Ausgabe 
30.1.1918
 
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Bsrssnknn- eine» spanisch»» Dampfers,

Nach einer Pariser Havasmeldung berichten die Blätter aus Madrid: Tie Versenkung des spanischen DampfersViktor de Chavari" wird bestättgc. Es sollen drei Matrosen dabei ums Leben gekommen sein.

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TieGoeben" wieder frei.

Der türkische PanzerkreuzerSultan Javus Se- lim" (früherGoeben"), der auf dem Rückmarsch von dem Vorstotz nach der Insel Jmbros an der Enge bei Nagara festgekommen war, ist in die Dardanellen eingelausen. w _

Welche Bedeutung die Engländer dem Kamps­wert derGoeben" beimessen, beweist, daß der eng­lische Pressedienst seit einer Woche mit dem Schiff sich beschäftigt und alldauernd Meldungen von weiteren Angriffen und angeblichen Beschädigungen verbreitet, um falsche Hoffnungen auf Beseitigung derGoeben" für die weitere Kriegführung zu erwecken.

Ter türkische PanzerkreuzerSultan Javus Se- lim" ist in Konstantinopel eingelaufen. TaS Schif­ist völlig verwendungsbereit. Auch die zahlreichen feindlichen Fliegerangriffe haben dem Schiff lediglich durch zwei kleine Bombentreffer unwesentliche Beschä­digungen am Schornstein und an der Reeling ver­ursacht.

Neutrale Rechte gibt» nicht mehr.

Ter PariserMatin" meldet aus Marsaille: Tie französische Regierung beschlagnahmt vom 1. Fe­bruar ab alle im Hafen von Marseille liegenden Schiffe. Die Ueberseedampfer sowie die Post- und Frachtdampfer haben keine festgesetzten Linien mehr, sondern werden je nach Bedarf verwendet. Tie Ge­sellschaft Chargeurs Reums wird ihre Schiffe für den Getreide- und Warentransport nach Südamerika ver­wenden. Der Postdienst wird verändert und her­abgesetzt.

IranzösischeAuSkämmnug" für die Marine.

Nach einer Verfügung des französischen Marine­ministers haben sämtliche beurlaubten jüngeren Jahr­gänge der französischen Marine bis zum Jahrgang 1313 sich spätestens bis zum 15. Februar in ihren Garnisonen zu stellen.

Ein Nachtrag

zur Seeschlacht vor dem Skagerrak.

Eine bemerkenswerte Berichtigung der englischen amtlichen Darstellung der Seeschlacht vor dem Skager­rak. die allmählich von dem ersten Eingeständnisse der Niederlage zu einem grotzen Steg der englischen Flotte umgelogen wurde, bringtDaily Telegraph" vom 27. Dezember in einem den Verdiensten des abge­sägten Admiral Jellieoe gewidmeten Leitartikel. In ihm wird, entgegen der endgiltigen englischen Dar­stellung, die seststellte, daß die englische Flotte das Schlachtfeld beharrptete, unumwunden die Richtigkeit der deutschen Berichte, die den Abbruch der Schlacht seitens der englischen Flotte meldete, zugegeben. Es heißt über die Beweggründe, die den englischen Flot­tenführer zum Abbrechen der Schlacht veranlaßten. hierin wörtlich: *

Der Feind warf eine ungeheure Streitmacht von Zerstörern und Unterseebooten in die Schlacht, ec war vom Wetter und vom Gesichtsfelde begünstigt, das auf der Höhe seiner durch Minen geschützten .Häfen lag." Der Verfasser gibt damit, worauf es ja ankommt, offen zu, daß Admiral Jellieoe die Schlachtabgebrochen" habe und stellt gleich­zeitig der deutschen Führung durch das Eingeständ­nis ein glänzendes Zeugnis aus, daß es ihr gelungen sei. durch den überraschenden Einsatz von Zerstörern und Unterseebooten im rechten Augenblick der See­schlacht die Wendung zum entscheidenden deutschen Siege zu geben.

Daß die Deutschen vom Wetter und vom Ge­sichtsfelde. das auf der Höhe der durch Minen ge­schützten deutschen Häfen lag, besonders begünstigt ge­wesen seien, entspricht nun allerdings ^icht den Tat­sachen. Ein Blick auf die Karte beweist, daß das Schlachtfeld von den deutschen Hafen kaum weniger weit entfernt gewesen ist. als von den englischen.

ES ist auch schwer verständlich, daß eine solche falsche Darstellung immer wieder bei dem seefahren­den englischen Volke Eingang finden kann, obwohl der Ort der Schlacht einwandfrei feststeht. Doch wird man vom rein menschlichen Standpunkte aus dem Verfasser die kleine Beschönigung ebenso zugute hal­ten wie die. dah die deutsche Flotte vom Wetter besonders begünstigt war. angesichts des der Wahrheit entsprechenden Eingeständnisses, daß Admiral Jellieoe die Schlacht infolge des rechtzeitigen Einsetzens von deutschen Zerstörern und Unterseebooten a b z u b r e - ch e n genötigt gewesen ist.

teilung der sehr irenfreundlichenDakku News" wieder, wonach Präsident Wilson wegen der Lösung der irischen Frage in London Schritte unternommen habe. Staats­rechtlich wäre dies ein entschiedener Eingriff iu Die britische Souveränität. Aber Wilson darf sich schon etwas herausnehmen. Und zur Beruhigung der ameri­kanischen Iren tut er das vielleicht auch * * *

Kleine Kriegsnachrichten.

" Eine Konferenz der Sozialisten der feindlichen Länder findet am 21. Mai in Bern (Schweiz) statt.

" Ein weiterer Transport von 192 schweroer- wundeten Austauschgefangenen aus England traf :n Aachen ein.

" Der italienische Schatzmintster Nitti erklärte in Genua, die neue italienische Staatsanleihe müßte min­destens zweimal soviel wie die früheren Anleihen ein- bringen wenn eine Zwangsanleihe, eine Ber- mögeru-,teuer und andere drückende Steuermatzregeln vermieden werden soUen.

DerMaffen"-Streik in Berlin

hat keine erhebliche Bedeutung erlangt. Es streikten hauptsächlich junge Burschen und Mädchen. Die Ver­kehrsmittel haben keine Unterbrechung erlitten.

Im einzelnen seien folgende Zahlen angeführt: In Weitzensee waren Montag mittag 4000 Arbeiter ausständig, bei Schwartzkopf 4000. bei Borsig in Tegel ein Drittel der Arbeiterschaft, bei Auer die ganze Be­legschaft von 8000 Mann, ebenso bei Daimler und ber Goertz, bei der A. E. G. dagegen nur wenige hundert Mann, ebenso bet Ludwig Löwe und bei Bergmann, Elektrizitätswerke. Aus dem Flugplatz Jo­hannisthal streiken etwa 70 Prozent der Arbeiter, während in den Siemenswerken in vollem Umfang gearbeitet wirb. Diese Zahlen hatten aber natürlich nur vorübergehende Bedeutung. Im ganzen sind bis­her 100 000 Arbeiter in den Ausstand getreten.

Fm Nuhrpevier Rull.

£i<T Arbeiterschaft des Ruhrbezirke bewahrt die Besonnenheit. Tie aus dem Bezirk vorliegenden Mit­teilungen lassen deutlich erkennen, daß die von einer rolitisch einflußlosen Berliner Gruppe unternommenen Berhetzunqsversuche bei der Arbeiterschaft des Ruhr- Betzirks die verdiente Abweisung gefunden haben Der Grfolg der Flugblätter ist gleich Null.

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Demonstration für drei Tage.

In Berlin heißt es, daß die Streikenden drei Tage der Arbeit fernbleiben wollen.

Man glaubt im Ruhrgebiet, daß die Besonnenheit über den Unverstand siegen wird, zumal die grotzen Berga rbetter-Organisationen entschie­dene Gegner der Ausstandsbestrebungen sind. Ter Vorsitzende des alten BergarbeiterverbandeS, ReichS- tagSadgeordneter Sachs, versicherte, seine Berbands- leitung stehe der Bewegung fern und sei über das Vorhandensein des Flugblattes erst durch die Mittei­lung über seine Verteilung auf einzelnen Zechen unterrichtet worden.

Allgemeine Kriegsnachrichterr.

Irland verlangt La» Selbstbestimmung-recht

Der Tubliner Korrespondent desDaily NewS" meldet, daß die St unfein er nach wochenlanger Zurückhaltung einen neuen kräftigen Feldzug vorbereiten. Ihr Leiter, John Mac Neyll, schreibt in Tubliner Blättern, daß die letzte Rede Lloyd Georges ausgesatzt werden mutz als feierliches Versprechen an die ganze Welt, daß die englische Regierung das Selbstbestimmungsrecht für Irland ebenso anerkennt wie für jedes andere Land.

Eine Wilson-Antwort Punkt für Punkt.

Der PariserMatin" schreivt u. a.. man dürfe darauf rechnen, daß Wilson aus Hertlings Rede Punkt für Punkt antworten lverde. Präsident Wilson läßt amtlich das Gerücht dementieren, wonach er versucht hätte, die englische Negierung wegen ihrer imperialisti­schen Politik zu beeinflussen. Wahrscheinlich dem tet das auf die Gerüchte über Wilson» Eingreifen zugunsten der Iren hin.

Wilson für die Ire«.

Die biedere englische Regierung ist natürlich ernst­haft bestrebt, die Iren um ihre ihnen von Gottes und Rechts wegen zustehende Selbstverwaltung zu be- tzotzt gibt aber eine Rcutermeldung eine Mt-

Aus aller Welt.

** Seltsame Spitzbuben. Eine Verkäuferin eines Berliner Warenhauses fand bei Anprobierpuppen, die in einer Ecke zusammenstanden, daß eine dieser Pup pen. die mit Gardinenswfs verhängt war, lebendig wurde. Nach dem ersten Schreck erkannte sie in der Puppe" eine Frau, die ungewöhnlich stark be­kleidet war. Eine Untersuchung ergab, daß die Frau für etwa 4000 M. Sachen auf dem Leibe trug. Nur die unterste Gewandung gehörte ihr. alles andere hatte sie zusammengestohlen. außerdem noch drei kleine Pa­kete mit Seidenblusen. Die Polizei erkannte in der lebendig gewordenen Puppe eine schon unzählige Male bestrafteArbeiterin" Emilie Jachmann. Diese hatte sich in der letzten Zeit wiederholt in Warenhäusern einschlteßen lassen, um nachts zu stehlen. Jetzt war sie schon fünf Tage und fünf Nächte ohne Unter­brechung in den Räumen gewesen. Den Tag über schlief sie in einem Versteck im Teppichlager, nachts stahl sie in den anderen Abteilungen Lebensmittel und Kleidungsstücke aller Art, die sie später zu ver­kaufen gedachte. Jetzt kam sie als Polizeigefangene ins Krankenhaus.

** Amerikanisches Munitions-Unglück. Das ame­rikanische Schiffsdepartement gibt bekannt, daß bei einer Explosion in der Flotten- und Torpedostation in Newport (Rhode Island) sechs Menschen getötet und einiger Schaden angerichlet worden sei. Ein Ber dacht, daß die Explosion absichtlich hervorgerusen wor­den sei, liege nicht vor.

** Bei der Münchener T-Zug-Explosion sind drei Personen getötet worden. Die Flüssigkeit, deren Ex plofion das gräßliche Unglück verschuldet hat. ist eine Säure gewesen. Ter schwer verwundete Unteroffizier Wtnkelmann hatte von Hannover her für die Augs­burger Ballonsabrik dienstlich einem Ballon mit Säure mitzunehmen. Er fuhr in dem in Brand geratenen Wagen und verstaute den 65 Liter fassenden Säure behälter im Gepäckkorb des Wagens. Zwischen den Stationen Lohhof und Schleißheim explodierte auö bis jetzt noch unbekannten Ursachen der Säurebehälter ; durch brennende Zigarren geriet die Säure in BranD. Mit fürchterlicher Schnelligkeit .hatte die Ex­plosion ihre Verheerungen angerlchtet. Als nach weni­gen Minuten bereits der Schnellzug stand, hörte man aus dem lichterloh brennenden Wagen, aus dem die Flammen auch aus den Fenstern schlugen, eln herz­zerreißendes Wehklagen.

** Gute Herings-äuge werden jetzt endlich aus Büsum gemeldet. In den AußengrÜnden ist der Hering in großen Schwärmen eingetroffen, so daß die Fischer gute Fänge an Land bringen.

** Erue Windelwoche. Um dem großen Mangel an Säuglingöwäsche und Kinderzeug aozuhelfen, wird in München eine Haussammlung veranstaltet. Brauch­bar und begehrt sind alle irgendwie erhaltenen Ser­vietten, Handtücher, Bettücher, Taschentücher, alte und neue Hemden. Leibwäsche aller Art, auch Trikottväsche,

werße Strümpfe, baumwollene und wollene Socken, altes Wollzeug, Neste von Samt, Plüsch, Tuchstosfe usw.

** Kein einziger Wähler an der Urne. Im Fürsten­tum Ratzeburg fanden die Landtagswahlen statt. Die Beteiligung war schwach. In der Vogte: Schlagsdorf waren es 10, in der Vogtei Mannhagen gar nur drei Wühler, die sich ihren Vertreter für den Landtag wählten, in der Vogte: Stove erschien aber von der zweiten Wählerklasse kein einziger Wahlberechtigter an der Wahlurne, so daß zur Wahl eines Abgeordneten ein neuer Wahltermin anberaumt werden mußte.

A Gewerbliche Kohleuverbrauchcr. Der Reichs­kommissar für die Kohlenverteilung hat für die ge­werblichen Verbraucher von Kohle Koks und Brikett- mit einem Mindestverbrauch von 10 Tonnen monat­lich eine erneute Meldung in der Zeit vom 1. bi- spätestens 5. Februar vorgeschrieben. Hierzu sind die Februarmeldekarten mit schwarzem Druck zu benutzet:, die bei den zuständigen Orts-Kohlen-, Kriegswirt- schasts- oder Kriegsamtstellen erhältlich sind.

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Kleine Neuigkeiten.

* In Schöneberg-Berlin wurden bei einem Stra- ßenbahnunglück acht Personen schwer und elf Fahr­gäste leicht verletzt. Angeblich soll eine Bremse ver­sagt haben.

* In Oesterreich ist die Dampfmühle zu KaiserS- EberSdorf abgebrannt. Der Schaden wird auf 2 Mil­lionen Kronen beziffert. Als Ursache de- Grands­wird eins heißgelaufene Welle vermutet.

Scherz und Ernst.

tf Tie Sojabohne soll in Deutschland gezogen werden. In einer Rede bei der Kaisergeburtstagsfeier der Universität Berlin hat Prof. Dr. G. Haberlandt der in Ostasten viel angebauten Sojabohne Erwähnung getan und auf ihre Bedeutung sür die Ernährung hingewiesen. Die Sojabohne besitzt von allen unse­ren Nährpfianzen am meisten Eiweiß und Fett, und zwar etwa 38°/o Eiweiß und etwa 18o/o Fett. Sie kann aber in unserem norddeutschen und mitteldeut­schen Klima nicht ohne weiteres als ausreifende Frucht angebaut werden, da sie nicht genügend widerstands­fähig ist. Die in vielen deutschen wissenschaftlichen Jnstitttten und a:uh in einzelnen Privatzüchtungen zwecks Aklimatisterung der Pflanze gemachten An­bauten haben ein Quantum fiühreifer und klimasicherer Saat für das Jahr 1918 gezeitigt, das jedoch nach zuverlässiger Schätzung sehr beschränkt ist. Die Uchter Moorkultur besitzt Saat, die durch 16jährige zielbe- wußte Tätigkeit herangezogen und sich vollständig als klimaficher bewährt hat.

tf. Ter Kampf gegen die Tuberkulose hat neuer- d:ngs wieder sehr stark eingesetzt. Die schlechtere Er­nährung, die härtere Anstrengung, die vermehrten Sor­gen und Aufregungen haben diesem entsetzlichen Würg­enget unseres Volkes, dem wir in den letzten Jahren einen so starken Damm entgegengesetzt zu haben glaub­ten. wieder alle Tore geöffnet. Auf einem ärztlichen Kongresse in Berlin hat sich soeben Pros. Dr. Wasser­mann dazu folgendermaßen ausgesprochen: Der Tu- berkelbazillus besitzt eine gewissen fettigen Substanzen nahestehende Wachshülle. Es bedarf zur Bekämp­fung der Tuberkulose gewisser fermentartiger Stoffe, die gerade diese wachsartigen fetthaltigen (llpoiden) Stoffe des Tuberkelbazillenleibes anzugreifen vermögen. Ein lebender Körper bildet aber um so mehr ferment­artige Stoffe, je mehr Fett ihm selbst zugesührt wird. Im Einklang damit steht die alte Erfahrung, daß man die Widerstandsfähigkeit eines tuberkulose- bedrohten Körpers durch reichliche Zufuhr von Fett. Lebertran, Milch, Butter usw.. oder auch gerade­zu durch Mastkuren wirksam steigern kann. Die Fette dienen hier geradezu als Heilmittel. Das Tuberkulin schasst bekanntlich derartige gegen die Tuberkelbazillen wirksame sermentähnliche Stoffe. Deshalb empfiehlt Wassermann aus bas wärmste die breiteste Anwendung des Tuberkulins in den Fürsorgestellen, um so mehr, als Tuberkulinkuren ohne jede Gefahr ambulant durch­geführt werden können.

Gerichtssaal.

Doppelter Kindesmord der Oberstentochter. Bor­den Wiener Geschworenen stand die 25jährige Obersten­tochter Maria Magdalena Wessely von Ballinghof we­gen zweifachen Kindesmordes. Im Februar 1914 wurde im Garten ihres Wohnhauses, in Packpapier gehüllt, die Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden, die von Katzen angenagt war. Nachforschungen blieben erfolglos. 1917 wurde im Garten abermals eine in Papier gehüllte Leiche gesunden: das Kind war in schmutziger Flüssigkeit ertränkt worden. Ter Verdacht lenkte sich schließlich auf die Angeklagte, da im Herbst 1916 verschiedenen Personen die Zunahme des Kör­perumfanges ausgefallen war. Maria Wessely, deren Vater September 1916 gestorben war, führte einen auffälligen Lebenswandel, erhielt viele Herrenbesuche. Die Verhandlung fand unter größtem Andrang von Frauen und Mädchen der eleganten Gesellschaft statt. Es entspinnen sich wahre Kämpfe um Einlaß in den Saal. Die Justizwache mußte wiederholt eingreisen. Maria Wessely wird nach zweitägiger Verhandlung vom ersten Mord freigesprochen. Wegen des zweiten wird sie zu drei Jahren schweren Kerker verurteilt.

Volkswirtschaftliches.

£> Berlin, 28. Jan. Auch bei Beginn der neuen Geschäftswoche behielt die Börse ihr lustloses, unein­heitliches Gepräge bei Die heute bei einer Anzahl der hiesigen Betriebe eingetretenen parttelten Ar- beirerstreiks bildeten das Gesprächsthema.

4 Velin, 28. Jan. Warenmarkt. (Nicht­amtlich.) Saatgetreide 2022,50, Serradella 46,50, Saaterbsen 37,5042,50, Saatbohnen 42,5047,50, Pe­luschken 32,5037,50. Saatwicken 27,50 -32,50, Spör- ge: 140, Schilfrohr 4,50, Heidekraut lose, auf Ab­ladung, bis 3,90. Richtpreise für Sämereien: Rotklee 260276, Schwedenklee 210-228, Weißklee 160 bis 176, Inkarnatklee 118132. Gelbklee 96-106. Timoty 96-106, Raygras 108120, Knaulgras 108-120 für 50 Kg. ab Station Flegelstroh 4.755,25, Preßstroh 4 , 79 . Maschtn.nftryh 4 - 4 . 2 *