Ausgabe 
26.1.1918
 
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Die Konstituante aufgelöst.

Ein AchtunVvierzig-StrindcN'Parlament. neue russische Parlament, das Parlament der Unbegrenztesten ^Gewalt, hat nur -in- Lebens- Vauer van 48 Stunden erreicht.

«m Sonntag trat der Aussührendt Siusschutz der Sowjets, der Arbeiter. Pancrn und Soidate» einer autzerorventtichen Sihnng zusammen und be­schloß die Anslisnng der Bersassunggebende» 'vtr,aiiii<

lMn8 ' Wie kam das so schnetk?

Trotzli scheint mit seinen Gründen für seine Reise nach Petersburg das Richtige angegeben zu haaeiu Non seinem Standpunkt aus i)t seine Anwesenheit bovt dringend erforderlich, weil der Boden der L,ol- schewiki-Macht wankt. Im neuen Pariament ^ geht ihm alles nicht nach Wunsch: Reuter meldet aus Peters­burg vom 19. Januar i , , -

H ctn der u - i tu irrenden Versammlung verlas Swerdlow die Erklärung der^^rbcitcrrcchtc^ Diese verlangen, daß die ruisijche Republic der Lonsttt das P^vatcigentum atsck^st und das Eigentum der Arbeiter an ihrer Arbeit und den Arl'oitszwcmg ein- fübrt daß die Arbeiter bewaffnet und die mugigen Klassen entwaffnet werden, daß eine sozialistische Ar­mee geschaffen und die Anleihen für u u g n ^ tig erklärt werden. Tie Erklärung schließt damit, daß die Macht ausschließlich den Arbeitern und den .Sow- iets gehört. Matrosen, mit Gewehr und Bajonett bewaffnet, standen in den Gängen und zwei Feldgeschütze waren am Eingang aufgestellt.

Tie Konstituierende Versammlung beschloß mit 273 gegen 140 stimmen, die Beratung der Erklärung der Arbeiterrechte zu vertage^: daraufhin verließen die Bolschewik und die linksstehenden Sozialrevolutionäre den Saal. Tie zurückbleibenden Sozialrevolutionäre der Rechten (deren Stellung der unserer offiziellen Sozialdemokraten entspricht. T. R.) nahmen trotz der Drohungen der bewaffneten Matrosen in aller Erle ihre Maßnahmen betreffend den Gru-n d und Boden an sowie den Vorschlag, an die K-icgsührcnvcn Ab­ordnungen zu schicken, um einen WeUftievcn herzu-

Hellen." . ...

Damit gewinnen die innerpouti,chen Bcrha-ti 1 1;e Rußlands für uns wieder die größte Wichtigkeit; denn jetzt muß es sich zeigen, ob die Bolschemiki sich halten können oder nicht. Es geht jetzt wieder aufs Ganze.

Rußland und Rumänien.

Tie Gegensätze, entstanden aus dem Versuche der Rumänen, die Bolschemiki an der Südwestfront zu bedrängen, haben sich immer mehr zugespitzt und alles macht den Eindruck, als solle dort der innere russische Bürgerkrieg sich auf die Rumänen ausdehnen.

Eine Petersburger Zeitung meldet, daß der Be­fehl der Volksbeauftragten, den König von Rumä­nien zu verhaften, sich bestätige. Ter revolulio- näre Ausschuß der 9. russischen Armee sandte den rumänischen Militärbehörden ein Ultimatum mit zwei Stunden Frist, in dem er freien Turchzug der rus­sischen Truppen durch Jassy (die provisorische Hauptstadt Rumäniens im Nordosten des Landes an der russischen Grenze) verlangt.

Zwangsarbeit für gorenfreirnde.

Ter frühere Minister Purischkewitsch. der Veran­stalter vieler Progrome, ist zu vier Jahren Zwangs­arbeit verurteilt worden. Wenn er sich jedoch anl Ende dieses Jahres einverstanden erklärt, sich jeder Tätigkeit gegen die Bolschemiki zu enthalten, soll ihm der Rest der Strafe erlassen werden.

Was wird nun werden?

Ein russischer Funkspruch von der Nordfront teilt den Zusammentritt der Sowjets mit und erklärt, daß die Maximalisten entschlossen sind, die Auflösung der Constituante mit Waffengewalt durchzusetzen. Peters­burg ist in der Hand der Noten Garde und maxunalisti- scher Truppen.

Das ganze Verhallen der jetzigen Machthaber, die zunächst versucht haben, durch Verhaftungen von Ab­geordneten der Gegenpartei eine für sie günstige Stim­mung in der Konstituante zu schaffen, und zur Gewalt schritten, sobald sie sahen, daß dies mißlungen war, zeigt die Verlogenheit der Ideen, die Trotzki uns gegenüber in Brest-Litowsk vertreten hat.

Russische Oiftzic an ver Front erklärten:

Lenin und Trytzki l)aben sich verrechnet. Sie hatten ihr Friedensangebot nur in der Hoffnung gemacht, daß die russische Revolution sich aus den ganzen euro­päischen Kontinent ausdehnen und daß sie insbesondere die Mittelmächte ergreisen werde. Nur die russische Armee ist demobilisiert, die Heere der Mittelmächte sind noch io stark wie bisl-er. Nur Rußland ist zum Frieden um jeden Preis gezwungen.

Nach den vorliegenden Nachrichten von der russi­schen Front besteht auch im russischen Hinterland keine Stimmung mehr für eine Wetterführung des Krieges. Bolschewikisetndltche Zeitungen versichern, die Drohung der Maximalisten mit der Fortsetzung des Krieges fei Bluff. Die russische Armee ßei dazu'nicht imstande, nachdem sie durch die Maximalisten desorganisiert uub demobilisiert sei.

0cgeithHftut!gftt fit der Ukraine.

Die Anwesenheit von Ententeosfi zieren in der Ukraine wird durch Meldungen von der Front bestätigt. Sie treiben starke Propaganda gegen den Frieden mit den Mittelmächten. Französische Agenten beeinflussen die Presse ln Kiew. An die Verhaftung des Königs von Rumänien glaubt man an der Front nicht.

Eine russisch-rumänische Schlacht.

Unweit Jassy soll nach den in Petersburg vorlie­genden Meldungen ein Kampf zwischen Russen und Rumänen im Gange sein. Beide Parteien ziehen Ver­stärkungen heran. Von Kischinew aus sind ein? russi­sche Jn^anteciebrigade und ein Artlllerieregimeut im Anmarsch gegen Jassy. Die bolschewistischen Verbände an der rumänischen Front verlassen in Scharen ihre Stellungen und machen den Versuch, sich nach Ruß­land durchzuschlagen. Hierbei kommt es zu blutigen Kämpfen mit rumänischen Sicherungstruppen, die die aufgelösten russischen Abteilungen abzuschneiden und zu »ntwasfnen versuchen.

Ausfische Slreiflrchs-r.

. In den Gouvernements Nowgorod, Kostroma, Wladimir, Smolensk, Moskau und besonders in Oren- burg und Turkestan herrscht Hungersnot.

- Der ferne Osten Sibiriens sott in der Hand der Bolschewili sein: Ter Telegraph in Wladiwostok und Chardin ist in den Händen der Bolschemiki. Mehrere japanische Schiffe liegen bereit, um die Ja­paner in Sicherheit zu bringen, falls die Lage das erfordern fthtte.

' Der rumänische Gesandte Diamandi I>at Peters­burg verlassen.

- Nach Aussagen von russischen Offizieren bestehe nirgends mehr Steigung zur Fortführung des-Krieges. Aus verschiedenen Gouvernements- sind zahlreiche Nach­richten. eingelrossen. daß in ihnen Hungersnot herrsche.

Vom U-Bootkrieg.

19 000 Tonnen.

Im westlichen Teil des Sperrgebiets um England fügten unsere rastlos tätigen U-Boote den Gegnern --inen Verlust von 19 000 Brutto-Register-Tonnen Han- delsschifssraumes zu. Tie Mehrzahl der Schiffe wurde im Aermel- und St. Georgs-Kanal unter stärkster feind­licher Gegenwirkung vernichtet. Unter den Schissen befanden sich drei größere Dampfer von über 4000 Tonnen. Ein Schiff konnte als der englische Dampfer Colnero", der mit Kohlen nach Afrika unterwegs war, festgestellt werden.

* * *

702 000 Tonnen versenkt.

Das Tezcmber-Ergcbnis des U-Boot-Krieges liegt jetzt vor. Es beträgt 702 000 Brutto-Negister-Tonnen, also rund 109 000 Tonnen mehr als im November. Insgesamt wurden seit Beginn des uneingeschränkten U-Boot-Krieges 8 958 000 Tonnen feindlichen Handels- fchisssraumeS zerstört.

Ter uneingeschränkte U-Boot-Krieg.

DieNordd. Allg. Ztg." erklärt:

Nach einer Zeitungsmeldung hat Graf Reventlow in einem Vortrag mitgeteilt, in einem neutralen Staate hätten nicht nur deutsche Agenten, sondern auch der diplomatische Vertreter des Deutschen Reiches erklärt, wenn Verhandlungen mit Amerika begonnen werden könnten, so werde selbstverständlich der U-Boot- Krieg eingeschränkt oder sogar ganz einge­stellt werden. Nach unseren Erkundigungen sind hier an amtlicher Stelle keine Tatsachen bekannt, die der Mitteilung des Grafen Reventlow zugrunde liegen könnten.

Allgemeine Kriegsnachrichten.

Flandern macht sich selbständig.

Tie Verlogenheit, mit der die Gegner immer von ihrem Kainvfe um das Selbstbestimmungsrecht der kleinen Völker reden, hat sie wieder einmal in eine böse Zwickmühle gebracht. Das Zentralslämische Presse­bureau verösfentticht folgende Mitteilung des Rates von Flandern: , ^ v r

Entsprechend dem in seinen ersten Kundgebungen vor Jahresfrist ausgestellten Ziele hat der Rat von Flandern in seiner allgemeinen Versammlung vom 22. Dezember 1917 feierlich und einstimmig Flanderns volle Nnabhüngigkeit beschlossen. In Verfolg dieser Erklärung legt der Rat von Flandern sein ihm von der Flämischen Landestagung vom 4. Februar 1917 übertragenes Mandat nieder und wird sich einer Neu­wahl unterziehen, die dem flämischen Volke Gelegen­heit geben sott, seinen Witten zu dieser Beschluß­fassung des Rates kundzugeben."

Natürlich werden sich Lloyd George und Cle- menceau und Wilson und alle die anderen Schein- Demokraten um diese Willenskundgebung eines alten selbständigen Volksstamw.es nicht kümmern und weiter verlangen, daß die Flamen in Belgien unter der Bedrückung der Wallonen weiter leben sotten, ganz wie die Iren in England.

Ein Holländer in Frankreich wegen Spionage zum Tode v.urteilt.

Mit welch unerhörten und eines zivilisierten Vol­kes unwürdigen Mitteln die Franzosen selbst auf neu­tralem Boden gegen Angehörige neutraler Staaten Vorgehen, besonders wenn es sich um Fälle angeblicher Spionage handelt, ergibt sich aufs neue aus einer Meldung des Schweizer Presse-Telegraphen aus Genf vom 10. Januar:Das Kriegsgericht von Lyon ver­urteilte den deutschen Staatsangehörigen Otten, der seinerzeit unter merkwürdigen Umständen der fran­zösischen Grenzpolizei in die Hand geraten war, wegen Spionage zum Tode." ^ ^

Dazu wird folgender Tatbestand sestgestettt: Otten ist am 3. März 1880 in Holland als holländischer Staatsangehöriger geboren. Er ist Kaufmann in Ham­burg und reiste oft nach der Schweiz. Seine hollän­dische Staatsangehörigkeit hat er nicht verloren. Er war nie vc» scher Staatsangehöriger. Die Verhaftung des Otten durch die französischen Behörden spielte sich auf folgende Weise ab: Am 1. August 1917 ver­schwand Otten spurlos aus Genf. Sehr bald stellte sich durch Nachforschungen seiner Frau heraus, daß Otten auf einem Motorboot unter Beihilfe franzö­sischer Polizisten mit Chloroform betäubt und willen­los den französischen Gendarmen in Hermacs in die Hände gespielt wurde. Er wurde zunächst in das Ge- fänanis zu Ttwnon. später nach Lyon verschleppt.

Französische Rittcrlfchkcit gegen Russinnen.

" _ Die GenferFeuille" entnimmt derVictoire" folgende beschämende Geschichte aus Paris:Eine Frau russischer Abkunft hat ein Kind von 3 Monaten. Um Milch zu bekommen, braucht sie eine ärztliche Bescheini­gung. Sie Witt sie bei oec zuständigen Stelle ihres Quartiers, in der Rue du Chemin Bert, holen. Sie hat noch nicht ihr Gesuch ausgesprochen und ihren Namen genannt, als der Arzt in wilden Zorn gerät: Was, eine Russin'? Schämen Sie sich nicht, hier um Milch für Jhern Balg zu betteln? Wir können uns an den Russen nicht rächen, aber Ihr Kind muß krepieren.' Tie arme Mutter, in Tränen aufgelöst, versucht ihm zu sagen, daß der Vater ihre» Kinde» tn

die Fremdenlegion elngetreten ist.Fremdenlegion?" schreit d?r Arztdas ist nur, um besser zu spio­nieren!" Und er wirst ihr die Milchkarte auf den Boden, die er nicht berechtigt ist. zu verweigern."

Diese Art der Behandlung der vor kurzem noch so vergötterten Russen ist nach den trüben Erfahrungen, die wehrlose, tapfere deutsche Kriegsgefangene plan­mäßig erdulden müssen, kaum verwunderlich. Daß der Culture"-F!rnis bei den Franzosen nur sehr dünn ausgetragen ist. hat der Krieg überall nachgewiesen.

Aushebung Der 15 jährigen für Sie Industrie.

Im englischen Unterhause verlangt ein Antrag die Stammrollen-Eintragung derjenigen, welche nach dem 5. August 1915 15 Jahre alt wurden. Man schätze, daß heute 750 000 junge Leute zwischen 15 und 17Vs Jahren vorhanden seien. Es sei nicht beabsichtigt, junge Leute unter 19 Jahren an die Front zu schicken, z - aber sie seien unverkennbar für industrielle Zwecke nützlich Ebenso sollen die Kriegsinvaliden zur Ar­beit herangeholt werden.

Eine Wirtschafts-Entente nach dem Kriege?

Eine italienische parlamentarische Mission reist demnächst nach Madrid. Der Zweck dieser Reise ist *]{ die Schaffung einer wirtschaftlichen Entente nach dem Kriege.

Entente", d. i. Zuneigung oder auch Abneigung, werden nach dem Kriege nur geringe Bedeutung für die Wirtschaftsentwicklung haben. Wenn die Vernunft der Völker wiedergekehrt sein wird, gilt wieder in erster Linie die Leistung, und bei der spielt Deutsch­land die erste Geige.

Wieder englische Flieger über Holland.

Sonntag nachmittag ging in der Umgebung von Hulst ein englischer Zweisitzer nieder. Ter Insasse, Flieger James Brand, erklärte, er sei an einem Luft­angriff aus Zeebrügge beteiligt gewesen. Er steckte die Maschine sofort nach der Landung in Brand.

260 Gefangene 355 Gefangencnwärter.

Die KorrespondenzTeulsch-Uebersee' entnimmt der portugiesischen ZeitungCommercio do Porto", daß kürzlich 260 deutsche Gefangene in Alcantara ankamen, die in Lourenzo Marquez und anderen Teilen Portu- giesisch-Ostafrilas ansässig waren. Unter ihnen befan­den sich eine Anzahl Frauen, ferner einige Marine­soldaten der Mannschaften von den in Mozambique beschlagnahmten deutschen Schiffen. Einstweilen sind diese Gefangenen im Hospital tn Caldas da Rainha unrergebracht. Die Militäruntauglichen unter ihnen sotten demnächst über die Grenze abgeschoben werden.

Tie genannte portugiesische Zeitung fährt wörtlich fol­gendermaßen in ihrem Bericht fort:

Die portugiesische Begleitmannschaft dieser 260 Deutschen, ein Unteroffizier und 354 Soldaten, wurde in Cap Verde auLgeschisst, da an Bord 1000 Per­sonen waren und höchstens für 700 Rettungsmöglich­keit bei einer eventuellen Torpedierung vorhanden war. Von dort mußte das Schiss nämlich durch die Gefahr­zone, wo in letzter Zeit häufig feindliche Untersee­boote aufgetaucht waren."

Selbst deutsche Gefangene scheinen also den Por­tugiesen noch furchtbar gefährlich zu sein!

Wir haben keine Erobcrungsabsichtcn.

Trotzki hat sich nach Petersburg begeben, um der Konstituante die Forderungen der Mittelmächte zu unterbreiten. Er wird die Ansprüche, die wir wegen Polens, Litauens und Kurlands erheben, als Eroberungspläne hinstellen und versuchen, durch solche Behauptungen die Arbeiter in den Ländern der Mittelmächte zum schärfsten Widerstand auf­zuhetzen. Da ist es von Wichtigkeit, daß Graf Czer- n i n, der aufs Entschiedenste die Pläne der Mittelmächte in Brest verfochten hat, nun ebenso bestimmt und feierlich versichert:

Ich bürge dafür, daß der Friede unsererseits nicht an Eroberungsabsichten scheitern wird. Wir wol- leu nichts von Rußland, weder Gebietsabtretungen, noch Kriegsentschädigungen."

Diese Erklärung ist von der österreichischen So­zialdemokratie mit Genugtuung begrüßt worden und wird sicher die Aufregung im verbündeten Lande be­ruhigen. Zur Verhinderung von Mißverständnissen darf aber daraus hingewiesen werden, daß Graf Ezer- nins Erklärung vom 15. Januar datiert ist, während die Sitzung, in der General Hofsmann den Russen die Landkart« mit den eingezeichneten Grenzländern, denen Rußland die Selbständigkeit zugestehen soll, über­reichte, am 18. Januar stattsand. Graf Czernin sprach sich in dieser Sitzung durchaus für die Forderung aus, daß Rußland auf jene Grenzländer verzichten muß. Seine feierliche Versicherung, daß die Mittelmächte hin­ter dieser Forderung keine Annexionspläne ver­stecken, wird vielleicht auch in Petersburg beachtet werden und die Geneigtheit unseren Forderungen nach­zugeben herbeifühern.

Englands Ansehen schwindet.

Tas Ende ver Wettmachtstcttung

Je länger der Krieg dauert, desto mehr verliert England das, was die britische Weitstellung bis jetzt besonders gestützt hat: sein Ansehen bei den Neutra-, len. Bezeichnend für den Grad, tn dem die geheimnis­volle Scheu vor England bereits geschwunden ist, ist ein Leitartikel desA f t o n b lad e t" vom 3. Januar 1918, in dem die gegenwärtige Lage Englands sowie dessen Stellung nach dem Kriege folgendermaßen ge- kennzeichnet wird:

Es liegt keine besondere Veranlassung vor, Eng­lands politische und ökonomische Uebermacht nach dem Kriege zu fürchten, und ebensowenig, uns an diese Macht zu ketten, um einen Anteil an den Vergünsti­gungen zu erwerben, die es seinen ökonomischen Va­sallen etwa gewähren könnte.

Alle euro, ' scheu kriegführenden Mächte dürften, wie der Weltkrieg auch enden mag, wesentlich ge­schwächt aus ihm hervorgehen; aber besonders Eng­land kann wahrscheinlich niemals die Stellung wieder erlangen, die es vor dem Kriege hatte. Seine unbe­strittene Herrschaft über alle Meere scheint verloren zu sein, dafür bürgen die Vereinigten Staaten und Japan, jeder von diesen beiden Staaten an s»in»y