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bet vergangenen Wochen wiederum f r r e d l t ch e deutsche Städte weit hinter der Kampfzone mit Bomben beim^ aesucht. Tie angedrohte Strafe ist vorgestern nacht abermals vollstreckt worden. Tie Stadt Varls war wiederum das Ziel unseres VergeltungSangriffs. Dem verbrecherischen und verblendeten Verhalten unserer Geaner entsprechend, wurde der Angriff mrt uoch arößerer Stärke und Wucht geführt als der erste.
Stadt Paris wurde mit insgesamt 23 700 Kilogramm
Bomben belegt.
Kleine Kriegsnachrichten.
.. Oberleutnant Buddecke, der bekannte hessische
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Baker ist mit seinem sieben Personen zahlenden Ge
neralstab in einem französischen Hafew eingetrofsen.
General Brussilow. der sich dem revolutio- ren KriegLtribunal in Moskau gestellt hatte 'st frei- gesprochen worden. Tie Bevölkerung begrüßte da« Urteil mit großem Jubel._^
Eiseribahn-Beamtenfragen.
3m Abgeordnetenhause wurde bei der Beratung Eiseubahnetats
ötc Aussprache über Beamten- ilnd Arbeiterfragen
fortgesetzt.
Aba.
Abg. Walltzaum (christl.soz., Hosp. der Kons.). Auch der Wagenmangel soll zum Terl auf den Per^ sonenmangel zurückzufuhren fern. Gron ist dle Not des Fahrpersonals. Nach dem Kriege mutz! eme durch- greifende Neugestaltung der Gehaltsverhältnisse erfolgen. Turch Vermehrung der Beamtenstctten ist. strebsamen Arbeitern und Hilfsarbeitern Gelegenheit zum BorwärtSkommen zu geben.
Minister v. Dreitnrbach erklärte, daß alle Wunsche und Forderungen einer sorgfältigen Nachprüfung.unter- liegen. Sie 'würden aber vielfach rn unzulaftiger Weise vorgebracht. Tie Verbände der Arbeiter führe. einen Kampf gegeneinander, der ^ochlt "nerwumckte Formen angenommen hatte. ^er Bund der Reichs- Aftnbahner fordere in einer Eingabe an das Abgeordnetenhaus eine lveitgehende Aufbesserung der Teuerungszulagen in einer Form, die er beanstanden müsse, weil sie dem Geist des preußischen Beamtentums widerspreche. Löhne und Gehälter seien rn den letzten Jahren ganz erheblich ausgebessert worden. Der nötige ^holungSurüiub soll gewährt werden. .
mg. TelinS (VP.): Die Zulagen stehen in keinem Verhältnis zu den niedrigen Löhnen. Frauen sollten nicht als Lokomotiv-Heizerinn?n venvandt werden, sie kommen auch nicht in Betracht, wenn rasche Entschlußkraft oder große Körperkräfte nötig sind. Dre Beamten sind verhältnismäßig schlechter bezahlt als die AuS-
^ Zum Schlüsse gab es noch eine lebhafte Auseinandersetzung zwischen dem Minister v. Breitenbach, ver die Sozialdemokraten Beschuldigte, daß fte Unzufriedenheit in die Reihen der Arbeiter trügen, und den Abgg Leinert, Hoffmann und Ströbel, dre ihrerseits den Standpunkt vertraten, ihre Krrtrk werde sogleich aufhören, sobald die Eisenbahner bessere Löhne
Cr ^ le £cmai& wurden die Aufbesserungs-Resolutionen der Kommissionen angenommen.
Wßö»rönstenhau 4 für eine LraaLSnoiweudigkeiL ulld bittet daher die Landtaasftaktion unter Zurückstellung gewichtiger Bedenken, sich auf den Boden der Regierungsvorlage zu stellen."
Dieser Beschluß wurde mit 64 gegen 21 preußische, unter Hinzurechnung der nichtpreußischen mit 104 gegen 24 Stimmen gefaßt.
:: Gewerkschaften gegen die Sommerzeit. Das „Korrespondenzblatt der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands" nimmt auf Grund einer Um- ftage über die Meinung der verschiedenen Arbeitergruppen gegen die Sommerzeit Stellung. Es sei der Befürchtung Raum zu geben, daß die Stunde Zeitgewinn zur Arbeit verwendet, bezw. diese Verwendung von vielen Arbeitgebern erzwungen werde. Taö wäre dann ein bedenklicher Rückschritt. Er könnte vermieden werden durch Schaffung eines gesetzlichen Höchstarbeitstages, wie ihn die Arbeiterschaft seit langem fordert. Von den Arbeiterberufsgruppen sprechen sich in der Umfrage die Bergarbeiter, Bildhauer, Brauerei- und Mühlenarbeiter, Fabrikarbeiter, Gastwirtsgehilfen, Landarbeiter, Metallarbeiter im aNgemeinen gegen die Sommerzeit aus. Tie größten handarbeitenden Gruppen, die Landwirte und die Arbeiter, sind also dagegen.
:: Im RcichSverband der Teutschen Presse hat am Sonntag der Bezirk Brandenburg zwei Resolutionen beschlossen: ^ ,
1 . Zur Zensur: „Ter Vorstand des Reichsver
bandes der Deutschen Presse spricht die bestimmte Erwartung aus, daß der Reichstag Uebergriffen der militärischen Zensur auf das politische Gebiet entschieden entgegentritt, und daß er auch keine Abänderung der Zensurvorjchriften dulden wird, die der Sache nach die Einführung einer politischen Zensur durch politische Behörden bedeutet." .
2. Zur Presse-Vertretung im Herrenhaide: „Für den Fall, daß die bisher beabsichtigte Grundlage für das neue Oberhaus bestehen bleibt, fordern wir für die preußischen Redakteure und Tagesschriftsteller Mindestens drei Vertreter, die von deren Berufsorganisation zu präsentieren sind."
* * *
Türkei: Lin Kriegscritährnngsautt.
% Tre türkische. Kammer begann die Verhandlung über die Verordnung vom August 1917, betreffend Schaffung eines K r i e g S e r nä h r u n g s a m t s. Dre Verordnung hat im Ausschuß beträchtliche Abänderungen erfahren.
Griechenland: ve«izel»S gegen die Religioustzehördeu.
~ Ter adgesetztr Erzbischof von Athen und andere höhere Geistliche, die an der Exkommunikation (ver ttrchlichen Ausschließung) von Bemzelos teilgenommen haben, sind vor ein Kriegsgericht gestelli worden.
Tie Lage des TiktatorS scheint sich von Stunde zu Stunde zu verschlimmern: Tie „Zürcher Morgenzeitung" meldet, daß seit einigen Tagen beun- ru'Agende Meldungen aus allen Teilen Griechen
ivrrdmr. Un dem Protest wurde behauptet, daß dies den Ruin des ganzen oberschlesischen Bäckerstandes her- beisühre.
** Bon elfter Leiter erschlagen. In Thune im Kreise Lüchow ging der 16 Jahre alte Knecht des Hofbesitzers Büsch beim Tüngerfahren neben dem Wagen her. Plötzlich warf ein Windstoß eine auf dem Wagen befindliche Leiter herunter, die den Knecht so unglücklich traf, daß er einen Genickbruch davontrug. Ter Tod trat auf der Stelle ein.
** Tie Konsirmationscier. Die Landpfarrer und die ländlichen Lehrer im preußischen Hessen waren bisher in der glücklichen Lage, um die Osterzeit, wenn die Konfirmationen waren, die Speisekammern mit Eiern gefüllt zu sehen, die nach altem Brauch die Konfirmanden als Ehrengaben der Eltern ablieferten. Noch im Vorjahre wurde diese Sitte geübt, und mancher schöne Eierkuchen konnte von der Pfarrersköchin oder der Lehrerssrau gebacken werden, damit das Fest der Ostern verschönt werde. Nun werden aber durch eine Verfügung des Regie rungspräsidenten zu Kassel die Bauern angehalten, mit dem alten Braua- zu brechen und die Eier nur an die Sammeltet len abzuliefern. Wer es nicht tut, verfällt in Strafe.
A Tie Post zahlt künftig in Preußen die Militärpensionen, Militärrenten und Militärhinterbliebenenbezüge, also die aufgrund der Militärversorgungsgesetze zahlbaren Pensionen usw. sowie Hinterbliebenengebührnisse, ferner die von Militärbehörden an solche Empfänger bewilligten Unterstützungen, Zuwendungen, Beihilfen usw. — nicht aber Marine- und Schutztruppengebührnisse usw. — und zwar durch die für den Wohnort des Empfängers zuständige Bestellpostanstalt. Die fortlaufend zahlbaren Gebührnisse werden von jetzt an bereits am 29., oder, wenn dieser Tag ein Sonn- oder Feiertag ist, am 28. des der Fällig- fclt der Gebührnisse vorhergehenden Monats gezahlt. Die pünktliche Abhebung der Gebührnisse an den FäNigkeitstagen ist dringend notwendig. Empfänger, die ihre Gebührnisse nicht persönlich abheben wollen, sondern im Giro- oder Postwege zu erhalten wünschen, haben dies gelegentlich der Abholung der Betrage ver Der zuständigen Postanstalt zu beantragen. Dies gilt auch für diejenigen Empfänger, die zur Zeit ihre Gebührnisse bereits im Girowege oder im Postscheckwege erhalten. Auch die Militär-Invaliden und Rentenempfänger erhalten ihre Gebührnisse von jetzt an auf Grund von Quittungen. — Dort, wo es nicht möglich ist, schon jetzt alle Zahlungen auf die
f o ft überzuleiten, werden die Empfänger durch die eitungen, durch Aushang in den Kassenräumen usw. rechtzeitig daraus hingewiesen werden, daß sie ihre Bezüge solange von der bisherigen Zahlstelle werter erhalten, bis ihnen eine Benachrichtigung über dre Uebertragung auf die Post und neue Quittungsvordrucke usw. zugehen.
Ein heiteres Schleichhandelsstückchen fprelte sich am Vredener Bahnhof ab. Auf die letzte Minute, vor Abgang des Frühzuges, kam noch eine biedere Frau mit drei Kindern, davon eins im Arm der Mutter. Ter
Politische Rundschau.
— Ein KapitalabfindungSgefetz für Offiziere ist in Vorbereitung.
— Ter ftühere konservative Reichstagsabgeordnete Tomänenrat Rettich ist im Alter von "<9 Jahr^r in Mecklenburg gestorben. Meno Rettich hatte 13 ^cchre das Mandat für Doberan inne. bis ihm 1906 von Tr. Herzfeld (Unabh. Eoz.) das Mandat entrissen wurde.
— Ter sozialdemokratische Reichstags- und Landtagsabgeordnete Stolle ist, «'6 Jahre alt, nach nur kurLem Krankenlager gestorben. Stolle vertrat rm Reühstag den 8 . sächsischen ReichstagswahlkreiS
-jwtckau^ Kaisern Zita ist in Baden
von einem Prinzen glücklich entbunden worden. Mutter und Kind befinden sich wohl. , . ^ .
Tem Kaiserpaar wurde dadurch ein vierter Prinz beschert; der Ehe Kaiser Karls, die am 21. Oktober 1911 geschlossen wurde, sind bereits Erzherzog oranz Joseph Otto. geb. am 20. November 1912, Erzherzogin Adelheid, geb. am 2. Januar 1914, Erzherzog Robert, geb. au» 8 . Februar 1916, Erzherzog Felix, geb. am 31. Mai 1916, entsprossen.
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:: Ein 12 -Millionen-Neuba« für die ReichSschu!« »eli»erw»1tn«g. In einem Nachtrag zum Reichshaushaltsplan für daS Rechnungsjahr 1917 wird eme Summe von 8,5 Millionen Mark verlangt zum Erwerb eines Grundstücks für die Reichsschuldenverwaltung. In Betracht kommt ein Grundstück, dessen Preis 12 Millionen ist.
:: 1/2 Mirlisn Gerichtsverfahren in Nahrungsmittel- Sachen. Nach der amtlichen Statistik der preußischen Justtzverwaltung sind allein in Preußen in der Zeit vorn 1. Oktober 1916 bis 30. November 1917 nicht weniger als 487 726 Vergehen abgeurteilt worden. Also in 14 Monaten fast eine halbe Million gerichtliche Verfahren wegen Ueberttetung der Lebensmittelverordnung.
:: Gin «euer IZ-MUliarden-Kredit. Tem Reichstag ist der Entwurf eines Gesetzes zugegangen, in dem ein neuer Kredit von 16 Milliarden Mark verlangt wird. Tie bisher bewilligten Kredite belaufen sich auf 109 Milliarden Mark, so daß also nach Annahme dieser Vorlage 124 Milliarde» Mark bewilligt ftnd. Tie letzte Bewilligung fand Ende November 1917 statt, die vorletzte im Juni 1917. Bon den Krediten sind bisher 72,8 Milliarven vnrch Kriegsanleihe flüftig gemacht.
:: Für Vas gleiche Wahlrecht in Preußen hat der Zentralvorstand der Nationalliberalen Partei folgende Gntschlietzung angenommen: , _ ajl , . _
,,Ter Zentralvorstand halt dre Einführungdes
Wahlrecht» für die «ahlan *um Preußischen
1^:1 eintressen, wo die Nachricht vom rumänischen Fciroen-schluß über Nacht die Gegnerschaft gegen Beni-
zeloS ganz außerordentlich gestärkt hat.
tzsnAlanv: Böse Entvickluug in Irland.
% Tie irischen Unruhen haben einen der^t bedrohlichen Charakter angenommen, daß der ftühere Oberbefehlshaber an der Westfront, jetzt der
Heimarmee, French, nach Irland S^erst ist und dort er^ llärr hat, es feien bereits schritte getan, um ganz Irland unter militärischen Zwang zu bringen. Üeber die Grafschaft Munster ist bereits der Belagerungszustand erklärt, eine Reihe von größeren Städten hat erheblich verstärkte Be,atzungen erhalten. — Mit einer schrillen Tftfonanz schtteßt so di- „irische Konvention", das gemeinsame Werk Lloyd Georges und des irischen parlamentarischen Führers John Redmond. Dieser Mann, emst der Abgott der Iren, zuletzt seinem Volke verhaßt, hat sich rm Nugen- blict des Zusammenbruchs des „Versöhnungswer^ rn. Jenseits empfohlen. Wird fein Sozius Lloyd George zwar nicht gleich ins Jenseits, aber aus dem Kabinett herauswandern?!
auffichtführende Wachtmeister revidierte trotz der Etle das Gepäck der Frau und fand gleich im Handkorb 150 Eier. Auf die Frage an die Frau, was fte im Arm trage, kam die Antwort: „Ein kleines Plag." Ter Beamte wollte aber auch daß Kind sehen. Ta gab es schließlich die Frau in die Hände des Wachtmeisters, und es entpuppte sich ein prächtiger westfälischer
Schinken. _ t _ . .
** W» das ganze Torf versteckte. Die Landwirte einer Gemeinde bei Bitsch in Lothringen brachten, um die Kontrollbeamten zu täuschen, nach gemeinsamer Verabredung besttmmte Vorräte in die Kirche unter das Dach. Durch Zufall kam die Sache aber ans Tageslicht. Bei der Kontrolle wurden nämlich bei einer ledigen Person nicht wesentliche Lebensmittelvorschläge beschlagnahmt. In ihrem Zorn gab nun das Mädchen das Dorftersteck an. Viel fteundliche Gesichter sieht es seitdem nicht mehr.
Gerichtssaal.
Aus aLer Welt.
--- «riche *tringSfän«r Bor der Elbemünduwg bei Helgoland und Trischen, sowie namentlich auch in der Tichmarfcher Bucht haben sich erneut große Schwärme der kleineren Elbheringe erngestellt die in der verflossenen Woche allseitig erne reiche Ausbeute ermöglicht und damit den Frschern trotz der brlligen Preise recht guten Verdienst gebracht haben. E» stnd täalich große Fänge in Büsum und Kuxhavcn gelandet und mit 32 Psg. das Psund zum Verlaus gebracht wo^ den Ganz bedeutende Wagenladungen sind auch taglrch ans dem Eisenbahnwege ins Binnenland nach Großstädten versandt worden. Das Gesamtfangergebnts des Frühjahrs 1917 mit rund 2 Millionen Pfund ist in diesem Frühjahr bis jetzt bereits weit übertrosten worden. und dabei ist noch mit einer weiteren Andauer dieser Fänge zu rechnen. — Man tut gut, srch der die en Meldungen nicht zu früh zu freuen. Es handelt sich da um Teilergebnisse, deren Wirkung auf das groß« Ganze sich nicht ohne weiteres abschätzen laßt, so erfteulich sie an sich auch sind.
Eine Großbäckerei ves Grafen Opperövorff'? In Oberschlesien protestieren die Bäckerinnungen gegen eine angeblich vom Reichsgrasen v. Oppersdorfs tn Ober-Glogau geplante Errichtung eines Großbackcret- betriebes zur Versorgung des ganzen oberschleftschen Fndustriebezirks mit Brot. Der Gras soll am Bahnhof Ober-Glogau einen Komplex von 50 Morgen auf- g-kauft haben, um dort mit dem Ban eines Riesen- bäckereibetriebes zu beginnen. Er will angeblich das ganze Brotgetreide seiner Güter zu Brot verbacken, und zwar nach einem neuen Versahren, das schon vom Reichsgesnndheitsamt genehmigt sein soll. DaS Getreide soll, so heißt es. nicht gemahlen, sondern gequetscht und aufgeweicht werden. Vermittels der Eisenbahn und mittels Lastautomobilen soll mit dem Brot der ganze oberschlesisch- Jndustriebezirk versorgt werden. Lurch die Ausschaltung der Getterdehändler, Müller, Met»!Händler, «äck-r s«ll da« «r»t billiger
-t «i» weiblicher Bankräuber. In den verflosseneir Monaten erregten Raubanfälle, die von einer weiblichen Person in Essen und Köln auf junge Leute verübt wurden, die im Anfttage ihrer Firmen Geld bei Banken abgehoben hatten, Aufsehen. Als Täterin wurde die ehemalige 28jährige Modistin Helene Schäfer, -ine kleine schmächtige Person, die in Elberfeld ihren Wohnsitz hatte, ermittelt. Nach ihrer Angabe hat sie. nachdem sie durch Leichtsinn sich gute Stellen verscherzte, mit dem Revolver in der Hand ihre Rand- züge ansgeführt. Sic wußte ihre Opfer durch Vor- fpieqelungen immer in Ketterräume zu locken und durch Hinweis auf angebliche Helfershelfer emzu,chuch- tern 7000 Mark, von denen sie 2000 Mark verschenkt haben will, brachte sie in wenigen Wochen durch, ^-as Kriegsgericht in Köln verurteilte fte zu 6 V 2 Jahren
^ Wiederaufnahme eines GiftmordprozeFes. 1912 wurde die Besitzersftau Karoline Kieper aus Grotz- Sibsau im Kreise Schwetz wegen Giftmordes an ihrem Ehemann zum Tode verurteilt. Ter P^zetz, der damals großes Aussehen hervorrief, wird im Wieder- aufnahmversahren am nächsten Donnerstag vor dem Schwurgericht in Graudenz abermals zur Verhandlung kommen. Zu der Verhandlung, zu der über neunzig Zeugen und Sachverständige geladen wurden, ftnd vorläufig drei Tage in Aussicht genommen Frau Kieper wurde bekanntlich zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt und befindet sich seit Januar aus freiem r 5 uß, nachdem sie siinf Jahre im Zuchthaus verbüßt hat
Kein Mord, sondern ^.oftchlag. In dem Prozeß, der in Breslau wegen der Ermordung de» Rechtsanwalts Karsten durch eine beiseite geschobene Geliebte stattfand, erklärte das Kriegsgericht, es liege nicht Mord, sondern ein in der Aufregung begangener .Totfchlag vor, so daß die Sache vom Schwurgericht
entschieden werden muß. ^ . s
+ Wegen fahrlässiger Tötung wurde der Naturheil- kundige Heinrich Goldderg aus Neukirchen bei Moers zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Ter Naturherl- ku-ndiae hatte einer Atutter wiederholt verjichert, e» handele sich bei ihrem kranken Kinde nicht um Diphtherie, und deshalb die rechtzeitige Hinzuziehung eine» «eßte» Verhindert


