Ausgabe 
2.1.1918
 
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SefvnVviS tuunfcHI etffflffctÄl §se fsäe» tWffc Ae- V»u- se-, ln der wir auch in d-r unmittübar anschließende» HimmelfahrtSkirche prachwolle Goldmosaiken ang»- bracht sind. Ein großer Saal dient den Zusammen, künsten der Deutschen, und ebenso ist der Speisesgal ein sehr eindrucksvoller Paum.

Ueberwältigend ist der Rundblick voll dem Kirchen­turm. Tr reicht über ganz Jerusalem hinweg bis nach Bethlehem und weit in- Judäergebtrge hinein, a» klaren Tagen bis zum Mittelländischen Meere hinüber, tm Osten übers Tote Meer hinweg, wo ihm die Moabi- terberge Halt gebieten, im Norden bis zum Libano» und -um schneebedeckten Hermon und nach Süden bi» -um Sinai. Rings um das Stift zieht sich ein schöner Part mit einerMirbachhöhe" genannte,: Aussicht-- warte zum Toten Meer hinüber. Eine kluge und vor- sorgliche deutsche Hausfrau waltet in der Person der Oberschwester Theodora (Tochter des verstorbenen Prä­sidenten des Evangelischen OberkirchenrateS Dr. Bark­hausen) seit Errichtung des Hospizes auf den: Oel- berg. Sie ist in diesem Weltkrieg zugleich auch eine echte und rechte deutsche und türkische Soldatenmutter geworden. So kommt eS, daß man auf dem Oelberg in den drei Kriegsjahren der Türkei verpflegt wurde, wie wohl sonst nirgends mehr auf der Welt, und vor allem nicht zu solchen Preisen. Eine eigene Oeko- nomie. von deutschen Landwirten betreut, eine vorsorg­liche Heranziehung gewaltiger Vorratsmengen und eine geschickte Verwaltung des Vorhandenen ermöglichten die Verpflegung unserer kranken Wüstenkrieger hier oben in geradezu idealer Weise, und Exzellenz Dschemal Pascha hat seiner Zufriedenheit mit der ungekrönten Königin des Oelbergs durch die Verleihung des höchsten türkischen Frauenordens an die tapfere und energische Hannoveranerin Ausdruck gegeben.

Der ursprüngliche Dauetat des Hospizes vov 1860 000 Mark ist seinerzeit durch verschiedene widrige Umstände ganz erheblich überschritten worden. Mehr als 3 Millionen sind in das Hospiz hineingebaut wor. den, und fast 100 000 Mark verschlingt noch die iähv- liche Verwaltung. Aber eine einzige Gönnerin des Wer­kes, die bekannte Menschenfreundin Frau Laura Oelber, mann in Köln, hat allein über eine Million zu dem Bau beigesteuert, und es liegt unleugbar im Interesse der deutschen Sache, daß gerade an dieser Stelle nicht gespart wird, zumal in einer Zeit, wo das stolze Ge­bäude sogar der Ehre eines zielbewutzten englischen Fliegerangriffs zuteil wurde, der allzu deutlich den Haß erkennen läßt, den seine Schaffung in den Gemüter« der Gegner erzeugt hat.

Mit dem Bau war die Schaffung eines eigene» Ordens für die Helfer am Werke verknüpft, des sogen. Oelbergkreuz-s, mit dem der Ordensmeister der Johonn»- ter Weihnachten 1909 zunächst seine kaiserlichen Eltern dekorierte. Er ist für Männer und Frauen bestimmt, die sich um die Oelbergstiftung besonders ves» dient gemacht haben. Er besteht aus dem bekannten 6erusalem-Kreuz, d. h. einem rotenKrückenkreuz" (jeder der vier Arme eines KrückenkceuzeS hat die Gestalt eines altlateinischen T. und zwischen diesen vier Armen steht je ein gewöhnliches kleines Kreuz), auf dessen Mitte ein weißes achtspitziges Johanniter- kreuz gelegt ist. Es wird auf der Brust an einem Weißen Bande und an einem kleinen goldene« Ge­hänge getragen, das aus den verschlungenen Buchstaben A. V. 8. (Augusta-Diktoria-Stiftung) besteht.

Neben der Kaiserin Augusta-Biktoria-Stiftung er­heben sich noch zwei weitere kirchliche Bauten aus dem Oelberg, die russische Paternosterkirche und das russisch» Frauenkloster mit seinen etwa 200 Nonnen. Diese Bau­ten sind auf dem höchsten Punkt des Oelberges. auf der

t öhe über Bethanien errichtet und sollen auf dev telle stehen, von der sich der Heiland gen Himmel erhob. In der Paternosterkirche ist als besondere Merß- Würdigkeit das Vaterunser in allen lebenden und toten Sprachen angeschrieben; das Frauenkloster untersteht einer russischen Fürstin, die ln der Jerichoebene große Bananen- und Apfelsinenplantagen besitzt und auch in dieser Kriegszeit für die im Heiligen Lande verblie­benen Glaubensgenossen sorgt. Schließlich hat der Hospizbau der Deutschen auch noch das kleine Oelberg- dorf geschaffen, in oem sich die arabischen Bau- und Werkleute angesiedelt haben.

Inzwischen ist bekannt geworden, daß dis vn»- länder das Hospiz mit Einquartierung verschont und der langjährigen Verwalterin, der Oberin Theodwa, die Pflege des deutschen Wahrzeichens aus dem Oeß. bsrg auch weiterhin üb»rlass»n haben. P. ».P»

Allgemeine Kriegsnachrichten.

Ter Krieg schon entschieden!"

In einer demAftonbladet" (Stockholm) gewähr­ten Unterredung erklärte der freiwillig auf deutscher Seite lämpsende schwedische Hauptmann Claß von Ro­sen:Eine Friedenssehnsucht ist in der deutschen Armee nicht vorhanden. Man betrachtet den Krieg als schon entschieden und setzt den Kampf nur solange fort, bis auch der Äegner zu dieser Ansicht kommt."

Verdiene» wollen auch sie vom Kriege.

Ueber die wirtschaftliche Notlage der ftanzösischen Offiziere schreibt in derOeuvre" Mortimer-Megret:

Ein ungelernter Arbeiter, der im Juli 1914 180 Fr. verdiente, erhält heute im Durchschnitt 370 Fr. monatlich. Der Lohn eines gelernten Arbeiters ist von 210 Fr. im Juli 1914 auf 410 im September 1917 gestiegen, und der eines Werkführers von 295 auf 505 Fr. Wie verhält es sich mit den Offiziers­gehältern? Ein Unterleutant, der 1914 240 Fr. monat­lich bezog, erhält immer noch 240 Fr., und dazu 20 Fr. als Entschädigung dafür, daß ihm kein Bursche mehr gestellt wird. Da er 30 Fr. bezahlen muß, um eine Aufwartung zu bekommen, so ist sein Einkommen um 10 Fr. verriirgert. Nun die Ausgaben: Das möblierte Zimmer, das im Juli 1914 35 Fr. kostete, kommt alermiudeslens aus 65 Fr. zu stehen. Die Verpfle­gung. die vor dem Kriege 90 Fr. kostete, ist unter 155 Fr. nicht mehr zu haben. Kleidung, Ausrüstung und Wäsche beanspruchen statt 33 mindestens 76 Fr. Daber ist gerechnet: alle zwei Jahre ein Mantel, alle Jahre eine Litewka, eine Hose, ein Käppi, zwei Paar Schuhe, sechs Paar Socken, zwei Unterhosen, vier Hem­den, sechs Taschentücher und der Waschlohn, also bei allem Mindestsätze. Mithin gibt der Offizier statt 164 Fr. vor dem Kriege, mindestens 296 Fr. au-, unge- Avchncht HGhttHLunH, Wein, Hv»d»r «sw.

gegenüber stetzi ekne Einnahme von 266 Fr., die bei dem verheirateten Offizier, der seiner Frau 120 Fr. monatlich überweist, auf 140 Fr. sinkt."

«oosevrlt gegen Wilson.

Seltsame Andeutungen kommen aus den Bereinig­ten Staaten. Roosevelt erklärte in einem Briefe an das Kongreßmitglied Lundeen, daß Wilson die Präsi­dentschaft unter falschen Vorspiegelungen erlangt habe. Wilson set unter der Deviseer hat uns vom Kriege ferngehalten" wieder gewählt worden; die Nation würde ihn nicht gewählt haben, wenn er auf Grund eines KritgSprogramm» kandidiert hätte.

Offenbar will der Präsidentschaftskandidat Roose­velt sich für die nächste Wahl rüsten. Sollte er das Friedensprogramm für aussichtsreich halten? Schon jetzt?! Offenbar haben die gewaltsamen Eingriffe Wilsons in das freie Wirtschaftsleben, so jetzt wieder in der Zwangsaneignung der Eisenbahnen, sich die Großen zu wütenden Feinden und zu Gegnern des Krieges gemacht.

* * *

Kleine KricgSnachrichteu.

- Tie japanischen Darleben an den Verband be­laufen sich auf fast 50 Millionen Pfund, davon er- Welten Frankreich 7V* Millionen, England 20 Mil­lionen und Rußland über 22 Millionen Pfund.

" LautEventng Rewö" vom 14. 12. ging der Bestand an Schweinen in England von 3615891 m 1916 auf 3 008 016 Ende Juni 1917, also um ein Sechstel, herunter.

Eine Verhandlungspause

in Brest-Litowsk.

Wesentliches ij bereits erreicht.

Am 28. Dezember haben die Friedensunterhänd­ler die mehrtägigen Vc. Handlungen tm Militärkasino ui Brest-Litowsk beendet.

lieber wichtige Fragen hat man sich leicht ge­einigt. jo über die Freilassung und Heimbeförderung der Gefangenen, über die Wiedereröffnung des Handels­verkehrs und die zukünftigen wirtschaftlichen Bezie­hungen.

Unsere Sicherung i« Oste».

Schwieriger waren die Abmachungen über die Räumung der besetzten Gebiete und deren zukünftige Staatszugehörigkeit.

Die Russen schlugen vor: beiderseitige Zurückzie­hung der Truppen und Festlegung des Rechte- aller in Rußland lebenden Truppen aus Selbstbestimmung hrer Regierung bis zur Absonderung.

Deutscherseits wurde die Bereitwilligkeit zur Räu imntfl des besetzten Gebietes nur mit Einschränkungen ausgesprochen. Erstens must Zunächst die Demobili- ung der russischen Streitkräfte durchgeführl sein: zweitens wird die Anerkennung beansprucht, baß t h* V'.'itc Beschlüsse vorlicgeu,worin der Bolkswille aus- gedrückt ist. s '. Pole« sowie für Litauen, Kurland, vo« Ostia«» und LivKrub die volle staatliche Selb- ps^viAkeit in Anspruch zu nehmen und aus dem rus- Reichsverbande auszuscheiden". Eine Volksab üstnmung aus breiter Grundlage unter Ausschaltung eine- militärischen Druckes soll herbelgeführt werden. Wie das gestehen kann, soll eine besondere Kom­mission beraten.

Hierauf erklärten die Russen:Wir stehen auf dem Standpunkt, daß als tatsächlicher Ausdruck des .. illenS nur eine solche Willenserklärung betrach­te: xocxl.A kar. r, die als Ergebnis einer bei gänz­licher Abwesenheit fremder Truppen in Dt;; betreffenden Gebieten vorgenommcnen freien Abstimmung erscheint. Daher schlagen wir vor. daß An klarere und genauere Formulierung dieses Punk- .Tf.:. ' Wir sind jeboij damit einverstanden, daß Prüfung der technischen Bedingungen für die Per- ir-.. '.ichung eines derartigen Referendums, desgleichen iUi Festsetzung et: ., bcst'.nnnten Räumungsfrist eine 't ; c & i a U o ni m t f f i o n ^ s-tzt wird."

Im all .:ne!...n kann n.nch dem Verlauf der dis- : -cn Verhandlungen ir.it Befriedigung festgestellt it.-fcc n. u; cte Ansicht.n v.: Mächte über

;tv Regelung der wichtigste. Fragen sich in vielen Punkten decken, in anderen sich derart genähert haben, öa; öle Hosst.nng a..f Er?-.'::.^ eines'Einvernehmens nrch in d'.scnk begründet ist

In einer Schlußsitzung beschlossen dann die Ge­saut n, die nächste Sitzung am 4. Januar abzuhalten. D?u allen Seiten wurde dir Genugtuung über die bis­her erreichte Verständigung znn: Anc-druck gebracht. Tar. letzte Wert hatte der Führer der Russen,. Joffe. Er '-eklärte, dc.ß die begonnenen Verhandlungen ein :a Anfang seien und die Erwartung zulicßen, daß öe. verheerende K.'.'g ein baldiges Ende finden werde.

..In der jettt beginnenden Pause werden wir alle .ai Gefühl ha^en. dast hinter r./.s Millionen leiden- :.q\- Menscher, stehrn. die dal S.S; d:s Krieges herbei- .ehnen Das Be.rusttse'. : dieser Verantwortlichkeit vor unseren Völkern, vor der Menschheit und vor der Gc' tchte gibt u:A d'e Hofs.:: -g und di; innere Kraft, den Weg zum all a c me i n cn Frieden zu sinden.

veksten wieder ab Herr Lubllnski allein ist zurück­geblieben, um den grteden-verhandlnngen beizu­wohnen.

Die Pause.

Staatssekretär o. Kühlmann reiste an: Sonn­abend von Brest-Litowsk ad, die übrigen Mitglieder der deutschen Gesandtschaft zum Teil mit ihm, zum Teil am Sonntag. Die Rückkehr nach Brest-Litowsk erfolgt voraussichtlich am 3. Januar abends, da am 4. Januar die Verhandlungen ivteder ausgenommen werden sollen. Die Gesandtschaften von Oesterreich- Ungarn, Bulgarien und Rußland waren bereits apr Freitag abgereist.

Tie Stätte vor Fr»cvknSvcrhaud1ungea.

Von einem Besuch bei den Unterhändlern in wird unS vertchtet:

Es )tnb nur rund 100 Personen, die sich im Barackenlager von Brest-Lttowst zur Führung der ^rieoen-Verhandlungen zujammengetunden haben Die .Gesandtschaften oer Verbündeten und der Russen woh- ich wenige Schritte voneinander, nach Möglichkeit hat ncm rede Mission in einem eigenen Häuserblock unter- -edracht Man speist m den beiden MiUtärkasinos tno.-var dort auch des Abends zusammen Im ersten --wo n's einen Kasinos fanden die FriedenSvcrlxind- <unge»» :att Unter den russischen Vertretern kiel neben 'mar Admiral der zum Zeichen seiner cevolutro- mren GAtnnung alle Rangabzeichen und Orden, außer m un ivldcnen Kette die er Über der Brust trug, abgelegt hatte, eine schlanke, hochgewachsene Erschei­nung mit einem schwarzlocktgen Poetenkopfe aus. der die dreißig noch nicht überschritten haben konnte: das war der Ukrainer LublinSki. Die ukrainischen j Abgeordneten waren in Brest etngetroffen. als der 1 «asfsastiUststt* schv« -sl-lVsso« m»»; die Stzrigen

Aus aller Welt.

# * Preissturz im Kettei.lwdkl v.O? Folge Oer deutfch-rnsf'.schen Friedensverhandlungen in Brest- Litcirsk mackst .ich sowohl ck. in Ober-

schienen ein - 'tendes Sinken ler V-eise für Waren aller Art bemerkbar. Oie im Kettenhandel eine große Rolle spielen

A Ei«e vertteineruug der Postkarteu, insoweit B» von der P r i v a t i n d u st r i e hergestellt werden, «isf 7: 10 Zentimeter steht bevor. Unter dem Truck der allgemeinen Papiernot haben sich die Privatin- duftriellen entschlossen, bei neuen Anfertigungen das Fabrikat um ein Viertel zu verkleinern. Die privaten Postkarten werden demgemäß nächstens in einer Größe von 12:8 Zentimeter erscheinen. Die Reichspost hat mit dieser Maßnahme nichts zu tun. behält vistv^ehr das alte Format (14:9 Zentimeter) bei. ^ Abliesernug der Wäsche. Zahlreiche Besitzer Wäsche-Verleihgeschäften, von Gast- und Schank- wlrtschaften, Krankenhäusern und ähnlichen Betrieben, haben die ihnen nach der Bekanntmachung vom 25. «»gust 1917 obliegende Pflicht zur Anmeldung ihrer Gesamten gebrauchten und ungebrauchten Bett-, HauS- «d Tischwäsche trotz wiederholter Mahnung immer och nicht erfüllt. Die Säumigen, deren Namen der Ueichsbekleidungsstelle bekannt sind, werden letztmalig am Nachholung der Meldung ausgefordert. Die Me^ G»ug ist einzureichen bei der Reichsbekleidungsstelle

S ollSwirtschaftliche Abteilung) in Berlin W. 50, frnbergerplatz 1. Zu melden ist der Bestand vom r. Oktober 1917. Meldepftichtig ist jeder Betrieb, der Mohr als fünf Gasthausbetten besitzt oder mehr als vr« -ur Familie des Unternehmers nicht gehörende Personen dauernd beschäftigt. Wer bis zum 15. Ja- N»ar 1918 dieser Aufforderung nicht nachgekommen ist, MX mrnachsichtlich sofortige Enteignung zu erwarten.

** Aus ve«r A»staube erschösse». Der Rentier K. Sommer aus Grünberg, der in Deutsch-Zodien zu Besuch war, wurde auf dem Anstande erschossen. Der unglückliche Schütze tzvar ein Fischermeifter aus Kop- nitz. der den Jäger in seiner sitzenden Haltung für »in Stück Wild angesehen hatte.

Scherz und Ernst.

tf. Fruchrbamne als Hcizmatcriat. Ter Mangel an Kohlen hak in Frankreich bedenkliche Wirkungen auf die Obstbanmzucht. So ist in der französischen

Kammer ein Gesetzentwurf eingeörachl worden, durch den die Ab Holzung der Baumbestünde unter­bunden werden soll. In Südfrantreich werden in großem Matzstabe und systematisch die Oel bäume Mveckö Gewinnung von Brennholz gefüllt, ohne die geringste Rücksicht auf ihre §r:ragsfühigkeit an Oliven­öl. Dazu bemerkt die ..Reforme Ecor'.o > laue", daß e§ sehr zu bedauern wäre, wenn ein gleicher Gesetz­entwurf nicht baldigst zrun Schutze der Kastanien­wälder m Korsika eingeb rächt würde da diese sonst der völligen Vernichtung anheimfielen. Die Schuld an diesem Notstände l rügen gewisse deuiü -? ^-.uduftrien, die sich an? der Jnst'l eingenister fri rrn.

tf. A»S dem vuuketn Hamburg. In der Woh- raui8 eines Schneiders auf St. Pauli (Hamburg) trafen flch sehr häufig Leute zum Hasardspiel. In einer der lrstten Nächte war auch ein in Eimsbüttel wohnen­der Schuhwarenhändler dort anwesend. Es wurde fleißigMeine Tante, deine Tante" gespielt. Ta er- Phienen auch zwei dem Schuhwarenhändler unbekannte Leute, die sich an den Tisch setzten und mitspielten. mu einige Runden gespielt waren, verlöschte plötzlich »a» Licht. In demselben Augenblick erhielt der Schuh- warenhündler einen Schlag aus den Kopf, so daß er umftel. Dann wurde ihm die Hosentasche herausge- risseu und sein Portemonnaie mit 350 M. sowie ein goldenes Medaillon mit Brillanten, das er an der Uhrkette trug, gewaltsam geraubt. Der Uebersallene ritz sich los und stürzte aus die Straße. Die beiden Unbekannten folgten ihm, schlugen ihn nochmals nieder und entflohen. Beide sind entkommen.

tf. Neue Aremvwörter? Von neuen Zlmtsbezeich- mmgen für die preußischen Oberlehrer ist wieder ein­mal die Rede. Danach sollen nach einem Erlaß des Unterrichtsministers die geprüften Kandidaten deS HSHeren Lehramts die BezeichnungSt ud teure fe- tinliotc" die wissenschaftlichen Hilfsarbeiter ,.Stu- dlenasfefsoren' erhalten, während der Oberlehrer­titel bleiben und die älteren von ihnen den Charakter «Id Studien rat bezw. Geheimer Studienrar erhalten sollen. Ein solcher Erlaß ist bisher nicht ergangen. Wohl sind in dieser Richtung vor lang- r . cir An­regungen gegeben, jedoch nach eingehenden de a ngen wieder beiseite gelegt worden. Neuerdings sind sie »om Kultusminister in erneute Erwägung gezogen worden.

tf. Kalt ist das große Ausfuhrobjekt, auf das die Landwirtschaft der ganzen Welt wartet. Man hat tm feindlichen Lager immer wieder behauptet, eS feien auch außerhalb Deutschlands große Läger ge­funden worden, durch die es möglich sei, durch Verzicht «uf die Zufuhr- aus Deutschland unser Kali-Weltmonopol tu brechen. Daß diese Behauptungen unrichtig sind, veweist die krampfhafte Suche Amerikas nach einem Kali-Ersatz. Erfreut meldet man von drüben:Zur Gewinnung von Kali aus Seegras auf der Queen- Charlotte-Insel (Britisch-Kolumbien) trifft eine ameri­kanische chemische Gesellschaft die erforderlichen maschi­nellen Einrichtungen. Tie Anlage soll so groß sein, daß täglich 1000 Tonnen feuchtes Seegras verarbeitet werben können." Tie Anlage einer Fabrck ist noch kange kein Kali, besonders noch lange nicht i» de»