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benden Gedächtnis an die Festseier und als besonderes Erinnerungszeichen an unseren großen Reformator und sein Werk eine Lntherlinde Au pflanzen. Dabei wird Pfarrer Dr. Naumann die Festrede halten.
4. Am Sonntag den 11. November, dem . kirchlichen Hauptfesttage und damit dem Höhepunkte der gesamten Lutherfeier, wird vormittags 9h» Uhr der Fcstgottesdienst, in welchem Pfarrer Schlosser predigt, und nachmittags 5 Uhr ein liturgischer Gottesdienst, nnt Charakterbildern aus Luthers Leben, welchen Pfarrer Tingeldcy leitet, gehalten werden.
Als besondere Vorbereitung auf unser Lutherfest wurden vom 4. Oktober an an jedem Tonnerstag, abends 6 Uhr, in der Kirche .Borträge über Luthers Leben und Bedeutung gehalten: Pfarrer Dingeldeh hielt dieselben, sie fanden — es waren im ganzen füns — eine stets wachsende Beteiligung seitens der Gemeinde. Außerdem wurde bestimmt, daß - in der Woche vom 4. bis 10. November, als der eigentlichen Festwoche, eine Hauskollekte zum besten unseres Kirchbaufonds, also für den Bau einer zweiten evangelischen Kirche, erhoben werde.
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verein; 14. Rudergesellschaft: 15. Bürgerschaft ; 16. Freiwillige Gailsche Feuerwehr.
Erhebend wirkte es, daß während- des Festzuges von unseren Kirchenglocken, die seit Wochen wegen Aufstellung eines eisernen Glockenstuhls verstummt waren, wenigstens 3 zum. ersten Male wieder geläutet werden konnten.
Als sich der Festzug auf dem Ludwigsplatz aufgestellt hatte, wurde von allen Anwesenden das Lied: „Ein feste Burg ist unser Gott" gesungen und darauf hielt Pfarrer Dr. Naumann neben der an ihren Bestimmungsplatz gebrachter Lntherlinde die Festrede, — diese wurde einige Tage nachher in dem „Gießener Anzeiger" abgedruckt. Mit dem Gesang des Liedes: „Nun danket alle Gott" schloß die Feier und der Festzug löste sich auf. Am Vormittag dieses Tages hatte in allen hiesigen Lehranstalten eine besondere Schulfeier stattgefimden; hierbei wurden an die älteren Schüler und Schülerinnen der Stadtschulen Festschriften — das Jubelbüchlein zu Dr. Martin Luthers 400jährigen! Geburtslage von Julius Tisselhof — und an die jüngsten je eine Festbretzel verteilt. Um 11 Uhr hielt die llniversität in ihrer
großen Aula eine Festseier, bei der Professor ii-st den schönsten Verlauf gehabt Schon am l Dr. Harnack die Festrede hielt über Martin R-snrnmtionsest andern Viarrer DrNau-1 Luther in seiner Bedeutung für die Ge n ann^vormittag--^ und Pfwrer Tchgeldeh ! schichte der Wissenschaft und der Bildung.
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besucht, zu Oncken's Vortrag — der unter
dessen besonders gedruckt worden ist — war die Kirche gedrängt voll. Der Festzug am Samstag den 10. November fand eine großartige Beteiligung; nachmittags um 2 Uhr stellte sich derselbe in Oswalds Garten auf und um y 2 3 Uhr setzte er sich in Bewegung. Um seine Aufstellung hier wie auf dem Ludwigsplatz machte sich mit sachverständiger, tüchtiger Anordnung besonders Kohlenhändler Karl Demuth verdient. In folgender
Ordnung
a) Verband wissenschaftlicher Vereine, b) Verbindung Wingolf, c) Burschenschaften Alemannia und Germania, ä) Reformverbindung Adelphia, e) Keiner Korporation angehörende Studenten; 4. Lehranstalten: a) Gymnasium, b) Realschule c) Stadt- knabenschnle, d) Stadtmädchenschule, e) Höhere und erweiterte Mädchenschule; 5. der Wagen mit der Linde, — diesen hatte Kaufmann Ferd. Gail mit freundlicher Bereitwilligkeit geliefert und, zur -allgemeinen Bewunderung, aufs schönste schmücken lasten; — 6. Stadt-, Schul- und Kirchenvorstand; 7. Gemeindevertretung; 8. das große Komitee; 9. Staats- und Gemeindebeamten; 10. Gesangvereine: a) Akademischer und Kirchengesangverein, b) Sängerkranz, c) Bauerscher Gesangverein, d) Liederkranz, e) Harmonie, k) B'ürgergesellschaft; 11. Schützenverein: 12. Kriegerverein; 13. Turn-
Am Sonntag, den, 11. November, hiclk im dichtbesctzteu Vormittagsgottesdienst nach einer reich gegliederten Liturgie Pfarrer Schlosser die Festpredigt. Den liturgischen Abendgottesdienst, bei den, die Kirche überfüllt war, leitete Pfarrer Tingeldey.
Am Abend dieses Festtages fand als Nachfeier noch eine gesellige Vereinigung im „Gasthaus zum Einhorn" statl. Dieselbe wurde, da der Vorsitzende des Komitees erkrankt war, von Bürgermeister August
u.u. bewegte sich der Zug durch die Bramm begrüßt und geleitet. Nach, vorher Stadt: 1. Gießener freiwillige Feuerwehr; lestgestellter Anordnung hiclt^Profesio, Dr. 2. Militärmusikkapelle;?. Studentenschaft; üb!r Lu
ther, den Gabenspender an die deutsche Na- ' tion (Bibelübersetzung, Katechismus, Kirchenlied), Pfarrer Schlosser über Luther als Hausvater, Professor De. Oncken über Luther, den deutschen Mann, und endlich Professor Dr. Stade über Luther als Charakter.
So hatte unser ganzes Lntherfest einen erhebenden würdigen Verlauf genommen. Tie Hauskollekte für den Kirchenbausonds ertrug nach Abzug aller Kvsten 5593,10 Mk., die als Festgabe dem Kirchenvorstand übergeben wurden.
Geschichten uni Bilder ans Alt-Gießen
9. Allerhand merkwürdige Begebenheiten aus d e ni 18. Jahrhundert. j
In der alten Zeit, als es noch keine Zeitungen gab oder die Zeitungen nicht wefent-


