Ausgabe 
13.3.1918
 
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bet vergangenen Wochen wiederum f r r e d l t ch e deutsche Städte weit hinter der Kampfzone mit Bomben beim^ aesucht. Tie angedrohte Strafe ist vorgestern nacht abermals vollstreckt worden. Tie Stadt Varls war wiederum das Ziel unseres VergeltungSangriffs. Dem verbrecherischen und verblendeten Verhalten unserer Geaner entsprechend, wurde der Angriff mrt uoch arößerer Stärke und Wucht geführt als der erste.

Stadt Paris wurde mit insgesamt 23 700 Kilogramm

Bomben belegt.

Kleine Kriegsnachrichten.

.. Oberleutnant Buddecke, der bekannte hessische

TÄÄSStÄ. ««£».

Baker ist mit seinem sieben Personen zahlenden Ge

neralstab in einem französischen Hafew eingetrofsen.

General Brussilow. der sich dem revolutio- ren KriegLtribunal in Moskau gestellt hatte 'st frei- gesprochen worden. Tie Bevölkerung begrüßte da« Ur­teil mit großem Jubel._^

Eiseribahn-Beamtenfragen.

3m Abgeordnetenhause wurde bei der Beratung Eiseubahnetats

ötc Aussprache über Beamten- ilnd Arbeiterfragen

fortgesetzt.

Aba.

Abg. Walltzaum (christl.soz., Hosp. der Kons.). Auch der Wagenmangel soll zum Terl auf den Per^ sonenmangel zurückzufuhren fern. Gron ist dle Not des Fahrpersonals. Nach dem Kriege mutz! eme durch- greifende Neugestaltung der Gehaltsverhältnisse erfol­gen. Turch Vermehrung der Beamtenstctten ist. streb­samen Arbeitern und Hilfsarbeitern Gelegenheit zum BorwärtSkommen zu geben.

Minister v. Dreitnrbach erklärte, daß alle Wunsche und Forderungen einer sorgfältigen Nachprüfung.unter- liegen. Sie 'würden aber vielfach rn unzulaftiger Weise vorgebracht. Tie Verbände der Arbeiter führe. einen Kampf gegeneinander, der ^ochlt "nerwumckte Formen angenommen hatte. ^er Bund der Reichs- Aftnbahner fordere in einer Eingabe an das Abgeord­netenhaus eine lveitgehende Aufbesserung der Teue­rungszulagen in einer Form, die er beanstanden müsse, weil sie dem Geist des preußischen Beamtentums wider­spreche. Löhne und Gehälter seien rn den letzten Jah­ren ganz erheblich ausgebessert worden. Der nötige ^holungSurüiub soll gewährt werden. .

mg. TelinS (VP.): Die Zulagen stehen in keinem Verhältnis zu den niedrigen Löhnen. Frauen sollten nicht als Lokomotiv-Heizerinn?n venvandt werden, sie kommen auch nicht in Betracht, wenn rasche Entschluß­kraft oder große Körperkräfte nötig sind. Dre Beamten sind verhältnismäßig schlechter bezahlt als die AuS-

^ Zum Schlüsse gab es noch eine lebhafte Aus­einandersetzung zwischen dem Minister v. Breitenbach, ver die Sozialdemokraten Beschuldigte, daß fte Unzu­friedenheit in die Reihen der Arbeiter trügen, und den Abgg Leinert, Hoffmann und Ströbel, dre ihrer­seits den Standpunkt vertraten, ihre Krrtrk werde so­gleich aufhören, sobald die Eisenbahner bessere Löhne

Cr ^ le £cmai& wurden die Aufbesserungs-Resolutionen der Kommissionen angenommen.

Wßö»rönstenhau 4 für eine LraaLSnoiweudigkeiL ulld bittet daher die Landtaasftaktion unter Zurückstel­lung gewichtiger Bedenken, sich auf den Boden der Regierungsvorlage zu stellen."

Dieser Beschluß wurde mit 64 gegen 21 preu­ßische, unter Hinzurechnung der nichtpreußischen mit 104 gegen 24 Stimmen gefaßt.

:: Gewerkschaften gegen die Sommerzeit. Das Korrespondenzblatt der Generalkommission der Ge­werkschaften Deutschlands" nimmt auf Grund einer Um- ftage über die Meinung der verschiedenen Arbeiter­gruppen gegen die Sommerzeit Stellung. Es sei der Befürchtung Raum zu geben, daß die Stunde Zeit­gewinn zur Arbeit verwendet, bezw. diese Verwen­dung von vielen Arbeitgebern erzwungen werde. Taö wäre dann ein bedenklicher Rückschritt. Er könnte ver­mieden werden durch Schaffung eines gesetzlichen Höchst­arbeitstages, wie ihn die Arbeiterschaft seit langem fordert. Von den Arbeiterberufsgruppen sprechen sich in der Umfrage die Bergarbeiter, Bildhauer, Brauerei- und Mühlenarbeiter, Fabrikarbeiter, Gastwirtsgehilfen, Landarbeiter, Metallarbeiter im aNgemeinen gegen die Sommerzeit aus. Tie größten handarbeitenden Grup­pen, die Landwirte und die Arbeiter, sind also dagegen.

:: Im RcichSverband der Teutschen Presse hat am Sonntag der Bezirk Brandenburg zwei Resolutionen beschlossen: ^ ,

1 . Zur Zensur:Ter Vorstand des Reichsver­

bandes der Deutschen Presse spricht die bestimmte Er­wartung aus, daß der Reichstag Uebergriffen der mili­tärischen Zensur auf das politische Gebiet entschieden entgegentritt, und daß er auch keine Abänderung der Zensurvorjchriften dulden wird, die der Sache nach die Einführung einer politischen Zensur durch politische Behörden bedeutet." .

2. Zur Presse-Vertretung im Herrenhaide:Für den Fall, daß die bisher beabsichtigte Grundlage für das neue Oberhaus bestehen bleibt, fordern wir für die preußischen Redakteure und Tagesschriftsteller Min­destens drei Vertreter, die von deren Berufsorganisa­tion zu präsentieren sind."

* * *

Türkei: Lin Kriegscritährnngsautt.

% Tre türkische. Kammer begann die Verhandlung über die Verordnung vom August 1917, betreffend Schaffung eines K r i e g S e r h r u n g s a m t s. Dre Verordnung hat im Ausschuß beträchtliche Abände­rungen erfahren.

Griechenland: ve«izel»S gegen die Religioustzehördeu.

~ Ter adgesetztr Erzbischof von Athen und andere höhere Geistliche, die an der Exkommunikation (ver ttrchlichen Ausschließung) von Bemzelos teilge­nommen haben, sind vor ein Kriegsgericht gestelli worden.

Tie Lage des TiktatorS scheint sich von Stunde zu Stunde zu verschlimmern: TieZürcher Morgen­zeitung" meldet, daß seit einigen Tagen beun- ru'Agende Meldungen aus allen Teilen Griechen

ivrrdmr. Un dem Protest wurde behauptet, daß dies den Ruin des ganzen oberschlesischen Bäckerstandes her- beisühre.

** Bon elfter Leiter erschlagen. In Thune im Kreise Lüchow ging der 16 Jahre alte Knecht des Hofbesitzers Büsch beim Tüngerfahren neben dem Wagen her. Plötzlich warf ein Windstoß eine auf dem Wagen befindliche Leiter herunter, die den Knecht so un­glücklich traf, daß er einen Genickbruch davontrug. Ter Tod trat auf der Stelle ein.

** Tie Konsirmationscier. Die Landpfarrer und die ländlichen Lehrer im preußischen Hessen waren bis­her in der glücklichen Lage, um die Osterzeit, wenn die Konfirmationen waren, die Speisekammern mit Eiern gefüllt zu sehen, die nach altem Brauch die Konfirmanden als Ehrengaben der Eltern ablieferten. Noch im Vorjahre wurde diese Sitte geübt, und mancher schöne Eierkuchen konnte von der Pfarrersköchin oder der Lehrerssrau gebacken werden, damit das Fest der Ostern verschönt werde. Nun werden aber durch eine Verfügung des Regie rungspräsidenten zu Kassel die Bauern angehalten, mit dem alten Braua- zu brechen und die Eier nur an die Sammel­tet len abzuliefern. Wer es nicht tut, verfällt in Strafe.

A Tie Post zahlt künftig in Preußen die Militär­pensionen, Militärrenten und Militärhinterbliebenen­bezüge, also die aufgrund der Militärversorgungs­gesetze zahlbaren Pensionen usw. sowie Hinterbliebe­nengebührnisse, ferner die von Militärbehörden an solche Empfänger bewilligten Unterstützungen, Zuwen­dungen, Beihilfen usw. nicht aber Marine- und Schutztruppengebührnisse usw. und zwar durch die für den Wohnort des Empfängers zuständige Bestell­postanstalt. Die fortlaufend zahlbaren Gebührnisse wer­den von jetzt an bereits am 29., oder, wenn dieser Tag ein Sonn- oder Feiertag ist, am 28. des der Fällig- fclt der Gebührnisse vorhergehenden Monats gezahlt. Die pünktliche Abhebung der Gebührnisse an den FäNigkeitstagen ist dringend notwendig. Empfänger, die ihre Gebührnisse nicht persönlich abheben wollen, sondern im Giro- oder Postwege zu erhalten wünschen, haben dies gelegentlich der Abholung der Betrage ver Der zuständigen Postanstalt zu beantragen. Dies gilt auch für diejenigen Empfänger, die zur Zeit ihre Gebührnisse bereits im Girowege oder im Postscheck­wege erhalten. Auch die Militär-Invaliden und Rentenempfänger erhalten ihre Gebührnisse von jetzt an auf Grund von Quittungen. Dort, wo es nicht möglich ist, schon jetzt alle Zahlungen auf die

f o ft überzuleiten, werden die Empfänger durch die eitungen, durch Aushang in den Kassenräumen usw. rechtzeitig daraus hingewiesen werden, daß sie ihre Bezüge solange von der bisherigen Zahlstelle werter erhalten, bis ihnen eine Benachrichtigung über dre Uebertragung auf die Post und neue Quittungsvordrucke usw. zugehen.

Ein heiteres Schleichhandelsstückchen fprelte sich am Vredener Bahnhof ab. Auf die letzte Minute, vor Abgang des Frühzuges, kam noch eine biedere Frau mit drei Kindern, davon eins im Arm der Mutter. Ter

Politische Rundschau.

Ein KapitalabfindungSgefetz für Offiziere ist in Vorbereitung.

Ter ftühere konservative Reichstagsabgeordnete Tomänenrat Rettich ist im Alter von "<9 Jahr^r in Mecklenburg gestorben. Meno Rettich hatte 13 ^cchre das Mandat für Doberan inne. bis ihm 1906 von Tr. Herzfeld (Unabh. Eoz.) das Mandat entrissen wurde.

Ter sozialdemokratische Reichstags- und Land­tagsabgeordnete Stolle ist, «'6 Jahre alt, nach nur kurLem Krankenlager gestorben. Stolle vertrat rm Reühstag den 8 . sächsischen ReichstagswahlkreiS

-jwtckau^ Kaisern Zita ist in Baden

von einem Prinzen glücklich entbunden worden. Mutter und Kind befinden sich wohl. , . ^ .

Tem Kaiserpaar wurde dadurch ein vierter Prinz beschert; der Ehe Kaiser Karls, die am 21. Oktober 1911 geschlossen wurde, sind bereits Erzherzog oranz Joseph Otto. geb. am 20. November 1912, Erzherzogin Adelheid, geb. am 2. Januar 1914, Erzherzog Robert, geb. au» 8 . Februar 1916, Erzherzog Felix, geb. am 31. Mai 1916, entsprossen.

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:: Ein 12 -Millionen-Neuba« für die ReichSschu!« »eli»erw»1tn«g. In einem Nachtrag zum Reichshaus­haltsplan für daS Rechnungsjahr 1917 wird eme Summe von 8,5 Millionen Mark verlangt zum Erwerb eines Grundstücks für die Reichsschuldenverwaltung. In Betracht kommt ein Grundstück, dessen Preis 12 Millionen ist.

:: 1/2 Mirlisn Gerichtsverfahren in Nahrungsmittel- Sachen. Nach der amtlichen Statistik der preußischen Justtzverwaltung sind allein in Preußen in der Zeit vorn 1. Oktober 1916 bis 30. November 1917 nicht weniger als 487 726 Vergehen abgeurteilt worden. Also in 14 Monaten fast eine halbe Million gericht­liche Verfahren wegen Ueberttetung der Lebensmittel­verordnung.

:: Gin «euer IZ-MUliarden-Kredit. Tem Reichs­tag ist der Entwurf eines Gesetzes zugegangen, in dem ein neuer Kredit von 16 Milliarden Mark verlangt wird. Tie bisher bewilligten Kredite belaufen sich auf 109 Milliarden Mark, so daß also nach Annahme dieser Vorlage 124 Milliarde» Mark bewilligt ftnd. Tie letzte Bewilligung fand Ende November 1917 statt, die vorletzte im Juni 1917. Bon den Krediten sind bisher 72,8 Milliarven vnrch Kriegsanleihe flüftig gemacht.

:: Für Vas gleiche Wahlrecht in Preußen hat der Zentralvorstand der Nationalliberalen Partei folgende Gntschlietzung angenommen: , _ ajl , . _

,,Ter Zentralvorstand halt dre Einführungdes

Wahlrecht» für die «ahlan *um Preußischen

1^:1 eintressen, wo die Nachricht vom rumänischen Fciroen-schluß über Nacht die Gegnerschaft gegen Beni-

zeloS ganz außerordentlich gestärkt hat.

tzsnAlanv: Böse Entvickluug in Irland.

% Tie irischen Unruhen haben einen der^t be­drohlichen Charakter angenommen, daß der ftühere Oberbefehlshaber an der Westfront, jetzt der

Heimarmee, French, nach Irland S^erst ist und dort er^ llärr hat, es feien bereits schritte getan, um ganz Irland unter militärischen Zwang zu bringen. Üeber die Grafschaft Munster ist bereits der Belage­rungszustand erklärt, eine Reihe von größeren Städten hat erheblich verstärkte Be,atzungen erhalten. Mit einer schrillen Tftfonanz schtteßt so di-irische Konvention", das gemeinsame Werk Lloyd Georges und des irischen parlamentarischen Führers John Redmond. Dieser Mann, emst der Abgott der Iren, zuletzt seinem Volke verhaßt, hat sich rm Nugen- blict des Zusammenbruchs desVersöhnungswer^ rn. Jenseits empfohlen. Wird fein Sozius Lloyd George zwar nicht gleich ins Jenseits, aber aus dem Kabinett herauswandern?!

auffichtführende Wachtmeister revidierte trotz der Etle das Gepäck der Frau und fand gleich im Handkorb 150 Eier. Auf die Frage an die Frau, was fte im Arm trage, kam die Antwort:Ein kleines Plag." Ter Beamte wollte aber auch daß Kind sehen. Ta gab es schließlich die Frau in die Hände des Wachtmeisters, und es entpuppte sich ein prächtiger westfälischer

Schinken. _ t _ . .

** W» das ganze Torf versteckte. Die Landwirte einer Gemeinde bei Bitsch in Lothringen brachten, um die Kontrollbeamten zu täuschen, nach gemein­samer Verabredung besttmmte Vorräte in die Kirche unter das Dach. Durch Zufall kam die Sache aber ans Tageslicht. Bei der Kontrolle wurden nämlich bei einer ledigen Person nicht wesentliche Lebensmittel­vorschläge beschlagnahmt. In ihrem Zorn gab nun das Mädchen das Dorftersteck an. Viel fteundliche Gesichter sieht es seitdem nicht mehr.

Gerichtssaal.

Aus aLer Welt.

--- «riche *tringSfän«r Bor der Elbemünduwg bei Helgoland und Trischen, sowie namentlich auch in der Tichmarfcher Bucht haben sich erneut große Schwärme der kleineren Elbheringe erngestellt die in der verflossenen Woche allseitig erne reiche Ausbeute ermöglicht und damit den Frschern trotz der brlligen Preise recht guten Verdienst gebracht haben. E» stnd täalich große Fänge in Büsum und Kuxhavcn gelandet und mit 32 Psg. das Psund zum Verlaus gebracht wo^ den Ganz bedeutende Wagenladungen sind auch taglrch ans dem Eisenbahnwege ins Binnenland nach Groß­städten versandt worden. Das Gesamtfangergebnts des Frühjahrs 1917 mit rund 2 Millionen Pfund ist in diesem Frühjahr bis jetzt bereits weit übertrosten wor­den. und dabei ist noch mit einer weiteren Andauer dieser Fänge zu rechnen. Man tut gut, srch der die en Meldungen nicht zu früh zu freuen. Es handelt sich da um Teilergebnisse, deren Wirkung auf das groß« Ganze sich nicht ohne weiteres abschätzen laßt, so erfteulich sie an sich auch sind.

Eine Großbäckerei ves Grafen Opperövorff'? In Oberschlesien protestieren die Bäckerinnungen gegen eine angeblich vom Reichsgrasen v. Oppersdorfs tn Ober-Glogau geplante Errichtung eines Großbackcret- betriebes zur Versorgung des ganzen oberschleftschen Fndustriebezirks mit Brot. Der Gras soll am Bahn­hof Ober-Glogau einen Komplex von 50 Morgen auf- g-kauft haben, um dort mit dem Ban eines Riesen- bäckereibetriebes zu beginnen. Er will angeblich das ganze Brotgetreide seiner Güter zu Brot verbacken, und zwar nach einem neuen Versahren, das schon vom Reichsgesnndheitsamt genehmigt sein soll. DaS Ge­treide soll, so heißt es. nicht gemahlen, sondern ge­quetscht und aufgeweicht werden. Vermittels der Eisen­bahn und mittels Lastautomobilen soll mit dem Brot der ganze oberschlesisch- Jndustriebezirk versorgt wer­den. Lurch die Ausschaltung der Getterdehändler, Müller, Met»!Händler, «äck-r s«ll da« «r»t billiger

-t «i» weiblicher Bankräuber. In den verflosseneir Monaten erregten Raubanfälle, die von einer weib­lichen Person in Essen und Köln auf junge Leute verübt wurden, die im Anfttage ihrer Firmen Geld bei Banken abgehoben hatten, Aufsehen. Als Täterin wurde die ehemalige 28jährige Modistin Helene Schäfer, -ine kleine schmächtige Person, die in Elberfeld ihren Wohnsitz hatte, ermittelt. Nach ihrer Angabe hat sie. nachdem sie durch Leichtsinn sich gute Stellen ver­scherzte, mit dem Revolver in der Hand ihre Rand- züge ansgeführt. Sic wußte ihre Opfer durch Vor- fpieqelungen immer in Ketterräume zu locken und durch Hinweis auf angebliche Helfershelfer emzu,chuch- tern 7000 Mark, von denen sie 2000 Mark verschenkt haben will, brachte sie in wenigen Wochen durch, ^-as Kriegsgericht in Köln verurteilte fte zu 6 V 2 Jahren

^ Wiederaufnahme eines GiftmordprozeFes. 1912 wurde die Besitzersftau Karoline Kieper aus Grotz- Sibsau im Kreise Schwetz wegen Giftmordes an ihrem Ehemann zum Tode verurteilt. Ter P^zetz, der damals großes Aussehen hervorrief, wird im Wieder- aufnahmversahren am nächsten Donnerstag vor dem Schwurgericht in Graudenz abermals zur Verhandlung kommen. Zu der Verhandlung, zu der über neunzig Zeugen und Sachverständige geladen wurden, ftnd vorläufig drei Tage in Aussicht genommen Frau Kieper wurde bekanntlich zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt und befindet sich seit Januar aus freiem r 5, nachdem sie siinf Jahre im Zuchthaus verbüßt hat

Kein Mord, sondern ^.oftchlag. In dem Pro­zeß, der in Breslau wegen der Ermordung de» Rechts­anwalts Karsten durch eine beiseite geschobene Ge­liebte stattfand, erklärte das Kriegsgericht, es liege nicht Mord, sondern ein in der Aufregung begangener .Totfchlag vor, so daß die Sache vom Schwurgericht

entschieden werden muß. ^ . s

+ Wegen fahrlässiger Tötung wurde der Naturheil- kundige Heinrich Goldderg aus Neukirchen bei Moers zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Ter Naturherl- ku-ndiae hatte einer Atutter wiederholt verjichert, e» handele sich bei ihrem kranken Kinde nicht um Diphtherie, und deshalb die rechtzeitige Hinzuziehung eine» «eßte» Verhindert