Ausgabe 
2.1.1918
 
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Der U-Boot-Krieg 1917.

Die deutsche Antwort auf Englands Ablehnung de» deutschen Friedensangebote war die Erklärung des uneingeschränkten UBoot-Krieaes am 1. Februar 1917, in Dem nach länger sorgfältiger Prüfung Admiral, »tad und Oberste Heeresleitung Vas Mittel gefunden haben, um den Feind, besonders England, einem Frie. den geneigt zu machen, wie wir ihn brauchen.

Eine Riefenaufaabe war damit der deutschen U-Boot-Wasse sugesallen. ES galt, die feindliche und die im Dienst des Feindes fahrende neutrale Tonnage, also, da die meiftcu Neutralen sich den Zwangsmaß­nahmen der Entente gefügt hatten, den größten Teil der Welttonnage in kürzester Zeit ehe cm Ersatz durch Neubauten möglich war, derart durch Versenkung zu vermindern, daß die Feinde, besonders England, den Krieg als aussichtslos erkennen mußten.

Das Endergebnis des ersten Jahres hat die am Anfang gehegten Erlvartungen weit über troffen. Das erreichte durchschnittliche Monatsergebnis von 850 000 Tonnen überschreitet den Poranscblag des Ad' mrralstabeS für die Anfangsinonate von 600 000 Ton­nen um mehr als zwei Fünftel. Dom 1. Januar biS 1. November sind, die nachträglichen Meldungen von Schiffsversenkungen mit etngerechnet. 8 088 000 Br.- Neg.-To. versenkt. Nechnet man für die Monate No­vember und Dezember nur die Zayl des Voranschlages, so ergibt sich eine Jahresbeute von rund 9,3 Mil­lionen Br.-Reg.-To., etwa ein Viertel der Welttow nage, oder fast das Doppelte der 5,5 Mill. Tonnen betragenden Tonnage der deutschen Handelsflotte zu Beginn des Krieges.

Das scharfe Zugreifen hat auf unsere Feinde durch­aus die erwartete Wirkung gehabt. Schiffsfrach­ten und Versicherungsprämien stiegen auf dem Frach­tenmarkt der Welt zu so schwindelnder Höhe, daß Niesensummen aus englischer Tasche in die Taschen der neutralen Reeder flössen und daß die englische Negierung, um der Ausbeutung des Landes durch die englischen Needer vorzubeugen, sich genötigt sah, den englischen Schiffsverkehr zum größten Teil in ihre Hand zu nehmen. Wetter bewirkte der U-Boot-Krieg eine starke Verteuerung und sogar teilweise Mangel aller überseeischen Zufuhren, die zur Stillegung zahl­reicher Industrien und zu steigenden Ernährung-« schwterigkeiten besonders in England geführt hat.

Andererseits hat der U-Boot-Krieg nach den Aus­sagen unserer Heerführer unseren Landfronten eine wesentliche Entlastung gebracht, denn unseren Gegnern standen infolge der Versenkung von Muni- tton oder Nohmaterial für die Herstellung von Muni­tion, das England notwendig über See einführen mutz, nicht mehr die bisherigen Munttionsmengen, auf deren Steigerung sie andauernd hingearbettet harten, zur Verfügung. Das machte sich u. a. auch auf der Saloniki­front bemerkbar, deren Untätigkeit während des ganzen Jahres nicht zum wenigsten auf Munttionsmangel zu- rüctzusühren ist. Tie ebenfalls auf den U-Voot-Krreg zurückzuführende Kohlennot in Frankreich und Italien infolge des Ausbleibens der englischen Zufuhren beein­trächtigte die italienische und französische Rüstungs­industrie sehr erheblich. Ferner erschwerten und störten unsere U-Boote die Verbindung unserer Gegner mit ihren in entfernten Ländern kämpfenden Truppen und zwangen sie zu Maßnahmen, die hohe Anforderungen an die ohnedies verringerte Tonnage stellten.

Neben den Kämpfen mit der feindlichen Handels­tonnage haben unsere U-Boote natürlich den Kamps gegen die feindlichen Kriegsschiffe nicht vergessen und neben einer Reihe kleinerer Seestreitkräfte bas enAltsche LtntenschijsCornwallis" und das stow Zöstsche GroßkampsichiffDanton" versenkt, während der französische PanzerkreuzerKleber" einer von uru gelegten Mine zum Opfer gefallen ist. Schließlich je» auch noch der Hilfe gedacht, die unsere U-Boote den tn Palästina kämpfenden oSmanrschen Truppen gegen die sie vom Meer aus beschießenden feindlichen Schtsse geleistet haben.

1 Million Tonnen vernichtet.

Eine Jahreeabrechuung für 1917.

Co unangenehm die am Morgen des 24. De zember in Deutschland bekannt gewordene Nachrichr von der Versenkung dreier englischer Zerstörer für b\: Briten auch gewesen sein mag, so erfreulich ist diese Botschaft am Weihnachtstage für uns. die »vir hier aus eine neue Eintragung auf den Posten:Kriegs fchiffsvertnste unserer Feinde im Jahre 1917 machen können. Erst Mitte Dezember erfuhren wir bei der Versenkung des französischen KreuzersEha teanrenault". daß damit die Gesanrtvcrl,iste unserer Feinde an Kriegsschiffe» seit dem I. August 1914 auf über 1 Million Tonnen Wasserverdrängung ange wachsen sind. Ohne die jetzt in den Hoofden. der hol ländischen Bucht der Nordsee, vernichteten drei Zer ftörer betragen die Kriegsschisfverluste unserer Geg­ner in dem einzigen Jahre 19,7 allein 196 000 Ton­nen. Davon entfallen auf

England 97 655 Tonnen

Frankreich 37 926

Rußland 34 380

Japan 7 050

während sich der Rest auf Italien. Portugal, Rumä­nien und die Vereinigten Staaten von Nordamerika- verteilt.

Neben den vielen vernichteten kleineren Einheiten wie Zerstörern, Torpedobooten. U-Boot-Jägern. Ka nonenbooten, Hilfskreuzern usw. haben unsere Feinde eine erkleckliche Anzahl von größeren Schiffen ein- gebußt. w»e aus folgender Verlustliste hervorgeht:

-wri Großkttmpfschiffe

Vanguard" engl.

19 600 Tonnen

Danton" franz.

18 400

Linienschiffe

Cormvallis" engl.

14 200

Persevjet" russ.

11 900

Slava" russ.

14 600 ,.

»rei Panzerkreuzer

Träte" engl.

1 4 300

Kleber" franz.

7 700

,,Lfnkntzn" jnyan.

14«^«

Außerdem (feien den Tvrpeds'- unserer U-Boote fünf geschützte Kreuzer zum Opfer, von denenAriadne (engl.) mit 11 500 Tonnen undChareaurenanlt" mit 8000 Tonnen an der Spitze marschieren.

Mithin haben die Kriegsflotten unserer Gegner Zeinen Jahresverlust für 1917 von insgesamt 13 Li­nienschiffen und Kreuzern zu blichen. Die;es ErgeviUS wiegt um fo schwerer, wenn man bedenkt, daß die deutsche K legöflotte im vergangenen Jahr nicht ein einzige* größeres Schiff über 1500 Tonnen eilige« büßl hat.

Tie Hilferufe »er Entente.

Was Lloyd George in seiner bekannten Rede mit dem RufSchisse. Schisse. Schiffe?" ausdrücken wollte, hat wachsende Bedeutung für den Ausgang dieses Krie­ges behalten. Nicht als ob »vir etwa im geringsten daran zweifelten, daß er so ausgehen wird, wie' »vir o* bei Beginn des uneingeschränkten U-Boot-Krieges angenommen haben. Sein Verlauf und die ergebnis­losen Anstrengungen unserer Feinde aus den: Gebiete des Schiffsbaues haben im Gegenteil die Ueberzeu- gung bei uns befestigt, daß wir uns auf den: rechten Wege befinden. Nun hat kürzlich in England ein neues Schlagwort das Licht der Welt erblickt, und zwar die Uebertragung des internationalen drahtlosen Hilfe rnfe§ S. O. S. (Save our sonls. rette unsere Seelen), das, wie ans deinDaily Telegraph" ersichtlich ist. von der Bewegung zur Einschränkung des Nahrungs­mittelverbrauches für die Worte ancftiert worden ist Save or starve", spare oder hungere.

Ein weiterer Ruf, der in seiner drastischen Kürze von drei Worten das Problem von U-Boot-.Krieg und Gegenmaßregeln der Feinde so recht deutlich behandelt, ist der Satz, den der Direktor des Schiffsmaterials im Unterstaatssekretariat der französischen Handels­marine am 5. Deze»nber vor dem Flottenverein in Paris aussprach:

Baue« »der nutergehen k"

Das »st hauptsächlich der Kernpunkt der ganzen Frage. Der Unterseebootkrieg vermindert unausgesetzt den unsere Feinde versorgenden Handelsschiffsrauln. ohne daß die Gegner nur entfernt in der Lage sind, die Lücken wieder auszufüllen. Alle forcierte Schifss- bautätigkeit, alle versprochene amerikanische Hilfe kann an der Tatsache nichts ändern, daß eS der Entente un­möglich gelingen wird, den Schiffsbau so weit zu stei­gern. daß er mit den Versenkungen gleichen Schritt halten kann. Mögen die Feinde die Tätigkeit ihrer Werften noch so sehr anspannen, nie werden sie das Wort Umstürzen können, daß Versenken schneller vor sicht gehl als Banen. Damit ergibt sich die Schluß­folgerung für die Entente von selbst.

.Mehr tätiger" Seekrieg?

Tre meisten Blätter sehen tn der Ernennung des AdnnralS Wemyß zum Ersten Seelord an Stelle Jel- ticoes den Willen der englischen öffentlichen Meinung, daß der Seekrieg sich in eine mehr tätige Richtung wandte.Mattn" sagt: Tie Stunde ist gekommen, der militärischen Kraftentfaltung Htndenburg« eine ausgedehnte Offensive zur See entgegenzusteklen.

Englands Angst

vor der Verarmung.

Tüsteres Bild der Zukunft.

Allmählich mehrt sich die Zahl derjenigen, die rn der Oeffentlichkeit in England versteckt oder offen gegen den Krieg Stellung nehmen.

Besonders in den Kreisen der liberalen Volkswirt­schaftler und Wirtschaftsinteressenten geht man den Wirkungen des fürchterlichen Staatsschuldenmachens rücksichtslos auf den Grund. So schreibt einalter Liberaler" in»Common Sense":

Die jetzige Politik der Regierung scheint darauf gerichtet zu sein, den Krieg bis zur dedingungelosen Uebergabe Deutschlands fortzuführen. Von: finan­ziellen Standpunkt aus sind das für uns ernste, wenn nicht erschreckende Aussichten, ganz abgesehen von un­seren Verlusten an Menschenleben und von den durch hohe Preise und Lebensmittelknappheit verursachten Leiden der Zivilbevölkerung. Wenn auch große Kriegs­gewinne gemacht werden, so leidet doch die große Masse des Volkes, die ihren täglichen Lebensbedarf nicht »nehr bestreiten kann. Ter Mittelstand Rechtsan­wälte, Kausleute, kaufmännische Angestellte, Lehrer, Rentiers usw. sieht sein Einkommen durch den Krieg nicht vergrößert, sondern verringert.

Wir geben jetzt 2500 Millionen Pfund Sterling im Jahre aus, und diese Summe wird eher zu- als abnehmen. Unsere Ausgaben sind größer, als unsere Gesamteinnahmen vor dem Kriege, sodaß wir vom Kapital leben und unseren zukünftigen Verdienst verpfänden. Die Regierungen verfügen durch Auf­nahme von Riesenkrediten über den Nationalreichtum (Waren, Lebensrnittel us»v.), und können auf diese Weise den Krieg fortsetzen. Dadurch werden die Preise gesteigert und das Maß der UmlaufSmittel wird durch große Ausgaben von Papiergeld in die Höhe getrieben. Auch Mängel und Krankheit werden dadurch hervor­gerufen. Lord Leoerhulme (Sunlighx Soap) sagte jüngst in Anwesenheit des Premierministers, der Krieg könne noch 2 oder 3 Jahre dauert», bis Deutschland auf die Knie gezwungen wäre. Unsere Staatsschuld würde alsdann 10 Milliarden Pfund Sterling erreichen, wenigstens die Hälfte von unserem fest angelegten Kapital : 1 Milliarde P,'i»u> würvru daun jährlich zur Deckung unserer Berbirrdlichkcittn erforderlich sein."

Das wäre dann da-ü lwlbe Rali attaleinkommen.

Zur Würdigung dcr Wirkung dieses Satzes führt der Schreiber dann weiter auS:

Die Schätzung mag übertrieben sein, aber kein Sachverständiger schätzt nnrer 6- 700 M:l rn: en Pfund Sterling. Wenn wir die Zahl Le erhnlmes (der ge­naue Einsicht haben mag) von 1 Milliarde Pfund annehmen, so bedeute' das. daß 50 v. H. unseres Na­tionaleinkommens vor dem Kriege non '? Milliarden Pfund -- unö dieses wird nach dem Kriege nicht ständig zunehmen für Steigern >ra"^ehen wird Bon jedem Pfund Sterling, das die Nation erwirbt, sind also l0 sh. zur Deckung der jäbr rchen StaarS- außgaben nötig. Das ist nicht zu umaeh^n. wenn wns« werden sott. Di»

Geschichte XtifCi, v«ß ein f^fVörSeiict!** 5an§ sich verarmt. Soll »ies auch uns- r Schicksal sein»" * .

Man kann sich über diese Stirn-: e nur rveuen Sie zeigt, daß man atm.l.... .u.e.'y.'kre

Sraarsr-elschn!> nz der gav-.-n c )r L V-t

kommt. Das ist das best? Mi.r.l e ;c Frieden. 6l

Die Oelherg-StifLung.

Wotz» der schmerzlichste Verlust, den nur mit Folie Jerusalem« ju beklagen Haben, ist der der Kai- s»ri« «uaustM-Uiktoria-TUftuua Dieser vrnnkvot,« deutsche tzosviz. und Kirchenbau auf dem Oelbera der vor kurzem der Zielpunkt eines englisch-ägypti­schen Fliegerangriffs gewesen ist. kann gewissermaßen als die Krönung der Lebensarbeit des seinerzeit viel­genannten und inzwischen in den Ruhestand getretenen OberHofmeister« der Kaiserin, de« Freiberrn von Mir. dach, angesehen werden. Unter energischer Zusammen- sassung älter der Kräfte, die ihm im Laufe der Jahre da« Zustandekommen der vielen protestantischen Kir- chenbauten in Berlin und im Reiche ermöglichten (e« ser nur die Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche und die gewaltige Potsdamer Pfingstberg-Stiftung genannt) schuf er unter he wor ragen der Mitwirkung de- Jo- i)anniterordens so»vie einer der deutschen Kaiser»: überreichten Stiftung für die Evaltgelischen Palästina» auch die romanische Kaiserpfalz auf dem durch die Him­melfahrt Christi für alle Zeiten geweihten Oelber» bei Jerusalem.

Uralte Beziehungen wurden dadurch ausgefrischr daß der Iohanniteroroen die Führung bei diesem Werke übernahm, derselbe Johanniterorden, der Ostpreußen kultivierte und der in der historischen Schlacht bei Tannenberg dem slavischen Ansturm »»nterlag. Um da« Jahr 1070 von den zur Befreiung Jerusalems aus- gezogenen deutschen GrabeSrtttern in der heiligen Ltabt gegründet, setzte er sich in der Nähe der Grabeskirche mit einem Hospiz fest, auf dessen Trümmern im Jaüe 1898 di« evangelische Erlöserkirche Ln Anwesenheit de«

» en KatserpaareS und der Vertreter aller deut- irchenregierungen eingeweiht wurde.

Nach der Vertreibung der christlichen Ritterorden au« Palästina und Syrien im 13. Jahrhundert waren dis großartigen Hofpttalanlagen unveräußerliche« Moscheengut geworden und verfielen, bis König Fried­rich Wilhelm IV. im Jahre 1841 Unterhandlungen «inleitet«, dis darauf Hanausliesen, dem Johanniter- orden wieder ein eigenes Heim i»» der Heiligen Stabt

S bereiten. Aber erst der Besuch des Kronprinzen ttedrich Wilhelm, de« nachmaligen Kaiser« Friedrlch, Jerusalem gelegentlich der Rückkehr von der Ein* Weihung de« Suezkanal« brachte diese Verhandlungen «um Abschluß. Am 7. November 1869 konnte der Kronprinz unter Assistenz von 100 deutschen See­leute« feierlich Besitz vori dem sogen. Muristan» die Krone Preußen« ergreifen.

Wieder vergingen fast 30 Jahre, ehe der wüst daliegende Platz seiner Bestimmung zngesührt wurde, indem man die Erlöserkirche schrrf. Allein damit war der Wunsch de« Iohonniterordens nach einem würdigen Heim in der Heiligen Stadt noch nicht erfüllt. Wohl hatte er inzwischen in der Bia Dolorosa das noch he»»t« bestehende und in dieser KriegSzeit deutschen Soldaten al« Unterkunst einaeräumte Preußische Johannite»> Hospr« geschaffen, in dem bis zum Weltkriege der evan­gelische Jerusalempilger einfache fren»»dliche Unterkunft fand, aber sein Sinn stand nach einem Bau. der denen anderer Nationen im Heiligen Lande entsprach, der das inzwischen entstandene neue Deutsche Reich würdig repräsentieete und den Deutschen Palästinas einen weit­hin sichtbaren festen Stütz- und Samn»e1puntt bot.

Go reifte langsam der Plan zur Schaffung der Heutigen Oelbergstiftung heran. Es kam hinzu, daß gelegentlich der Anwesenheit de« KatserpaareS in» Jahre 1898 die deutschen Gemeinden Palästina« mir der Bitte heroorbetreten waren, ein Kranken Erho- lungSheim und PilgerhauS auf dem hoch und frei d«.»- liegenden Oelberg zu schaffen. Da»nals h«tt.te gerade die Kaiserin das Protektorat über den Deutschen Jeru­salem-Verein übernommen, und nun traten dieser, die Augufia-V»ktoria-Pftrrgstb<nzssttf>.ung und der Johanni­terorden gemeinsam an die große Ausgabe heran, die deutsche Burg auf der Oelbergkuppe zu errichten. Zu Ostern 1907 wurde der Grundstein gelegt unö genau drei Jahre später die Eimveihung de« stolzen Ge­bäudes vollzogen. Fast in der Mitte des langgestreck­ten Bergrückens, auf den die fromme Legende die Himmelfahrtsstätte de« Erlösers verlegt, erhebt sich die Oelbergstiftung oder, rvie sie offiziell heißt, die ..Kai­serin Augusta-Viktoria-Sliftung" mit der wundervollen Himmelfahrtskirche. Sie beherrscht vollkommen die kahle und doch so eigenartig wirkende Oelberglandjchafr, aber sie entstellt sie nicht, »vie dies seinerzeit beson. der« von stanzösischer Seite behauptet wurde. Die na» turgemäß erbittert darüber war, daß dem angestrsbten Protektorat über Syrien unb Palästina von Deutschland au« i« so wirkungsvoller Weife entgegengearbeitet wurde.

E« ist ein Bau m strengromantschem Stil, gleich dem der Kaiser Wtlhelm-Gedächtniskirche in Berlin und den ihr angepaßten, sie »»mgebenden romanischen 5^>äusern. Er entspricht in seiner ganzen Anlage der de« alten JohanntterhospitalS auf dem Muristan. Ein gewaltiger, 60 Meter hoher Turm, tn de»n die großen, weithin hörbaren Glocken der Himmelfahrtskirche yän- gen. schließt den Bau nach der Jerusalemer Seite hin ab. Durch einen nachträglich vor den sogen Prin­zenzimmern an der ganzen Westseite entlang aufgeführ­ten Schutzbau gegen Wttterungöeinslüsse der Bau tn seinem trotzigen und eindrucksvollen Aussehen niir noch gewonnen

Da» Jmn«r« de« Hospize« entspricht in seiner An­lage etwa dem Hildesheimer Kreuzgang. Um einen großen ofsimen, viereckigen Hof zieht sich in zwei Stock­werken die Zirnmerflucht. vor der schöne Hallengänge vorgelagert find. An der Frontseite hat jedes Zimmer einen breitem Balkon, von dem aus der Blick je nach der Lage zum Toten Meer, nach Jerusalem, Bethanien oder dem Judäergebirge geht. Die Zimmer sind br­aus bi« Wohnung des Herrenmeisters des Johanniter­orden«, tos« Prinzen Eitel Friedrich, und de- Ku­rator«. In denen besonders zu ehrende Gäste ein Un- fWm ««w switch milbig nuchpstOttzet, Gstttz