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expeditio«: Südanlage 21
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Druck der Gietzeuer Verlagsdruckerei, Albin Klei«.
T ejl e p h o n Nr. 362.
Samstag, den 19. Januar 1918.
Telephon Nr. 362.
An allen Fronten geringere GefechtstätigLeit.
Das amerikanische Heer kommt für 1918 nicht in Frage. Ueberlegene Lnstkampf-Ersolge im Dezember.
üniilicbe deulfcbe Cage$b«ricbte.
wtb. Großes Hauptquartier, 16. Jan. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. und
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz:
Bei und östlich Lens war die Artillerietätigkeit ge- steigert. In einzelnen Abschnitten Eckundungsgefechte; südlich von Ornes wurden Gefangene gemacht.
Heeresgruppe Herzog Albrecht:
Nach mehrstündiger Feuerwirkung stießen französische Abteilungen nördlich von Badonvillers vor und drangen vorübergehend in unsere vorderen Gräben ein. Eigene Aufkläcungstruppen brachten in den oberen Vogesen Gefangene ein.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Mazedonische Front.
Im Cerna Bogen erhöhte Gcfechtstätigkeit.
Italienische Front.
Zwischen Brenta und Piave lebhafte Feuerkämpfi mit besonderer Heftigkeit im Geb cte des Monte Asolone. Die Italiener haben ihre erfolglosen Angriffe nur süd- llch vom Monte Fontana Sccca wiederholt; sie wurden abgcwiefen. In dem Piaveabschnitt nördlich von Montello Verstärkte sich das englische Artillerlefeuer.
Der Erste Generalquartiermeister: Luden docff.
Berlin. 16 Jan., abends Am Westhange des Monte Pertica scheiterten gestern nachmittag mehrfache Angriffe der Italiener. — Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
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Nein brlliscfter Kriegsfcbiff zu treffen.
Berlin, 16. Jan. Am 14. und 15. Januar unternahmen leichte deutsche Stceitkräste einen Streifzug durch die südliche Nordsee. Sie troffen w?dec feindliche Kriegsschiffe noch Handelsfahrzeuge an. trotzdem sie nördlich der Themsemündung dicht unter die englische Küste vorstießen. Dort nahmen sie wichtige Anlagen auf nächste Entfernung bei guter Beobachtung mit über 300 Schuß unter wirksames Artilleriefeuer.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
21000 rönnen versenkt.
Berlin 16. Jan. Starker, mit allen Mitteln aus- geübter Gegenwirkung zum Trotz fielen auf dem nörd lichen Kriegsschauplatz: unseren Unterseebooten 21000 Bruttoregistertonnen Handclsschiffsraum zum Opfer. Hierbei wurde ein englischer Dampfer von mindestens 4000 Tonnen in geschickt durchgeführtem Angriff aus besonders starker Fischdampfec-Sicherung herausgeschossen. Die Mehrzahl der versenkten Schiffe war bewaffnet und schwer geladen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
wtb.
Jan.
1918
Großes Hauptquartier, 17 Westlicher Kriegsschauplatz.
Keine größeren Kampfhandlungen. In zahlrei chen Frontabschnitten Eckundungsgefechte. Nördlich von Passchendaele, an der Scarpe, bet Vendhutlle und St. Quentin wurden einige Engländer gefangen.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Mazedouische Front.
Im Cerna Bogen dauerte erhöhte Artillecietätigkeit an
Italienische Front.
Die Lage ist unverändert. Bei ihren erfolglosen und verlustreichen Angriffen am 14. und 15. Januar haben die Italiener an Gefangenen 12 Offiziere und mehr als 300 Mann eingebüßt.
, Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Berlin, 17. Jan-, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
- *
wtb Großes Hauptquartier, 18. Jan. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Auf dem größten Teil der Front war die Gefechtstätigkeit gering, lebhafter in der Gegend südwestlich von Cambrai. — Bei kleineren Unternehmungen nördlich und nordöstlich von Prosnes wurden Gefangene ein- gebracht.
Oestlicher Kriegsschauplatz:
Nichts Neues.
An der
Mazedonischen Front und
Italienischen Front ist die Lage unverändert.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorfs.
Berlin, 18. Jan-, abends. Plätzen nichts Neues.
Von den Krlegsschau-
Unterdrückung des Schleichhandels.
Unter dem Vorsitz des Staatssekretärs des Knegs- rrnährungsamtes von Waidow fand am 12. Januar eine Besprechung zwischen Vertretern der zuständigen Zivil- und Militärbehörden und der Industrie über die Frage der Bekämpfung des Schleichhandels der industriellen Werke statt. Die Vertreter der Industrie stimmten der Anstcht des Staatssekretärs uneingeschränkt bei, daß die bisherige Praxis eines großen Teiles der Betriebe zu einem Zusammenbruch unserer Ernähruugswirtschaft führen miiffe. Ein Kommission, bestehend aus Vertretern der Behörden und der Industrie, soll die Grundsätze aufstellen, nach denen an Stelle der Sonderversorgung aus dem Schleichhandel eine Belieferung der industriellen Arbeilerschaft aus legalem Wege zu treten hat, dami deren Leffiungsfähigkeit nicht gefährdet wird. Allseitig war man sich darin einig, daß die Bereitstellung der zur legalen Belieserung notwendigen Lebensmittel die sofortige Unterdrückung des Schleichhandels zur Voraussetzung hat. Eine Besprechung mit Vertretern der Arbeiterschaft über die gleiche Angelegenheit wird tu der nächsten Woche i m Kriegsernährungsamt stattfinden.
fl ui Stadt und Land.
* Grldpreife für die nächste Krtegvanleihe- werbuug Das Kricgspresseamt fordert die im Heere stehenden Künstler auf. Entwürfe von Bild- und Schrift- Plakaten für Kriegsanleihen einzucelchen. Beide Arien sollen der Geschmacksrichtung und den Verhältnissen des Heeres Rechnung tragen, einfach aber in ihrer Wirkung sinnfällig sein. Für die drei besten Arbeiten sind folgende Geldpreise ausgesetzi'. Bildplakate 1000 Mark erster Preis, 500 Mark zweiter und 300 Mark dritter Preis: Schriftpiakate 200 Mark erster, 100 Mark zweiter und 50 Mark dritter Preis. Die Entwürfe sind bis zum 25 Januar d. I. an das Kcieaspresseamt Abteilung 4, Berlin RW. 6, einzusenden. Die Beult- nng der Entwürfe erfolgt durch einen Sachverständigenireis.
* Streuet Asche bei Glatteis! Auf den Fußsteigen herrscht jetzt wieder als Folge von Schnee und Frost, besonders nach dem Tauwetter, jene gefährliche Glätte die allzu oft ein Ausgleiten der des Weges kommenden Personen, ihre Verletzung und eine Schadenersatzpflicht des Hausbesitzers zur Folge hat, wenn der letztere seiner Pflicht, Asche zu streuen, vor seinem Hause nicht nachgckommen ist- Recht dringend muß den Haus- besitzecn angeraten werden, stets darauf bedacht zu sein, daß die Fußsteige vor ihren Häusern in gongfähigem, -einen Unfall nach Mögiigkert ausschließendcn Zustande sind. Die Entschädigungen, di- bei fahrlässiger Nichtbeachtung dieser Vorschrifismaßnahme unter Umständen an verletzte Personen zu zahlen sind, können nämlich ganz erheblich sein. So hatte in Kolberg eine Beamtcnwitwe, Die vor einem Hause auf dem nach ei- nein Schneetreiben nicht mit Asche bestreuten, und da
her glatten Fußsteige zu Fall gekommen war und ein Bein gebrochen hatte, vom Hausbesitzer eine einmalige Zahlung von 2683 Mk. und eine jährliche Rente von 530 Mk verlangt. Diese recht beträchtlichen Summen sind der Klägerin damals sowohl vom OberlandeSge- richt Stettin, wie auch vom Reichsgericht zugesprochen worden, da sie beide ei» Verschulden als vorliegend ansahen.
Der ..Reichsverband für de« dentfche« Gar-
trubuu" wendet sich in einem Aufruf an alle Bevöi- kerungskreije in Stadt und Land, um jeden, der wenig oder viel Grund und Boden als Eigentum oder in Pacht besitzt und einen Spaten regieren kann, zur Erzeugung von Nahrungsmitteln zu bewegen. Die deutsche Landwirtschaft hat während der vier Kriegslahre das Menschenmöglichste in der Erzeugung notwendiger Le- bensmittel getan. Die Zeitumstände erfordern es ,edoch
gebieterisch, daß nicht nur die gesamte Erwerbs-, sondern
auch alle staatlichen, königlichen, städtischen, Anstaltsund Privatgärtnereien, sowie die große Zah der gärtnerischen Liebhaber alle Kräfte tn der gleichen Richtung tn Bewegung setzen. Noch werden bei wertem nicht alle Flächen, die zum Anbau von Gemüse u. Feib- früchten geeignet sind, sachgemäß bebau!. Hier muß Wandel geschaffen werden. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, und wer nicht wenigstens von dem kleinen Fleckchen vaterländischen Bodens, das ihm zur Verfügung steht, Früchte für den eigenen Bedarf heranzleht. sollte in seinen Lebensmittelbezügcn gekürzt werden. Erfreulich zu beobachten ist es, daß immer mehr Zier- und Binmengärtnereien ihre Betriebe auf den Anbau von Nahrungsmitteln eingestellt haben, und daß in den Gewächshäusern und Frühbeeten schon heute alle Vorbereitungen getroffen werden, um für die kommende Frühjahrsbestellung das erforderliche Saat- und Pflanz- gut hecanzichen zu können. Jeder der bewährten Meister im Gartenbau und der lernbegierigen Schüler tue seine Pflicht!
- Ailbel Beim Kaffeetrinken verbrühte sich der fünfjährige Sohn des Maurers Ferdinand Kreiling innerlich so schwer, daß er nach kurzer Zeit unter qualvollem Leiden verstarb.
- Oppenheim (Rheinhessen). Sämtliche Treibriemen im hiesigen elektrischen Werk im Werte von 8000 Mk. wurden gestohlen. Der Maschinist Lotzmann wurde als der Tat verdächtig verhaftet.
* Frankfurt. 14 Jan. Eine Versammlung der Vaterlandspartei, in weicher im Saale des Zoologischen Garten Pfarrer Traub zu sprechen beabsichtigte, wurde gleich nach Beginn von den Gegnern durch Johlen und Schreien gesprengt. Die radaulustige, offenbar eigens in die Versammlung abkommandierte Menge Uetz nicht einmal den Vorsitzenden zu Wort kommen, der über die Woite: „Meine Damen u. Herren!" nicht hin- auskam Es erhob sich ein solcher Lärm, daß die Versammlung polizeilich aufgelöst werden mußte.
* Mesbade« In der elektrischen Bahn verioc vor einigen Tagen eine Dame einen Zettel, auf dem über 36 Mark für zwei Pfund Butter quittiert war. Dieser Fund kam in die Hände der Polizei, die daraufhin in dem Delikatessengeschäft, von dem d e Quittung stammte, Haussuchung abhielt und für drei- bis viertausend Mark Waren an Fletsch, Mehl, Wurst, Butter und anderen ähnlichen Kostbarkeiten vorfand. Aus ben beschlagnahmten Büchern ergab sich ein sehr lebhafter Umsatz von Lebensmitteln, der besonders vor den F-ieriagen einen großen Umfang angenommen, und man ersah weiter sehr große von einzelnen Kunden tn die Tausende gehende Bestellungen für die Weihnachstage.
- Marburg. Im Jahre 1918 werden hier soi- rende Märkte abgehaltcn: Krammärkte am 2. Feb., 25. März, 1. Mai, 2 Juli, 30. September, 19. No- vember und 31. Dezember. — Pferdcmärkte am 21. März und 10. September. — Schweinemärkte am 21. Februar, 18. April, 20. Juni, tt. Juli, 8. August, 10. Oktober und 28. November. — Rindvieh- und Schweine- Märkte am 14. März, 16. Mai und 5. September (letzterer auch Schasmarkt).


