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jeher ehrliebend und tapfer gewesen, die Eng- ländcr haben sich in vielen Kolonialkriegen militärische Schulung angeeignet, die Ameri­kaner, namentlich die aus dem wilden Westen, sind wahrlich keine Stubenmenschen, die sich vor jedem Luftzuge fürchten oder ängstlich der Gefahr aus dem Wege gehen. Es heißt die Leistungsfähigkeit unserer Soldaten her­absetzen, wenn mir den Gegner so einschatzen, wie man einst die deutsche Reichsarmee ern- qeschätzt hat. Dieser Krieg ist schwere Lebens­not und für viele im Lande dunkles Schick,al.

Eins leuchtet in diesen dunklen Tagen hervor, das ist die Ehrliebe, die treue Pslicht- ersüllung und die Selbstverleugnung unse­rer Soldaten. Vier Jahre Hallen die Tapst- ren, die Treuen nun aus in Sturm und Not, im Granatenhagel und unter dem Sterben der Kameraden. Gedankenlose Schwätzer, die es sich in der Heimat wohl sein lassen, sagen manchmal: Die Stimmung an der Front ist prächtig. Als ob es an der Front so zugehe, wie bei einem Feste, das man früher am Fne- den geseicrt hat! Das richtige Wort rst: Der Geist an der Front ist groß und untadel­hast. Ta ist mehr als 1813 und 1870; denn damals ging es rasch voran, von Seeg zu Sieg, heute heißt es hassen, harren und ge­duldig sein. Glaube niemand, daß unseren Soldaten der Krieg vorkommt wie einst im Frieden ein Herbstmanöver mit guten Quar­tieren in schöner Gegend. Aber sic wissen, warum sie draußen stehen, und handeln nach dem schönen Worte des Buches der Matka- bäer, das auf dem Hessendenkmal bei Grave­lotte steht, nach dem Worte: Ist unsere Zeit gekommen, so wollen mir ritterlich steroent um unserer Brüder willen und unsere Ehre nicht lassen zu Schanden werden. Die Alten unter ihnen harren aus, und die Achtzehn­jährigen haben keinen größeren Wunsch, als an den Feind heranzukommen.

Wenn nur die in der Heimat au, der glei­chen Höhe der Gesinnung stünden! Sicher bewähren sich jetzt iingezählte Scharen als rechte Christenmenschen und tun wacker ihre Schuldigkeit. Ich denke da an die Art, wre so viele ihr großes Leid um die Gefallenen tragen, All, ernst, gottergeben. Ich denke an die Alten, die Frauen, die Kinder, du dle schwere Arbeit verrichten, die sonst die Män­ner taten. Aber manchmal kommt nnr letzt die griechische Sage in den Sinn von dem edlen Dulder Odysseus, der, von widrigen Winden umhergetrieben, auf dem Meereum- herirrt. Derweil machen sich fremde Men­schen in seinem Hause breit und maßen ,ich Rechte an, die ihnen nicht zukommen Unsere Männer stehen im Felde, können sich weder am politischen noch am sozialen Leben be­teiligen, können nicht einmal über die eigenen Kinder bestimmen, und die in der Heimat Zu­rückgebliebenen, oft solche, die zu öfsentlichem Wirken gar nicht berufen sind, wollen über dre Geschicke des Volkes entscheiden. Leute, dre keine Kinder haben, wollen über die fügend bestimmen. Männer und Frauen, die un­

verheiratet sind, wollen das deutsche Fami­lienleben in andere Bahnen lenken. .

Ein Krieg, der mit solcher Wucht dre Vol­ker trisft, wie dieser Ktieg, sollte dazu trei­ben, daß man sich vor Gott demütigt, statt dessen rühmen viele in der Heimat ihre eige­nen Leistungen. Was haben sie nicht alles organisiert und getan! Was die an der Front leisten, was die Führer des Heeres und die Lenker des Staates leisten gewiß oft unter schweren Sorgen, Enttäuschungen und in schlaflosen Nächten wird von ihnen nicht gewürdigt. Man will selber eine Rolle spielen Mills man tut, wird an die große Glocke gehängt ober man verlangt dafür für die Zukunft schon jetzt besondere Rechte.

Ties greift das Todesleid rn unsere Fa­milien ein. Trotzdem im Lande Veranstal­tungen höchst verwerflicher Art. ^enAll­deutschen Blättern" (Nr. 29) entnchme ich aus Düsseldorf folgenden Bericht:Die Zei­tungen verkündigten, daß Mittwoch den 3. Juli zum Besten der Hinterbliebenen der Ge­fallenen des 135. Infanterie-Regimentes, also zur Ehrung der entseelten Krieger und ziim Besten der Trauernden, ein Schwank-, Tanz- und Possenabend im Festsaale der städtischen Tonhalle stattfinden solle. Düsseldorf ist nicht die einzige Stadt, in der man den Leuten, die jetzt Geld genug ver­dienen, solche Unterhaltung darbietet. Das ist auch kein Zeugnis dafür, datz nian sich bewußt ist, wieviele wertvolle Opfer uns die­ser Krieg gekostet hat. All dies, nicht zu­letzt der Wucher, der sich jetzt brcrt macht, erschweren das Ausharren.

Aber ausharren müssen wir. Wir wollen alle den Frieden, aber was hilft es, dem Feinde den Frieden anzubieten, wenn er aut unser Angebot nicht eingeht? Gott wollte uns keinen raschen Sieg schenken, aber er will, daß mir aushalten, um unsere heiligsten Güter zu verteidigen Und sie unseren Kindern und Kindeskiudcrn ungeschmälert zu ver­erben. Jetzt gilt wieder Ernst Moritz Arndts Lied:Der Gott, der Eisen wachsen, ließ, der wollte keine Knechte, drum gab er sabel, Schwert und Spieß dem Mann m ferne Rechte, drum gab er ihm den freuen Mut, den Zorn der kühnen Rede, daß er bestände bis aufs Blut im Kamps und in der Fehde. Machen wir uns klar, daß wrr nur tn der Kraft Gottes aushalten können. Erii srom- mes, demütiges Volk wird nicht untergehen« sondern durch Not und Tod hindurch den Sreg gewinnen. L. V.

Kleine Mitteilungen.

Die Deutsche Gesellschaft für soziales Recht hat, wie eine Zeitungsnotiz besagt, vor einiger Zeit einen Ausschuß zur Forde­rung der Frauenfürsorgetatigkeit ber der Po­lizei gegründet. Die Erreichung des Zieles,

! das sich der Ausschuß gestellt hat, rst zum Teil an die Verfügung über dre für diese | schwierige soziale Arbeit geeigneten Kräfte