iibt'vfi’iibi’ ii,i Taitjc
rochen m.
rjniiflr, d,
i i'Slüff [)c toeitergifc
yri'itbt' hr
ii oirnic i’fi’ii mifit tod) int in» niiu'iimid iicbetduint: Seit, da di ■aiHH'ftrai; Watorlaitbc e viel frei nl alberne diesen M'td das; es eit
3ft ist, mein Pell fliege liefen Mi sie luegct g stehen di en, der de Standvmit . Oder finit tu; er?
r 11 a r.
;s 9V 2 Uhr s 11 Uhr isgemeindi iljr: Pfarr rds 8 Uhr mäunlicha — Diens-! Uhr: BZ ilichen Jri-i yreitag ben! Bereinigung ugend bei:
nttags 9 h!
VormÄ die Lukas rimer. -I
- Abends liirmi erteil iteinbe. — der koiisir-I Johannes-!
Februar,, >er konfm Johannes-!
Steindrucken!
onntagsgruß
Gemeindeblatt für die evangelische Nirchengemeinde Gießen
Vtr, 8 Gießen, Sonntag Reminiscere, den 24 Februar 1918 7. Iahrg.
Denke daran!
Brief an die Hebräer 4, 15. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitlüden haben mit unseren Schwachheiterr, sondern der versucht ist allenthalben, gleich wie wir, dock ohne Sünde.
lieber die Totenfelder und durch die Tränenstuben, durch Einsamkeiten und Sorgenhäuser schreitet der Mann der Schmerzen. Als ein Bruder hat er sich eingestellt bei den Schwergeprüften. Traute Erinnerungen aus dem Lande unseres .Kinderglaubens wachen auf und finden den Weg durch die Dunkelheiten der Gegenwart. „Nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleiden haben mit unserer Schwachheit". Wir werden leicht so hart gegen fremdes Leid, wenn wir selber Schweres zu tragen haben. Oder wenn wir'sj überwunden haben, ist uns auch der Blick entschwunden für die Not der Brüder.
Jesus aber ist der Hohepriester auch noch als der Erhöhte. Sein Mitgefühl und Mitleiden hat nicht aufgehört. In seiner Herrlichkeit vergißt er seiner armen Menschen- kirrder nicht: wie schwer haben sie es doch! Der Herzenskündiger versteht dich und mich und unseren tiefsten Schmerz, unsere Schwäche, Sünde und Schuld. Hat er nicht selbst in den Versuchungen, 'Anfechtungen und Aengsten gestanden, wenngleich seine Versuchungen so viel schwerer, seine Anfechtungen so viel drückender gewesen sind als bei uns. Dir Versuchung zur Sünde kam bei ihm von außen. „Versucht allenthalben uleich wie wir, doch ohne Sünde". Auch die Kriegssünde unseres Volkes trägt er auf mitfühlendem Herzen: unsere Verzagtheit, unsere Selbstsucht, unsere Gleichgültigkeit, unfern Leichtsinn, unfern Unglauben. Seine am Kreuz durchgrabenen Hände tragen unser Kriegsleid fürbittenb hinauf zu Gott. Jesu Passion bringt uns die frohe Botschaft von dem Gott über uns, der nicht ferne ist von unserer Not, der Mitleiden hat mit unserer Schwachheit, dessen getreues Abbild ist der Hohepriester von Golgatha. So tut uns Jesus die Türe ans zum Vaterherzen, daß wir still werden, so tritt der Fürsprecher für uns ein, daß wir Freudigkeit behalten, stark werden und' den Sieg gewinnen.
Die Sektierer an der Arbeit.
Seit mehreren Wochen geht eine in Gießen unbekannte Frauensperson in die Häuser und versucht es, religiöse Propaganda zu machen. In einer großen Zahl von Familien ist sie erschienen, sie scheint den ganzen Stadtbezirk durchwandert zu haben. Bei ihren Besuchen tritt sie in sehr zudringlicher I und unbescheidener Weise aus. So wird gesagt, daß sie, wenn man ihr die Korridortür öffnet, sofort den Fuß in den Hausflur setzt, 'damit man ihr die Tür nicht mehr zumachen kann. In einem Hause in der Liebigstraße ging die Betreffende nicht weg, obwohl sie zum Weggehen aufgefordert worden war. Ihren Namen und ihren Wohnort gibt sie nicht an; die Angaben, die sie überhaupt über sich macht, sind schwankend'. In einem Hause hat sie gesagt, sie habe drei Kinder und keine Kohlet, in einem anderen gab sie an, un- verherratet zu lein, sie sei früher katholisch gewesen, sei dann aber zu einer anderen Re- ligionssorm gekommen und deshalb von ihren Eltern verstoßen worden. Höchst seltsam klingt die Bemerkung, sie habe ihren Hausschlüssel verloren, gewiß sei ihr dies zu- gestoßen, weil sie Sünde getan habe, nun müsse sie viel beten. Mit Vorliebe scheint diese Frau zu solchen Frauen zu gehen, deren Ehemänner im Felde stehen. Liier fängt sie an, vom Kriege zu reden, und führt Reden, die sehr entmutigend sind. Der Krieg sei noch lange nicht zu Ende, Rußland werde wieder von neuem beginnen, dann käme Japan. Ueberhaupt weist diese seltsame Person gern auf die „gelbe Gefahr" und ihre zu erwartenden Schrecken hin. In einem Hause hat sie die Aeußerung getan, der Herr Christus käme bald, auch spricht sie öfters von einem Engel, der die Posaune bläst. Sehr bedenklich sind die Aeußerungen, sie, die Agentin, wisse, warum der Krieg gekommen iei, die Feinde müßten zu uns in das Land kommeir, dann würden wir die Folgen schon sehen.
Nach derartigen Einleitungen geht die Unbekannte auf das Religiöse über, sagt, der Herr Jesus würde in der allernächsten Zeit wiederkommen, man müsse etwas tun, um die eigene Seele zu retten. Alsdann versucht sie, Bücher und Schriften religiösen Inhaltes abzusetzen. Weist man ihr Anerbieten zurück, so geht sie unter Schimpf- und Drohreden fort. In einem Hause trat sie ein mit der Bemerkung : Der. liebe Herr Christus kommt. In einem anderen Hause wurde sie,


