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meine Neigungen und Anlagen und richte­test sie aus ein würdiges Ziel; Tu hieltest Deine Hand über mir, wenn mein Fuß strauchelte, und ermuntertest mich, wenn ich auf gutem Wege war. Wäre es mir doch vergönnt gewesen, Dir ein heiteres, soraen- freies, freudenreiches Alter zu bereiten, das Du so sehr verdientest, da Dein Leben nur eine Kette van Leiden war, mit denen Tu gottergeben, als eine Christin und Heldin rängest. Ach, warum musstest gerade Du so viel leiden? Oft hat sich diese Frage mei­nem sinnenden Geiste ausgedrängt: aber Tu blicktest aus das Beispiel Deines sterbenden Erlösers und sprachst demütig: Gottes Wege sind nicht unsere Wege. Der die Leiben zu­läßt, ist dennoch der alliebende Vater seiner Kinder. Mit einem Segen für Deine Kinder bist Du gestorben, mit jenem Segen, der ja den Kindern .Häuser baut: o, auch ich segne Dich für altes, was Du an mir ge­tan hast, und bitte Gott, er wolle Dir n Ewigkeit vergelten, was Du hier in der Zeit­lichkeit gewirkt hast, da ich es leider nicht vermag. Friede des Himmels, Friede Gottes, der höher ist denn alle Vernunft, sei mit Deinem Geiste!

Bemerkenswert ist, Baß meine Mutter ge­nau bis auf den Tag hundert Jahre später starb, als mein Großvater väterlicherseits ge­boren wurde.

Am letzten Tage des Jahres wurde ich ausgeschrieben und war nun Geselle, aber mit recht trüben Aussichten. Den Arzt, den Apotheker und das Begräbnis hatten meine Oheime bezahlt, aber die Miete für die Woh­nung meiner Mutter bis Neujahr mußte ich übernehmen und begann demnach meinen, neuen Stand sofort mit Schulden. Meine arme Schwester nahm mein Oheim, der Glashändler, zu sich, damit sie die Laden­geschäfte verwalte und bei der großen Haus­haltung behilflich sei. Mein Vater lebte in alter Weise in Märkisch-Friedland. Kasimir hatte mir am Begräbnistage meiner Mutter ein tiefempfundenes Gedicht überreicht.

(Fortsetzung folgt. -

Kleine Mitteilungen.

Ueber die kirchliche Feier des 400jährigen Resormationsfestes sind nun die näheren Be­stimmungen getroffen worden. Mittwoch, den 31. Oktober, am eigentlichen Festtage, ist um 1 -10 Festgottesdienst in beiden Kirchen. Um 11h, Uhr wird ein Festgottesdienst für die Schuljugend (Stadtschule und höh. Schu­len» abgehalten, und zwar für die männliche Jugend in der Jo Hannes kirche, für die weib­liche Jugend in der Stadtkirche. Nachmit­tags, um 2 Uhr, ist in beiden Kirchen Kin- dergotlesdienst. Abends um L Uhr findet in

der Stadtkirche ein liturgischer Gottesdienst statt. Die Kirchen, namentlich deren Portale, besonders die in den Kirchen befindlichen Lutherbilder', sollen mit Grün geschmückt werden. Tie kirchliche Feier am 4. November findet in altgewohnter Weise statt, mit dem Abendgottesdienft ist .Feier des heiligen Abendmahles verbunden. Ter Ernst der Zeit fordert, daß das Fest in der einfachsten Weise gefeiert wird. Tie Stadtverwaltung hat sich bereit erklärt, an der Luthereiche, die im Jahre 1859 am Nahrungsberge gepflanzt worden ist, eine Gedenktafel anzubringen.

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' Unsere .KonsirwandenVereinigungen neh­men in diesen Tagen wieder ihren Anfang. Wann und wo sie stattfinden, ist aus den ^Kirchlichen Nachrichten" zu ersehen. Eltern und Lehrherren werden gebeten, die Kinder zu diesen Veranstaltungen, die im wesent­lichen einen geselligen Charakter haben, zu schicken. Selbstverständlich sind auch die Kon­firmierten der früheren Jahrgänge hierzu ein g el aden.

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Tie Anmeldung der Konfirmanden er­folgt in den Pfarrhäusern Mittwoch, den 10., und Donnerstag, den 11. Oktober, jedesmal von 11 1 und von 46 Uhr.

kirchliche Anzeigen.

Sonntag den 7. Oktober.

18. n a ch T r i n i t a t i s.

Gottesdienst.

In der Ztadtkirche. Vormittags 9 Vl> Uhr: Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr: Kin­derkirche für die Matthäus gemeinde. Pfarrer Mahr. Montag, den 8 . Oktober, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weib­lichen 'Fügend der Matthäus gemeinde. Die Vereinigung der konfirmierten männ­lichen Jugend der Markusgemeinde ist mit dem Wartburgverein verbunden, siehe dessen chentliche Veranstaltun g en.

3n der Iohanneskirche. Vormittags 9'J Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukas gemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 1 -8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde. Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal. Mitt­woch, den 10. Oktober, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Ausfeld. Frei­tag, den 12. Oktober, abends > 26 Ihr: Ber­einigung der konfirmierten weiblichen Ju­gend der Johannesgemeindc.

M..r utroortlicb : Pfarrer Bechtolsheimer Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch-und Steindruckerei

R. Lange, Gieren.