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essant oder schon allgemein bekannt sind, ha­ben wir weggelassen, die alte Schreibweise ist beibehalten. Unser Chronist hat uns fol­gendes zu berichten:

1519 hat die Pest in Gießen 1500 Men­schen getötet. Man hat damals den heiligen Sebastian als einen Nothhelser angerufen.

_ 1526 ist die Lehre des Evangeliums zum ersten Mal in hiesiger Stadt gepredigt worden.

1529. In diesem Jahre sind vierZCö- meten mit großen Schweifen am Himm« ge­sehen wdrden. Es g!ab so viel Regen und Nässung, daß dergleichen nie gehöret wor­den. auch ist die Frucht gar schlecht gerathen. Worauf im October der Englische Schweiß, eine neue Krankheit, so aus Engelland und Holland kommen, und ganz Deutschland durchstrichen, auch hier gewütet. Er fertiget einen Menschen in 24 Stunden zu tod, und ehe man Oie rechte Cur erlernet, sind viele Menschen umgekommen.

1530 sind die Tobten hiesiger Stadt, so vorher aus dem Seltersberg begraben wor­den, auf den jetzigen Kirchhof gebracht und derselbe mit einer Mauer umgeben worden. Ungefähr 80 Jahre nachher ist die jetzige Todtenkirche aufgebaut worden. Auch ist die Ziegelhütte auf dem Selzersberg abgebrochen und vor die Neustadt verlegt worden.

Landgraf Philipp Magnanimus (der Großmütige) ließ die alte Kirche zu St. Petri auf dem Selzersberg abbrechen und um die Stadt Wälle und Gräben aufführen, wozu er den Haingraben zu Hülfe nahm. 1533 ist der Bau der Werke zu. Ende gebracht worden.

(Fortsetzung folgt.)

die Basler Mission doch vorzugsweise eine ' von deutschen evangelischen Christen getra­gene Mission. So gehen der Gesellschaft zwei ihrer ältesten Gebiete verloren. Nach einer Mitteilung derEvangelisch-lutherischen Kirchenzeitung" vom 12. April übernimmt die französische Schwyz unter britischer Wagge den Anteil der Basler Mission in Indien und an der Goldküste, obwohl man nicht annehmen ka.M, daß eür so kleiner Be­zirk wie die französische Schweiz, der schon die Pariser Mission unterhält, zwei so wich­tige und große Missionsgebiete dauernd be­haupten kann. Wie .es mit der Basler Mis­sion in China gehen wird, ist noch nicht klar. Zu fürchten ist, daß auch hier der englische Truck sich geltend machen wird.

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Bei einem Gewerbegerichtsprozeß gegen läin Weinrestaurant in Berlin gab bei der Beweisaufnahme ein Zeuge an, daß er an einem Abend in dem genannten Lokal eine Zeche von 358 Mk. zu bezahlen gehabt habe und dem Kellner den'Rest von 400 Mk., -also 42 M?., als SrmEgeür überließ. Ein anderer Zeuge bekundete, daß er in dem­selben Lokal für eine Portion Rindslende mit Gemüse allerdings ohne Fleischtarte 75 Mk. bezahlt habe. Man weiß kaum, was empörender ist, die maßlose Forderung des Wirtes oder die Genußsucht der Gäste, dre anstandslos diese sündhaften Preise be­zahlten. Jedenfalls ist dieses Bild für das Leben im Kriege in gewissen Kreisen unseres Volkes äußerst bezeichnend.

kirchliche Anzeigen.

Sonntag den 5. Mai (Rogate).

Kleine Mitteilungen.

Tie Basler Mission ist durch den Welt­krieg leider schwer betroffen worden. Neben China waren vor oeni Jahre 1914 Indien und die Goldküste ihre Hauptwirkungsstätten. In Indien arbeiteten im Jahre 1911 127, an der Goldküste in demselben Jahre 87 Missionare und Missionsbeamte. Nun hat iEngland dem ein Ende gemacht. Am 28. Januar Und 2. Februar d. I. teilte die bri­tische Regierung der Missionsgesellschaft in Basel mit, daß ihre Mission auf beiden Ge­bieten aufhören müsse. Lange Verhandlungen waren vorausgegangen. England hatch ge­fordert, daß >aus der Misfionsleitung' alle Deutschen entfernt werden sollten und daß die Verbindung mit der britischen Mission her- ziustellen sei, das bedeutete natürlich nichts anderes, als daß man sich in Basel den Eng­ländern ganz und gar unterstellen solle. Diesem Ansinnen konnte man natürlich. nicht Kachgeben; denn wenn die Missionsgefeil-< schaft .auch ihren Sitz in Basel hat, so ist

Kollekte für die evangelischen 'Gemeinden im Ausland.

G o t t e s d i e n st.

Zn der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier­ten laus der Matthäus gemeinde. Pfarrer Mahr. Vormittags-dpz Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: .Kinder­kirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Donnerstag den 9. Mai (Himmelfahrtstag), vormittags 9Ve Uhr: Pfarrassislent Liz. Reuning.

Zn der Zohannerkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier­ten aus der Lu kas gem einde. Pfarrer Bech- tolsheimer. Vormittags.9y 2 Uhr: Pfarr- lassistent Liz. Reuning. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgc- frtteinDc. Pfarrer Ausfeld. Donnerstag den 9. Mai (Himmelfahrtstag), vormittags 91/2 Uhr: Pfarrer Bechtolsheim er. Nach-- Unttags 2 Uhr: in der alten Friedhofs­kapelle: Pfarrer Ausfeld.

Verantwortlich : Pfarrer Vechtolsheimer Druck und Verlag der Vrühi'fchen Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei

R. Lange. Gießen.