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Tie Ehre Gottes, die die Glocken vom Turm noch immer verkünden, haben 43 Schüler und Schülerinnen in der Kirche zu Alten-Buseck durch ein Weihnachtsspiel ver­herrlicht.

Getauft wurden im ganzen 983 Kinder gegen 1058 im Vorjahr. Damit ist die Zahl der Getauften -zum erstenmal unter 1000 ge­sunken, während sic 1914 noch 1739, 1911: 1742 betrug. In der kleinsten Pfarrei des Dekanats, die 324 Seelen zählt, kam weder eine Taufe noch eine Beerdigung vor. Möchte die hoffentlich bald kommende Friedenszeit dem deutsch-evangelischen Nachwuchs wieder kräftige Vermehrung, sorgsame Pflege und gottesfürchtige Erziehung im Hanse der wieder vereinigten Eltern bringen.

Konfirmiert wurden 1260 (1245) Kinder, Konfirmationsentziehungen kamen nicht vor.

Es fanden 291 (280). bürgerliche Ehe­schließungen statt (1914 und 1913 je 479), die Zahl aller kirchlichen Trauungen stellt sich auf 263 (264).

Es starben 794 (676) Evangelische, wozu noch 165 (83) in den Krankenanstalten zu Gießen Verstorbene zu zählen sind. Diese letzteren und außerdem noch 846 (703) Evan­gelische wurden kirchlich beerdigt;) daneben 9 (20) Kinder nach Herkommen ohrie Mitwir­kung des Geistlichen. Bei 655 lebend Ge­borenen und 794 Verstorbenen ergibt ficf)- ein Sterbe-Ueberschuß von 139.

Das Dekanat zählt 60 328 (60389) See­len. Bon der evangelischen Landeskirche ge­trennt sind 124 (121) Altlutheraner, 7 (18) Apostolische, 66 (73) Methodisten, Baptisten und Darbysten und 9 (1) andere evangelische Christen, zusammen 206 (213) Personen. Eine (1) Person trat aus der katholischen Kirche und 2 (3) von sonstigen Gemeinschaf­ten zur Landeskirche über. Austritte (3) er­folgten nicht.

Tic Sekten, die sich hauptsächlich 0t Gie­ßen ein genist et haben, betätigten sich in ge­wohnter Art. Schon vor Weihnachten 1916 und sodann den ganzen Winter hindurch machte sich eine Agentin der Adventisteu, die im Bezirk der Lukasgemeinde wohnte, in der ganzen Stadt zu schaffen, indem sie Bücher verkaufte und namentlich aus Frauen eiu- zuwirken suchte, deren Männer im Felde ste­hen. Nachdem im Gemeindeblatt auf diese Agitation aufmerksam gemacht worden war, stellte die Agentin ihre Tätigkeit ein.

5.Der religiös-sittliche Zustand wird iu einer kleineren Anzahl von Gemein­den als gut Und befriedigend bezeichnet. Doch isi dies Lob und diese Zufriedenheit gewiß nur im Hinblick auf die allgemeinen Zeit- Verhältnisse zu verstehen. Es darf ohne Zwei­fel von dem größten Teil der evangelischen Bevölkerung gesagt werden, daß unvermin­derte Arbeitsamkeit und spannkräftige Festig­keit im Ertragen von Kriegcs-Last und -Leid chr den Stempel der Treue in diesen Stücken ausgeprägt haben. Andererseits können wir

uns dem Eingeständnis nicht entzieh>en, daß bürgerliche Redlichkeit und christliche Ge­wissenhaftigkeit noch mehr als in bat Vor­jahren ins Wanken gekommen sind. Mit wirklichen oder vermeintlichen Mißgriffen der Behörden in der Ernährungsfrage wird die Uebertretung ihrer Anordnungen entschul-- digt. Tie leiblichen Bedürfnisse übertäuben den Ruf des Sittengesetzes. Wuchergeist und blinde Erbitterung gegen die, die man für die Urheber der Not erklärt, erschweren das Zusammenleben der Menschen und verur­sachen Freveltaten der Selbsthilfe. Ein Be­richt klagt:Habsucht und Lieblosigkeit er­scheinen mehr und mehr als das hervor­ragendste Merkmal der Zeit." Ein anderer sagt:Tie lange Tauer des Krieges hat viel­fach stumpfe Gleichgültigkeit erzeugt. Es fin­det sich viel Leichtfertigkeit und Genußsucht, besonders bei Jugendlichen, die hohen Ver­dienst haben." Besonders in der Stadt nimmt die Verwilderung der Jugend in erschrecken­dem Maße zu. Mangelnde häusliche Zucht und allznreichlicher Verdienst sind Haupt- ursachen. Viele jugendliche Uebeltäter wer­den wegen Eigentumsvergehen gerichtlich be­straft. In einer Filialgemeinde fanden schwere Gottcsdienststörungen ^urch die Ju­gend statt, die entsprechende Sühne fanden.

Zeedriigge J9U*

Friedliche Erinnerungen

Von Pfarrer Wilhelm H offmann.

(Fortsetzung.)

Zeebrügge machte damals seine zweite Saison alsSeebad" durch. Anspruchsvolle Gäste warea es auch nicht,.die sich eingestellt hatten, aber manches war für deutsche Ver­hältnisse doch etwas sehr bescheiden. Zwei Hotels schmückten den Strand, neben unse­rem maritime noch das Hotel-Restaurant Ganda, beide im Aussehen vollständig den vorgcschilderten Gebäuden des noNveau quar­tier gleichend und Wie diese eng aneinander gebaut. Beide waren neu und beherbergten zum erstenmal Gäste, ünd dieses war neben der Lage am Meer ihr Hauptvorzng. Ganda habe ich nur durch einen flüchtigen Besuch kennen gelernt, aber nach der Schilderung befreundeter Insassen unterschied sich der Be­trieb kaum von dem Nnsrigen. Auch die Zimmermöbel waren neu, aber nach unseren Begriffen absolut unvollständig, desgleichen die Bedienung, die sich aus zwei stets lächeln­den, nur vlam'scki- sprechenden Dienstmädchen und der noch zu erwähnenden Aufwärterin zusammensetzte. Köchin war Madame selbst. Eine norddeutsche Dame klagte mir, wie lästig sie es empfinde, keinen Eimer zur Auf­nahme des gebrauchten Waschwassers haben, ein Kleiderschrank aber sei ihr sogar in Blankenberghe als besondere Auszeich­nung ihres Hotelzimmers gepriesen worden, natürliche mit entsprechendem Preisanfschläg. lins Männer störte das alles weniger: fehlte