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Fünffachen sich erhob. Wie interessant, hätte man 'jener Uebersicht auch noch eine andere über die Anzahl der in den betreffenden Jah­ren gerichtlich erkannten Polizeistrafen, Aus­wanderungen und Konkurse (etwa auch nach Gewerbsständen geordnet) beifügen wollen! Gewiß gewännen wir so den einfachsten und vorzüglichsten Maßstab für den sich heben­den und sinkenden Stand sittlicher Kultur, materieller Wohlhabenheit und Erfolg der Tagespolitik und Verwaltung überhaupt."

Hochspannung.

Wir durchleben wieder Tage, schwerer als zu Ausbruch des Krieges. Es ist Hochspan­nung wie nie. Wir fühlen, daß es, wenn ein­mal, jetzt um Heimat und Zukunft geht. Wird es unsrer Regierung gelingen, die Ver­handlungen weiterznsühren? Unsere Feinde in Westen haben in den letzten Tagen eine Atmosphäre geschaffen, die es fast bezweifeln lassen möchte. Aber noch ist nicht Zeit, alles verloren zu geben. Wir müssen jetzt hinter der Regierung stehen, wie je. Und wenn wir einen Frieden bekommen, der anders aussieht, als wir geträumt, wenn er nur mit unsrer Ehre vereinbar ist und Aussicht gibt, daß uns sonst die Luft zum Leben nicht genommen wird. Notwendig ist aus alle Fälle Besinnung, Be­sinnung vor allem auf unsre Kraft. Die Franzosen haben schon trübere Tage gehabt, aber Respekt vor ihnen, sie haben ausgehal­ten. Auch unsere Feinde werden nicht glau­ben, daß man uns vernichten könne. So ist weder unsre militärische noch! wirtschaftliche Lage beschaffen.

Freilich sollten jetzt auch alle sittlichen Empfindungen Und Kräfte in unserem Volk wieder mehr aufgerufen wurden und zur Gel­tung kommen. Sie sind im Laufe der Zeit weiten Kreisen fast abhanden gekommen. Was für -ein Geist der Selbstsucht, des Leichtsinns und der Zerfahrenheit hat sich breit ge­macht! Wie verheerend muß das auch! auf unsre Soldaten wirken!

Bon Glauben und religiöser Kraft hial man wenig mehr gespürt. Wundern wir uns, wenn >es wie ein Schicksalsschläg aussieht, was in den letzten Wochen und Monaten über uns gekommen ist? Gott läßt seiner nicht spotten. Und auch dann dürfen wir an der ewigen Macht nicht irre werden, wenn ihre Wege anderswohin abzielen, als unsre.

Jetzt gilt es stillzuhalten und fest zu bleiben, so schwer alles aus Uns liegt und so dunkel die Zukunst scheint. Das deutsche Volk hat schon dunklere Tage durchgemacht. Wir können nur eines tun: zusammenhalten so fest wie je und bitten, daß der bitterste Kelch

an uns vorübergehe. Dr. Br.

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Kleine Mitteilungen.

Wegen der auch hier ausgetretenen Grippe wurden auf Anordnung des Groß- herzoglichen Kreisgesundheitsamtes sämlliche Schulen geschlossen. Das gleiche geschah mit den Kleinkinderbewahranstalten, der Kinder­kirche, den Konfirmandenstunden und dm Chorfchulen. Ta es den Anschein hat, als ob die Krankheit schon ihren Höhepunkt über­schritten habe, so ist der Wiederbeginn cüler dieser Veranstaltungen bald wieder zu er­warten.

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Kommenden Sonntag werden unsere Kir­chen zum erstenmal in diesem Herbste ge­heizt sein. In dieser Woche werden die Heiznngsanl-agen instand gesetzt.

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In Karlsruhe kam eine arme Witwe ihren Hypothekenzinsen nicht nach. Der Hypothekenglaubiger aber brauchte sein Geld.. Die Stadt Karlsruhe erfuhr davon und lieh der Witwe zinslos einen größe­ren Betrag, damit die Witwe auf ihr Hans einen vermietbaren Dachstock bauen lassen könnte. Nun ist damit dreien geholfen, der Witwe, dem Gläubiger und einem Mieter, der eine Wohnung sucht.

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 27. Oktober.

2 2. nach Trinitatis.

Gottesdien st.

In der Stadtkirche. Vormittags 9fir Uhr: Pfarrassistent Lic. Reuning.- Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst: Pfarrer Aus- feld. Kinder kirche fällt aus. Abends 6 Uhr: Pfarrer Mahr. Dienstag den 29. Oktober, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. Mittwoch den 30. Ok­tober, abends 8 Uhr: Kriegsbetstundc: Pfar­rer Mahr.

In der Zohanneskirche. Vormittags 97s Uhr: Pfarrer Ausfeld. Kinderkirche fällt aus. Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtols- heimer. Abends 1 / 2 8 Uhr: Vereinigung per konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde. Abends 8 Uhr: Bibel­besprechung im Johannessaal. Freitag den 1. .November, abends V 26 Uhr: Ver­einigung der konfirmierten weiblichen Jn- I gend der Johannesgemeinde im Gemeinde- ! saal, Kirchstraße 9.

Verantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch-und Steindruckerei

R. Lange, Giehen.