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nichts mehr daraus geworden bis auf den heutigen Tag. Doch weiß ich aus einem Briefe meines nun geschiedenen Bruders, der sein Scherzwort von der flandrischen Küste wahrgemacht und als deutscher Landwehroffizier die Stätte unserer damaligen Ferienfreuden noch einmal besucht hat, wie es gegenwärtig dort aussieht und zugeht. Als ich in Köln wieder deutschen Boden betrat, freute ich mich über unseres Rheines grüne Fluten, über Preußischen Schneid und deutsche Sauberkeit.
Kleine Mitteilungen.
Tie „Frankfurter.Nachrichten" hatten in ihrer Abendausgabe vom 18. November d. I. jaus Berlin folgende Notiz gebracht: „Als gestern der Oberhosprediger Tr. ü 1 . Dryan- der int Dome Gottesdienst abhielt, unterbrach ihn ein besser gekleideter Mann und hielt von der Empore herab ein Ansprache, die mit den Worten schloß: „Jefus Christus ist uns Wurst". Pfuirufe ertönten, viele Frauen brachen in Tränen aus, der Geistliche barg das Gesicht in den Händen. Die Gemeinde aber stimntte sofort den Choral „Ein feste Burg ist unser Gott" an. Man beförderte den Mann aus dem Gottesdienste."
Diese Mitteilung hat im ganzen evangelischen Deutschland große Unruhe und Sorge hervorgeruseu, man fürchtete, daß infolge der neuesten innerpolitischen Vorgänge der Religionsübung Störungen erwachsen würden. Diese Furcht ist unbegründet, man darf zu denen, die jetzt die Geschicke Deutschlands leiten, das Zutrauen hegen, daß sie keine Vergewaltigung der religiösen Ueber- zeugung zulassen und nach wie vor freie Re- ligionsübnng gestatten. Eine Mitteilung der „Korrespondenz des Evangelischen Presseverbandes für Deutschland" klärt nunmehr den Vorfall im Berliner Dom auf. Diese Mitteilung^ har folgenden Inhalt:
„Tie gottesdienstliche Störung im Berliner Tom, die die Oeffentlichkeit vielfach beschäftigte, ist die Tat eines Mannes, der sich durch seine an religiöse Wahnideen streifenden Absonderlichkeiten wiederholt bemerkbar gemacht hat und sich auch als „Ober- dada" des „Tadaistenklubs" bezeichnet. Es sind darum Folgerungen, wie sie hie und da an den Vorgang.im Tom geknüpft wurden, nicht berechtigt. Immerhin ist nicht ausgeschlossen, daß diese vereinzelte Verirrung ansteckend auf andere anormale oder exaltierte Köpfe wirken und sie zu ähnlichem Vorgehen vetchnlassen könnte. Daß jede Gemeinschaft ihr Hausrecht, vollends im geschlossenen Raum, zu wahren befugt ist, wie dies auch in Berlin geschehen, liegt auf der Hand. Tie Gemeinde wird wissen, wie sie, ohne ihrer Würde etwas zu vergeben, jedweder Vergewaltigung zu begegnen hat. Aber Sturmzeichen solcher Art haben auch ihr Gutes. Sie öffneir vielen bis dahin Lauen und
Gleichgültigen die Augen, wie leicht hohe Güter des deutschen evangelischen Volkes an-^ getastet zu werden in Gefahr stehen. JhZ kann nur durch engen, zielbewußten Zu-k sammenschluß aller seiner Glieder begegnet- werden. Gewaltsame Antastung der Reli-s gionsfreihcit weckt desto entschiedeneres Auf- raffen und entschlossenere Gemeinschaft derer die in Gott ihren festen Halt und bleibenden! Gewinn erblicken. So sind Leidenszeiten der - Kirche noch von je zu Zeiten stärkster Zeug- [ niskraft und lebenerweckcnder Vertiefung geworden."
. Um Heizung und Beleuchtung zu sparen, ! und wir genötigt, vorläufig die Kriegsbetstunden einzustellen. Wir hoffen auf diese Weise, in die Lage versetzt zu werden, daß ! wir die Passionswochengottesdienste halten können. Tie Abendgottesdienste an den Sonntagen gehen natürlich weiter ihren Gang, auch wenn weiterhin die Beleuchtung der Kirchen, lote das am vorigen Sonntag der Fall war, nicht aus der alten Höhe stehen sollte.
kirchliche Anzeigen.
Sonntag den 1. Dezember ( 1 . Advent).
Kollekte für die Kirchenkasse.
Gottesdienst.
In der Stadtkirche. Vormittags 91 / Uhr: Pfarrer Mahr. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Matthäus- und Markusgemcinde. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. — Vormittags 11 1/4 Uhr: Kinder- sirche für die Matthäusgemcinde. Pfarrer Mahr. — Abends 5 Uhr: Pfarrassi, stent Liz. Reuning. — Abends 8 Uhr: Vereinigung oer tonfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeindc. — Dienstag den 3. Tezember, nachmittags 4 Uhr: Frauenmissionsvcrein. — Freitag den 6 . Dezember, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Mat- I thäusgemeinde.
In der Zohanneslrirchc. Vormittags 91? Uhr: Pfarrer Bcchtolsheimer. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. — Vormittags lit /4 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemcinde. Pfarrer Bech- tolsheimer. — Abends 5 Uhr: Pfarrer Aus-> selb. — Abends 1/8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde. — Abends V 28 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde im Gemeindesaal, Kirch- straße 9. —- Mittwoch den 4. Dezember, abends 8 Uhr: Kricgsbetstunde. Pfarrer Auseld.
Verantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer. Druck uni Verlag der Brühl-fchen Universttäts-Buch- »ad Steindrucke«!
N. Lange, Gießen.


