Ausgabe 
26.1.1918
 
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(Nelle; und die deutsche Flotte hat sich al6 ein nicht zu verachtender Gegner erwiesen, der unter ver­änderten politischen Kombinationen die Zunge an der Wage aukmachen kann. Tie Kolonialherrschaft Eng­lands ist aber in hohem Matze von der Beherrschung der- Meere abhängig. Ihr Bestand wird unsicher, so­bald diese Herrschaft geschwächt wird, und daS in um so höheren Grade, je mehr die Bevölkerung der Kolonien mit der englischen vermischt ist, wie in Ka­nada und Südafrika von Indien und Aegypten gar nicht zu reden, wo es eine wirklich englische Bevölke­rung nicht gibt.

Ter transozeanische Handel und die See­fahrt Englands haben von Japan und Amerika bereits schweren Abbruch erlitten, die nach dem Kriege ihre Gewinne nicht aufgeben dürsten. Englands Schiffsverluste sind bedeutend, während Japan und Amerika ihre Handelsflotte vermehrt haben. Seine un­erhörten Kriegskosten haben an seiner Geldkraft ge­zehrt. und England ist wohl auch in dieser Beziehung jetzt von den Vereinigten Staaten überholt worden. Bei den imperialistischen Tendenzen des letztgenann­ten Landes ist kaum anzunehmen, daß es nach dem Kriege seine Armee auf dieselbe bescheidene Zahl redu­zieren wird, wie vorher.

Dann tritt mit erhöhter Kraft die Gefahr der langen Landgrenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten hervor, die im Verein mit der Schwierigkeit, mit einer überlegenen Großmacht auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans Krieg zu führen, den weiteren Besitz Kanadas von Seiten Englands von dem guten Willen der Vereinigten Staa­ten abhängig machen wird. Herodes und Pilatus sind nicht immer Freunde. Ein nicht unwesentlicher Teil der Stellung Englands als Weltmacht in politischer, maritimer und finanzieller Hinsicht scheint also an Amerika, zu einem kleineren Teil auch an Japan über­gegangen zu sein oder aus dem Wege zu sein, dahin überzugehen. Englands frühere unerhörte Oberherr­schaft in diesen Gebieten dürfte vorbei sein England hat ein hohes Spiel gespielt, das es auf dem besten Wege ist, zu verlieren. An Stelle von Deutsch­land hat es zwei Mitbewerber bekommen, die außer Reichweite seiner Kanonen liegen."

Ob diese Erkenntnis nicht auch allmählich den vernünftigen Qrnglänbem aufdämmern wird?

In Brest-Litowsk.

Einigung mit der Ukraine.

Während in Petersburg alles aus eine Kraftprobe zwischen den Volschewiki und den in Englands Solde stehenden Führern der Sozialrevolutionäre und den mir diesen verbündeten kriegstreibecischen Kadetten, der Partei der Börsentreiber, hinausläuft und bewaff­nete Macht mit ..zwei leichten Geschützen" die Frei­heit der Entschließung der Volksvertreter beeinflußt, ist mit den Vertretern der neuen südwestrussischen Republik, der Ukraine, eine Klärung erzielt worden. Man will Frieden schließen auf folgender Basis:

Ter Kriegszustand soll als beendet erklärt und der Entschluß der Parteien bekräftigt werden, fortan in Friede und Freundschaft miteinander zu leben

Die an der Front einander gegenllberstehenden Truppen sollen mit Friedensschluß zurückgezogen werden.

Alle Beteiligten sind darüber einig, daß der Friedensvertrag für die sofortige Aufnahme eines geregelten wirtschaftlichen und rechtlichen Verkehrs Vorsorge zu treffen haben wird.

Auch diplomatische und konsularische Beziehungen sollen alsbald ausgenommen werden.

Darüber .vollen beide Teile mit den heimischen verantwortlichen Stellen noch einmal Fühlung netz- me«.

Politische Rundschau.

König Ludwig und Königin Maria Therese begehen am 20. Februar das Fest der goldenen Hochzeit. Dem Wunsche ihrer Majestäten entspre­chend soll die Feier mit Rücksicht auf den Ernst der Zeit tn einfacher Weise begangen werden.

Das Bankgilthaben des früheren deutschen Bot­schafters in Amerika, Grafen von Bernstorff. in Höhe von 900 000 Dollar wurde von der amerikanischen Regierung beschlagnahmt.

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:: Türkische Juristen in sächsischen Diensten. Wie

dieSächsische Staatszeitung" mitteilt, t^.ten auf Wunsch der türkischen Regierung eine Anzahl türkischer Juristen, die meist schon längere Zeit in wichtigen Stellen des türkischen Justizdienstes tätig gewesen sind, auf mehrere Jahre in den sächsischen Jusnzdienft ein, um die deutsche Rechtspflege kennen zu lernen.

:.° Tie Reform des Gemeindcwahlrcchts. Die Nordd. Allg. Ztg." erklärt die Mitteilungen einer Korrespondenz über eine Vorlage zur .Reform des preußischen Gemeindewahlrechts, die dem Landtag in absehbarer Zeit nach dem Kriege zugehen werde, als lvserfrüht. Sowohl über den Inhalt wie über den Zeitpunkt der Einbringung der Vorlage stehe noch nichts fest.

:: Tie Erfassung der Kriegsgcwinne beschäftigte am Montag nachmittag den mit der Erledigung dieser Materie betrauten Unterausschuß des Hauptansschusses im Reichstage. Regierungsseitig wurde entschieden be­tont, daß die Kriegsgewinne als Steuerobjekt dem Reiche verbleiben müßten. Ein Unterstaats- jekretär aus dem preußischen Handelsministerium be­sprach die Höhe der Kohlenaussuhr und die Ge­winne dabei. Zum Schlüsse wurde ein Zentrumsantrag aus scharfe Erfassung dieser Gewinne angenommen.

0 . Batocki wieder Oberprasivcnt von Ostpreußen. Wirkt. Geh. Rat Tostilowicz v. Batocki-Friede ist als Rachfolger des zum Chef der Zivilkammer ernann­ten Oberpräsidenten v. Berg ans fernen früheren Posten als Oberpräsident tn Königsberg berufen worden, bis zu seiner Berufung an die Spitze des Krtegser- nährungsamtes. Ten Wiederaufbau Ostpreußens hat er während seiner ersten Tätigkeit als Oberprästdent mit großer Energie betrieben.

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Echwelz: Urtekk gegen Aufwiegler.

L Die im entent.ichen Solde gegen die Mittel­mächte arbeitenden Veranlasser der Züricher Revolte sind vor Gericht recht milde behandelt worden. Das Militärgericht verurteilte die Angeklagten Jtschner, Acklin, Leonis Käscher, Bartel, Neuberger und Wethel, alle beteiligt an den Unruhen in Zürich und Außer- sthl wegen Meuterei im Komplott und Gehilfen­schaft hierzu zu Gefängnisstrafen von sechs Wochen bis zu zehn Monaten und den Ehrenfolgen. Acklin wurde vom Grade eines Oberleutnants entsetzt, Weihel vier Jahre des Landes verwiesen.

Spanien: Erneute Streiks mit Schießerei.

% Tie englischen Treibereien dauern an, und so sind die großen dahinterstehenden Mittel nicht verge^ ich. In Alicante (südostspanischer Hasen und Festung veranlagte ein Straßenauflauf die Arbeiter zur p lichen Niederlegung der Arbeit. Tie Menge stürmte Läden und Privathäuser. Die Gendarmerie wollte die Menge zerstreuen und machte von der Feuerwaffe Gebrauch. Drei Männer wurden ge­tötet und drei schwer verletzt, ebenso eine Frau. Zwei Männer sind leicht verwundet.

Aus aller Welt.

A Tie Zahlung der Warenumsatzsteucr seitens der Gewerbetreibenden für Lieferungen usw. pro Kalender­jahr 1917 hat bis längstens zum 80. Januar 1918 unter Vorlage der ausgestellten Anmeldebogen bei Ver­meidung der zwangsweisen Beitreibung zu erfolgen. Jeder Steuerpflichtige ist verpflichtet, auch ohne be­sondere Aufforderung, den Warenumsatz, sofern er 8000 Mark jährlich übersteigt, bei der Steuerbehörde anzumelden.

A Der Handelsminister gegen Kurzschrift und Ma­schinenschreiben mit ungenügender Borbildung. In

Kurzschrift und Maschinenschreiben werden von Privat- schulen und im Privatunterricht vielfach Kräfte auS- gebildet, deren Vorbildung für diese Tätigkeit in keiner Weise ausretcht. Zur Beseitigung dieser Uebelstände hat der HandelSminister jetzt angeordnet, daß an der­artigen Lehrgängen nur Schüler reilneymen dürfen, die eine hinreichende Sicherheit im schriftlichen Ge­brauche der deutschen Sprache, in der Rechtschreibung und Zeichensetzung besitzen. Der Nachweis ist durch etne schriftliche Prüfung zu erbringen, die der Schulunternehmer oder Leiter oder ein Lehrer der Schule abzuhalten hat. Ter Schulaufsichtsbehörde bleibt es überlassen, Bestimmungen über Art, Umfang und Durchführung der Prüfung zu treffen. Vorläufig soll ein Diktat von mindestens 150 Wörtern aus dem Lese­buch der Oberstufe der Volksschule niedergeschrieben werden. Von der Prüfung befreit das Einjährig- Freiwilligen-ZeugniS, der erfolgreiche Besuch der obersten Klasse einer zehnklassigen höhereit Mädchen­schule, die Reise für die dritte Klasse der Studienaustalt, das Schlußzeugnis des Lyzeums oder das Zeugnis darüber, daß eine voll entwickelte Mittelschule oder eine neunklassige höhere Mädchenschule erfolgreich bis zum Schlüsse besucht worden ist.

** Das teuerstr am Brrh. In einem hessischen land­wirtschaftlichen Verein stellte ein Fachmann in Be­sprechung der ländlichen Schuhnot fest, aus einer Haut würden so viele Schuhe herausgeschnitten, daß man dafür das ganze Stück Vieh mit Haut und Haaren kaufen könne. Es ist halt Krieg!

* Luftpost. In den letzten Tagen haben, wäh­rend die Züge von Augsburg nach Schwabmünchen, Lechseld usw. nicht durch den Schnee kamen, Militär­flieger die Postsäcke befördert.

** Eine Wirrdmuhle samt dem Gesellen sortgewchrt. Tie unweit von Schildberg gelegene Brussowsche Mühle wurde von einem orkanartigen Windsturm er­saßt und tn allen Teilen auseinandergeschleudert, so daß fic völlig vernichtet ist. Ein in der Mühle an­wesender Geselle wurde von einer Windhose etwa 25 Meter weit sortgeschleudert und erlitt erhebliche Ver­letzungen.

In geistiger Nmuachtrmg ermordet hat ein russi­scher Kriegsgefangener den 47 jährigen Landsturmmann Kunde, der in Tschebiatkow, Kreis Bütow, ein Grundstück besitzt und zur Bewirtschaftung desselben als Wachtmann für die dort unteraebrachten Kriegsge­fangenen abkommandiert war. Als sich Kunde im Kreise seiner Familie aufhielt, erschien plötzlich der Russe und versetzte ttjm mit einem Messer vier bis fünf Messerstiche in den Hals, daß sofort der Tod des Kunde ernrrat. Al§ durch das Geschrei der Kinder die Nach­barn herbeteilten, fand man auch den Russen mit durchschnittener Kehle über seinem Opfer leblos liegen; er hatte seinem Leben selbst ein Ende gemacht. In Selb tn Obersranken hat der in Urlaub aus dem Felde hetmgekommene Alteisenhän'oler Gras seine Frau und drei Kinder ln einem Wahnsinnsausbrttch mit der Axt totschlagen wollen. Auf de» Jammergeschrei eilten die Nachbarn, herbei, die alle vier schwer ver­wundet und bewußtlos vorfanden. Der wahnsinnige Mörder ist entflohen.

** Die Verfehlungen des Regierungsrats Dr. Brenske aus Minden, der in-Braunschweig bei einem Juwelendiebstahl verhaftet wurde, erfahren eine grelle Beleuchtung durch eine Interpellation in der GüterS- toher Stadtverordnetensitzung. Auf eine Anfrage des Stadtverordnetenvorstehers Wolf erklärte Stadtrat Mar­ten, daß im April 1917 die Sparkasse Gütersloh durch einen Regierungsrat Tr. Brenske revidiert wurde. Zwei Monate später sei sestgestellt worden, daß ein Zins­scheinbogen über eine Reichsschatzanweisung von 20 000 Mark fehlte. Bei der kürzlich in Braunschweig erfolgten Verhaftung des Regierungsrats Dr. Brenske habe dieser eingestanden, daß er den Zinsschein- Sogen in Gütersloh entwendet habe. Die Spar­kasse habe das Wertpapier wiedererhalten, fünf Zins­scheine für 2250 Mark habe Dr. Brenske, in seinen Kreisen alsflotter Junggeselle" bekannt, aber bereits verwertet. Der Verlust der Sparkasse sei inzwischen aus dem Vermögen des Regierungsrats völlig gedeckt worden.

*" Das Eisenbahnunglück bei Kirn. Tie Aufräu- mungsarbeitcn von der Eisenbahnunfallstelle bei Kirn, wo kürzlich ein Urlauberzug infolge Dammunterspü­lung in die Nahe stürzte, haben ergeben, daß die Zahl dsr Opfer glücklichermsise nicht so groß ist, wie

ursprünglich befürchtet wurde. CS sind 23 Leichen geborgen, darunter 11 Soldaten, vermißt werden bis jetzt noch zwei Personen. Ferner sind 19 schwer und 10 leicht Verletzte in dem Lazarett tn Kreuznach in Behandlung.

* Kinder würgende Katze. Ein Vorkommnis, daS allgemein eine ernste Mahnung enthält für die vielen Fälle, wo Katzen ins Bett genommen und mit kleinen Kindern allein gelassen werden, hat sich im Dorfe Glan-Münchweiler zugetragen. Dort war eine Frau nur auf einem Gang in die Nachbarschaft kurze Zeit abwesend. Bei ihrer Rückkehr fand sie die Katze am Halse ihres drei Monate alten Kindes liegend. Das Tier hatte sich in unmittelbarer Nähe der Hals­schlagadern derart fest gekrallt, daß daS Kind dem Ersticken nahe war und nur durch eineu ärztlichen Eingriff am Leben erhalten werden konnte.

** Tie Nohrcrute an der Ostseeküste ist auf den Haff- und Drausenkampen in vollem Gange. Durch das anhaltende Frostwetter werden die Arbeiten sehr gefördert. Das meiste Rohr. das in diesem Winter geschnitten wird, geht des höheren Preises wegen als Gipsrohr ab. Das beste Gipsrohr liefern die fiska­lischen Nogatkrampen am Frischen Haff, wo die Halme lang und stark wachsen. Viel Rohr ist schon im Sommer grün gemäht und zu Futterzwecken eingelagert worden.

** Millioneuunterschleise. Die Großeinkaufsgesell­schaft Deutscher Konsumvereine in Hamburg hatte wäh­rend der Kriegszeit im Düsseldorfer Hafen eine Geschäftsstelle eingerichtet, in welcher als Angestellte der Direktor A. Hermann George, der Buchhalter Wil­helm Papst, der Vertrauensmann Kurt Roehlen und Chemiker Gustav König tätig waren. Auf Grund einer Revision sind die Genannten verl-aftet worden. Es kommen Unterschleife tn der Höhe von über einer Million Mark bei der Verarbeitung von Seife für die Seifenherstellungs- und Vertriebs-Gesellschaft in Ber­lin tn Frage. Äußer den Verhafteten sind noch weitere Personen in die umfangreiche Angelegenheit verwickelt.

Gerichtssaal.

± Eine Kaffeemühle als Schrotmühle. Wenn eine Kaffeemühle zum Zerkleinern von Getreide benutzt wird, ist sie als Schrotmühle anzusehen. Dies dürfte nicht allgemein bekannt sein. Mehrere Familien aus Merbeck, Riederbrüchten, Gutzeraty lind Erempt hatten sich bei etnem Ackerer Roggen gekauft und gemahlen. Die Strafkammer tn M.-Gladbach hielt die Angeklagten tzwac für schuldig, sprach jie aber frei, weil sie aus etncnt entschuldbaren Irrtum gehandelt Härten.

'± Zuchthaus für Laridfrrescrrsbrechcr. Krawalle, die am 12. Dezember in Elbing stattfanden, beschäf- ttgten das dortige Gericht. Die in den bisherigen fünf Verhandlungen Verurteilten waren mit Gefängnis da­vorgekommen. Nunmehr wurde auch auf die höchst- zulässigen Zuchthausstrafen erkannt. Verhandelt wurde tn der letzten Sitzung gegen 33 Personen (12 Männer und 21 Frauen). Eine jugendliche Person erhielt drei Neonate Gefängnis, 17 erwachsene Personen 6 und 9 Monate und 1, 2 und 5 Jahre Gefängnis, zwei Männer te zehn Jahre Zuchthaus. Ein Mädchen wurde frei­gesprochen, 10 Fälle wurden dem ordentlichen Gericht überwiesen.

Scherz und Ernst.

tf. Tie verkannteWärmcslasche". Eine Straß­burger Gesellschaft fuhr im Schlitten von Turbach ab und kehrte in Willstätt nochmals ein. um sich inner­lich und äußerlich zu wärmen.Wollen wir nicht die Wärmeflasche aus dem Schlitten lieber mitherem- nehmen?" fragte mit verschämtem Lächeln eine Dame. Tie kann stehen bleiben, wo sie ist, sie steht ja sicher, und kalt ist sie doch, aber wir haben warme Füße," war die Antwort. Wie erstaunten aber die Gäste, als nach dem Wiederbesteigen des Schlittens der Flasche eine sehr wohlige Wärme entströmte. Schmunzelnd bekannte die mütterlich besorgte Wirtin, sie habe die kalte Wärmeflasche ausgeleert und mit heißem Wasser gefüllt, das werde den Herrschaf­ten sicher gefallen. Aber, 0 weh! Die fürsorgliche Frau bekam kein Dankeswort.Was haben Sie ge­macht ? Ausgeleert? Das gute Kirschwasser, das wir aus Turbach mitgebracht hatten!" Und mit lan­gen Gesichtern fuhr die Gesellschaft dem Rheine zu.

tf. Anhängewagen ohne Sitzplätze führt die Stadt Breslau ein, um zu den Hauptverkehrszeiten den Ver­kehr zu bewältigen. Der von außen durch die Auf­schriftNur Stehplätze" gekennzeichnete Wagen bietet im Innern Raum für 50 stehende Personen. Ta auf der Straßenbahn nur kurze Strecken zurückgelegt wer­den, ist diese Idee vielleicht nicht schlecht. Im Indu­striegebiet hat mau seit einigen Jahren Wagen mit ganz besonders großem Perron, die dieselbe Wirkung haben.

tf. Gasbomben vor einem halben Jahrhundert. Dieser Krieg hat manchen Zukunftstraum früherer Ge­schlechter ganz oder teilweise erfüllt, so ist auch der Gasangriff, den: wir so ntanchen Erfolg verdanken, eigentlich eine alie Erfindung. Schon eine Zeitung aus dem Jahre 1887 erzählt ihren gewiß damals nicht wenig erstaunten Lesern von einer Gasbombe. In der Beschreibung finden wir folgende Sätze, die wir in auszugsweiser Uebersetzung wiedergeben:Man hat dabet ein Gas entdeckt u!td verwendet, das langsam der Bombe e:ttslieht ttnd sich dann in 500600 Nieter Umkreis verbreitet. Ties Gas ist giftig. Wer es einatmet, stirbt zwar nicht, aber er wird einge­schläfert. Tie Bombe selbst explodiert nicht und zer­schmettert nicht. Eie fällt beispielsweise in die Mitte eines Regiments, ohne daß irgend jemand verletzt wird. Nur die Luft ändert sich plötzlich und alle, die das Gas einatmen schlafen sofort den Schlaf des Gerechten, einen Schlaf, der im Durchschnitt 24 Stunden dauert. Der Feind hat also nichts anderes zu tun, als die Schläfer zu entwaffnen und die Schlafenden in Eisen­bahnwagen zu verfrachten und wie gewöhnliche Pakete oder Stückgüter zu versenden. Damit wird eilt Heer überwunden. 0 t>ne daß eS den Menschen ans Leben geht." So ähnlich kant es ja in der Tat 50 Jahre später: aber unblutig ist der Krieg dttrch die Gas­angriffe, die' übrigens nicht tnehr so harmlos sind, wie man vor 50 Jahren dachte, beileibe nicht ß* w,rdsn. __*