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diese Frage lastet schwerer auf mir und vielen Kameraden, als die, ob icl^ oder links oder rechts der Kamerad lebend und gesund heimkehrt. Glaube nur, hier in der Front zu kämpfen, dazu gehört weniger ganz persönlicher Mut, als zu den Kämpfen um die wahre sittliche Freiheit und Einheit im Innern nach Friedensschluß!"
Biele unserer Krieger, die es nicht in Feldpostbriefen niedergelegt Haben, fühlen gewiß in tiefstem Herzen das gleiche, was jener Student an feine Mutter schrieb. Mancher zu Tode Getroffene wird sich beim Abschied vom Leben gefragt haben: Soll ich hier verlassen und vergessen verbluten und mit Tausenden meiner Bruder sterben, nur damit man später in Deutschland wieder mehr Geld verdient und so die Menschen wieder die Mittel haben, gut zu essen, tüchtig zu trinken, in Kinos und Lichtspielen sich mit Lachem und Schlimmerem die Zeit zu vertreiben, alle sittlichen und religiöses Ideale für Unsinn zu erklären -und die Welt wieder werden zu lassen, was sie früher war? Jeder beantworte die ernsten Fragen für sich und überlege dann, ob er ruhig in das erlöschende Auge unserer -auf dem Schlachtfelde fallenden braven Soldaten sehen kann!
Meine Mitteilungen.
Die Geschichte der evangelischen Kirche in der heutigen Provinz Rheinhessen ist seither selten bearbeitet worden. Es ist deshalb zu begrüßen, daß Pfarrer Hoffmann zu Bechtolsheim im Kreise Oppenheim in einer Schrift „Vierhundert Jahre evangelischen , mfl _ Lebens in unseren rheinhessischen Gemein- ^li^ymoar. den" zum erstenmal einen Abriß dieser Ge-' schichte gibt. Hoffmann hat aus dem Gebiete der Volkskunde einen guten Namen, in den von Prof. Helm-Gießen herausgegebenen „Hessischen Blättern für Volkskunde" hat er mehrfach interessante Aufsätze über rheinhessische Volkskunde veröffentlicht. In der genannten Schrift führt er uns die Schicksale der Evangelischen im Lande zwischen Rhein,
Nahe und Donnersberg vor. Diese Schicksale sind oft recht schwer gewesen. Der 30jährige Krieg, die von der Kurpfalz ausgehend« Gegenreformation, das Hinübergreifen der französischen Revolution auf deutschen Boden hat den Bekennern des evangelischen Glaubens dort Leiden und Hemmungen gebracht, die man in Oberhessen nicht gekannt hat.
Daß die Vorfahren der heutigen Rheinhessen trotz alledem fest bei ihrem Glauben beharrt haben, gereicht ihnen zur Ehre. Hoffmanns Schrift ist von dem Verfasser selbst zu beziehen, sie kostet 30 Pf.
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Tie XI. General - Versammlung des Deutsch - Evangelischen Frauenbundes beschloß in ihrer Sitzung am '14. März zu Han
nover mit überwältigender Mehrheit die Ablehnung des politischen Frauenstimmrechts und den Austritt ans dem Bund Deutscher Frauenvereine, der für dasselbe cintritt. In der Aprilnummer der „Evangelischen Frauen- z-eitung"' spricht sich die Vorsitzende des erstgenannten Bundes, Paula Müller, ausführlich über die.Gründe dieses Austritts' aus. Danach hatte der Bund Deutscher Frauenvereine allerdings schon ini Jahre 1902 den Wunsch ausgesprochen, „daß die Bundesvereine das Verständnis für den Gedanken des Frauenstimmrechts nach Kräften fördern möchten, weil alle Bestrebungen des Bundes erst durch das Frauenstimmrecht eines dauernden Erfolges sicher sind". Aber seinerzeit war von den Führerin neu des Bundes der Frauenvereine ausdrücklich die Erklärung abgegeben worden, daß aus dieser prinzipiellen Stellung den ang-eschlosse- nen Vereinen keineswegs irgendwelche konkreten Verpflichtungen erwüchsen. Eine entscheidende Aenderung dieser Sachlage trat erst in, vorigen Jahre durch eine vom Bund Deutscher .Frauenoereine herausgcgebene Denkschrift ein, in der sich u. a. der Satz befand: „Tie Einbeziehung der Frauen in das aktive Wahlrecht in der Gemeinde und im Staat ist unerläßlich, nm den Einfluß der Frauen im Staat ans der ganzen Breite des tatsächlichen Frauenlebens aufzubauen", und es würden „die den Frauen naheliegenden Interessengebiete nur dann nachdrücklich oer- ' treten sein, wenn die Frauen am Wahlrecht teilnehmen". Diese Sätze waren für den Deutsch - Evangelischen Fauenbund nuan-
Airchliche Anzeigen.
Sonntag den 28. April (Cantate).
Gottesdienst.
In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier- ten uns der Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. — Vormittags Uhr: Pfarrer Mahr. — Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. — Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr.
In der Zohanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 97a Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. — .Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lnkasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. — Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal. — Mittwoch den 1. Mai, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Ausfeld.
BeranNvorUich : Pfarrer Bechtolsheimer. Druck! und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Puch- und Steindruckerei
Ti. Lauqe. Giessen.


