befand, die sich darin allabendlich einfanden, um van hier aus ihrem lichtbringenden Berufe nachzusehen. Auch wurden hier das Oel und die sonstigen zur Unterhaltung der Straßenlaternen erforderlichen Tinge aufbewahrt. . Das Stück Schlachthausmauer, welches die Jungen damals für ein Stück Stadtmauer hielten, hat manchen derselben zu einer Tracht Prügel verholfen. Es war nämlich bei einiger Gewandtheit möglich, (auf das Gemäuer hinaus zu kletternmit dem Heruntersteigen hatte es aber seine Schwierigkeiten, es war dabei schon mancher abgerutscht und heruntergestürzt. Ta standen denn die Schüler oben und plärrten, bis sich ihrer ein Nachbar erbarmte und mit leiner Leiter Rettung brachte. Tann wurde auch gleich für die gehabte Mühe die Quittung in Gestalt einer Versohlung ausgestellt.
Wer sich von der alten Schulgasse einen Begriff machen wlll, muß sich dieselbe an, der Stelle denken, auf welcher sich jetzt der Bürgersteig, vor den: Kaiserhof her, an den Häusern entlang, bis zum Marktplatz hinzieht. Tie Breite war etwa die gleiche, wie die des Bürgersteigs beim Kaiserhof, welch letzterem durch seine Errichtung der das Eck der Schulstraße und der Sonne bildende Kdller'sche Garten weichen mußte. Tiefer war um etwa einen Meter höher belegen, als die Straße und von einer Mauer umgeben, über die hinweg man von innen be- auem auf erstere herabsehen konnte. An den Garten schloß sich die Stadtschule, in deren Hof in einem kleineren Häuschen der Leichenwagen untergebracht war, ;uni> an diese wiederum der jetzt der Brühl'schen Truckerei als Verwaltungsgebäude dienende, früher aus zwei kleinen Häusern bestehende Bau an. In dem einen befand sich unten ein Stall, und da, wo jetzt die Leute stehen, um die Tagesberichte zu lesen, war nian früher zeitweise genötigt, einen Umweg um den zur Verladung herausgeschafften Mist zu nehmen. An der Stelle des kleineren Hauses jenseits der Kaplaneigasse befand fidj ein Garten, in dessen Hintergrund ein alter Fachwerkbau stand, von den Leuten „das Stift" genannt. Dem Keil'schen Haus und der Engelapotheke haben alte hohe Giebelhäuser Platz machen müssen. Tie andere Seite der Schulgasse, dem Keller'schen Garten gegenüber, begann mit zwei kleinen Häusern. In dem einen hatte der französische Tivisionsgeneral Bernadotte, der Gießencr Ehrendoktor und nachmalige König Karl XIV. von Schweden, bei seinem Aufenthalt im Jahre 1798, nachdem Gießen zum zweitenmal von den Franzosen in Besitz genommen worden war, gewohnt. Bis zur Wagengasse breitete sich das Elefantenplätzchen aus 'mtfo da, wo die Bordstein« des Bürgersteigs entlanglaufen, war früher die vorerwähnte, liebliche und sich vor den Vor
übergehenden höflich verbeugende Scheucrn- front. Auf der anderen Seite der Wagengasse stand als Eckhaus ein der Firma Oeser (jetzt Georg Wallenfels) gehörige alte Scheuer, an die sich der Hausgarten des Buchhändlers Ferber reihte, dessen Haus gemeinsam mit dem des Kupferschmieds Kirsch die Ecke von Marktplatz und Schulgasse bildete.
Für die Freischule unter dem Lehrer Römer, der bis ins hohe Alter hinein ein rüstiger Mann geblieben ist und mit seinem weißen Vollbart noch manchem Gießener in der Erinnerung stehen wird, war ein alter Bau dicht neben dem obenerwähnten Schlachthaus in der Wagengasse und für die israelitische Elementarschule mit ihrem Lehrer Arje Löb Rosenthal das kleine, zum Cafs Ebel gehörige Häuschen am Burggraben cinge- rrchtet.
Neben diesen städtischen Schulen bestanden wohl auch noch einige Pr'vatschulen, die zur Vorbereitung für Realschule und Gymnasium dienten, sie sind aber im Adreßbüch- lein nicht aufgeführt. Dagegen ist der Lehrer Franz unter,den Hausbesitzern erwähnt, und der Verfasser hat diesem und seinem Sohne die Einführung in die Geheimnisse des Abcs und des Einmaleins zu danken. (Schluß folgt.)
kirchliche Anzeigen.
Sonntag den 19. Mai (1. Pfingstfeiertag). Kollekte für die hessische Lutherstiftung. Gottesdienst.
In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Liz. Reuning. — Vormittags 9'/s> Uhr: Pfarrer Mahr. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für Matthäus- und Markusgcmcinde gemeinsam. Pfarrer Mahr.
In der Zohanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 9". Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas- und Johannes gemeinde. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. — Vormittags liy 4 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bech- tolsheimer.
Montag den 20. Mai (2. Pfingstfeiertag).
In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Mahr. — Vormittags 9y> Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Matthäus- und Markusgemeinde. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Mittwoch den 22. Mai, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Schwabe.
In der Zohanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Siehe Stadt kirche. — Vormittags 91/2 Uhr: Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld.
üercnttwortlich : Pfarrer Bechlolsheimer. Druck unh Verlag fier ■Brüfil’ftVn Un-v-UUä'i.-Nn.'!,. U nii Sifinbnuhtrei
X. Lunge. (Liehen.
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