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führung des Frauendienstjahres, obwohl ge­rade die Fahrerinnen der Frauenbewegung die nicht mehr ernst nehmen, die diesen tö­richten Vorschlag machen. Leute, die selbst keine Kinder haben, verlangen Jugendgesetze, wollen die Eltern in ihrem Erziehungsrechte beschränken. Man beteiligt sich an den Be­strebungen für Bevölkerungspolitik, schärft dem Volke dafür das Gewissen, daß Kinder ein Segen sind, uird bekundet selbst keine Nei­gung, Kinder unter Mühe und Sorge aus­zuziehen. Jchi weiß von einem Manne, der war der Vorfall, von dem ich hier be­richte, liegt schon um 50 Jahre zurück Beamter und im Nebenberuf Agent einer Lebensversicherungsgesellschaft. Eines Tages kam er zu einem. Kollegen, hielt ihm' einen langen Vortrag über den Segen der Lebens­versicherung und ^drängte ihn, daß er eine Versicherung abschließe. Als der andere ihn fragte, ob ex das selbst getan habe, ver­neinte er kleinlaut die Frage.

Tie Ethik Christi kann nicht übertroffen werden, auch nicht in Abgang geraten, sie gilt besonders für die bewegte Zeit des Krie­ges. Wer ein Christ sein will, darf sich über die Weisungen seines Erlösers nicht hinweg­setzen. Wer eine Neuerung auf dem Wege der Gesetzgebung oder Verwaltung anstrebt, der prüfe zuvor, ob er sich selbst dem, das er anstrebt, unterwerfen will. Ungemein an­schaulich und eindrucksboll ist das Wort des Heilandes von !denen, die den anderen schwere und untrügliche Lasten auflegen. diese aber selbst nicht einmal mit einem Finger bewe­gen wollen. Nur der, der sich! selbst einer Bestimmung, die er vorschlägt, mit 'allen ihren Konsequenzen unterwerfen will, hat das Recht, sie vorzuschlagen. Wir können an Jesus und seinem heiligen Ernste nicht vor­übergehen. H. B..

Gietzener Zeitungsinferate vor 80 Jahren.

(Schluß.)

Taß man in dieser Zeit den Gieß'enern noch sehr harmlose Unterhaltung bieten konnre, beweist folgendes von einem I. Teich­mann ausgegebenes Inserat:Der Unter­zeichnete wird, mit obrigkeitlicher Erlaubnis, auf seiner Durchreise dahier zwei sehr schön sprechende Schweizerstare, männlichen und weiblichen Geschlechtes, ans dem Kanton Appenzell, zu produzieren die Ehre haben. Durch dreijährige Geduld hat.er es dahin gebracht, daß diese merkwürdigen Vögel das reinste Deutsch in nicht allein einzelnen Wor­ten, sondern auch in ganzen Sätzen sprechen, welches noch nie von einem solchen Vogel gehört worden ist: Mchl singen sie ein schönes Quodlibet !und Duett. Aus Verlangen des Eigentümers sprechen sie und singen diese Vögel gleich' und sind nie launig. Mehrere hohe Monarchen und .Herrschaften der größ­ten Städte haben ihre Bewunderung darüber

*

ausgesprochen und deshalb überzeugt, auch j tz-u

hier allen denjenigen, welche diese beiden klei- I Um«

neu Sprachmeister hören werden, Vergnügen : ter i

zusichern zu können. Tie geehrten Liebhaber, - Wilf

welche diese interessanten Vögel zu hören > vor:

wünschen, ersucht Unterzeichneter höstichst, in T ihn gefälligst aus seiner Wohnung abrusen ' gelte

zu lassen. Sein Logis ist im Gasthaus zum. !

Stern. Diese Vögel werden von Morgens j Fvir

10 Uhr bis Abends 4 Uhr producirt. Zah- i hält,

lung ist nach Belieben." ! Volk

Hetterkert wird es auch heutzutage erre- I und

gen, wenn ein Gießener Geschäftsmann Mer

Zaynkitt, angeblich' von Maurice u. Lan- . siede

glumc in Paris (Preis pro Etui mit Ge- schuf

bvauch'sanweisnng 1 Rthlr.), anbietet und da- redli bei bekannt macht:Ganz bewährtes Mittel, Gröl

um sich mfit der größten Leichtigkeit schab- ' Unhi

hafte und hohle Zahne auszukitten, dieselben ! Bem

gleich anderen gesunden Zähnen wieder taug- ' uimr

lich zu machen und die durch Ztitritt von schach Lust und Speisen öfters entstehenden Zahn­schmerzen zu vermeiden." Das war doch ent- s schieden praktisch, daß man in dieser glück- ! E

lichcn Zeit sich selbst und jedenfalls schmerz- i brem

los die Zähne verkitten konnte. ) nach

Große sittliche Entrüstung spricht ans I Tte

folgender Veröffentlichung. Schneider Ä.'s i tvord

Witwe schreibt aut 8. September 1838: k Maß

Aus einem höchst unschicklichen Scherze I geh«

hat sich das Gerede verbreitet, ich sei i einen

ivegeu Stehlens von Bohnen niit Arrest s schlin

bestraft worden. Ich finde ineine Ehre da- £ u-.to

durch compromittirt, und ich kann mich dar- ! größ:

um -lu'ttt so wmiger dabei beruhigen, als dies j Zustc

auf meinen Geschäftsbetrieb nachtheiligen | spiele

Einfluß äußern kann. Noch nie habe ich mir I richte

eine derartige Illegalität zu Schulden kom- : Kreis

men lassen. Wer mich einer solchen zeihen Fam kann, dem ist es meinerseits unverwehrt, dies-' ! wohn

öffentlich zu tun. Wegen weiterer Nach- - typist

reden muß Innd werde ich' aber gerichtlich kla- f Gewc

gen; stiierzu verpflichtet mich meine Ehre und ! Krieo

mein Geschäft." Sicher hat die entrüstete und i aller

irt ihrer Ehre und ihrem Geschäfte gekränkte ! Altw

Frau diesen Protest iticht selbst verfaßt, es ! 92,5-

wird ihr ein Hofgerichtsadvokat dabei zur \ deren

Seite gestanden haben. f besser

Sehr häufig enthalten die Zeitungen die- j enthä

ser Jahre Anzeigen der Dampfschiffahrtsge- I refori

sellschaften, die sich damit befaßten. Ans- ! Woht

wanverer nach Amerika zu befördern. Es i mußt

waren dies zumeist Bremer Firmen. Sie i schalt

spedierten nach' New-Orleans, New-Nork, daher

Philadelphia und Baltimore. Tie Schiffe f (ich >

ivnrdcn in den Ankündigungen mit Namen ! denss

aufgeführt, auch wurden die Kapitäne ge- f len n

nannt und die Absahrszeiten bekannt gege- > verstc

ben. In Deutschland gab es viele Agenten, ! Volk

die mit den Auswanderern Verträge wegen ! Schri

ihrer Ueberfahrt abschloss«,. Bis in die 70er - die l

Jühre des vorigen Jahrhunderts hinein sind ! Scha^

derartige Anzeige» in unseren Zeitungen zu kehr«

finden. Millionen von Menschen sind durch derech

diese Auswanderung unserem Volkstum ver- Bestre

loren gegangen, und die Nackkommen der ; dann