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das Gedächknuß bringen, daß sie ihnen das­selbe zu einer Zeit nutz machen können, un­ter welchen noiabilibns sie insonderheit, aufs fürnehmer Leuth Grabmahlen unndt Epi- tapliia wol achtung geben, auss derselben an- tiquitet, inscription, authores, Emble- mata und sententias ein Aug wersfen, sich in der verstorbenen, durch besagte Epikaphia berümpter Leut Dapfferkeit und Tugenden bespiegeln, und ihnen mit allem sleiß nach- aymen soltett. Darumb, wann ein Reisender in Georgii Andlonü, deß ersten Rectoris zu Basel Epitaphio liefet:

Fac tua, linque alios, temne orbem, sus- cipe coelum, Vive mori certus, fide,

Deus faciet.

Das ist, thue, was deines Ampts, und dir befohlen ist, laß einen andern sehn, wer er ist, verachte die Welt, sehne dich zum Him­mel, lebe deß Todts gewiß, traun, Gott wirds wohl machen: So denke du, das ist zwar dem Verstorbenen zum Zeugnuß sei­nes guten Verhaltens, dir aber auch zur nach- sricht, damit du ihm durch Gottes Gnadt nachsetzest, also dahin geschrieben worden.

Findet aber der reisende zu Rola in Istria, Sergii schandfletticht Epitaphium: f Sergius Polensis, parasitus, histriö vester festivissimus, hic cubo, qui dubitat, hu­mum hanc olfaciat, ölet enim temetum et florem vini veteris, quo satis vivens vixi, das ist, allhie liege ich Sergius von Rola, ein Schmarotzer und lächerlicher Boffen- reißer, wer es nicht glauben will, rieche an das Erdreich, so wird er befinden, daß es nach gutem und firnem Wein rieche, dessen ich mich die Zeit meines Lebens wol zu brauchen gewußt Hab : So denk ich alsobald: Pfuh du Schandvogel, Gott behüte mich, daß ich nicht -also zu einem losen Gesellen werde."

Die Orthographie ist hier genau nach dem Original wiedergegeben, sie ist, wie man fin- den wird, nicht immer gleichmäßig. H. B.

vor sechzig Jahren nach Paris.

Erinnerungen eines Gießener Bürgers.

(Fortsetzung.)

. besonders in den großen Reutenhäusern oder Mietskasernen stieß man gewöhnlich auf großeUnsauber feit; die Höfe waren schmutzig und dre Abortanlagen mitunter in eineiti schrecklickten Zustande. Es war ein Wunder, bciB ba mcht öfter Krankheiten vorkamen oder Epidemien ausbrachen. Zum wenigsten tonnte leder Fremde, der sich nur einige Zeit rn Paris aufhielt, mit Sicherheit darauf rech­nen, paß er mehr -oüer weniger mit Dysen­terie zu kämpfen hatte, bis der Körper erst an r-Aynsweise gewöhnt war.

An schönen Sonntageii machte ich in der Regel mit meinen deutschen Freunden und Bekannten Ausflüge nach den elyseeischen Feldern und dem Boulogner Wäldchen, nach Lt Eloud oder nach sonst leicht erreichbaren Orten. Stets konnte man da neue Eindrücke

aufnehmen oder interessante Bilder schauen. Bei schlechtem Wetter besuchten wir die Mu­seen und Kunstsammlungen oder nahmen son­stige Sehenswürdigkeiten in Augenschein.

Ter Kaiser Napoleon stand damals auf der Höhe seines Glückes. Ter Friedenskon­greß war nach Beendigung des Krimkrieges für Frankreich ehrenvoll ausgegangen, trotz­dem machte sich schon eine Unzufriedenheit des Volkes mit der kaiserlichen Regierung, bemerkbar. Napoleon wollte die Franzosen mit eiserner Faust in samtnem Handschuh re­gieren. Strenge Strafgesetze gegen politi­sche Kundgebungen und gegen die Presse wur­den erlassen und die Fremdenkontrolle aufs schärfste gehandhabt, doch übersah er kluger­weise nicht,panem et circenses" den Massen zu bieten. 'So wollte er seine beson­dere Fürsorge für das Volk dadurch bewei­sen, daß alle Nahrungsmittesgeschäfte unter eine strenge Beaufsichtigung der Polizei ge­stellt wurden. Tie Bäcker mußten jedem Käufer das Brot vorwiegen und, falls der Laib ein Mindergewicht auswies, das Feh­lende zulegen. Bei Verfälschungen von Nah­rungsmitteln Wurden die betreffenden Ge­schäfte in der Art bestraft, daß die Läden auf eine bestimmte Zeit geschlossen und die Strafe durch! ein großes Plakat an der Ladentüre bekanntgegeben wurde. Tagegen wurden andererseits der Schaulust und dem Vergnügen des Volkes weitgehend Rechnung getragen und der Napvleonstag (15. August) zu einem großartigen Volksfest erhoben. Mle Theater waren frei und spielten unausgesetzt von Mittag bis Mitternacht. Ebenso der große Zirkus, der Hippodrom, sämtlichst Singspielhallen und Schaustellungen. Auf freien Plätzen waren Tanzböden errichtet, wozu Musikbanden aufspielten. Am Abend war große Illumination: alle Staats- und öffentlichen Gebäude, Kirchen und Brücken, die Boulevards und die elyseeischen Felder strahlten in -einem Meer von bunten Lichtern. Zum Schluß wurden prachtvolle Feuerwerke an verschiedenen hochgelegenen Punkten der Stadt -abgebrannt. Tann fehlte es nie an größeren Truppenparaden und Kampfspielen -auf dem Marsfeld, an Pferderennen und allen möglichen Veranstaltungen, welche der Schaulust di enten. Der Kaiser zeigte sich viel in der Oeffentlichkeit, er war aber stets von ausreichendem Schütze gegen allenfallsige An­schläge umgeben. Ich sah ihn zum erstenmale bei der Eröffnung des Boulevards Sebasto- pol im Frühjahr 1857, einem der -ersten grö­ßeren Straßendurchbrüche, womit der be­kannte Präfekt Haußmann die Modernisie­rung von Ältparis -einleitete. Hoch zu Roß in Uniform und umgeben von seiner statt­lichen Leibwache, durchritt -er die neu ange- legre Straße, während die Vertreter der Stadt in -eleganten Wagen nachfuhren. Auf seinen gewöhnlichen Spazierfahrten und auf seinen Spaziergängen im Boulogner Wäld­chen trug -er stets bürgerliche Dort