Ausgabe 
28.4.1918
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diese Frage lastet schwerer auf mir und vielen Kameraden, als die, ob icl^ oder links oder rechts der Kamerad lebend und gesund heim­kehrt. Glaube nur, hier in der Front zu kämpfen, dazu gehört weniger ganz persön­licher Mut, als zu den Kämpfen um die wahre sittliche Freiheit und Einheit im In­nern nach Friedensschluß!"

Biele unserer Krieger, die es nicht in Feldpostbriefen niedergelegt Haben, fühlen ge­wiß in tiefstem Herzen das gleiche, was jener Student an feine Mutter schrieb. Mancher zu Tode Getroffene wird sich beim Abschied vom Leben gefragt haben: Soll ich hier ver­lassen und vergessen verbluten und mit Tau­senden meiner Bruder sterben, nur damit man später in Deutschland wieder mehr Geld verdient und so die Menschen wieder die Mit­tel haben, gut zu essen, tüchtig zu trinken, in Kinos und Lichtspielen sich mit Lachem und Schlimmerem die Zeit zu vertreiben, alle sittlichen und religiöses Ideale für Unsinn zu erklären -und die Welt wieder werden zu lassen, was sie früher war? Jeder beant­worte die ernsten Fragen für sich und über­lege dann, ob er ruhig in das erlöschende Auge unserer -auf dem Schlachtfelde fallenden braven Soldaten sehen kann!

Meine Mitteilungen.

Die Geschichte der evangelischen Kirche in der heutigen Provinz Rheinhessen ist seither selten bearbeitet worden. Es ist deshalb zu begrüßen, daß Pfarrer Hoffmann zu Bech­tolsheim im Kreise Oppenheim in einer SchriftVierhundert Jahre evangelischen , mfl _ Lebens in unseren rheinhessischen Gemein- ^li^ymoar. den" zum erstenmal einen Abriß dieser Ge-' schichte gibt. Hoffmann hat aus dem Gebiete der Volkskunde einen guten Namen, in den von Prof. Helm-Gießen herausgegebenen Hessischen Blättern für Volkskunde" hat er mehrfach interessante Aufsätze über rheinhes­sische Volkskunde veröffentlicht. In der ge­nannten Schrift führt er uns die Schicksale der Evangelischen im Lande zwischen Rhein,

Nahe und Donnersberg vor. Diese Schicksale sind oft recht schwer gewesen. Der 30jährige Krieg, die von der Kurpfalz ausgehend« Gegenreformation, das Hinübergreifen der französischen Revolution auf deutschen Boden hat den Bekennern des evangelischen Glau­bens dort Leiden und Hemmungen gebracht, die man in Oberhessen nicht gekannt hat.

Daß die Vorfahren der heutigen Rheinhessen trotz alledem fest bei ihrem Glauben beharrt haben, gereicht ihnen zur Ehre. Hoffmanns Schrift ist von dem Verfasser selbst zu be­ziehen, sie kostet 30 Pf.

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Tie XI. General - Versammlung des Deutsch - Evangelischen Frauenbundes be­schloß in ihrer Sitzung am '14. März zu Han­

nover mit überwältigender Mehrheit die Ab­lehnung des politischen Frauenstimmrechts und den Austritt ans dem Bund Deutscher Frauenvereine, der für dasselbe cintritt. In der Aprilnummer derEvangelischen Frauen- z-eitung"' spricht sich die Vorsitzende des erstgenannten Bundes, Paula Müller, aus­führlich über die.Gründe dieses Austritts' aus. Danach hatte der Bund Deutscher Frauenvereine allerdings schon ini Jahre 1902 den Wunsch ausgesprochen,daß die Bundesvereine das Verständnis für den Ge­danken des Frauenstimmrechts nach Kräften fördern möchten, weil alle Bestrebungen des Bundes erst durch das Frauenstimmrecht eines dauernden Erfolges sicher sind". Aber seinerzeit war von den Führerin neu des Bundes der Frauenvereine ausdrücklich die Erklärung abgegeben worden, daß aus die­ser prinzipiellen Stellung den ang-eschlosse- nen Vereinen keineswegs irgendwelche kon­kreten Verpflichtungen erwüchsen. Eine ent­scheidende Aenderung dieser Sachlage trat erst in, vorigen Jahre durch eine vom Bund Deutscher .Frauenoereine herausgcgebene Denkschrift ein, in der sich u. a. der Satz befand:Tie Einbeziehung der Frauen in das aktive Wahlrecht in der Gemeinde und im Staat ist unerläßlich, nm den Einfluß der Frauen im Staat ans der ganzen Breite des tatsächlichen Frauenlebens aufzubauen", und es würdendie den Frauen naheliegenden Interessengebiete nur dann nachdrücklich oer- ' treten sein, wenn die Frauen am Wahlrecht teilnehmen". Diese Sätze waren für den Deutsch - Evangelischen Fauenbund nuan-

Airchliche Anzeigen.

Sonntag den 28. April (Cantate).

Gottesdienst.

In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier- ten uns der Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Vormittags Uhr: Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr: Militär­gottesdienst. Pfarrer Schwabe. Nach­mittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Mat­thäusgemeinde. Pfarrer Mahr.

In der Zohanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier­ten aus der Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. Vormittags 97a Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. .Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lnkasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 8 Uhr: Bibel­besprechung im Johannessaal. Mittwoch den 1. Mai, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Ausfeld.

BeranNvorUich : Pfarrer Bechtolsheimer. Druck! und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Puch- und Steindruckerei

Ti. Lauqe. Giessen.