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des Buchhändlers Ferber am Marktplatz mit Hfausgarten und Hinterbau angekauft werden, die Kaufsnmme fall gegen 60000 Gulden betragen haben. Ein städtisches Gebäude an der Ecke Schulstraße und Wagen- tzasse, das zuletzt als Schlachthaus benutzt worden -war und in dem sich früher auch die nun aufgehobene und mit anderen städtischen Schulen verbundene Armenschule befunden hatte, war wegen Baufälligkeit schon vor Jahren abgebrochen worden. Im Mai 1869 wurde mit der Niederlegung dieser Gebäude begonnen, dadurch aber ein solcher Zustand geschaffen, daß der Stadtvorstand in großer Verlegenheit war, auf welche Weise er die überall zum Vorschein gekommenen alten Ställe und Scheuern wieder verdecken sollte. Techniker wurden zu Rate gezögert und sollten ein Urteil darüber abgeben, wie man diesem Mißstande begegnen könne.
(Schluß folgt.)
Der deutsche Gott.
In der Zeitschrift „Deutsche Ziele" stand vor kurzem zu lesen: „Der Krieg hat die Massen religionslos gemacht. Was soll man von einer Lehre halten, die den angeblich aufgeklärtesten Teil der Menschheit nahezu 2000 Jahre lang erzog, um ihn bei dieser grauenhaften Barbarei enden zu lassen, der wir jetzt mit staunendem Abscheu beiwohnen, was von einem angeblich allmächtigen Gott, der solch unsägliche Greuel jahrelang zuläßt? . . .
Aber die Not der Zeit wird auch den neuen Glauben gebären, dessen w-ir bedürfen, um ein besseres, reineres, stärkeres Volk zu werden, das den furchtbaren Stürmen der Zukunft gewachsen sein wird. Ter alte Gott mit dem langen weißen Bart da oben im Himmel ist tot, aber der deutsche Gott, der jugendirische, sturmgewaltige, siegesfrohe, der sonnenleuchtende, blütenweckende, friedenspendende deutsche Gott lebt und wird uns erlösen ans der Nacht der Not dieser furchtbaren.Gegenwart."
Für jeden, der Augen hat zu sehen und Ohren hat zu hören, erweist sich heute mehr als je der alte Gott als der lebendige. Nicht die Wiederholung des uralten Liedes: Die Toren sprechen in ihrem Herzen, es ist kein Gott (Ps. 14), macht diesen Ausdruck moderner Verblendung für uns beachtenswert, sondern die Tatsache, daß sich in diesen Aeuße- rungen die religiöse Anschauung mancher deutscher Kreise geltend macht. Diese verschwommene Vorstellung von einem deutschen Gott wird unserem Volke in seiner Not vorgetragen und niemand weiß doch im Grunde, wo und wie dieser Gott eigentlich ist. Er ist ein Wahngebilde, das nicht aus der Not der Zeit erlösen kann, sondern gerade im Leid wie Nebel vergehen wird.
Materieller Wohlstand und sittliche ttultur.
Es ist leider nicht zu verkennen, daß infolge des lange andauernden Krieges ein Sinken der sittlichen Kultur stattfindet. Insonderheit nehmen die Eigentumsvergehen zu, Felddiebstähle ftttb' schon vor Jahr und Tag in größerer Zahl als früher vorgekommen, so daß man in einzelnen Gemeinden militärischen .Schutz der Felder eingerichtet hat. Man sagt, daß namentlich die Jugendlichen jetzt leicht geneigt sind, Eigentumsvergehen sich zu schulden kommen zu lassen. Wir wollen diese beklagenswerten Vorkommnisse nicht weiter ausmalen, weisen nur darauf hin, daß hie Unsicherheit gerade, was Hab und Gut betrifft, groß geworden ist.
Man fragt wohl, wo die Ursachen zu diesen Erscheinungen liegen. Tie Behauptung, daß der Krieg verwildere, dürfte nicht ausreichen. Tie Knappheit an Lebensmitteln und Verbrauchsgegenständen aller Art kommt hier sehr in Betracht, und es ist bezeichnend, daß man in früheren Zeiten der Teuerung ganz die gleichen Beobachtungen gemacht hat. In einer alten Zeitschrift, „Ter Beobachter .in Hessen bei Rhein", Jahrgang 1832, finden w-ir interessante Bemerkungen über die Kriminalität in Württemberg in den Jahren 1814 bis 1828. In diesem Zeiträume war in dem süddeutschen Staate die Zahl der Strafer'kenntnisfe sehr gestiegen, sie w-ar nach den Feststellungen des württembergischen „Vereins für Besserung der aus den Strasanstalren entlassenen Verbrecher" von 1814 bis 1820 von 211 auf 750, von 1821 bis 1828 sogar von.914 auf 1059 gestiegen. Hierzu hat die genannte Zeitschrift, die in Tarmstadt im Verlage von E. W. Leske erschien, folgende Bemerkungen gemacht:
„Sollte dieses schnelle, folgerechte Ansteigen der Verbrecher seinen Grund nur allein in der Verwahrlosung der Verbrecher nach ihrem Austritte aus den Strafanstalten haben? Sollte also dem Hebel auf solche Weise mit nur einigem Erfolge wirKich begegnet werden können? Wir wenigstens kön- jn-en uns, so sehr 'viel Achtung der Aufgabe jenes Vereins immerhin gebührt, dieser tröstlichen Hoffnung keineswegs hingeben, sondern müssen uns — allen halben Maßregeln abhold — vielmehr für die dringliche Notwendigkeit der Heilung dieses großen Staats- Übels an der Quelle erklären. Wer könnte diese nun wohl wo anders suchen, als in dem bekanntlich vom Jahre 1815 an folgerecht gesunkenen Wohlstände der unteren Klassen der Bevölkerung; daher also durch den ganz allgemeinen Truck der beiden Teuerungsjahre 1816 und 1817 schon eine Verdreifachung der Verbrechen, die sp-äter durch Verarmung hauptsächlich des Landmanns infolge des unerhörten Sinkens der landwirtschaftlichen Produktenpreise bis zum


