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Stimmung, der Abschied von meinen! Brüder und ven «deren Wurde mir erst recht fühlbar, ich, machte mir selbst heftige Vorwürfe und zieh mich der Lieblosigkeit, daß ich dem leicht zu erfüllenden Wunsch in unerklärlicher Starrköpfigkeit nicht willfahrtet hatte. So kam ich! denn bei guter Zeit am Morgen bei meinem Freunde in Neuyork an. Wir hatten uns seit drei Jahren nicht mehr gesehen, und ich wurde herzlich bewillkommnet. Sie gratulierten mir zu meiner glücklich>en Ankunft, nannten mich ein Glückskind und überreichten mir ein Morgenblatt. in ivel- ,ch,em eine telegraphische Tepesche berichtete, daß !der mir nachfolgende Zug, zu dem man mich bereden wollte, zwischen Rochester und Utlka verunglückt sei. Eine Brücke war unter ihm gebrochen und der Zug ins Wasser gestürzt. 'Ter Umfang des Unglücks sei noch nicht zu übersehen.
Es ist gewiß eigentümlich und geheimnisvoll, was oft unser Schicksal bisttimmt, und .es gibt hierfür, da meine Weigerung, den nächsten Zug zu benützen, wissentlich auf keiner Vorahnung eines bevorstehenden Unglücks beruhte, nur die eine Erklärung, daß Gottes Schutz über mrc gewaltet hat. Ich bin jetzt ein Mann von über 87 Fahren, habe vieles im Leben erfahren, auch hat der Tod schon wiederholt die Hand nach mir ausgestreckt, aber ich bin noch rüstig bei der Hand und es sieht mir niemand mein hohes Alter an. Meinen Bruder habe ich im Leben nicht mehr ae'ehen, ihn deckt schon manches Jahr der Rasen. Es wird auch, schw>erlick einer von den anderen amerikanischen Be- kannten mehr am Leben sein.
Meine Mitteilungen.
In meine Hände kamen neulich, zwei Büchers die dem hiesigen Lesehallenverein gehören, Conrad Ferdinand Meyers wuchtige, gedankentiese Dichtung „Huttens letzte Tage" und Wolf Schmitthenners Erzählung „Das deutsche Herz". Beide Bücher waren aus das häßlichste verunziert durch Bleistiftnotizen, die in ihnen angebracht waren. Am Schlüsse der Einleitung der genannten Erzählung hat ein unbekannter „Literaturkritiker" die Bemerkung gemacht: „Der letzte Satz ist Unsinn." Tiefe „kritische" Bemerkung gilt dem Satze Schmitthenners: „Nicht die Lehren haben die Welt bekehrt, sondern allein die großen Persönlichkeiten und die großen Kunstwerke." Es gehört schon viel Unreife und Dreistigkeit dazu, diesen Satz für Unsinn zu erklären. Das hat auch, gewiß ein zweiter Leser gedacht; denn er schrieb unter die Be- inerkung seines Vordermanns: „Komische Auffassung: Narrenhände..." Nun ist diese Bemerkung ja gewiß berechtigt, sie durfte je
doch! nicht iu das Buch, geschrieben werden.' Noch schliminer sieht es in dem Buche von Meyer ,aus: auf vie en Seiten Bleisti,tstriche und törichte, über.küstige Bemerkungen. Jeden, der leine derartige Dichtung auf sich wirken lassen will, stören solche Notizen ganz ungemein: es ist ihm! zu Mute, als ob gerade dann, lwenn er von dem Dichter gepackt wird, ein Mensch vor ihn träte, der Gri Massen macht. Das sollte keiner, der Bücher ans öffentlichen Bibliotheken entleiht, vergessen, daß ifjirri' fremdes Eigentum! — iu unserem Falle völlig kostenlos — zur Benutzung übergeben wird. Wer fremdes Eigentum mutwillig erweise beschädigt und besudelt, der ist ein Mensch, den man ner- ,achten soll.
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Das Geld, das einzelne unserer Gemeindeglieder neulich, zur Reformationsjubelspende gegeben haben, soll als Grund stock zu einem Kapital für Jugendpflege verwendet werden.
Tie diesjährigen Kvnfirmationsfeiern sollen an folgenden Tagen stattfinden: für die Matthäus gemeinde am 17. März, für die Jolannesgemeinde am l. April (2. Oster tag), für die Markus-und Lukasgemeinde am 7. April l Sonn ta g nach, Osternd
Mrchliche Anzeigen.
Sonntag den 20. Januar.
2. nach Epiphanias.
Gottesdienst.
2n der Stadtkirche. Vormittags 91/2 Uhr: Pfarrer Mahr. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr. — Abends 5 Uhr: Pfarrassistent Lic. Reuning. — Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäus gemeinde. — Dienstag den 22. Januar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jügcnd der Mark. Gemeinde. - Freitag den 25. Januar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde.
Zn der Johanneikirche. Vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Bechtolsheim,er. 1 — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. — Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausseld. — Abends Vs 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukas g emeinde. — Ab ends V28 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde. — Freitag den 25. Januar, abends V26 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Jvhannesgemeinde.
D«rantu>«rNich : Pkarrcr Druck und Verlag der Brühilchen Uni»erfltiit»-Buch-und Steiudruckere!
R. Lanqe. Gießen.


