Ausgabe 
3.2.1918
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heiligen Zweck, noch von denen, die stünd­lich um das Leben derer bangen, dre noch dem Wüten mächtiger Fei/de gegennberstehn, noch von allen, die durch diese lange Zeck der Prot und Leiden seelische müde und körperlich matt geworden sind. Wir fühlen mit ihnen allen, wir wissen, daß wir ihre Sorgen und Leiden mittragen müssen, da das Leid dieser Zeit uns lehrte, daß wir eine einzige große Fa­milie sind. .. ,, , ,n-,

J>ch glaube so sehr an die Macht de» Mit­gefühls. Es kann den Schmerzgebeugten wohl nicht ihre Lasten abne/men, es vermag aber in vielen Fällen die Schmerzen zu lin­dern, sie tragen zu helfen. Nicht durch j am­mern und Klagen, aber durch stilles Srchver- senken in unseres Gottes Barmherzigkeit, rn- . dem wir ihm alle die an sein Vaterherz legen, die auf der weiten Welt der Fürbitte bedürfen. Es ist. dies wie ein unsichtbares Band, das sich, um alle Pilger die,es Erden­lebens legt, sie untereinander. verbindet, auch wenn sie sich nie von Angesicht zu An­gesicht sehen. Vielleicht dereinst am Hiiümels- thron werden Verklärte sich finden, die, ob­wohl erdenweit getrennt, dennoch dadurch verbunden waren, daß eins dem andern aus der Ferne das Geleite gab zur Heimat des Lichts und des Friedens.

Welch herrliches Ziel erwartet uns dann! Was ist das höchste Glück auf Erden ? Vertrauter Umgang mit dem Herrn!

Es ist nicht nur ein Selig wer d en Ein Selig sein im tiefsten Kern.

Baronin R.

Uleine Mitteilungen.

Tie Uhr der Johanneskirche verweigert seit einiger Zeit den Gehorsam, alle Ver­suche, sie zum Aufgeben ihres Eigensinns zu bewegen, waren seither vergebens. Dem Herrn, der sich in einemEingesandt des Gießener Anzeigers" über die Kirchenuhr schwert h>at, inüssen wir leider die ihm augenscheinlich ganz fremde Tatsache berich­ten, daß wir seit 42 Monaten Krieg haben und daß in jedem Berufszweige die tüchtigen Arbeiter fehlen: auch. die Turmuhrmacher stehen im Felde. Jeder, der im tätigen Leben steht, weiß, wie schwer es jetzt ist, irgendeine Reparatur ausführen zu lassen. Diese Erfah­rung hat wohl auch der unwillige HerrEin­sender" gemacht: denn seine eigene Uhr scheint nicht zu gehen, sonst brauchte er sich nicht bei seinen Berufsgängen lauf die Kirchenuhr zu verlassen. Unsere Uhr wurde in Bockeuem in der Provinz Hannover her- gestelltder Erbauer ist telegraphisch hier­her bestellt worden und wird hoffentlich in diesen Tagen zur Ausbesserung des Werkes hier eintresfen. Eine Garantie für sem bal­diges Eintreffen können wir jedoch nicht übernehmen.

Tiirch. die Zeitungen ging vor kurzem die Notiz, ^daß nun auch die Kaiserglocke rm Kölner Tome dazu bestimmt sei, zum Zwecke der Munitionsherstellung eingeschmolzen zu werden. Diese Glocke ist im ganzen deutschen Westen berühmt. Ihren Namen hat sw da­her, daß sie ein Geschenk Kaiser Wilhelms I. ist. Ans Geschützmaterial, das 1871. erobert worden ist, ist sie im Jahre 1877 hergestellt worden, und zwar in der bekannten Gießerei von Andreas Hamm in Frankenthal; auf eurem Schiffe wurde sie rheinabwärts uacp Köln befördert. Eine sinnige, eindrucksvolle Inschrift steht auf der Glocke: sie lautet: Tie Kaiserglocke heiß ich,

Des Kaisers Siege preis' ich.

Auf hoher Warte steh' ich.,

Dem Deutschen Reich erfleh' ich, Daß Fried' und Ehr'

Ihm Gott bescher'."

Der Dichter Ernst Scherenberg hat diese Klockenschrift in einem schönen Gedichte um­schrieben. Daß die berühmte Glocke nun ihren Standort verlassen und der Vernich­tung anheimfallen soll, wird jeden Vater­landsfreund schmerzlich berühren, aber wie sie 40 Jahre lang die Siege des ersten deut­schen Kaisers gepriesen hat, so wird sie, so Gott will, nun helfen, die Siege des dritten deutschen Kaisers zu erkämpfen.

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag den 3. Februar.

S e x a g e s i m ae.

Kollekte für das hessische Krüppelheim.

Gottesdienst.

In der Stadtkirche. Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrassistent Lic. Reuning. Vormittags 11 Uhr: Kindcrkirche für die Matthttnsge- mcinde. Pfarrer Mahr. Abends >6 Uhr: Pfarrer Schwabe. Dienstag den o. Fe­bruar, abends 8 Uhr: Vereinigung der kon­firmierten weiblichen Jügend der Markus- gemeinde. Freitag den 8. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten leib­lichen Fügend der Matthäusgemeinde.

In der Iohanneskirche. Vormittags 9V, Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kindcrkirche für die Lukasgememde. Psarrer Bechtolsheimer. Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Beichte ü. Heiliges Abend­mahl für die Lukas- und Johannesgemeinde gemeinsam. Anmeldungen werden vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbetem Abends V 2 8 Uhr: Vereinigung der konfir­mierten weiblichen Jugend der Lukas­gemeinde. Abends V28 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jügend der Johannesgemeinde. Freitag den 8. Fe­bruar, abends V26 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jügend der Jo­hannes gemeinde.

n«.->n.w°rtlich - P f a Dr-r B°cht°lsh°'mcr. Druck imdV-rwH BrühNchen Universitäts-Buch- »nd Steindrucks«

R. Lauge, Gietzen.