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denen die Sache näher bekannt war, ist auch diese, Geschichte wie so vieles andere allmäh­lich in Vergessenheit geraten

mochte wohl emgesehen haben, daß er gegen seinen ehemaligen Freund doch- nicht recht gehandelt hatte. Kurzum: er Oerfaufte das Haus, ohne seine Buchhandlung dahin zu verlegen, für die er gleichzeitig eine bessere Lage gesucht hatte. Erst sein Geschäftsnach- s! 0 lger Heynemann zog dann später in das nachmalige Reibersche Haus ans dem Sel­tersweg über. Der letzte Sproß der Familie Hetzer trat als Offizier in österreichische Dienste und hat sich als Heraldiker einen beachtenswerten Namen erworben. Hast blieb, lolange er lebte, in seinem Hause wohnen, sern Sohn suchte sich dagegen eine gesündere Wohnung tn einem der am Seltersweg neu­gebauten Häuser. Das Geschäft wurde gegen Ende der fünfziger Jahre von seinen spätem ren Besitzern (Koch L Kraatz) von der Schloß gasse vor das Walltor gelegt.

Wenn wieder einmal bessere und ruhigere Berten bei uns Einkehr halten, dann wird auch Unsere Stadtverwaltung ihren Plan zrir Achsführung bringen und durch eine Ver­breiterung der Schloßgasse und der einen Seite des Kirchcnplatzes die Beseitigung der gefährlichen Ecke vornehmen können Als- danii wird auch die Mederlegung des ehemals Heherschm Hauses nicht mehr lange auf sich warten lassen, und der letzte Stein rvird vorn Erdboden verschwinden, »er noch an diese alte Bausünde erinnert. H H _ r

Das kirchliche und religiös-sittliche Leben in den evangl. Gemeinden des Dekanates Gietzen während des Zahres

(Fortsetzung.)

4. Kirchen- und Abendmahls- besuch.

Tie Zahl der Kirchenbesucher betrug in allen Gemeinden des Dekanates: 1 ain er­sten Ostertag 12 31.8 (13 749) Erwachsene und 4667 (4906) Kinder; 2. am 12. nach Drmitatis 5616 (6099) Erwachsene und ('j/' (3370) Kinder: 3. am 3. Advent 6056 (6632; Erwachsene und 3954 (3974) Kinder fjfanunm 23990 (26470) Erwachsene und 11688 (12 255) Kruber. Gegenüber dem ^briahr ivicderuin eine Abnahme und zivar um 2480 Erwachsene und 567 Kinder Ter diesmalige Tiefstand kommt ungefähr dem des wahres 1906 gleich. Im Durchschniti der drei Zahltage besuchten jetzt 20 Prozent der Erwachsenen die Kirche gegen 22 Prozent UN Vorjahr. Nehmen wir die Zahl'der «chulkmder an, so beträgt der Durchschnitt ihres Kirchenbesuchs immerhin 32y 2 Prozent.

- Dns heilige Abendmahl feierten öffent- 12 518 (13 353 im Vorjahr) männliche und 21808 (22 012) weibliche Personen zu­sammen 34 326 (35 365), also 1039 (2346) Personen weniger als im Vorjahr, darunter

.männliche und 204 weibliche Häusliche Abendmahlsseier fand statt Mit 98 (163) männlichen und 384 ( 443 ) werblichen, insgesamt 482 (606) Personen Auch rn der Häufigkeit des Abendmahls- genuises rft hiermit ein bedauerlicher Jie'- nand -erreicht. Wenden wir Fleiß und Nach­denken daran, daß die kirchenbildende und gemeinschaftsstärtende Kraft des Altarsakra- ments nicht immer mehr geringgeschätzt werde. Auf die Zahl der Konfirmierten berechnet ergaben sich 1918 bei allen 34 808 Abenvmahlsgäften 85,6 vom Hundert gegen oo,4 in 19.16.

Der Besuch der Katechismuslehre hat sich nach den Berichten der Kirchenvorstände an- naheriid an den meisten Orten auf dem frü­heren stand gehalten, besonders von seiten der,wenblichen Jugend, wlährend die Unbot- maßlgkeit der niännlichen Jugend diese viel­fach des dargebotenen, aber verachteten Se­gens beraubt, ohne daß Kricgsarbeir hinder- lrch wäre In einer Pfarrei ward die Zu- UNUN6 des Konsirmationsscheines an den schlust Christenlehre verlegt und an die Bedingung ihres fleißigen Besuchs gebunden. U-e^rall wohl ward 1917 die Reformations- gei chrchte durch genommen.

^Das Reformationsfest am 31. Oktobei (Ätittwoch) ward in ernster, dankbarer Feier mit besonderen, gut bichichten Gottesdiensten begangen /-re hierbei erhobeneLandes- kirchentollekte für den Wieberaufbau der durch den Krieg geschädigten dcntschen evan- geli,chen Kirchengenieindcn, insbesondere in oen Schutzgebieten iind im Ausland" ertrug im ganzen Dekanat 1468 Mark Den Schul­kindern wurden ani Kosten der Kirchenkassen oder der, Gemeinden Schriftchen über Luther oder Bilder des Reformators überreicht, auch ni den Schulen oder in Jugendgottes- d-iensteii der 400jährige Gedenktag gefeiert Gedachtnisbaume wurden gepflanzt in Burk- hardsielden, Kirchberg und Reiskirchen - ztn Gießen leitete Choralmusik vom Turm der Stadtkirche den Festtag ein. In den vor- hcrgehenden Wochen hielten die Professoren Eck, Krüger und Schian in ber Stadtkirche Vortrage über Luther. Möchte Luthers Glaube unsere evangelische Kirche, vorab ihre Hirten und Lehrer, aufs neue erfüllen zur Stärkung in der Drangsal der Zeit wie zur Reinigung ui Lehre und Leben!

Alle die in Gießen dereinst der Wissen- ichmt pflegten, werden es freudig begrüßk haben, das; das Fünfuhr-Nachmittagsgeläm, eas tangere, -zahre ausgesetzt worden war, ans Beichliiß, der Gesamt-Gemeindeoertre- tnng wieder erngeführt ivard in der Gewiß- hert, daß es kein totes Werk, feine gefühl- ofe aeiftimg bcr elektrischen Kraft und der Kirchenkasse bleiben, sondern die Herzen er- heben soll zum Geber alles Guten, zum

a -? e ' * wm Herrn und Lenker von Welt und Zeit.