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mißglückt, und die beiden Herren seien angewiesen, ihn bis zum Schisse zu begleiten; jetzt wolle er mir nur noch für mein freundschaftliches Entgegenkommen seinen Tank ians sprechen. Nun wüßte ich auch, warum er mir einmal seine und die Photographie des Kaisers vorgelegt und mich gefragt hatte, ob ich nicht eine große Aehnlichkeit in den Profillinien fände. Ob es nur eine krankhafte Idee war, oder ob seine Angaben auf Wahrheit beruhten, konnte ich freilich nicht entscheiden. Später hörte ich jedoch>, daß die Sache ihre Richtigkeit gehabt haben könnte.
. Es sollen damals viele tausend Deutsche in Paris gewesen fein, doch fehlte jeder Zusammenschluß. E Noch, war kein deutscher Gottesdienst eingerichtet, und für deutschen Schulunterricht war noch nicht gesorgt, auch der deutsche Hilfsverein und der Turnverein wurden erft später gegründet. Man konnte daher nur in kleinen Kreisen sich zusammenfinden. Aus Gießen waren es etwa zwanzig Personen, die sich zur Zeit dort aufhielten: die meisten gehörten dem Gewerbestande an, drei, davon < hatten eigne' gutgehende Geschäfte, dann waren fünf Kausleute in Stellungen. und zwei frühere Gießener Studenten bildeten sich am Konservatorium für Gesang aus. Der eine davon wmrde später ein bekannter Opernsänger, und der andere, wegen seiner Leidenschaft für Biertrinken bekannt, soll nachher bei einem großen Photographen die Kunden im Wartezimmer durch Klavierspiel und Gesang unterhalten haben. Außerdem waren unsere oberhessischen Landsleute, besonders aus den Kreisen Grünberg und Alsfeld, sehr stark vertreten. Tausende waren zugewandert und hatten sich für die Straßenreinigung anwerben lassen.
Ich ging eines Tages mit einem mir bekannten Gießener Herrn auf dem Boulevard spazieren, als ein anständig gekleideter, älterer Mann auf uns zutrat und meinen Begleiter begrüßte: „Ei, Herr M., kennen Sre mach denn nicht mehr? Wir sind ja zusammen in Windeckers gewesen; Sie waren damals Lehrling und M in der Siederei."
(Fortsetzung folgt.)
von der Zeit.
Jetzt, wv der Alltag so große Anforderungen an Unsere Zeit und KUaft stellt, erkennen wir den hohen Wert der Zeit, und wir müssen uns gestehen, daß wir viele Stunden unseres Lebens nutzlos verstreichen ließen, die uns von Segen hätten sein können. Wie sehr tut uns Zeit zu innerer Sammlung Und Vertiefung not, und wie selten gönnen wir uns diese Erhebung! Und nehmen wir uns auch stets Zeit, die Lasten unserer Nebenmenschen tragen zU! helfen, ihre Nöte und Sorgen geduldig anzuhören?
wie Zeit liegt oft schwer und dunkel vor uns, aber jede Strinde bringt uns der Ewigkeit näher. Ter alte Bodelschwingh sagt: „Es gibt Zeiten in unserer Pilgerschaft, wo wir im Dunkeln wandern müssen, und wieder andere, wo jeder Schritt und Tritt hell und klar vor unfern Augen liegt, wo man sich von Gottes Hand fest und sicher geführt fühlt, wo jeder Zweifel, ob man auf dem rechten Wege sei, weggenommen wird, und statt dunkler Wolken mir blauer Himmel zu sehen ist.
Lasset uns die Zeit ausnützcn, nicht zu eitlen Klagen, zu Unfruchtbarem Reden und Tun, sondern zum Segen für uns und andere. Jakob Böhm sagt:
Wem Zeit ist wie Ewigkeit,
Und Ewigkeit wie Zeit,
Ter ist befreit von allem Streit.
Baronin R.
kirchliche Anzeigen.
Sonntag den 9. Juiri ( 2 . nach Trinitatis). Gottesdienst.
3n der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der .Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr. — Vormittags 9pz Uhr: Pfarrassi- stent Liz. Reuning. — Vormittags 1 l Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarr- assistent Liz. Reuning.
3n der Zohannee-Kirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier- ten ans der Lukasgemeinde. Pfarrer Bech- tolsheimer. — Vormittags 9p-> Uhr: Pfarrer Aiusfeld. — . Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Musfeld. — Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung irtt Johannessaal
Im rtoiifirmandensaai (Liebigstraße 56). Nachmittags 2 Uhr: Taubstummcngottes- dienst. Pfarrer Bechtolsheimer.
Mittwoch den 12. Juni, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Ausfeld.
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Wartburg, eogl. Jünglings- und Männerverein, Tiezstr. 15. Sonntag den 9. Juni: Ausflug. Donnerstag den 13. Juni, abends 81/4 Uhr: Leseabend. Gäste stets willkommen.
vibelkränzchen für Schüler höherer Lehranstalten. Jeden Mittwoch von 6 — 7 Uhr für die jüngere Abteilung. Jeden Samstag von 6 —7 Uhr für die ältere Abteilung im Johannessaal.
vibelkränzchen für Mädchen aus der Zo- hannesgemeinde. Jeden Dienstag von ,6—7
Uhr im Johannessaal.
Verantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Vrühl'fchen UnlversttSts^uch. und Stetndrnckerel
R. Lange, Gießen.


