Ausgabe 
6.2.1918
 
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;eS beaufsichtigenden Polizeikommissars dort zur Fort- etzung des Streiks aufgefordert, also Landesverrat be

Zangen und darum trotz seiner Eigenschaft als Reichs- raasadgeordneter alsauf frischer Tat ertappt", ver­wüstet und ohne Genehmigung des Reichstags unter Rnktage gestellt werden konnte. Tie Verhandlung vor Dem außerordentlichen Kriegsgericht war am Montag. -!dg. Tittmann, ein früherer Tischler, jetzt Partei­sekretär der unabhängigen Sozialdemokratie, bestritt )ie Darstellung der Vorgänge seitens der Polizei. Er habe nicht vom Streik gesprochen, sondern nur über den anzustrebenden demokratischen Frieden rn seiner Rede sich geäußert. Als er verl-aftet werden zollte, habe ihn der Gendarm am Arm packen wollen, im weiteren auch mit Schießen gedroht; da habe er zuerst gesagt, er sei Reichstagsabgeordneter und dürfe nicht verhaftet werden. Als daraus nicht Rücksicht genommen wurde, habe er gesagt, man brauche ihn nicht festzuhalten, denn er gehe selbst mit. Wenn er sich rn einem Moment an dem' Arm des Gendarmen sestgehalten habe, ,o ser dies unsretwillig geschehen, weil er stolperte und sich vor dem tzrnsaUen schützen wollte. Aresen An­gaben widersprechen die Polizeibeamten; der Ange­klagte habe vor der aus mehreren tausend Köpfen bestehenden Versammlung, die polizeilich nicht an ge­meldet aewesen fet# Den Streik behandelt und gesagt! .d?iv müssen den Streik hoch halten! Ber seiner Ab suhruna habe der Angeklagte Widerstand geleistet und die Aieuae sei sehr ausgeregt gewesen. Ter Angeklagte Mibe um sich geschlagen und habe sich gemehrt.

Ter rutttäger des Gerichts oeanrragte 0 ^ahre Zuchthaus und 0 Jahre Ehrverlust.

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Das Kriegsgericht der Festung Köln !>a i in be- chieunlgtem Verfahren den Treher Bernard 5aammer .^'gen reisn'.gen Vaterlandesverrats, begangen durch Verbreitung ' von Flugblättern, zu einem Jahre Festungshaft- verurteilt. Als strafmildernd wurde in Betraa): gezogen, daß Hammer bisher unbestrast ist und den Feldzug mitgemacht hat.

Die Verhandlungen

in Breft-Litowek

sind allmählich in ein Fahrwasser geraten, das fern­ab vom'Frieden fließt. Man streitet sich in Tage langen Verhandlungen darum, ob in der

tttrainc dieRada" oder die Bolschewiki herrschen. Trotzki hat von seinen Gesinnungsgenossen, die gegen die Rada-Regierung in Kiew Krieg führen, zwei Abgesandte mitgeoracht und bestreitet jetzt, daß die Rada rn der Ukraine die Herrschaft ausübe und zur Vertretung der Ukraine berechtigt sei. In diesem geistigen Snugrampfe" zwischen Nada und Trotzki machen die Vertreter der Rada geltend, Trotzki wolle nid)t eine geordnete Regierung, sein Ziel sei die Ver- störung der Ruhe und Ordnung im Lande. Tie ukraini­schen Delegierten betonten dann erneut, daß sie, sie allein zur Vertretung der neuen ukrainischen Republik berechtigt seien; wogegen Trotzki auf die Telegramme über

Siege der Bolschewiki in der Ukraine

vermiss und behauptete, die Macht in der Ukraiine harren seine Freunde in Händen.

In diesem Punkte wurde ihm widersprochen, wie es scheint mit Recht. Tenn die Ukrainer melden einen Sieg:

Rach den neuesten Nachrichten sind alle ukrainischen Truppen auf die Seite der Zentralrada getreten und haben die Unabhängigkeit der Ukrainerrepublik unter stützt. N ut wenige Bezirke sind noch in der Gewalt der B o i s ch e w r k i t r u p p e n, darunter Odessa und Sewastopol. Tre Schwarze-Meer-Flotte soll zur Zeit aus Seiten der Bolschewikis stehen. Ter englandfreund ltche Kosakenhäuptling Kaledin hat sich mit seinen Truppen im Tongebiet für die Rada und gegen die Maxunalisten erklärt.

Tre: v u )) i s ch e Armeekorps haben versucht, die r u m ä n r i ch e Landesgrenze zu überschreiten. Nur zum Heineren Teile ist ihnen dies gelungen. An die 2000 Mann traten mit Pferden und Wagenpark in regel- iO|ei* Flucht zur Front der Mittelmächte über.

Angesichts dessen erklärte der österreichische Mi­nister des Auswärtigen, Gras Ezernn,:

Wir sel-en uns veranlaßt, die ukrainische Volks­republik schon jetzt als unabhängigen, freiem souve­ränen Staat anzuerkennen, der in der Lage ist, selb­ständig internationale Abmachungen zu treffen."

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Trotzki auch gegen die Polen.

Neben der Vollsitzung lief eine Kommissionssitzung in der polnischen Frage resp. über die Frage der Ein­ladung bezw. Zulassung von Vertretern der westlichen Randstaaten zu den Verhandlungen in Brest-Litowsk

Trotzki wandte sich sehr scharf gegen dieses Ver­fangen. Polen sei selbständig. Aber solange es besetzt sei, sei eine Selbständigkeit von Vertretern Polens^ die in Voraussetzungen machgebender Verhandlungen fei, nicht zu denken, zumal nicht angesichts des Man­gels fester Grenzen. Als bevollmächtigt zur Teilnahme an diesen Verhandlungen könnte er nur eine Vertretung Polens ansehen, welche sich auf die breiten Massen stützen würde.

Aehnliche Ausführungen machte Trotzki auch in bezug aus Finnland.

Tie Verhandlungen in Brest-Litowsk werden in diesen Tagen aus die Arbeit der wirtschaftlichen Kom­missionen beschränkt sein wegen einer Reise v. Kühl­manns und v. Czernins nach Berlin zu wirtschaft­lichen Verhandlungen zwischen den M i t t e l imächten.

Ein ncncr M^rv in Petersburg.

Nach einer Havasmeldnng wurde in Petersburg in der Nacht aus Mittwoch der Psychologe Professor Rofendach. als er im Schlitten Fanianka passierte, von Anarchisten, die das gesamte Stadtviertel besetzt halten, ermordet. Maxim Gorki, der einem Straßen- üversaU zum Opfer siel und schwer verwundet ins Krankenhaus gebracht wurde, befindet sich außer Lebens­gefahr.

Tas Recht der Macht.

Nowaja Schijn" zufolge wurde der allrussische Lauernkongreb am 23. Januar unmittelbar nach seiner

Eröffnung von Roten Gardisten und Matrosen auf-

gelvjt. Sie THui.ymer wurden in Abteilungen oon ie fünf Mann verhört, der Vorsitzende oerhaftet. Ins­gesamt hatten ftch über 200 Delegierte von der Front und aus den Dörfern eingefnnden Die meisten waren Sozialrevolutionäre.

B o l sch ew i ti-P reß jre Üft* i i".

Das Zettungswefen liegt in Petersburg wie alles ganz un Argen. Die Bolschewiki-Reglerung unter- druckt fast täglich ihr nicht genehnie Blätter und hin­dert die noch zugelafienen oder unter neuen Namen erscheinenden, den Regierungsstandpunkt nicht vertreten­den. durch Vorenthalten von Papier am regelmäßigen Erscheinen.

Allgemeine Kriegsnachrichten.

Gcmcinsäme KriegSzicl-Erklärung.

Tie Pariser Älätter melden: In diplomatischen Kreisen verlaute, die Entente-Konferenz zu Versailles habe eine gemeinsame Kriegsziel-Erklärung beschlossen. Orlando habe es durchgesetzt, daß Trient und Triest als Elsaß-Lothringen gleichberechtigte Kriegsziele er­klärt würden. , l

Lloyd George will selber sprechen.

Nach einer Londoner Meldung wird Lloyd George Anfang dieser Woche eine wichtige Rede hat« ten, die sich auf die diplomatischen Entscheidungen der Versailler Konferenz stützen werde.

MunirianS-Explosion in Frankreich.

Bei einer Explosion in einer Granaten-tzüll- ' anstatt in MoulinS wurden zehn Personen getötet i und 30 verletzt. Es brach Feuer aus. Ein Postamt j wurde zerstört, ein anliegendes Pulvermagazin konnte . gerettet werden.

Gerechte Vergeltung.

Zu der in der deutschen Presse gemeldeten Ver- u rt e i l u n g der englischen Fliegerleutnants Scholtz und Wookey wird belichtet: Seit mehr als zwei Jahren werden von englischen Offizieren Flugschriften aus- reizenden Inhalts hinter den deutschen Linien ab­geworfen, um durch Wort- und Bildschilderung des guten Lebens der dcuFchen Gefangenen in England nufere Truppen zum Ueberlaufen zu verführen. Ta bereits im März 1916 zwei deutsche Offiziere von der Entente wegen Abwurfs von Flugblät­tern vor ein Kriegsgericht gesteklt und zum Tode verurteilt waren, ein Urteil, das später allerdings in lebenslängliche Zwangsarbeit ümgewandelt wurde, und da ferner Frankreich angekündigt hat, eS würde deutsche Offiziere, die Flugschriften hinter den fran­zösischen Linien abwürsen. bei Gefangennahme vor ein Kriegsgericht stellen, wurden als Vergeltungsmaß­regel nunmehr die beiden englischen Flieger vor ein deutsches Militärgericht gestellt. Sie wurden des voll­endeten Kriegsverrats für schuldig befunden und zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Bonalten £tj6e".

Unter den neuer ich veröffentlichten r n s s i s ch e n ft; eheimdokumentc n ist von besonderem Inter­esse eine Ende 1904 an den früheren Zaren von Rußland gerichtete Aufzeichnung des damaligen Mi­nister der auswärtigen Angelegenheiten Grafen Lams- dorsf. in der dieser der deutschen Regierung das Be­streben unterstellt, die fteundschastlichen Beziehungen zwischen Rußland und Frankreich zu stören und sich nu§ diesem Grunde sehr reserviert zu einer damals in Frage stehenden engeren Annäherung zwischen Ruß­land und Deutschland äußert. Auf diese Aufzeich­nung hat der frühere Zar folgende Bemerkung ge­setzt:

29. Oktober 1904. Nicht völlig einverstanden mit Ihnen. Sie sehen aus meiner Antwort auf das Tele­gramm des Deutschen Kaisers, daß ich gegenwärtig für eine derartige Verständigung mit Deutschland und Frankreich kräftig wirke. Ties wird Europa von der maßlose« Frechheit Englands befreien und in der Zu­kunft höchst nützlich sein."

Tas Charakterbild des früheren Zaren wird da­durch nicht gerade erhabener; denn trotz der Erkennt­nis von der Gemeinschädlichkeit Englands hat er, gerade er, den Krieg mit uns angefangen. Das ent­kräftet aber sein Urteil über seine alte Liebe Eng­land wirklich nicht.

Euglartv» Flieger-Opfer.

Tie amtlichen Polizeiberichte geben die Gesamt­verluste durch den Luftangriff in der Nacht vom 28. zum 29. Januar in allen von den feindlichen Flugzeugen berührten Bezirken,soweit sie bekannt sind", folgendermaßen an: Tote 58, Verwundete 173. Von obigen Verlusteli wurden 30 Personen getötet und 91 verwundet in einem einzelnen, als Schutz- ausenthalt für Luftangriffe benutzten Gebäude. Tie Beseitigung der Trümmer dieses Gebäudes wurde be­deutend erschwert durch den gefährlichen Zustand des Bauwerkes. Es ist möglich, daß noch mehr Lei­chen gefunden werden. Die Polizei ist benachrichtigt, daß noch vier Personen in dem betreffenden Bezirke vermißt werden seit dem Luftangriff, deren Leichen noch nicht gesunden sind.

Tie wahren Feinde des Friedens.

Von den maßgebenden 70 englischen Frachtdamp­fer-Reedereien, die eine Flotte von zusammen 1 749 431 Tonnen brutto besitzen, ist im letzten Geschäftsjahre ein Reingewinn von 5 793 772 Pfund Sterling er­zielt worden, gleich 42y 2 Prozent des Kapitals.

Tiefe Hallunken könnend aushatten. Sie werden ihr gefügiges, an ihren Gewinnen redlich teilnehmend des Werkzeug Lloyd George weiterhinüberzeugen", daß das Land keine Not leide, also der Krieg weiter fortgeführt werden müsse.

Repressalien gegen deutsche Mißhandlungen in Rumänien.

Schärfste Repressalien droht Generalfeldmarschall von Mackensen den Rumänen an. nachdem sich l>eraus- gestellt hat, daß in dem rumänischen Gefangenenlager von Sipote von den 17 000 gefangenen Oesterreichern und Deutschen nur noch 4000 am Leben sind, dieHunger- und Flecktyphus in Lehmhütten ausgesetzt sind, mit Prügeln -traktiert und auch sonst schwer mißhandelt werden.

Nie AnSsichten der deutschen Echlußofseusive iu neu­tralem Licht.

Neben den ausschweifenden Phantasien unserer westlichen Redaktionsstubengegner, die vom völligen Zusammenbruch der deutschen militärischen Kraft zu schwatzen wagen, während wir Rußland zum Waffen­stillstand genötigt haben und in Frankreich, Italien, Serbien und Rumänien tief in Feindesland stehen, wirkt ein unbestochenes Urteil aus neutraler Quelle besonders wohltuend. Tie schwedische ZeitungTagens Nyheter" vom 19. Januar bespricht die Aussichten der deutschen Westofiensive. Sie bezeichnet einen deut­schen Durchbruch als möglich. Fraglich sei, ob die Entente es verstehen werde, das von den Deutschen ersonnene elastische Verteidigungssystem anzuwenden. Aber auch wenn sie es verstehe, jo sei doch damit zu rechnen, daß der deutsche Generalstab, der dies System erfunden habe, auch Methoden zu seiner Be­kämpfung ausgearbeitet habe. Außerdem verfügten die Deutschen jetzt über eine bedeutend größere Zahl von Truppen und über vielmehr Artillerie, als bei irgend einer früheren Offensive. Tas mindeste, was sie er­reichen würden, sei, daß eine Gegenoffensive von der Ententeseite für lange Zeit undenkbar werde.

Tatsächlich schon Friede an der Front. '

In der russischen ZeitungArmiji i Flot" (Heer und Flotte) weist der russische Oberbefehlshaber Kry- lenko daraus hin. daß bei der Demobilisierung dar Schicksal von Millionen auf dem Spiel stehe, für die schleunigst gesorgt werden müsse; denn, so sagt er wörtlich:es besteht tatsächlich schon Friede an der Front". In einem anderen Matte, demNash Wjek" heißt es, daß Krylenko selbst die Tatsache des voll­ständigen Vecsalls der Armee sestgestellt habe. Die Truppen seien zu keiner militärischen Tätigkeit mehr zu gebrauchen. Jede Militärperson, die irgendwelche besondere Begabung gezeigt habe, sei beiseite geschoben. Tie Soldaten würden von Führern kommandiert, die sie selbst gewählt hätten und die ihr Wissen auS bolschewistischen Zeitungen bezögen. Tie russische Ar­mee habe das Kämpfen einfach verlernt.

Angesichts dieser Umstande erscheint es doppelt unverschämt und unsinnig, wenn Krylenko zu schreiben wagt:Wir haben den Frieden einem Feinde ange­boren, der bis an die Zähne bewafinet ist, und trotz­dem hat er unsere Bedingungen annehmen müssen." Mil solchen Aeußerungen, die in Deutschland ganz richtig eingeschätzt werden, will Krylenko den Russen nur Sand in die Augen streuen.

Uebertritt von 1700 Russe«.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz überschritten am 31. Januar über 1700 Russen mit Pferden und Fuhrwerken unsere Linien. Es sind dies Teile rus­sischer Truppen, welche im Kampfe mit Rumänen ge­standen hatten und sich vor diesen auf unser Gebiet zurückzogen.

Tie Entente-Konferenz in Versailles hat beschlossen, daß die einzige unausschiebbare Auf­gabe für die Alliierten darin liegt, die militärische Kraftanspannung der Alliierten bis zur äußersten Ener­gie zu steigern, die in der zielbewußten Zusammen- wrrkung besteht, so lange, bis der Druck dieser Kraft- entwlcklung der Alliierten bei den fekndlichen Regie­rungen und Ländern eine Aenderung in ihrer Gesin­nung zuwege gebracht habe.

Dann kann der Krieg noch sehr lange dauern; denn daraüs wird der Gegner vergeblich warten, s ' *

Kleine KriegSnachrichten.

" Ter nordamerikanische Fleischwarenlieferant Ar mour erzielte an Kriegslieserungen einen Reingewinn oon 41/2 Milt. Pfund Sterling 90 Mill. Mark.

In den Vereinigten Staaten ist Dienstag sleisch- srei, ebenso theater- und kinofrei; der Mittwoch wei- zenfrei, der Sonnabend schweinefleischfrei.

" In Petersburg wurde dem Arbeiter- und Sotda- tenratsmitgliede Preobrachewski des Abends auf der Straße Uhr und Mantel geraubt.

Politische Rundschau.

Die argentinische Regierung hat beschlossen, ihre Militärattachees aus Berlin und Wien zurückzu­berufen.

:: Hewe Einberufung des Reichstags. Als Ant­wort auf den Antrag, den Reichstag sofort einzuberufen, hat der sozialdemokratische Fraktionsvorstand vom Reichstagspräsidenten Tr. Kämpf folgende Mitteilung erhalten:Ueber Ihren Antrag auf Einberufung des Reichstags habe ich die Herren Vorsitzenden des Zen­trums, der Nationalliberalen Fraktion, der Fortschritt­lichen Volkspartei, der Deutschkonseroativen und der Deutschen Fraktion befragt. Sämtliche Herren haben sich gegen Ihren Antrag ausgesprochen. Ich nehme daher von seiner Einberufung Abstand."

:: Ter Lattdiagsabgeoronete Tr. Ticdrich Hahn, der Tirettor des Bundes der Landwirte, liegt schwer erkrankt im Barmbecker Krankenhanse zu Hamburg.'

:: Kein Flcischbcfchauzroang für Hausschlachtungcn. Die preußischen Minister des Innern und für Land­wirtschaft haben eine gemeinsame Verfügung über die erleichterte Durchführung der Fleischbeschau erlassen. Nach § 2 des Fleischbeschaugesetzes darf bei Schlachttieren, deren Fleisch ausschließlich im eigenen Haushalt des Besitzers verwendet werden soll, sofern Merkmale einer Erkrankung fehlen, die Schlachwieh- und Fleischbeschau unterbleiben. Eine gewerbs­mäßige Verwendung von Fleisch, bei dem die Unter­suchung unterbleibt', ist dagegen verboten. Es waren nun Zweifel darüber entstanden, ob nach diesen Vor­schriften auch solche Hausschlachtungen dem Beschau­zwange unterliegen, bei denen bestimmte Fleisch­mengen aus Grund der neuen Verordnung an den Kommunalverband a b g e l i e f e r t werden müs­sen. Tie Minister haben nun bestimmt, daß die Ab­gabe von Fleisch an den Kommunalverband keinen Zwang begründet. Schlachttiere der Schlachtvieh- und Fleischbeschau zu unterwerfen. Dagegen erachten es die Minister für geboten, den Trichinen schauzwang bei Schweinen soweit irgend möglich aus Ha sch lach tungen der erwähnten Art auszudehnen.