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Ern Trostwort für Leidtragende.
Eine Gießener Familie, deren Sohn und Bruder für das Vaterland gefallen ist, erhielt von einem nahestehenden Anverwandten einen Brief, den wir hier Mitteilen, weit wir annehmen, daß diese glaubensvollen Worte auch anderen Leidtragenden Trost geben, Es heißt in diesem Briese: „Ein Wort des Trostes möchte ich Euch und uns allen sagen: Was wir von Herzen lieben, ist unverlierbar, Was stirbt und von uns geht, ilt nur die äußere Gestalt, die sich von Tag zu Tag und von Jahr zu Jahr ändert. Das eigentümliche Wesen, das Beste und Edelste unserer Lieben, ist 'unzerstörbar, lebt und wirkt weiter, webt in uns und um uns; ja nach dem leiblichen Verscheiden sind sie uns geistig, seelisch noch viel näher, lieber, teurer, Freud und Leid schickt uns dieselbe gütige Vatertzano und gibt uns die Kraft zum Tragen. Glauben, Vertrauen und Hoffnung erstarken in den Tagen schwerer Prüfung, A, ist 'uns ein SSorbifD gewesen. Voll heiligen Mutes und felsenfesten Vertrauens ging er Gefahr und Tod entgegen, erfüllte seine Pflicht und gab mit heiterem Kinder- lachen sein junges Leben für uns alle, für das Vaterland, für unseres Volkes Zukunft hin. Dürfen wir uns kleiner erweisen? .Das Leben mag uns schwerer hinfort zu ertragen sein, müssen wir nicht doch auf unserem Posten aushalten und unseren Dienst tun, bis wir abgelöst werden?
Hinter den Millionen Unschuldiger, die der Krieg wie der Schnitter die Ernte hinmäht, erhebt sich das Kreuz, an dem vor zweitausend Jahren ein Unschuldiger starb zum Heil für oie Menschheit und freiwillig sich dem Willen des Vaters fügend. Das Kreuz ist der Menschheit ein Sinnbild der Selbsthingabe, des felsenfesten Glaubens, ein Born tiefsten Trostes geworden. Unsere Augen mögen durch Tränen und Kummer getrübt fern, das Kieuz werden sie doch erkennen, so daß wir uns an ihm wieder aufrechten.
Ich kann morgen nur rn Gedanken bei Euch fern. Möge Euch die Ueberzeugung, daß -alle menschlrche Liebe und Heilkunst Helsen wollte und rhr Bestes getan, in den schweren Stunden ern, wenn auch kleiner Trost sein!"
Meine Mitteilungen.
Zu dem Taubstum'mengottesdienst, der am vorigen Sonntag im Konfirmandensaal der Lukasgemeinde stattfand, waren aus Gießen, verschiedenen Orten Oberhessens und des Kreises Wetzlar 64 Taubstumme zusammengekommen, Nach dem Gottesdienst besuchten die Teilnehmer gemeinsam das Museum für Völkerkunde, hernach fand eine Versamm
lung statt, auf der verschiedene Angelegenheiten des oberhessischen Taubstummenver- erns verhandelt wurden,
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Tie Zeitschrift „Auf der Warte" gibt ein Mahnwort von dem Vorsitzenden des Haupi- ausschusses „Evangelischer Freikirchen" in -Deutschland, F, W, Sinroleit, wieder, in dein es heißt: „Alle sektenhafte Engherzigkeit ist abzustreifen, Christi Reich ist größer als unsere Gemeinde oder 'unser Bund, Viel zu lange haben wir nicht Christi Weltwerk sondern unser Privat-Religiönchen getrie- ben. Die Aussicht in Christi Reich trübte uns «ne engherzige Verliebtheit in unser eigenes Hüttchen, Das könnte allmählich unser Grab werden. Wo steht hoch das Kloster, das, von aller Herrlichkeit einer gewaltigen Gebirgslandschaft umgeben, nur Fenster hat, die auf den eigenen engen Klosterhof zu schauen erlauben? So wohl es uns im eigenen Gedinge sein mag, wir dürfen weder Blick noch Verständnis noch Interesse für das Große und Ganze des Reiches Christi verlieren,"
Das sind zeitgemäße, beherzigenswerte Worte, Der Zusammenschluß alles dessen, was wirklich christliche heißt, unter dem Banner des Kreuzes zu gemeinsamer Arbeit für das Reich Gottes und zu einigem-Kamsts gegen alles Widerchristliche ist die höchste Forderung unserer Zeit, Alles wird für die Zukunft, unseres Volkes davon abhängen, ob die ^Christen diese Forderung begreifen und erfüllen. Daß diese entschiedenen und geistvollen Wlorte von einem Vertreter der sogenannten, deutscher Art zuwiderlausenden „Freikirchen" herrühren, ist bemerkenswert und erfreulich, Tie große evangelische Kirche ist weit genug, um lalle wahrhaft religiösen Kräfte in sich wirksam werden zu lassen,
kirchliche Anzeigen.
Sonntag oen 16, Juni (3. nach Trinitatis), Gottesdienst.
Zn der Ztadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeinde, Pfarrassistent Liz, Reuning. — Vormittags 9-/s Uhr: Pfarrer Mahr, — Vormittags l 1 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde, Pfarrer Mlahr. — Mittwoch den 19. Juni, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde, Pfarrassistent Liz. Reuning,
Zn der Zohannerkirche. Vormittags 8 Uhr,
zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld, — Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer, — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer,
Verantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Vruhl'fchen Universttätr-Vuch- n«d Stein druck eres
N. Lange. Gießen.


