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In späteren Jahren wird wohl mancher in wehmütigen Erinnerungen an diese Er­lebnisse geschwelgt haben, im (Gegensatz zu den vielen Heißspornen des Jahres 1848, die eine bittere Enttäuschung in ihren neu zu beginnenden Kamps um das Dasein mit hin­über nehmen mußten. L. Frech.

Kleine Mitteilungen.

Zur Gründung einesVoitsbundes kirchentreuer evangelischer Christen" fordert ein Kreis von Arbeitern und Arbeiterinnen, die der sozialdemokratischen Pariei angehö­ren, ans. In dem Aufruf, der von 24 Män­nern und Frauen, die wesentlich, dem berg­männischen Berus angehören, unterzeichnet ist, Heißt es:

Eine neue Zeit ist sür das arbeitende Volk angebrochen. Es soll eine Zeit sozialer Gerechtigkeit werden. Vieles, lvas in Staat und Gesellschaft faul und morsch mar, stürzt zusammen. Wir evangelischen Arbeiter und Arbeiterinnen, die ivir der sozialdemokrati­schen Partei angehören, in der ivir die beste Vertretung unserer wirtschaftlichen Inter­essen sehen, wollen nicht, daß unsere evan­gelische Kirche durch die Neuordnung der staatlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse geschwächt und in ihrer heilsamen Arbeit an der Seele unseres Volkes gehindert werde. Wenn es jetzt zu einer Trennung voll Staat und Kirche kommt, so fordern wir- von un­serer Parteileitung und unseren Abgeordne­ten, daß auf die Lebensbedürfnisse der Kirche! Rücksicht genommen >vird. Sie muß für die | wegfallende fortlaufende staatliche Unter­stützung entsprechend entschädigt werden. Un­sere Kirche und unseren Glauben lassen wir uns nicht nehmen. Sollten aber die armen, leistungsschwachen Gemeinden ohne jede staat­liche Beihilfe ihre Kirchen unterhalten, so müßten wir kirchentreuen sozialdemokrati­schen Arbeiter und Arbeiterinnen größere Steuern tragen als je zuvor. Wir wollen auch nicht, daß unsere Geistlichen durch plötz­liche Entziehung der staatlichen Zuschüsse der Rot und dem Elend ausgesetzt werden. Fer­ner wollen wir, das; unseren Kindern die christliche Erziehung in der Schule erhalten bleibt. Mögen dort, wo es die Eltern wün­schen, konfessionslose Schulen gegründet wer­den. Wenn in Gemeinden, die durchweg von kirchentreuen Männern und Frauen bewohnt werden, die religionslose Schule eingcführt wird, so ist dies keine Freiheit, sondern un­erhörter Zwang."

Alle gleichgesinnten Volksgenossen, beson­ders aber die kirchentreuen Parteigenossen, werden aufgefordert, für diese Ziele durch Eintritt in den Bund sich einzusetzeu. Schriftführer des vorläufigen Arbeitsaus­schusses ist Bergmann August Schwarzer in Michelsdorf i. R. An der Spitze der Unter­zeichner des Au'rufs steht Hinke, Vertrauens­mann der sozialdemokratischen Partei.

Am vorigen Sonntag hat die Beleuchtung in unseren Kirchen wieder in der alten Weist funktioniert. Selbstverständlich ist sür unsere Gemeindeglieder, daß das Versagen der Be­leuchtung ani Totensonntag nur auf die der­zeitige wirtschaftliche Lage, insonderheit aus die Kohlenknappheit zurückzuführen ist. Tie Direktion des Gaswerkes tut alles, um über die herrschenden Umstände Herr zu werden. Kleine Unbequemlichkeiten wollen ivir des­halb ruhig in Kauf nehmen.

Ter Kousirmaudensaal der Lukiasgemeinde ist seit einigen Tagen militärisch belegt. Ter Koufirmandenunterricht, die Vorbereitung für die Krnder'kirche und die IVeraust-altungen des Frauenvereins werden in den Johannes- saal verlegt. Tie Bereinigungen der kon­firmierten Jugend der Lukasgemeinde müssen aus Mangel «u einem genügenden Raume an den beiden nächsten Sonntagen, aus fallen.

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag den 8. Dezember (2. Advents. Gottesdienst.

3n der Stadtkirche. Vormittags 9Hz Uhr: Pfarrassistent Liz. Reuning. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche sür die Markusgcmeinde.' Pfarrassistent Liz. Reuning. Abends 5 Uhr: Pfarrer Mahr. Beichte und Feier des heili­gen Abendmahls für die Matthäusgcmcinde. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfar­rer dieser Gemeinde erbeten.

In der Zohanneskirche. Vormittags 9*/* j Uhr: Pfarrer Ausfeld. Nachmittags 2 Uhr: Kiuderkirchc für die Johannes- gemcinde. Pfarrer Ausfeld. Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls sür die Lukasgemeiude. Anmeldungen werden vor­her bei dem Pfarrer dieser Gemeinde erbeten. Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Jo-. Hannessaal.- Freitag den 13. Dezember, abends 146 Uhr: Bereinigung der konfir­mierten weiblichen Jugend der Johannesge- meinde im Gemeindesaal, Kirchstraße 9.

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Wartburg, cvgel. Zünglingr- und Männer-

Verein, Tiezstr. 15. Sonntag den 8. Dez., abends 8 Uhr: Vortrag. Donnerstag den 12. Dezember, abends 814 Uhr: Leseabcnd. Gäste stets willkommen.

Sonntagroerein für Mädchen, Kirchst»9. Jeden Sonntag-Nachmittag Zusammenkunft.

vibelkränzchen für Schüler Höherer Lehr­anstalten. Jeden Mittwoch von 67 Uhr für die jüngere Abteilung. Jeden Samstag von 6 7 Uhr für die ältere Abteilung im Johannessaal.

Bibelkränzchen für Mädchen aus der Zo- hanneLgemeinde. Jeden Dienstag von 67 Uhr im Johannessaal.

Verantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'fchen Univerfitäts-Vuch-und Steindruckerei

N. Lauqe. Gießen.