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auch das frische Waschwasser manchmal, dann holten wir es uns eben, ohne viel zu reden, wie wir es in unserer Militärzeit gewöhnt waren und wie es inzwischen mancher deutsche Wehrmann and ) 1 dort wohl öfters getan hat, am Krahnen. Schnaken gab es zahlreich ohne besonderen Schuh.

Einfach waren auch noch die Strandver­hältnisse des neuen Seebades. Tie Zahl der Badekarren belief sich auf sechs, und da hier­für namentliche um die mittägige Stunde der 4hndrang etwas groß war, so teilten fid) meist mehrere Personen in einen Karren. Das Bad selbst War schön, der Wellenschlag vorzüglich, das Gedränge aber längst nicht so arg wie irr den großen Seebädern, so daß mitunter Gäste von dort es vorzogen, an dieser Stelle in die Salzflut Au tauchen, insbesondere war dies bei zahlreichen katho­lischen Geistlichen der Fall, auch Schulbrüder mit ihren Pflegebefohlenen, einsame Tamer^, vorr einer Ordensschwester begleitet, waren des öfteren zu sehen. Ein stämmiger Strand­wächter hielt die Ordnung ansrecht; wenn ein Vorwitziger sich zu weit in das Meer vorwagte, so gab sein Horn das warnende Signal, sein Töchterlein unterstützte ihn oder löste ihn ab bei diesem barfüßigen und hemd­ärmeligen Geschäfte. Auch diedigne" (Damm) von Zeebrügge konnte sich sehen lassen: sie War schön mit Plättchen gepflastert, gleich den übrigen Seebädern, bei den ko­lossalen Opfern, die der belgische Staat wohl mit englischer Hilfe für den Hafen gebracht hatte (man sprach von 45 Millio­nen Franken) und den großen Hoffnungen, die sich daran knüpften, war es jedenfalls auch auf die Strandpflasterung nicht ange- iiommen. Strandkörbe gab's nicht, dagegen lauschige Plätzchen im Dünensand zum Aus- rnhen in Menge.

Nach dem Bad fand man sich ini Hotel zuni Mittagessen. Es war immaritime" nich>t luxuriös, den Preisen entsprechend, aber vollkommen ausreichend mit landesüblichen Gerichten. Wir speisten im Freien mit Aus­blick nach dem Meer; der Wirtoder wahr­scheinlich die Wirtin, die das Regiment im Hause fiilirte. hatte die Anordnung ge­troffen, daß die Deutschen an einem Tische zusammen kamen. So wurden die Landsleute miteinander bekannt, und sie pertrngen sich gut zusammen: außer meinem Bruder hatte ich noch die Gesellschaft des obengenannten rheinischenReferendars, einesLehrers aus der Nähe von Bonn, nochmals eines Oberleh­rers, der jetzt sogar als Privatdozent Uni­versitätsvorlesungen hält; ein Gastwirt aus Solingen, der schon damals hei der dortigen gutgelohnten Arbeiterschaft eine Art Kriegs­gewinne machte, konnte von weiten Reisen manches Interessante erzählen. Schließlich wurde aber auch ein Engländer, ein richti­ger John Bult, den nran sonst im Hotel ma­ritime nicht so recht rubrizieren und klassi­fizieren konnte, bei uns üntergebracht. Tie

Unterhaltung mit ihm ging ans Französisch vor sich, das er merkwürdigerweise ganz gut könnte, doch hatte ich nicht mehr lange das Vergnügen. Am Nebentisch speiste ein rhei­nischer Prokurist, der auch zuerst zu unserer Gesellschaft gehört hatte, nachdem seine Fa­milie angekommen war, mit dieser. Tie Norddeutsche, trotz ihres nicht inelir jugendlichen Alters stets in Weiß gc- kleidete Dame, die nicht badete, son­dern nur einsame Strandspaziergänge machte, muß wohl auf ihrem Zimmer gegessen haben; trotzdem wurde sie natürlich mit uns bekannt, und ans der üblichen Ton- nerstags-Tampsersahrt nat| Vlissingen und zu dem Seeländer Trachtenmarkt in Middel­burg habe ich mich gut mit ihr unterhalten, allerdings nicht mehr nach Ausbruch der Seekrankheit. Zu den belgischen Gästen und Insassen des Hotel maritime gab es kein nä­heres Verhältnis, wir machten da bloß un­sere Beobachtungen und Bemerkungen! Besser ging es noch mit dem französischen Fräulein, das uns eines Tages von der stets redseligen Wirtin mit sechs Kindern ange­kündigt wurde: es waren dies die Kinder ihres Brrrders, für die der Strand ausgiebi­ges Vergnügen bot. Tie Passanten, die na­mentlich an Sonn- und Festtagen nicht bloß in Zeebrügge sehr zahlreich' sind, rekrutierten sich zum großen Teil ans dem Mittelstand, aber -auch' die Arbeiterschaft der benachbarten Städte, insbesondere Brüssels, stellten rhr 'Kontingent. Ter Besuch der Mole war zu jeder Zeit lohnend, aber auch ihr Anblick des Abends, wenn der Leuchtturm in Tätigkeit trat und bei etwas erregter See die Wellen an dem hohen Tamm emporschäumten und -spritzten; ein Spaziergang zu zweien oder dreieir an dein dann in der Regel ganz ein­samen Strande bot unvergeßlichen Genuß

(Fortsetzung folgt.,

kirchliche Anzeigen.

Sonntag den 10. November (24. n. Trin.).

Gottesdien st.

3n der Ltadtkirche. Vormittags 9>/s Uhr; Pfarrassistent Liz. Reuning. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusge­meinde. Pfarrassistent Liz. Reuning. Abends 5 Uhr: Pfarrer Mahr. Mittwoch den 13. November, abends 8 Uhr: .Kriegs­betstunde. Pfarrassistent Eidenmiiller.

2n der Johannerlurche. Vormittags 9V? Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausseld. Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends V 28 Uhr: Ver­einigung der konfirmierten weiblichen Ju­gend der Lnkasgemeinde. Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung ini Johannessaal. Frei­tag den 15. November, abends V 26 Uhr: Bereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde im Ge- mcindesaal, Kirchstraße 9.

Verantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer Druck »ndBerloa der BrühNschen UnwersitSts.Buch. und Steindruck'-""

N. Lcnqe. Gieren