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Zeebriigge X9U-
Friedliche Erinnerungen Von Pfarrer Wilhelm Hoffman n.
(Fortsetzung.)
Für die Nachmittage war der SBei'udj- der benachbarten größeren oder großen Seebäder die gewöhnliche Unterhaltung. Sie sind alle in wenigen Stunden und für wenige Centimes durch die elektrische Straßenbahn zu erreichen, und ebenso bequem ist die Rückkehr. Nach Blankenberghe und Hehst konnte man sogar noch, -einen 'Strandspaziergang nach dem Abendessen machon, was gelegentlich auch ausgeführt wurde. Ein kühler Trunk in den Bierlokalen von Blankenb-ergh-e, wo nach, dem Souper die „feine Welt" verkehrte, tat da wohl, denn hier gab es ein trinkbares Bier und -ein Stückchen Eis zur Limonade, tvas sonst eine Seltenheit ist und in Zeebrügge meist überhaupt nicht zu haben war. Aber auch in H-eyst fund Brügge habe ich diesbezügliche Ablagen gehört und eigene Erfahrungen gemacht.
Doch kehren wir nach Zeebrügge zurück! Es hatte bei seinen bescheidenen Verhältnissen den Vorzug, daß man auch- mit der einheimischen Bevölkerung in Berührung kam und volkskundliche Studien machen konnte, was mir von besonderem Werte war. Und ich muß sagen: ich habe von unseren Stammesgenossen an der belgischen Küste nicht den schlechtesten Eindruck bekommen. Etwas leichtsinnig — ja, das waren sie allerdings, und insbesondere an den Verkehr der Geschlechter darf man nich>t den Maßstab an- tegen, den wir Deutsche gewohnt sind. Allein das hängt wohl hauptsächlich'mit der „Ver- franschung", wie die flämischen Dichter sagten, zusammen und dem üblen Beispiel, das in dieser Beziehung viele großstädtische Besucher oder auch sonstige Badegäste geben, die sich „amüsieren" wollen, in Badeorten, auch deutschen, häufiger anzutresfen sein wird, als anderswo- Mancher Scherz ist gefallen, auch von weiblich,er Seite, der vielleicht einer deutschen Haus,rau gewagt klingt, aber derb und frivol war keiner, es kommt etwas von französischem Esprit und französischer Grazie zum Vorschein, ans Frankreich und Brüssel, das man ja auch das zweite Paris nennt,, werden die meisten stammen oder dort ihr Vorbild haben. Daneben gewahrten wir aber doch auch vieles, was an deutsche Gemütlichkeit im Vollsinn des Wortes erinnert. Insbesondere unsere dicke Wirtin, die lange Jahre in Amerika gewesen war und bei der in der Unterhaltung deutsche, flämische, französische und englische Brocken kunterbunt durcheinanderliefen, hätte man mit ihrem jovialen Humor ruhig nach München versetzen können. Im übrigen war sie mütterlich um unser leibliches Wohl besorgt.
(Fortsetzung folgt.)
Meine Mitteilungen.
Daß es schon im 18. Jahrhundert im Gegensatz zu der landläufigen Ansicht, daß es damals noch kein deutsches Nationalgesühl gegeben habe, auf dem linken Rheinufer Männer gab, die die nationale Bedrängnis -empfanden, geht aus folgender Mitteilung hervor:
Am 30. Oktober 1794 ging aus Nieder- Olm bei Mainz, wo damals eine französische Truppenabteilung -lagerte, eine schriftliche Aufforderung an die Stadt Alzey, innerhalb 12 Stunden 240 Schippen, 245 Hacken und 55 Aext-e zu liefern. Auf einem bei- gelegtcn Zettel findet sich folgender Vers:
Erhalte Gott! uns doch hienieden!
Gib uns, v! gib- Uns bald den Frieden
Und- schütze uns vor Angst und Not!
Laß Herr! doch nicht dein Land verderben.
Laß das, was deutsch ist, deutschen Erben!
Nur diesen Trost gönn' uns im Tod!
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Den Besuchern der Johanneskirche wird es angenehm sein, zu erfahren, daß jetzt die zerbrochenerl Scheiben an dem Kirchenfenster rechts vom Lutherbilde wieder h-ergestellt find, so daß die lästige Zugluft nicht mehr gespürt wird.
Kirchliche Anzeigen.
Sonntag den 17. November (25. nach Trin.).
" G o t t e s d i e n st.
In der Ltadtkirche. Vormittags 9h, Uhr: Pfarrer Mahr. — Vorniittags 11 Uhr: Mi- lltärgottesdienst. Pfarrer Ausfeld. — Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Matth äusgenr-einde. Pfarrer Mahr. — Abends 5 Uhr: Pfarrassistcnt Liz. Reuning. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Matthäus- Und Markusgemeinde. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. — Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. — Dienstag den 19. November, nachmittags 4 Uhr: Fraucu- missionsvcrein. — Freitag den 22. November, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde.
In der Zohanneskirche. Vormittags N/s Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. — Abds.
5 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für die Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldungen v-rher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. — Abends (48 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde. — Abends 148 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde im Gemeindesaal, Kirch- straße 9. — Mittwoch den 20. November, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Bechtolsheimer.


