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samt 407 Herren immatrikuliert, 3 mehr wie im Sommersemester. Es widmeten sich: der katholischen Theologie 43, der evangelischen 74, der jüdischen 1, der Rechtswissenschaft 94, der Medizin 64, der Chirurgie 7, der Tier­arzneikunde 14, der Kameralwissenschaft 21. der Architektur 14, der Forstwissenschaft 36, der Philosophie und Philologie 8 uüd der Pharmazie und Chemie 31. Außerdem be­suchten je 2 auswärtige Professoren und Dok­toren das chemische Laboratorium, welches 1824 von Liebig aus eigenen Mitteln ein­gerichtet worden war, einen Weltruf besaß und Gelehrte und Forscher aus aller Herren Länder anzog.

Tas nun folgende Verzeichnis des Perso­nals des Großherzvglichen Provinzialkom- missariats der Provinz Oberhessen, welchem die Kreis-, sowie die Polizeiverwaltnng un­terstellt waren, enthält unter den 17 Na­iven nur einen, dessen Trägers ich mich noch erinnere. Es ist der Polizeidiener Reinig, dem, nebst noch 2 Kollegen, Vogel imb Erd­mann, unter dem Kommando eines Polizei­wachtmeisters in späteren Fahren die Sicher­heit der Stadt anvertraut war. Alle drei Waren wohlbeleibte, behäbige und pflicht­eifrige Beamte, die in bedächtigen Schritten die Straßen der Stadt abpatrouillierten, den Schrecken der damals viel zahlreicheren Landstreicher und Vagabunden bildeten, im übrigen aber auf gutem Fuß mit jedermann standen. Sie lebten und ließen leben und 'drückten ein Auges, oft auch alle beide zu, namentlich, wenn es sich um die sehr ge­räuschvoll auftretende Jugend handelte, die in meiner Kindheit und auch später noch ihren Haupttummelplatz -auf dem Kreuz hatte. 20 30 Jungen, welche sich mit allen möglichen Spielen, die man heute höchstens auf dem Oswaldsgarten noch gestatten würde, vergnügten, erschienen da tagtäglich in den Nachmittags- und Abendstunden auf dem Plan. Waren sie des Herumtollens nMe, dann saßen sie wie die Spatzen aus dem T-achßandel, einer neben dem anderen, auf der jetzt noch stehenden Mauer auf dem Kreuz, unterhielten sich oder sangen mehr­stimmig die in der Schule einstudierten Lie­der. Tie Nachbarschaft hörte dies gerne und selbst die hochwohllöbliche Polizei hängte manchmal ein Ohr dran und lauschte den Ge­sängen, auf die wir suns natürlich nicht wenig einbildeten. Manchmal wurde uns auch, wenn die Gesangsstimmung nicht recht ziehen wollte, mit einer Spende -aus den verlockend im Erker stehenden, allerhand Süßigkeiten enthaltenden Glasflaschen der Firma I. A. Busch Söhne (jetzt Teugelmann) unter die Arme gegriffen. Heute würde man die Sän­ger jagen, daß sie die Beine verlören. So ändern sjch die Zeiten!

(Fortsetzung folgt.)

von der Ruhe.

Ein Wort traf mich kürzlich besonders eindringlich, als ich an einem stillen Sonn­tagnachmittag im Marküsev-angelium im 6. Kapitel die Mahnung unseres Heilandes! an seine Jünger las:Ruhet ein wenig!"

Wie sehr bedürfen wir alle der Ruhe und wre selten suchen und- finden wir sie! In dieser unruhevollen Zeit will uns oft schei­nen, als hätten wir keine Muße dazu. Da ist das Sorgen für unser tägliches Brot, die Zeitungen müssen gelesen werden: denn wir wollen möglichst schnell das Neueste von den weltbewegenden Ereignissen wissen. Und wie vielerlei gibt es noch im Laufe des Tages, das unsere Zeit und Gedanken vollauf in Anspruch nimmt, uns hindert -an einer inner­lichen Sammlung, an einem Stillestehen im Hasten und Laufen. Wir machen es uns nie klar, daß nur einige Minuten Stillesein im völligen Loslösen von äußeren Eindrücken und Einflüssen uns mehr fördern, uns mehr Kraft und Frische zu unserer Arbeit, mehr Frohsinn ins Herz geben, als irgend etwas anderes.

Ruhet ein wenig!" Dieses Heilandswort sollten wir uns recht in das Herz schreiben, um es nie zu vergessen; hat unser Heiland doch damit das Ausruheu gesegnet.

Gerhard Terstegen sagt so schön :

Wenn ich dich recht soll führen,

Mußt du dich selbst verlieren,

Die Augen schließen zu.

Nicht immer wollen sehen,

Nur glauben, nicht verstehen,

So heißt der Weg zur Ruh'.

Baronin R.

kirchliche Anzeigen.

Sonntag den 21. April (Jubilate).

G o- t t e -s d- i e n st.

In der Stcidtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfir­mierten -aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr. Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinder­kirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Mittwoch den 24. April: Kriegsbetstunde. Pfarrer Schwabe.

In der Iohannesklirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für > die N-eukonfir- mierten aus der Lukasgemeinde. Pfarrer Bcchtolsheimer. Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Ausfeld. Bormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld.

-- uvcrrüsl für vor Bechlülsheimer. Druck und Verlay ber Brühl'schen Universitats-Duch- nnd Steindruckerei

'.R La-qe. Vielen.