanweisungen geeignet sind, ohne Zinsschein- bogen ausgereicht. Für die Ausreichung werden Gebühren nicht erhoben. Eine Zeichnungssperre steht dem Umtausch nicht entgegen. Die Schuldverschreibungen sind bis zum 29. Juni 1918 bei den in Absatz 1 genannten Zeichnungs- oder Vermittlungsstellen einzureichen.
Berlin, im März 1918.
* Dornrstadt. 17. März. Dem Intendanten des Großh. Hoftheaters Dr. Paul Eg ec wurde vom Groß- herzog die erbetene Entlassung von seinem Posten mit Schluß dieser Spielzeit bewilligt. Dr. Egec tritt am 1. August seinen Posten als künstlerischer Leiter des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg an.
* Kassel. Auf Anregung eines Mitbürgers ist die Stabt Kassel dazu gelangt, eine Ehrentafel zu stiften und zwar aus Anlaß der bevorstehenden Zeichnungsauflage der achten Kriegsanleihe. ^Lie soll jedem verliehen werden, der Kriegsanleihe zeichnet. Tie Aushändigung dieses Zeichens erfolgt durch die Zeich- nungsstelle, gleichviel, ob viel oder wrntg gezeichnet wird.
* Felsbrrg Vollständig verkohlt ist der an der Ueberlandzentrale beschäftigte Arbeiter Euler von hier, indem er aus unbekannter Ursache der Starkstromleitung zu nahe kam.
* Heibestzeim. Ein mit dem Frankfurt Kölner Nachtzuge hier ekngetroffener Reisender erstattete die Anzeige, daß ec zwischen Budcnheinl und Heidenheim von zwei Burschen, die in Budenheim eingestiegen seien, im Abteil überfallen und seiner Barschaft beraubt worden sei. Die Räuber seien kurz vor der Station aus dem langsam einführenden Zuge gesprungen und in der Dunkelheit verschwunden; ihr Alter könne auf höchstens 16 Jahre geschätzt werden. Rack dm Personalbeschreibungen, die der Ueberfallene gab, handelt es sich um hiesige Burschen, von denen einer Sonntagnacht, dem Tage der Tat, verschwunden ist.
* Marburg In einem Walde im Annatälchen fanden Holzmacher die wutlofin lleberceste eines in der Nacht vorher dort an Ort und Stelle g e s ch l a ch t e- ten Schweines, das in dem Biedenkopfer Geenz- dorfe Friebertshausen einem Einwohner aus dem Stalle gestohlen worden war.
* Marburg. Daß es immer noch Leute edler Besinnung gibt, bewies ein Landwirt eines Nachbar-
Reichs bank-Direktorium
Havenstein. v. Grimm.
ortes. Als ihm zu Ohren kam, daß einigen kleineren Besitzern die bei ihm gekauften Ferkel eingegangen seien, fand ec sich ein und zahlte ihnen das Kaufgeld mit dem Hinweise zurück, daß er eher den Schaden verschmerzen könne.
* Metzlar. In Becghausen warfen sich dieser Tage junge Burlchcn auf der Straße mit Steinen. Dabei wurde die zufällig vorbeigehende Witwe Gack von einem Stein derart an den Kopf getrosten, daß fte in der Klinik in Gießm zugeführt werden mußte, wo sie nach qualvollen Leiden starb.
* Uilbel. In der hiesigen Gemarkung wurden durch den Sohn des Gutspächtecs Dfttz in Nieden- Erlenbach zwei einem Gefangenlager entwichene rus- s i s chje O f f i z i e c e, die früher als vorgesehen ist, der östlichen Heimat zuwandern wollten, festgenommen.
* Vom Westerwald Durch Kriegsgefangene wurden in den Gemarkungen Dierdorf, Steinnel und Puderbach 300 Morgen Ocdland urbar gemacht und der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung zugefuhrl. Die Kosten des Unternehmens wurden bereits aus den Einnahmen des ersten Wirtschaftsjahres gedeckt.
* Vom Westerwald Die Schafzucht hat während des Krieges im Westerwald eine recht erfreuliche Stnge- lUR( i erfahren. So wurden im Kreise Neuwied vor dem Kriege 2300 Stück Schafen gezählt, bei der letzten Zahlung konnten bereits 3700 Tiere festgestellt werden.
Staat Cbeater Glessen.
Samstag, den 23. März abends V/, U&r: Ensemble- Gastspiel von Mitgliedern des Mainzer L>wdt thcaters mrnscftentremrde. Schauspiel von Richard Dehmel.
Sonntag, den 24. März nachmittags 3 1 / 2 Ugc: «laubr und fieimat Die Tragödie eines Volkes von Karl Schönherc — Abends 7 / 2 Uhr: singend Ein Liebcsdrama in 3 Auszügen von Max Halbe.
Nun, Deuifcbland, halte aus
Von Karl von Mangoldt.
Die Weltenuhr holt langsam Jetzt aus zum letzten Schlag,
Es kommt ein. neuer, großer,
Ein wahrer Wellentag.
Nun, Deutschland, halte aus! Rund auf der ganzen Erde Hält man den Atem still,
Erwartend, was da Neues, Gewalt'ges werden will.
Nun, Deutschland, halte aus! Jetzt will die Gottheit zeigen,
Wem sie die Palme gibt!
Den Treuen und den Starken Sie stets am meisten liebt.
Nun, Deutschland, halte aus!
Ob der Gemeinheit Brodem Dir oft den Atem raubt,
Und dunkle Nachtgedanken Umflattern auch Dein Haupt:
Nun, Deutschland, halte aus! Das sind Versuchungsstunden In jedes Helden Lauf, —
Hindurch! Hindurch! Es trägt Dich Ein fester Sinn hinauf!
Nun, Deutschland, halte aus!
Es naht die große Stunde,
Es naht der große Tag,
Wo Deutschland vor die Völker Als Sieger treten mag.
Nun, Deutschland, halte aus!
Wo unser Schwert sich senket Und durch die blut'ge Stacht Der neue Morgen strahlet,
Den es der Welt gebracht!
Nun, Deutschland, halte aus!
Verantwortlich: Albin Klein in Gießen.


