Einzelbild herunterladen

28

Lazaretten verstorbenen und auswärts be­erdigten Gemeindeglieder nicht mitgerechnet. Unsere Zahlen geben allerdings nur ein an­näherndes Bild, da man die Zahl der Tau­fen mit der Zahl der Geburten nicht gleich­setzen kann. Es kommt vor, daß Kinder, die hier geboren sind, auswärts getauft werden und umgekehrte In das Gewicht fällt auch, daß im Jahre 1.911 174 Trauungen, also 63 mehr als 1917, stattfanden. Annähernd richtig ist jedoch unsere statistische Zu­sammenstellung, sie eröffnet trübe Aussichten für die Zukunft unseres Volkes. Bei den uns jetzt feindlichen Völkern sind allerdings die gleichen Erscheinungen zu beobachten.

Leider kann in diesem Jahre die Ver­anstaltung von Passionswochengottesdiensten aus Kohlenmangel nicht stattsinden. Für ausreichende Heizung der Kirchen an den! Sonntagen ist jedoch Sorge getragen, es braucht niemand ans Furcht vor Erkältung vom Gottesdienst fernzubleiben.

*

Bei der Schwierigkeit, neue Kleiderstoffs für Konfirmanden zu beschaffen, und bei den teuren Preisen, die dafür gefordert werden, wird man in diesem Jahre daran denken! mjüssen, alte, noch gut erhaltene Kleider zweckentsprechend zu verarbeiten und umzu- j ändern. In jeder Familie sind solche Klei- 1 der wohl vorhanden, und wenn sie in der Familie nicht zu finden sind, so im Kreise der Verwandten. Man wird es auch machen müssen, wie es in früheren Jahren geschah, die älteren Geschwister werden ihre Kon- sirmandenkleider auf die jüngeren vererben' Müssen. Insonderheit dürfen die Eltern, die die Konfirmandenkleider aus öffentlichen Mitteln zu erhalten wünschen, sich nicht dar­auf verlassen, das; die Beschaffung alles Er­forderlichen erfolgen kann, auch sie müssen fich nmsehen, ob sie nicht irgendwo alte Klei­der bekommen können. In diesen Zeiten kann man sich nicht sorglos auf die Hilfe anderer verlassen. Auch wenn wir im näch­stfein Jahre Frieden haben, so werden sich auf diesem Gebiete die Verhältnisse kaum gebessert haben. Vorsichtige Eltern, die 1919 oder 1920 ein Kind konfirmieren lassen, tun deshalb gut, jetzt schon die Beschaffung dev Kleider in das Auge zu fassen.

*

Ein Gießener Pfarrer erhielt dieser Tage eine anonyme Postkarte mit folgenden! In­halt:Uns treibt nicht Eroberungspolitik, uns treibt der unbeugsame Wille, den Platz zu bewahren, auf den Gott uns gestellt hat.

- Diesen Spruch erhielt ich zur Weitergabe. Jeder, der die Worte, die vom Kaiser ge­sprochen sind, erhält, soll dieselben 9 Tage lang immer einem anderen Bekannten ohne

Unterschrift zur Weitergabe übersend« Diese Kartenkette soll durch ganz Deuts,! land gehen und darf nicht unterbrochen w« den. Es geht die Sage, daß derjenige, fc, den Spruch nicht weitergibt, kein Glück m doch derjenige, der ihn 9 Tage wcitergü am letzten Tage eine große Freude hr Zur Weitergabe im patriotischen Sinne! Nach dieser Postkarte gehen in diesen ernste Zeiten in unserem Vaterland noch imm Dummheit und Aberglaube miteinand: Hand in Hand, und der Kettengcbetsunm steht noch in Blüte. In einer Zeit, da di meisten Deutschen, auf das allerangestreitz teste arbeitend, im Dienste des Vaterland stehen, gibt es noch andere, die viel frei» Zeit haben und sich diese Zeit mit albern» Possen vertreiben. Hat man in diesen Kr» sen denn kein Verständnis dafür, daß es eit ganz nutzlose Ueberlastung der Post ist, nie»! man die Kettengebete durch die Welt stiem läßt? Eigentlich sollte man diesen Poss kartenschreibern nachgehen und sie weg« groben Unfugs bestrafen. Geistig stehen di Leute, die dem Unglück audrohen, der bis Karte nicht weitcrgibt, auf dcni StandpunI der wahrsagenden Zigeunerinnen. Oder si» die Zigeunerinnen nicht noch klüger?

Mrchliche Anzeigen.

Sonntag den 17. Februar. Jnvokavit. Gottesdienst.

3n der Stadtkirche. Vormittags 9 Uhr

Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr! Kinderkirche für die Matthänsgemcindr Pfarrer Mahr. - Abends 6 Uhr: Pfarr asfistent Lic. Reuning. - Abends 8 Uhr .Bereinigung der konfirmierten männlich^ Jugend der Matthäusgenreindc. Dienst tag den 19. Februar, abends 8 Uhr: Ber­einigung der konfirmierten weiblichen Iris gend der Markusgemeinde. Freitag dm 22. Ftbrnar, abends 8 Uhr: Vereinigung! der konfirmierten weiblichen Jugend der! Matthäusgemeinde.

3« feer 3»haunerkirche. Vormittags 9 ! :

Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormit­tags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lnkas- gemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. -I Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. ?lbend: Vs8 Uhr: Vereinigung der konfirmierte» weiblichem Jugend der Lukasgemeinde. H Abends V28 Uhr: Vereinigung der koufir micrtcn männlichen Jugend der Johannes-! gemeinde. Freitag den 22. Februar.

J abends >1-6 Uhr: Vereinigung der konfir­mierten weiblichen Jugend der Johannes-- gemeinde.

-verantwortlich : Psarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der DrühUschen Universitäts-Buch-»nd Steindrucken!

M. Lange, (Ziehen