Ausgabe 
12.1.1918
 
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Alliierten alles andere als rosig. Wolle man ettva den Fehler machen, die jetzigen vorgeschobenen Stellungen ' zu opfern und sich aus die Verteidigung Galonrki» beschränken, so werde da? den deutschen Regimenter» den Weg nach Athen öffnen, und datz sei gleichbedeu­tend mit König Konstantins Rückkehr. Komme es aber dahin, dann könne man sich ans einen alldeutschen Frieden gefaßt machen, dem man nichts mehr ver­weigern könne, nicht einmal Elsaß-Lothringen.

Was sagt Ministerpräsident Elemenceau. der selbst von Anfang an das Salonikiunternehmen ftiner Vor­gänger mit allen Waffen seines galligen Spottes be­kämpft hat, zu diesen Befürchtungen?

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Kleine Kriegsnachrichlen.

- Die mexikanische Regierung erhob bei den Ber­einigten Staaten Einspruch gegen die Anwesenheit von Truppen der Bereinigten Staaten auf mexrka- nischem Gebiete. Kavallerie der Vereinigten Staa- ren, vre angeblich mexikanische Räuber verfolgte, hielt sich mehrere Stunden aus mexikanischem Ge-

brete auf^ ^^^^anische Regierung l^at mit vier Eisen­bahnarbeiterverbänden ein Abkommen geschlossen, wo­nach alle Arbeiterstreitigkeiten während der Zeit der Regierungskontrolle über die Eisenbahnen durch ein Untersuchungsamt beigelegt werden sollen.

" Rach dem völlig negativen Ergebnis der Vor­untersuchung gegen Caillaux glaubt man in Kam- merkreisen an die Möglichkeit der Einstellung des Strafverfahrens, wenn es der Regierung nicht gelingen sollte, neues Anklagemalcrial vorzulegen.

" In Griechenland wurde d'e Präventivzensur e n- geführt. Sie w'rd selbst ddu der venizellfttschen Presse bekämpft.

Politische Rundschau.

Ter ungarische Ministerpräsident We kecke und der österreichische Finanzminifter v. Wimmer sind in Berlin cingetrossen.

Staatsmlnistcr Tr. Friedberg, dessen Land­laasmandat mit seiner Ernennung zum Vizepräsidenten des preußischen Staatsministeriums erlosch, ist ein­stimmig wieder zur Wahl ausgestellt worden.

Ter Gesamtvorstand des Verbandes Deutscher Beamtenvereine hat beschlossen, geeignete Schritte zu tun. daß der Beamtenschaft eine ihrer Bedeutung ent. sprechende Anzahl von Sitzen in der Ersten Preußischen Kammer eingeräumt werde.

Der sozialdemokratische ReichSratSabgeordnete und Vizepräsident des österreichischen Abgeordneten­hauses Engelbert Pernerstorfer ist achtundsechzigjährig gestorben.

Unter den Passagieren deS Ballanzuges, der am Freitag, den 4. Jan., von Konstantinopel in Berlin etntras, befanden sich drei Abgeordnete des persischen Parlaments.

Die Nachricht, daß das Entlassungsgesuch des Generals Ludendorss vorliege, entspricht nrcht den Tatsachen.

Am Montag sind die drei Mitglieder deö pol­nischen Regentschaftsrates, und zwar Seine Exzellenz der Erzbischof von Kakowsll. Metropolit von Warschau. Seine Durchlaucht Fürst Zdzislaw Lubormirski und Seine Exzellenz Herr Joses von Ostrowski in Berlin erngrirosfen. Der Reichskanzler empfing die ©«reit am Montag. Am Dienstag werden sie dem Kaiser vorgestellt werden.

:: Unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu Ruw kttud bildeten am Montag den Gegenstand der Verhand­lungen im Hanptausschuß. Allgemein herrschte die Auf­fassung. daß bei dem zukünftigen Handelsverträge mög­lichste Freiheit für Handel und Verkehr erreicht und die Meistbegünstigung uns zugestanden werden müsse.

:: Tic zionistischen Bestrebungen betrifft eine Er­klärung des Staatssekretärs v. d. BuSsche, die dieser einer jüdischen Abordnung gegeben hat:

Wir würdigen sagte er die auf Entwicklung ihrer Kultur und Eigenart gerichteten Wünsche der jüdischen Minderheit in den Landern, in denen sie ern stark entwickeltes Eigenleben haben, bringen rhnen volles Verständnis entgegen und sind zu einer wohl­wollenden Unterstützung ibrer diesbezüglichen Be­strebungen bereit. Hinsichtlich der von der Zudenhert, insbesondere von den Zionisten, verfolgten Bestrebungen \n Palästina begrüßen wir daher die Erklärungen, die der Groß wesir Talaat Pascha kürzlich ab­gegeben hat. insbesondere die Absicht der faiicrUd) osmanischen Regierung, gemäß ihrer den Juden stell- bewiesenen freundlichen Haltung, dle aufblühende jüdr- sch- Siedelung in Palästina Imrch Gewährung von freier Einwanderung und Niederlass u n g rn den Grenzen der Aufnahmefähigkeit des Landes, von örtlicher Selbstverwaltung, entsprechend den Lan­desgesetzen, und von freier Entwicklung ihrer kultu­rellen Eigenart zu fördern."

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Norwegen: Fetter KrregSprofit.

* Im Staatsrat wurde Mitteilung über die Rech nungsergebnisse des Jahres 1916/17 gemacht. Sie zei­gen den größten Ueberschuß, den Norwegen se gehabt hat, nämlich 117 Millionen Kronen.

Finnland: Deutschland erkennt seine Selbständigkeit au.

* Nachdem die russische Negierung erklärt hat. daß

sie zur sofortigen Anerkennung der Unabhängigkeit Finnlands bereit sei. hat der Reichskanzler Graf von Hertling die drei finnischen Bevollmächtigten empfangen und ihnen die Anerkennung der Selbständigkeit Finn­lands seitens Deutschlands erklärt. ^ v

** Für 120 000 Mark Güter unterschlagen. Auf

dem Bahnhof in Hameln unterschlugen zwei Weichen­steller und Rangierer große Gütermengen im Werte von 120 000 Mark. Tie Täter wurden veraltet

** Ein ganz Schlauer Ein Bauer aus der Gegend von Schwandorf l)amsterte gegen Schmalz und Eier eine Kanne Petroleum. Während der Fahrt im Eisen­bahnzug wurde die Kanne undicht und die Flüssigkeit floß, ihren Geruch verbreitend, im Wagen umher. Eine große Angst bemächtigte sich nun des Landmanns, weil durch dieses Mißgeschick seine Hamsterei ans Tages­licht kommen könnte. Er sann hin und her, was zu tun sei, um die Spuren zu verwischen und kam zu dem Resultat, das Petroleum anzuzünden. Gedacht, getan. Im Nu stand das Innere des Eisenbahnwaggons in Flammen. Der Bauer konnte vor Schreck kein Wort sprechen, während von anderer Seite die Notbremse gezogen wurde. Der Zug hielt und nun ging's ans Löschen mit dem frischgesallenen Schnee.

** Ehrung eines russischen Generals im Tode. In Mewe (Westpreichen) hat sich der russische Ge­neralmajor Saltitow in geistiger Umnachtung durch Erhängen entleibt. Seine Beerdigung erfolgte mit allen militärischen Ehren. Eine Musikkapelle spielte russische Trauerweisen. Hinter dem Sarge trug ein russischer Soldat ein großes weißes Hotzkreuz. So­dann folgte ein griechisch-römischer Geistlicher im roten Talar, den Schluß des Gefolges bildeten deutsche Offi­ziere und etwa 000 kriegsgefangene russische Offiziere. General Saltitow wurde bei den schweren Kämpfen vor Nowogeorgiewsk im Jahre 1915 gefangen ge­nommen und befand sich schon längere Zeit in ärztlicher Behandlung und Beobachtung.

** Verhaftung eines Mörders. In Frankfurt a. M. wurde ein Einbrecher, der in der Oppercheimerstraße am 30. Dez. den Schuhmann Ertl erschossen hat, ver­haftet. Es ist der neunzehnjährige. wegen Diebstahls wiederholt bestrafte Schmied Johann Weckfuß aus Lohr (Bez. Aschaffenburg). Er hatte zusammen mit dem siebzehnjährigen Wilhelm Kappes aus Klein-Heubach zwei Billeneinbruche begangen. Ms sie die Beute rn Rucksäcken transportierten, hat sie Ertl gestellt. Wah­rend Kappes die Flucht ergriff, schoß Weckfuß aus einem Revolver zweimal auf den Beamten. Dann erlte er seinem Komplizen nach mit ben Worten : ..Ich habe dir die Freiheit gerettet!" Beim Verhör suchte er dann die Schuld auf den Genossen zu schieben.

Beim Hilfswcrk Den Tod gefunden. In Olden­burg brach in dem in der Hauptstraße bel^enen Hause des Kaufmanns Brennecke Feuer aus. Wahrend die Wehr sich bemühte, die Nachbarhäuser zu retten, stürzte ein Schornstein ein und riß einen Teil des über­stehenden Mauerwerks mit sich zur Erde. Tre dar­unter arbeitenden Menschen wurden verschüttet ^er stellv Leiter der Oldenburger Feuerwehr. Ga,twirt Wil­helm Dahl, und der Bogt des Gutes Ehlerstorf, Heinrich Schmidt, sind den dabei erlittenen schweren Verletzun­gen erlegen.

» Tie verlorene Quittung über 36 Mark für tzwet Pfund Butter führte die Polizei in Wiesbaden auf ein Geschäft, wo die Haussuchung große Schleich­handelsvorräte zu Tage führte. Die beschlagnahmten Geschäftsbücher gaben über den Gang des Schlerch- handelsgeschäftes genaue Auskunft.

** Im Streit den Schwiegervater erschossen. In Neukölln erschoß der 24 Jahre alte Arbeiter Frrtz Berndt, der von seiner Frau getrennt lebt, rn der Wohnung seiner Schwiegereltern, wo sich gegenwärtig seine Frau mit ihrem Kinde anfhält. seinen Schwieger­vater. den 54 Jahre alten Arbeiter Wolfs. Berndt hatte ferne Frau in Not geraten lassen, worauf sre ihn verlassen hatte.

Aus aller Wett.

** Tie Katastrophe von Guatemala. Neuere Mel­dungen besagen, daß die Stadt Guatemala durch ein weiteres Erdbeben gelitten l>at. Nach eiure Depesche aus Sau Jose sind noch 300 Personen getötet worden. KZaö von der Stadt Guatemala noch übrig -Mliebcn lv<w, ch -jrstökt Dordtp.

** Ter Schnee und der Balsnverkchr haben in diesem Jahre die alte, bei unseren köstlichen Bahn­st) stemen längst als überwunden auzusehende Feind­schaft erneuert. Nach dem Osten ist der Verkehr, zert- wetlig selbst für Schnellzüge lahmgelegt worden. Am 2. Januar z. B. kam der D-Zug nach Wilna erst nachts in Braunsberg an. Dort wnrde mitgeteilt, daß eine Weiterfahrt unmöglich sei. Die Reisenden strömten in die Hotels und Gasthöfe. In kurzer Zeit waren alle Lebensmittelvorräte aufgebraucht. Das Landrats­amt brachte große Mengen Brot- und Fleischkarten zur Verteilung. Nachdem von Soldaten und Kriegsgefan­genen die größte, drei Fuß hohe Schneewehe beseitigt worden war, erfolgte Freitag nachmittag dre Weiler- sahrt nach Königsberg. Der Sturm hatte überall Zäune und Bäume niedergebrochen. Erst nach zwei­tägiger Fahrt traf der Zug Freitag abend in Königs­berg ein.

** Lankwitz kein Köpenick. Nach dem Muster des Hauptmanns von Köpenick" versuchte ein Betrüger in Lankivitz einen groß angelegten Schwindel aus- Luführen. In der Privatwohnung des Inhabers der dortigen Heilanstalt erschien ein Hauptmann mit zwei Soldaten und legte einen Haftbefehl des Kriegsministeriums vor, wonach der Besitzer der Lankwitzer Heilanstalt wegen Ueberschreitung der Höchstpreise beim Einkauf von Geflügel sofort zu verhaften sei. Der Besitzer kleidete sich sofort an und begab sich mit dem Hauptmann, gefolgt von den beiden Soldaten, nach der Heilanstalt. Hier bestand er aber darauf, daß die Polizei herbeigerufen werde, da er sonst der Aufforderung des Hauptmanns nicht folge leisten werde. Der Hauptmann verließ nun die Heilanstalt mit dem Bemerken, daß er die Polizei selbst holen und zum Abtransport des Gefangenen ein Auto besorgen werde. Den beiden Soldaten gab er den Auftrag, den Verhafteten gilt zu bewachen und ,a nicht aus dem Zimmer zu lallen. Unterdessen war auch die Polizei von dem Borsatl telephonisch in Kenntnis gesetzt worden. Diese stellte fest, daß die beiden Sol­daten. die als Kraftwagenführer dienen, aus der Straße von dem Hauptmann angesprochen worden sind. Er hatte ihnen den Haftbefehl gezeigt und sie aufgefordert, ihm zu folgen. Die weiteren Ermitte­lungen ergaben, daß der angebliche Hauptmann ein Schwindler sei. der unberechtigt die Uniform angelegt hatte. AIS sein Streich mißlungen war. halte er ungehindert mit der Straßenbahn in der Richtung nach Berlin Lankwi- verlassen.

Versorgung der Tuberkulösen. In einem Erlaß des Preußischen StaatökommissarS für Volksernährung über die Regelung der Krankenversorgung wird, von der Tatsache ausgehend, daß in den letzten Monaten die Sterblichkeitsziffer von 1913 um 50 Prozent über­schritten worden ist, angeordnet, daß die für die In­sassen der Lungenheilanstalten geltende Normalration auch auf die tuberkulösen Hauskranken anzuwenden ist. Angestrebt soll werden, daß an alle Tiiberkulösen eine Kartoffelration von 10 Pfund pro Kopf und Woche abgegeben wird. Tie Wochenkopfmenge an Fleisch soll 500 Gramm betragen, eine Menge, die nach dem Erlaß durch Voranschlag der Reichssleischstelle sicher- gestellt worden ist. Die jetzige Normalration für Tuber­kulöse beträgt zurzeit Brot: 2 Kilogramm wöchent­lich. Fleisch: 500 Gramm wöchentlich. Milch: 1 Liter pro Kopf und Tag. Butler: mindestens 250 Gramm wöchentlich. Käse: 400 Gramm monatlich. Eier: 4 Eier , wöchentlich. Nahrungsmittel (Graupen. Grütze. Hafer- sabrikate usw.). Hülsenfrüchte (Erbsen. Bohnen. Lin- 1 ,*cn) und Teigwaren nach Maßgabe der jeweils zur Verfügung stehenden Bestände, pro Kops und Monat insgesamt' 2000 Gramm. Brotaufstrich (Marmelade. Kunsthonig. Rübensaft) pro Kops und Monat insgesamt 1000 Gramm. Kartoffeln: 10 Pfund wöchentlich. Die,e Sätze sind Mindestsätze.

A Ter Ersatz der Blitzableiter aus Kupfer. Die Beschlagnahine von Kupfer erstreckt sich auch auf Blitz­ableiter. Einzelne landwirtschaftliche Brandkassen be­tonen jetzt, daß die Blitzableiteranlagen zur Vermei­dung von Gefahren nur Zug um Zug gegen eiserne Anlagen ausgcwechselt werden. Den Gebäuden soll der Blitzschutz' auch nicht einen Tag fehlen. Tie Ab­lieferung des Kupsers wird nicht eher verlangt, als bis der Ersatz gesichert ist. Bei entsprechender Starke hat verzinktes Eisen die gleiche Leistungsfähigkeit wie Kupfer. Einzelleitungen aus Eisen müssen emen Querschnitt von 100 qmm, und verzweigte Leitungen aus Eisen einen solchen von 50 qmm erhalten. Erd- platten sind aus Eisenblech herzustellen, welches 1 qm groß und mindestens 2 mm stark ist. Die vorhandenen Platinspitzen brauchen nicht ersetzt zu werden.

A Zur Sammlung van Knochen werden jetzt auch die Schulen herangezogen. Das Gesundheitsamt hat festgestellt, daß ein völlig einwandfreies, genußfähi- aes Speisefett sowie Suppenwürze und Knochenextrakt mit einer Ausbeute von 5 Prozent bis 10 Prozent heraestellt werden kann, bei frischen, nicht vorgeloch­ten' Knochen sogar das Doppelte. Durch die Schulen ist daher zu sammeln das gesamte anfallende Knochen­material, auch von Wild und Geflügeln. Die Sammel­tätigkeit soll den örtlichen Verhältnissen angepatzt werden. Hoffentlich werden aus diesem Wege keine Krankheiten verbreitet.

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Kleine Neuigkeiten.

* Die Metzgerwitwe Wolf in Mainz vergiftete

infolge Erbschaftsstreites ihre drei Kinder von sechs, vier und zwei Jahren mit Lhsol und beging dann Selbstmord. _ w .. r .

* In Bocholt wurde das Kaiser-Wilhelm- Tenkmal auf dem Marktplatze abgebrochen, um dem Vaterlande zur Herstellung von Kanonen zur Verfü­gung gestellt zu werden.

* Im Offiziersgesangenenlager ln Mewe erhängte

sich der russische Generalmajor Waltikow infolge SchwcrmutS. ,

* Nach reichlichem Genuß von verschiedenen alkohol­haltigen Getränken sind in Berlin zwei Landsturm- Männer an Methvlalkoholvergiftung gestorben.

* Wie derMatin" berichtet, ist der Eisenbahn­verkehr zwischen Paris und Marseille infolge der Kälte unterbrochen. Die Gerönne und die südfran- zösischen Kanäle sind zugesroren.

» In China im Grenzgebiete der Provinz Tschanfi und der Mongolei ist die Pest ausgcbrochcn, die sich schnell verbreitet.

* Im Berliner Konfektions-Viertel, am Haus­vogteiplatz. sind am Sonntag morgen für 2 Millionen Mart Seidenwaren durch Brand vernichtet worden.

* Für den neuen Sommerfahrplau ist vorgeschrie­ben worden, von einer Vermehrung der Zugleistungen im allgemeinen abzusehen.

Volkswirtschaftliches.

3) Berlin, 7. Jan. Die Geschäftstätigkeit bei Er­öffnung der neuen Geschästöwoche gestaltete sich ebenso geringfügig wie an den vorangegangenen Tagen, und die Stimmung kennzeichnete sich als zurückhaltend und schwach. Tie Meldungen über die inuerpolitische Lage wurden lebhaft erörtert. Auf dem Montangebiet stell­ten sich die meisten Werte niedriger.

V? Berlin, 7. Jan. Warenhandel. (Nichtamt­lich.) Saathafer 20,5022,50, Saatgerste 20,50 bis 22,50, Serradella 4449, Schilfrohr 4,50, Heidekraut lose, erd- und wurzelfrei, auf Abladung bis 3,50. Richtpreise für Saatgut: Rotklee 260278, Schweden- llee 210-228, Weißklee 160-176, Inkarnatklee 118 bis 132, Gelbklee 96-106, Timotee 96-106, Knaulgras 108120, Reygras 108-120 für 50 Kilo ab Station. Heu 15. Flegelstroh 4,755,25, Preßstroh 4,75, Ma­schinenstroh 4,004,25. . _

d, Holland sendet Vieh. Nach einer Haager Mel­dung wird von niederländischer Seite halbamtlich be­richtet: Es wird erwogen, zu Anfang des Sommers eine bedeutende Einschränkung der Piehvvrräte ein- treten zu lassen. Die Ausfuhr von Vieh muß dann i in großem Maßstabe vorgenommen werden. Dre eine Hälfte soll nach Deutschland, die andere Hälfte nach den alliierten Ländern gehen. Es wurden Verhandlun­gen über Probesendungen nach beiden Seiten hrn be- gönnen. Es entstanden noch Trausportschwierigkeiten für die Ausfuhr nach England und Valutaschwierig- keiten für die Ausfuhr nach Deutschland. Tre Trans- portschwierigkeitcn nach England wurden überwunden und eine Probesendung nach England kam zustande. Inzwischen wurde zwar von der Ausfuhr in großem Maßstabe abgesehen, aber die Versendung nach Deutsch­land wird stattfinden, da die Valutaeinwände behoben sind. In den nächsten Tagen werden 2500 Stück Mager- vreh nach Deutschland ausgesührt. Bon deut;cher Serte verpflichtete man sich, eine gleiche Anzahl Haute zu- rückjuliefern.